Rede von Jörg Rohde (FDP) – Gruß, Sibylle Laurischk, Ina Lenke, weiterer
Teil von Protokoll der 166. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 4 a bis 4 c: Gruß, Sibylle Laurischk, Ina Lenke, weiterer.
Text
Rede von Jörg Rohde (FDP) – Gruß, Sibylle Laurischk, Ina Lenke, weiterer
Vielen Dank, Herr Kollege Müller. Es ist zwar eher
üblich, dass das Plenum Fragen an den Redner stellt,
aber ich komme gerne auf Ihre Fragen zurück.
Fangen wir mit dem letzten Punkt an, mit dem Projekt
„Straße ins Leben“. Wir haben die Möglichkeit, die
Steuermittel gezielt einzusetzen. Wir als FDP sagen,
dass wir alle versicherungsfremden Leistungen aus der
Arbeitslosenversicherung herausnehmen wollen, um den
Beitragssatz für die Beitragszahler so gering wie
möglich zu halten und mehr Jobs in Deutschland zu
generieren. Das ist die Zielrichtung. Wir haben gestern im
Ausschuss schon mit der Diskussion darüber begonnen. Wir
sind gerne bereit, noch in dieser Legislaturperiode
gemeinsam mit Ihnen eine Initiative durchzuführen.
Wir sind nicht nur konsequent; wir sind auch
pragmatisch. Wir befinden uns leider gerade in der Rolle der
Opposition. Aber den Vorschlag, versicherungsfremde
Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung
herauszunehmen, können wir gerne gemeinsam umsetzen.
Ich möchte noch auf die FAZ zurückkommen. Es
muss dort mehrere Redakteure geben; denn eine
Überschrift lautet:
Umfrage des DIHK
„Der Ausbildungsbonus ist Geldverschwendung“.
(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)So weit gehen wir mit unserer Kritik gar nicht. Wir
wenden uns nur dagegen, dass Beitragsmittel verwendet
werden.
Wir haben eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Niemand bestreitet, dass es Altbewerber gibt und dass
man deshalb Maßnahmen ergreifen sollte. Wir streiten
um den Weg, und das ist eine gute Sache. Herr Müller,
stimmen Sie mit mir darin überein, dass die FDP wie Sie
etwas für diese Zielgruppe tun möchte, dass wir uns nur
im Weg unterscheiden?
(Andrea Nahles [SPD]: Das ist ja ein
Riesenvortrag! – Jörg Tauss [SPD]: Die armen
Jugendlichen!)
Stefan Müller (Erlangen) (CDU/CSU):
Herr Kollege Rohde, zunächst zum FAZ-Artikel. Ich
gebe Ihnen gleich den Artikel, den ich habe;
dann können Sie das nachlesen.
Bei dieser Gelegenheit fällt mir ein: Herrn Kolb habe ich
versprochen, ihm das Steuerkonzept der CSU
nachzureichen; auch das werde ich noch tun.
(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Ja! Wenn ihr es
endlich habt!)
Herr Rohde, ich habe mir Ihr Steuerkonzept bereits
angeschaut; leider habe ich keine Zeit mehr, es inhaltlich
zu bewerten, so gern ich das auch tun würde. Auf Ihrem
Parteitag am vergangenen Wochenende in München
haben Sie ein Steuerkonzept beschlossen
(Jörg Rohde [FDP]: Wir haben sogar
Gegenfinanzierungsvorschläge gemacht!)
und sogar von Gegenfinanzierungsvorschlägen
gesprochen. Gegenfinanzierungsvorschläge kann ich in Ihrem
Konzept allerdings nicht finden. Das, was dort zum
Thema Gegenfinanzierung steht, ist wirklich halb
virtuell.
(Heiterkeit bei Abgeordneten der CDU/CSU
und der SPD)
Ich lasse Ihnen nicht durchgehen, dass Sie den
Menschen einerseits in Aussicht stellen, die Steuern zu
senken – allerdings ohne Gegenfinanzierungsvorschläge zu
machen –,
(Jörg Rohde [FDP]: Stimmt nicht! – Dr. Rainer
Stinner [FDP]: Das ist falsch!)
und andererseits zu fordern, dass alles Mögliche über
Steuermittel finanziert wird. So geht das nicht.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD – Jörg
Rohde [FDP]: Lesen, Herr Kollege! Lesen!)
Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dem
Ausbildungsbonus das richtige Instrument entwickelt haben,
um endlich auch denen eine Chance zu geben, die vom
Aufschwung am Arbeitsmarkt noch nicht profitiert
haben. Um diese Menschen müssen wir uns dringend küm-
Stefan Müller (Erlangen)mern. Ich lade Sie ein, uns auf diesem Weg zu
unterstützen.