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Protokoll der 71. Sitzung des 19. Deutschen Bundestages

dip / plenarprotokoll 13.12.2018 · WP 19 · 19/71 · Original ↗
176 Reden und Erklärungen – die Suche findet sie einzeln
  1. Rede von Heiko Maas (Bundesminister des Auswärtigen) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  2. Rede von Martin Hebner (AfD) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  3. Rede von Alexander Graf Lambsdorff (FDP) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  4. Rede von Martin Hebner (AfD) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  5. Rede von Dr. Katja Leikert (CDU/CSU) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  6. Rede von Alexander Graf Lambsdorff (FDP) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  7. Rede von Fabio De Masi (DIE LINKE) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  8. Rede von Dr. Franziska Brantner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  9. Rede von Dr. Katarina Barley (SPD) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  10. Rede von Dr. Katarina Barley (SPD) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  11. Rede von Dr. Harald Weyel (AfD) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  12. Rede von Florian Hahn (CDU/CSU) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  13. Rede von Dr. Marco Buschmann (FDP) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  14. Rede von Michael Grosse-Brömer (CDU/CSU) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  15. Rede von Dr. Marco Buschmann (FDP) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  16. Rede von Detlef Seif (CDU/CSU) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  17. Rede von Philipp Amthor (CDU/CSU) – Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und …
  18. Rede von Tino Chrupalla (AfD) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  19. Rede von Astrid Grotelüschen (CDU/CSU) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  20. Rede von Manfred Todtenhausen (FDP) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  21. Rede von Sabine Poschmann (SPD) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  22. Rede von Klaus Ernst (DIE LINKE) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  23. Rede von Claudia Müller (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  24. Rede von Jens Koeppen (CDU/CSU) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  25. Rede von Thomas L. Kemmerich (FDP) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  26. Rede von Gabriele Katzmarek (SPD) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  27. Rede von Eckhard Pols (CDU/CSU) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  28. Rede von Gabriele Katzmarek (SPD) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  29. Rede von Mario Mieruch (fraktionslos) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  30. Rede von Karl Holmeier (CDU/CSU) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  31. Rede von Klaus Ernst (DIE LINKE) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  32. Rede von Karl Holmeier (CDU/CSU) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  33. Rede von Martin Rabanus (SPD) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  34. Rede von Martin Rabanus (SPD) – Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken
  35. Rede von Jens Spahn (Bundesminister für Gesundheit) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  36. Rede von Dr. Robby Schlund (AfD) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  37. Rede von Dr. Karl Lauterbach (SPD) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  38. Rede von Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  39. Rede von Dr. Achim Kessler (DIE LINKE) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  40. Rede von Dr. Kirsten Kappert-Gonther (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  41. Rede von Karin Maag (CDU/CSU) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  42. Rede von Karin Maag (CDU/CSU) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  43. Rede von Karin Maag (CDU/CSU) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  44. Rede von Detlev Spangenberg (AfD) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  45. Rede von Sabine Dittmar (SPD) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  46. Rede von Dr. Andrew Ullmann (FDP) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  47. Rede von Erich Irlstorfer (CDU/CSU) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  48. Rede von Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  49. Rede von Erich Irlstorfer (CDU/CSU) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  50. Rede von Bettina Müller (SPD) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  51. Rede von Alexander Krauß (CDU/CSU) – Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern
  52. Rede von Michael Schrodi (SPD) – Einführung eines Kinderweihnachtsgelds
  53. Rede von Albrecht Glaser (AfD) – Einführung eines Kinderweihnachtsgelds
  54. Rede von Johannes Steiniger (CDU/CSU) – Einführung eines Kinderweihnachtsgelds
  55. Rede von Markus Herbrand (FDP) – Einführung eines Kinderweihnachtsgelds
  56. Rede von Katja Kipping (DIE LINKE) – Einführung eines Kinderweihnachtsgelds
  57. Rede von Katja Kipping (DIE LINKE) – Einführung eines Kinderweihnachtsgelds
  58. Rede von Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Einführung eines Kinderweihnachtsgelds
  59. Rede von Ingrid Arndt-Brauer (SPD) – Einführung eines Kinderweihnachtsgelds
  60. Rede von Martin Sichert (AfD) – Einführung eines Kinderweihnachtsgelds
  61. Rede von Olav Gutting (CDU/CSU) – Einführung eines Kinderweihnachtsgelds
  62. Rede von Grigorios Aggelidis (FDP) – Einführung eines Kinderweihnachtsgelds
  63. Rede von Sebastian Brehm (CDU/CSU) – Einführung eines Kinderweihnachtsgelds
  64. Rede von Sebastian Brehm (CDU/CSU) – Einführung eines Kinderweihnachtsgelds
  65. Rede von Beatrix von Storch (AfD) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  66. Rede von Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU/CSU) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  67. Rede von Katrin Helling-Plahr (FDP) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  68. Rede von Dr. Karl Lauterbach (SPD) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  69. Rede von Cornelia Möhring (DIE LINKE) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  70. Rede von Ulle Schauws (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  71. Rede von Ingmar Jung (CDU/CSU) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  72. Rede von Martin Reichardt (AfD) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  73. Rede von Martin Reichardt (AfD) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  74. Rede von Leni Breymaier (SPD) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  75. Rede von Dr. Frauke Petry (fraktionslos) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  76. Rede von Alexander Hoffmann (CDU/CSU) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  77. Rede von Sarah Ryglewski (SPD) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  78. Rede von Sarah Ryglewski (SPD) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  79. Rede von Rudolf Henke (CDU/CSU) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  80. Rede von Rudolf Henke (CDU/CSU) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  81. Rede von Rudolf Henke (CDU/CSU) – Aktuelle Stunde: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat
  82. Rede von Heiko Maas (Bundesminister des Auswärtigen) – Vereinbarte Debatte
  83. Rede von Jürgen Braun (AfD) – Vereinbarte Debatte
  84. Rede von Gyde Jensen (FDP) – Vereinbarte Debatte
  85. Rede von Zaklin Nastic (DIE LINKE) – Vereinbarte Debatte
  86. Rede von Zaklin Nastic (DIE LINKE) – Vereinbarte Debatte
  87. Rede von Margarete Bause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Vereinbarte Debatte
  88. Rede von Margarete Bause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Vereinbarte Debatte
  89. Rede von Gabriela Heinrich (SPD) – Vereinbarte Debatte
  90. Rede von Dr. Lukas Köhler (FDP) – Vereinbarte Debatte
  91. Rede von Dr. Maria Flachsbarth (Parl. Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) – Vereinbarte Debatte
  92. Rede von Dr. Frauke Petry (fraktionslos) – Vereinbarte Debatte
  93. Rede von Sebastian Brehm (CDU/CSU) – Vereinbarte Debatte
  94. Rede von Dr. Wiebke Esdar (SPD) – Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995
  95. Rede von Stefan Keuter (AfD) – Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995
  96. Rede von Olav Gutting (CDU/CSU) – Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995
  97. Rede von Olav Gutting (CDU/CSU) – Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995
  98. Rede von Christian Dürr (FDP) – Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995
  99. Rede von Fabio De Masi (DIE LINKE) – Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995
  100. Rede von Lisa Paus (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995
  101. Rede von Lisa Paus (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995
  102. Rede von Lisa Paus (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995
  103. Rede von Wolfgang Kubicki (FDP) – Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995
  104. Rede von Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU) – Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995
  105. Rede von Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU) – Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995
  106. Rede von Christian Dürr (FDP) – Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995
  107. Rede von Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU) – Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995
  108. Rede von Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU) – Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995
  109. Rede von Dr. Hans-Peter Bartels (Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages) – Jahresbericht 2017 (59. Bericht)
  110. Rede von Berengar Elsner von Gronow (AfD) – Jahresbericht 2017 (59. Bericht)
  111. Rede von Josip Juratovic (SPD) – Jahresbericht 2017 (59. Bericht)
  112. Rede von Alexander Müller (FDP) – Jahresbericht 2017 (59. Bericht)
  113. Rede von Christine Buchholz (DIE LINKE) – Jahresbericht 2017 (59. Bericht)
  114. Rede von Dr. Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Jahresbericht 2017 (59. Bericht)
  115. Rede von Dr. Ursula von der Leyen (Bundesministerin der Verteidigung) – Jahresbericht 2017 (59. Bericht)
  116. Rede von Mario Mieruch (fraktionslos) – Jahresbericht 2017 (59. Bericht)
  117. Rede von Dr. Reinhard Brandl (CDU/CSU) – Jahresbericht 2017 (59. Bericht)
  118. Rede von Michael Gerdes (SPD) – Gesetzes zur Durchführung von Verordnungen der Europäischen Union zur Bereitstellung von Produkten auf dem Markt und zur Änderung des …
  119. Rede von Norbert Kleinwächter (AfD) – Gesetzes zur Durchführung von Verordnungen der Europäischen Union zur Bereitstellung von Produkten auf dem Markt und zur Änderung des …
  120. Rede von Wilfried Oellers (CDU/CSU) – Gesetzes zur Durchführung von Verordnungen der Europäischen Union zur Bereitstellung von Produkten auf dem Markt und zur Änderung des …
  121. Rede von Jens Beeck (FDP) – Gesetzes zur Durchführung von Verordnungen der Europäischen Union zur Bereitstellung von Produkten auf dem Markt und zur Änderung des …
  122. Rede von Sören Pellmann (DIE LINKE) – Gesetzes zur Durchführung von Verordnungen der Europäischen Union zur Bereitstellung von Produkten auf dem Markt und zur Änderung des …
  123. Rede von Corinna Rüffer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Gesetzes zur Durchführung von Verordnungen der Europäischen Union zur Bereitstellung von Produkten auf dem Markt und zur Änderung des …
  124. Rede von Angelika Glöckner (SPD) – Gesetzes zur Durchführung von Verordnungen der Europäischen Union zur Bereitstellung von Produkten auf dem Markt und zur Änderung des …
  125. Rede von Marc Biadacz (CDU/CSU) – Gesetzes zur Durchführung von Verordnungen der Europäischen Union zur Bereitstellung von Produkten auf dem Markt und zur Änderung des …
  126. Rede von Peter Aumer (CDU/CSU) – Gesetzes zur Durchführung von Verordnungen der Europäischen Union zur Bereitstellung von Produkten auf dem Markt und zur Änderung des …
  127. Rede von Metin Hakverdi (SPD) – Finanzwende anpacken – Den nächsten Crash verhindern
  128. Rede von Dr. Bruno Hollnagel (AfD) – Finanzwende anpacken – Den nächsten Crash verhindern
  129. Rede von Antje Tillmann (CDU/CSU) – Finanzwende anpacken – Den nächsten Crash verhindern
  130. Rede von Dr. Florian Toncar (FDP) – Finanzwende anpacken – Den nächsten Crash verhindern
  131. Rede von Jörg Cezanne (DIE LINKE) – Finanzwende anpacken – Den nächsten Crash verhindern
  132. Rede von Dr. Gerhard Schick (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Finanzwende anpacken – Den nächsten Crash verhindern
  133. Rede von Alexander Radwan (CDU/CSU) – Finanzwende anpacken – Den nächsten Crash verhindern
  134. Rede von Marc Henrichmann (CDU/CSU) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  135. Rede von Marc Henrichmann (CDU/CSU) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  136. Rede von Beatrix von Storch (AfD) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  137. Rede von Elisabeth Kaiser (SPD) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  138. Rede von Elisabeth Kaiser (SPD) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  139. Rede von Doris Achelwilm (DIE LINKE) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  140. Rede von Sven Lehmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  141. Rede von Michael Kuffer (CDU/CSU) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  142. Rede von Dr. Frauke Petry (fraktionslos) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  143. Rede von Bettina Margarethe Wiesmann (CDU/CSU) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  144. Rede von Bettina Margarethe Wiesmann (CDU/CSU) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  145. Rede von Dr. Bruno Hollnagel (AfD) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  146. Rede von Metin Hakverdi (SPD) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  147. Rede von Jörg Cezanne (DIE LINKE) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  148. Rede von Sepp Müller (CDU/CSU) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  149. Rede von Sepp Müller (CDU/CSU) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  150. Rede von Sepp Müller (CDU/CSU) – Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben
  151. Rede von Steffen Bilger (Parl. Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur) – 14. Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes …
  152. Rede von Uwe Kamann (AfD) – 14. Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes …
  153. Rede von Daniela Kluckert (FDP) – 14. Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes …
  154. Rede von Daniela Kluckert (FDP) – 14. Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes …
  155. Rede von Nicole Bauer (FDP) – § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen
  156. Rede von Nicole Bauer (FDP) – § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen
  157. Rede von Ingmar Jung (CDU/CSU) – § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen
  158. Rede von Dr. Marco Buschmann (FDP) – § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen
  159. Rede von Ingmar Jung (CDU/CSU) – § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen
  160. Rede von Jens Maier (AfD) – § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen
  161. Rede von Dr. Johannes Fechner (SPD) – § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen
  162. Rede von Cornelia Möhring (DIE LINKE) – § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen
  163. Rede von Katja Keul (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen
  164. Rede von Elisabeth Motschmann (CDU/CSU) – § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen
  165. Rede von Katja Keul (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen
  166. Rede von Katja Keul (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen
  167. Rede von Dr. Volker Ullrich (CDU/CSU) – § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen
  168. Rede von Gülistan Yüksel (SPD) – § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen
  169. Rede von Gülistan Yüksel (SPD) – § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen
  170. Rede von Dr. Alexander S. Neu (DIE LINKE) – USA zur Rückkehr in den INF-Vertrag auffordern – Stationierung neuer Atomwaffen in der Bundesrepublik Deutschland ausschließen
  171. Rede von Armin-Paulus Hampel (AfD) – USA zur Rückkehr in den INF-Vertrag auffordern – Stationierung neuer Atomwaffen in der Bundesrepublik Deutschland ausschließen
  172. Rede von Roderich Kiesewetter (CDU/CSU) – USA zur Rückkehr in den INF-Vertrag auffordern – Stationierung neuer Atomwaffen in der Bundesrepublik Deutschland ausschließen
  173. Rede von Dr. Kirsten Kappert-Gonther (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Mehr Frauen in Führungspositionen zur Organisation des Gesundheitswesens
  174. Rede von Dr. Kirsten Kappert-Gonther (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Mehr Frauen in Führungspositionen zur Organisation des Gesundheitswesens
  175. Rede von Rudolf Henke (CDU/CSU) – Mehr Frauen in Führungspositionen zur Organisation des Gesundheitswesens
  176. Rede von Detlev Spangenberg (AfD) – Mehr Frauen in Führungspositionen zur Organisation des Gesundheitswesens

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Protokoll der 71. Sitzung des 19. Deutschen Bundestages Plenarprotokoll 19/71 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 71. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 13. Dezember 2018 Inhalt: Glückwünsche zum Geburtstag der Abgeordneten Kersten Steinke Begrüßung der neuen Abgeordneten Nina Warken Erweiterung und Abwicklung der Tagesordnung Absetzung der Tagesordnungspunkte 12, 16, 25 a und 25 b Tagesordnungspunkt 3: Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD: Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und vertrauensvolle Partnerschaft der EU mit dem Vereinigten Königreich Drucksache 19/6412 in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 1: Erste Beratung des von den Abgeordneten Dr. Marco Buschmann, Stephan Thomae, Grigorios Aggelidis, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der FDP eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Sicherung der Gewaltenteilung bei internationalen Entscheidungsprozessen Drucksache 19/6399 in Verbindung mit Tagesordnungspunkt 15: Beratung der Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der Abgeordneten Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Nicole Bauer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Folgen des Brexit für Deutschland und Europa Drucksachen 19/1932, 19/5892 Heiko Maas, Bundesminister AA Martin Hebner (AfD) Alexander Graf Lambsdorff (FDP) Dr. Katja Leikert (CDU/CSU) Alexander Graf Lambsdorff (FDP) Fabio De Masi (DIE LINKE) Dr. Franziska Brantner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Dr. Katarina Barley (SPD) Dr. Harald Weyel (AfD) Florian Hahn (CDU/CSU) Dr. Marco Buschmann (FDP) Michael Grosse-Brömer (CDU/CSU) Detlef Seif (CDU/CSU) Philipp Amthor (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 4: a) Antrag der Abgeordneten Tino Chrupalla, Dr. Bernd Baumann, Marc Bernhard, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken Drucksache 19/4633 b) Antrag der Abgeordneten Manfred Todtenhausen, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Ausbildung und berufliche Aufstiegsfortbildung in Deutschland und Europa stärken Drucksache 19/6415 Tino Chrupalla (AfD) Astrid Grotelüschen (CDU/CSU) Manfred Todtenhausen (FDP) Sabine Poschmann (SPD) Klaus Ernst (DIE LINKE) Claudia Müller (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Jens Koeppen (CDU/CSU) Thomas L. Kemmerich (FDP) Gabriele Katzmarek (SPD) Eckhard Pols (CDU/CSU) Mario Mieruch (fraktionslos) Karl Holmeier (CDU/CSU) Klaus Ernst (DIE LINKE) Martin Rabanus (SPD) Tagesordnungspunkt 18: a) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes für schnelle Termine und bessere Versorgung (Terminservice- und Versorgungsgesetz – TSVG) Drucksachen 19/6337, 19/6436 b) Antrag der Abgeordneten Dr. Achim Kessler, Susanne Ferschl, Doris Achelwilm, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie und anderen Heilmitteln sichern Drucksache 19/4887 c) Antrag der Abgeordneten Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Maria Klein-Schmeink, Kordula Schulz-Asche, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Im Notfall gut versorgt – Patientengerechte Reform der Notfallversorgung Drucksache 19/5909 d) Antrag der Abgeordneten Maria Klein-Schmeink, Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Kordula Schulz-Asche, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Bedarfsgerechte Versorgung für alle Patientinnen und Patienten sicherstellen und therapeutische Berufe durch attraktive Arbeits- und Ausbildungsbedingungen aufwerten Drucksache 19/6130 in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 2: Erste Beratung des von den Abgeordneten Katrin Helling-Plahr, Michael Theurer, Christine Aschenberg-Dugnus, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der FDP eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Fünften Buches Sozialgesetzbuch – Krebspatienten die Chance auf eigene Kinder ermöglichen, fertilitätsbewahrende Behandlung zur Regelleistung machen Drucksache 19/2689 in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 3: Antrag der Abgeordneten Dr. Axel Gehrke, Stephan Brandner, Jürgen Braun, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Bevorzugung von Importarzneimitteln beenden, Importquote abschaffen, Arzneimittelsicherheit verbessern Drucksache 19/6419 in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 4: Antrag der Abgeordneten Dr. Axel Gehrke, Paul Viktor Podolay, Dr. Robby Schlund, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Einheitliches Prüfverfahren zur fachlichen Eignung ausländischer Ärzte aus Drittstaaten Drucksache 19/6423 in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 5: Antrag der Abgeordneten Christine Aschenberg-Dugnus, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Regionalisierung der Bedarfsplanung, Niederlassungsfreiheit als Regelfall Drucksache 19/6417 Jens Spahn, Bundesminister BMG Dr. Robby Schlund (AfD) Dr. Karl Lauterbach (SPD) Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) Dr. Achim Kessler (DIE LINKE) Dr. Kirsten Kappert-Gonther (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Karin Maag (CDU/CSU) Detlev Spangenberg (AfD) Sabine Dittmar (SPD) Dr. Andrew Ullmann (FDP) Erich Irlstorfer (CDU/CSU) Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) Bettina Müller (SPD) Alexander Krauß (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 6: Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses zu dem Antrag der Abgeordneten Katja Kipping, Sabine Zimmermann (Zwickau), Klaus Ernst, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Einführung eines Kinderweihnachtsgelds Drucksachen 19/101, 19/6276 Michael Schrodi (SPD) Albrecht Glaser (AfD) Johannes Steiniger (CDU/CSU) Markus Herbrand (FDP) Katja Kipping (DIE LINKE) Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn  (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ingrid Arndt-Brauer (SPD) Martin Sichert (AfD) Olav Gutting (CDU/CSU) Grigorios Aggelidis (FDP) Sebastian Brehm (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 24: b) Erste Beratung des von den Abgeordneten Niema Movassat, Dr. André Hahn, Gökay Akbulut, weiteren Abgeordneten und der Fraktion DIE LINKE eingebrachten Entwurfs eines … Gesetzes zur Änderung des Fünften Buches Sozialgesetzbuch – Aufhebung des Genehmigungsvorbehalts der Krankenkassen bei der Verordnung von Cannabis Drucksache 19/6196 c) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Abkommen vom 14. August 2017 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Mauritius über den Luftverkehr Drucksache 19/6289 d) Antrag der Abgeordneten Judith Skudelny, Olaf in der Beek, Frank Sitta, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Meeresvermüllung durch Plastik Drucksache 19/3172 e) Antrag der Abgeordneten Tabea Rößner, Dr. Konstantin von Notz, Dr. Manuela Rottmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Unerlaubte Telefonwerbung und unseriöse Geschäftspraktiken wirksam bekämpfen Drucksache 19/3332 f) Antrag der Abgeordneten Hartmut Ebbing, Katja Suding, Nicola Beer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: 20 Jahre Washingtoner Erklärung – Wirksamere Aufarbeitung der NS-Raubkunst durch Restrukturierung und Digitalisierung Drucksache 19/5423 g) Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD: Schutz von Weltnaturerbe und Entwicklungsziele in Einklang bringen – Alternativen zum geplanten Bau des Megastaudamms „Stieglers Schlucht“ im tansanischen UNESCO-Weltnaturerbe Selous Wildreservat suchen Drucksache 19/6414 Zusatztagesordnungspunkt 6: a) Antrag der Abgeordneten Dr. Lukas Köhler, Frank Sitta, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Marktwirtschaftlicher und effizienter Klimaschutz – Wie wir mit weniger Geld mehr Klima schützen können Drucksache 19/6286 b) Antrag der Abgeordneten Christian Dürr, Grigorios Aggelidis, Christine Aschenberg-Dugnus, weiterer Abgeordneter und der Fraktion FDP: Kapitalmarktunion vertiefen, Staatsschulden entprivilegieren, TARGET2-Salden verringern Drucksache 19/6416 Tagesordnungspunkt 24: a) Erste Beratung des von den Abgeordneten Tabea Rößner, Margit Stumpp, Luise Amtsberg, weiteren Abgeordneten und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zum Auskunftsrecht der Presse gegenüber Bundesbehörden (Presseauskunftsgesetz) Drucksache 19/4572 (neu) Tagesordnungspunkt 25: c)–n)  Beratung der Beschlussempfehlungen des Petitionsausschusses: Sammelübersichten 145, 146, 147, 148, 149, 150, 151, 152, 153, 154, 155 und 156 zu Petitionen Drucksachen 19/6115, 19/6116, 19/6117, 19/6118, 19/6119, 19/6120, 19/6121, 19/6122, 19/6123, 19/6124, 19/6125 (neu), 19/6126 Zusatztagesordnungspunkt 7: a) Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Umwandlungsgesetzes Drucksachen 19/5463, 19/6288, 19/6466 b) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Harald Weyel, Norbert Kleinwächter, Corinna Miazga, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Keine EU-Steuern – Für Sparsamkeit bei dem mehrjährigen Finanzrahmen der EU Drucksachen 19/2572, 19/6400 c)–o )    Beratung der Beschlussempfehlungen des Petitionsausschusses: Sammelübersichten 157, 158, 159, 160, 161, 162, 163, 164, 165, 166, 167, 168 und 169 zu Petitionen Drucksachen 19/6442, 19/6443, 19/6444, 19/6445, 19/6446, 19/6447, 19/6448, 19/6449, 19/6450, 19/6451, 19/6452, 19/6453, 19/6454 Zusatztagesordnungspunkt 8: Wahlvorschlag der Fraktion der AfD: Wahl einer Stellvertreterin des Präsidenten (2. Wahlgang) Drucksache 19/6401 Wahl Ergebnis Zusatztagesordnungspunkt 9: Wahlen zu Gremien a) Wahlvorschlag der Fraktion der AfD: Wahl eines Mitglieds des Vertrauensgremiums gemäß § 10a Absatz 2 der Bundeshaushaltsordnung Drucksache 19/6402 b) Wahlvorschlag der Fraktion der AfD: Wahl von Mitgliedern des Gremiums gemäß § 3 des Bundesschuldenwesengesetzes Drucksache 19/6403 c) Wahlvorschlag der Fraktion der AfD: Wahl von Mitgliedern des Sondergremiums gemäß § 3 Absatz 3 des Stabilisierungsmechanismusgesetzes Drucksache 19/6404 d) Wahlvorschlag der Fraktion der AfD: Wahl der Mitglieder des Kuratoriums der „Bundesstiftung Magnus Hirschfeld“ Drucksache 19/6405 Wahlen Ergebnisse Zusatztagesordnungspunkt 10: Aktuelle Stunde auf Verlangen der Fraktion der AfD: Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat Beatrix von Storch (AfD) Elisabeth Winkelmeier-Becker  (CDU/CSU) Katrin Helling-Plahr (FDP) Dr. Karl Lauterbach (SPD) Cornelia Möhring (DIE LINKE) Ulle Schauws (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ingmar Jung (CDU/CSU) Martin Reichardt (AfD) Leni Breymaier (SPD) Dr. Frauke Petry (fraktionslos) Alexander Hoffmann (CDU/CSU) Sarah Ryglewski (SPD) Rudolf Henke (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 5: Vereinbarte Debatte: 70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte Heiko Maas, Bundesminister AA Jürgen Braun (AfD) Michael Brand (Fulda) (CDU/CSU) Gyde Jensen (FDP) Zaklin Nastic (DIE LINKE) Margarete Bause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Gabriela Heinrich (SPD) Dr. Lukas Köhler (FDP) Dr. Maria Flachsbarth, Parl. Staatssekretärin BMZ Dr. Frauke Petry (fraktionslos) Sebastian Brehm (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 8: a) Zweite und dritte Beratung des von den Abgeordneten Christian Lindner, Christian Dürr, Wolfgang Kubicki, Dr. Marco Buschmann und der Fraktion der FDP eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995 Drucksachen 19/1038, 19/6406,  19/6440 b) Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses zu dem Antrag der Abgeordneten Stefan Keuter, Albrecht Glaser, Franziska Gminder, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Antrag auf sofortige und uneingeschränkte Abschaffung des Solidaritätszuschlags Drucksachen 19/1179, 19/6406,  19/6440 Dr. Wiebke Esdar (SPD) Stefan Keuter (AfD) Olav Gutting (CDU/CSU) Christian Dürr (FDP) Fabio De Masi (DIE LINKE) Lisa Paus (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Lothar Binding (Heidelberg) (SPD) Wolfgang Kubicki (FDP) Lothar Binding (Heidelberg) (SPD) Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU) Christian Dürr (FDP) Namentliche Abstimmung Ergebnis Tagesordnungspunkt 7: Beschlussempfehlung und Bericht des Verteidigungsausschusses zu der Unterrichtung durch den Wehrbeauftragten: Jahresbericht 2017 (59. Bericht) Drucksachen 19/700, 19/5126 Dr. Hans-Peter Bartels, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages Anita Schäfer (Saalstadt) (CDU/CSU) Berengar Elsner von Gronow (AfD) Josip Juratovic (SPD) Alexander Müller (FDP) Christine Buchholz (DIE LINKE) Dr. Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin BMVg Mario Mieruch (fraktionslos) Dr. Reinhard Brandl (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 9: Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Durchführung von Verordnungen der Europäischen Union zur Bereitstellung von Produkten auf dem Markt und zur Änderung des Neunten und Zwölften Buches Sozialgesetzbuch Drucksachen 19/5456, 19/6465 Michael Gerdes (SPD) Norbert Kleinwächter (AfD) Wilfried Oellers (CDU/CSU) Jens Beeck (FDP) Sören Pellmann (DIE LINKE) Corinna Rüffer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Angelika Glöckner (SPD) Marc Biadacz (CDU/CSU) Peter Aumer (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 11: Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Gerhard Schick, Anja Hajduk, Dr. Danyal Bayaz, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Finanzwende anpacken – Den nächsten Crash verhindern Drucksachen 19/4052, 19/6469 in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 11: Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses zu dem Antrag der Abgeordneten Jörg Cezanne, Fabio De Masi, Christine Buchholz, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Zehn Jahre nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers – Finanzkrisen durch strikte Regulierung und Umverteilung verhindern Drucksachen 19/4241, 19/6469 Metin Hakverdi (SPD) Dr. Bruno Hollnagel (AfD) Antje Tillmann (CDU/CSU) Dr. Florian Toncar (FDP) Jörg Cezanne (DIE LINKE) Dr. Gerhard Schick (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Lothar Binding (Heidelberg) (SPD) Alexander Radwan (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 10: a) Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben Drucksachen 19/4669, 19/5422, 19/5647 Nr. 19, 19/6467 b) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Inneres und Heimat zu dem Antrag der Abgeordneten Doris Achelwilm, Dr. Achim Kessler, Dr. Petra Sitte, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Selbstbestimmung, Gleichbehandlung, körperliche Unversehrtheit – Die Grund- und Menschenrechte zur geschlechtlichen Vielfalt gewährleisten Drucksachen 19/4828, 19/6467 Marc Henrichmann (CDU/CSU) Beatrix von Storch (AfD) Elisabeth Kaiser (SPD) Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar)  (FDP) Doris Achelwilm (DIE LINKE) Sven Lehmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Michael Kuffer (CDU/CSU) Dr. Frauke Petry (fraktionslos) Bettina Margarethe Wiesmann  (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 22: Antrag der Abgeordneten Dr. Bruno Hollnagel, Kay Gottschalk, Stefan Keuter, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Rote Linien gegen die europäischen Haftungsrisiken Deutschlands – Ausbau der Bankenunion stoppen und rückabwickeln, der EZB die Bankenaufsicht entziehen und Deutschlands EZB-Stimmrechtsanteil erhöhen Drucksache 19/6418 Dr. Bruno Hollnagel (AfD) Metin Hakverdi (SPD) Jörg Cezanne (DIE LINKE) Sepp Müller (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 14: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes (5. TKG-Änderungsgesetz – 5. TKGÄndG) Drucksachen 19/6336, 19/6437 in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 12: Antrag der Abgeordneten Daniela Kluckert, Frank Sitta, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Digitalisierung im 21. Jahrhundert – Digitale Infrastruktur im Glasfaserausbau Drucksache 19/6398 Steffen Bilger, Parl. Staatssekretär BMVI Uwe Kamann (AfD) Daniela Kluckert (FDP) Zusatztagesordnungspunkt 13: Antrag der Abgeordneten Stephan Thomae, Grigorios Aggelidis, Christine Aschenberg-Dugnus, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen Drucksache 19/6425 Nicole Bauer (FDP) Ingmar Jung (CDU/CSU) Dr. Marco Buschmann (FDP) Jens Maier (AfD) Dr. Johannes Fechner (SPD) Cornelia Möhring (DIE LINKE) Katja Keul (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Elisabeth Motschmann (CDU/CSU) Dr. Volker Ullrich (CDU/CSU) Gülistan Yüksel (SPD) Zusatztagesordnungspunkt 14: Antrag der Abgeordneten Dr. Alexander S. Neu, Matthias Höhn, Heike Hänsel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: USA zur Rückkehr in den INF-Vertrag auffordern – Stationierung neuer Atomwaffen in der Bundesrepublik Deutschland ausschließen Drucksache 19/6422 Dr. Alexander S. Neu (DIE LINKE) Armin-Paulus Hampel (AfD) Roderich Kiesewetter (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 17: Antrag der Abgeordneten Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Maria Klein-Schmeink, Ulle Schauws, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Mehr Frauen in Führungspositionen zur Organisation des Gesundheitswesens Drucksache 19/4855 Dr. Kirsten Kappert-Gonther (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Rudolf Henke (CDU/CSU) Detlev Spangenberg (AfD) Nächste Sitzung Anlage 1 Entschuldigte Abgeordnete Anlage 2 Ergebnis und Namensverzeichnis der Mitglieder des Deutschen Bundestages, die an der Wahl einer Stellvertreterin des Präsidenten teilgenommen haben (2. Wahlgang) (Zusatztagesordnungspunkt 8) Anlage 3 Ergebnis und Namensverzeichnis der Mitglieder des Deutschen Bundestages, die an der Wahl eines Mitglieds des Vertrauensgremiums gemäß § 10a Absatz 2 der Bundeshaushaltsordnung teilgenommen haben (Zusatztagesordnungspunkt 9 a) Anlage 4 Ergebnis und Namensverzeichnis der Mitglieder des Deutschen Bundestages, die an der Wahl von Mitgliedern des Gremiums gemäß § 3 des Bundesschuldenwesengesetzes teilgenommen haben (Zusatztagesordnungspunkt 9 b) Anlage 5 Ergebnisse und Namensverzeichnis der Mitglieder des Deutschen Bundestages, die an der Wahl von Mitgliedern des Sondergremiums gemäß § 3 Absatz 3 des Stabilisierungsmechanismusgesetzes teilgenommen haben (Zusatztagesordnungspunkt 9 c) Anlage 6 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Stephan Albani, Dr. André Berghegger, Enak Ferlemann, Astrid Grotelüschen, Fritz Güntzler, Henning Otte und Eckhard Pols (alle CDU/CSU) zu der namentlichen Abstimmung über den von den Abgeordneten Christian Lindner, Christian Dürr, Wolfgang Kubicki, Dr. Marco Buschmann und der Fraktion der FDP eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995 (Tagesordnungspunkt 8 a ) Anlage 7 Erklärungen nach § 31 GO zu der namentlichen Abstimmung über den von den Abgeordneten Christian Lindner, Christian Dürr, Wolfgang Kubicki, Dr. Marco Buschmann und der Fraktion der FDP eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Aufhebung des Solidaritätszuschlaggesetzes 1995 (Tagesordnungspunkt 8 a ) Sebastian Brehm (CDU/CSU) Gitta Connemann (CDU/CSU) Michael Kießling (CDU/CSU) Dr. Andreas Lenz (CDU/CSU) Anlage 8 Zu Protokoll gegebene Reden zur Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Bruno Hollnagel, Kay Gottschalk, Stefan Keuter, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Rote Linien gegen die europäischen Haftungsrisiken Deutschlands – Ausbau der Bankenunion stoppen und rückabwickeln, der EZB die Bankenaufsicht entziehen und Deutschlands EZB-Stimmrechtsanteil erhöhen (Tagesordnungspunkt 22) Alexander Radwan (CDU/CSU) Sarah Ryglewski (SPD) Frank Schäffler (FDP) Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/  DIE GRÜNEN) Anlage 9 Zu Protokoll gegebene Reden zur Beratung: – des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes (5. TKG-Änderungsgesetz – 5. TKGÄndG) – des Antrags der Abgeordneten Daniela Kluckert, Frank Sitta, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Digitalisierung im 21. Jahrhundert – Digitale Infrastruktur im Glasfaserausbau (Tagesordnungspunkt 14 und Zusatztagesordnungspunkt 12) Ulrich Lange (CDU/CSU) Gustav Herzog (SPD) Anke Domscheit-Berg (DIE LINKE) Margit Stumpp (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Anlage 10 Zu Protokoll gegebene Reden zur Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Alexander S. Neu, Matthias Höhn, Heike Hänsel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: USA zur Rückkehr in den INF-Vertrag auffordern – Stationierung neuer Atomwaffen in der Bundesrepublik Deutschland ausschließen (Zusatztagesordnungspunkt 14) Christian Schmidt (Fürth) (CDU/CSU) Dr. Karl-Heinz Brunner (SPD) Dr. Fritz Felgentreu (SPD) Ulrich Lechte (FDP) Katja Keul (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Anlage 11 Zu Protokoll gegebene Reden zur Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Maria Klein-Schmeink, Ulle Schauws, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Mehr Frauen in Führungspositionen zur Organisation des Gesundheitswesens (Tagesordnungspunkt 17) Emmi Zeulner (CDU/CSU) Hilde Mattheis (SPD) Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) Doris Achelwilm (DIE LINKE) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Guten Morgen, liebe Kolleginnen und Kollegen! Bitte nehmen Sie Platz. Die Sitzung ist eröffnet. Vor Eintritt in die Tagesordnung gratuliere ich der Kollegin Kersten Steinke nachträglich zu ihrem 60. Geburtstag. Alle guten Wünsche im Namen des Hauses! (Beifall) Für den ausgeschiedenen Kollegen Dr. Stephan Harbarth ist die Kollegin Nina Warken als Mitglied des Deutschen Bundestages nachgerückt. Im Namen des gesamten Hauses begrüße ich die alte und neue Kollegin sehr herzlich und wünsche eine gute Zusammenarbeit. (Beifall) Dann gibt es eine interfraktionelle Vereinbarung, die verbundene Tagesordnung um die in der Zusatzpunkteliste aufgeführten Punkte zu erweitern: ZP 1 Erste Beratung des von den Abgeordneten Dr. Marco Buschmann, Stephan Thomae, Grigorios Aggelidis, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der FDP eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Sicherung der Gewaltenteilung bei internationalen Entscheidungsprozessen Drucksache 19/6399 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung (f) Auswärtiger Ausschuss Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union ZP 2 Erste Beratung des von den Abgeordneten Katrin Helling-Plahr, Michael Theurer, Christine Aschenberg-Dugnus, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der FDP eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Fünften Buches Sozialgesetzbuch – Krebspatienten die Chance auf eigene Kinder ermöglichen, fertilitätsbewahrende Behandlung zur Regelleistung machen Drucksache 19/2689 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Gesundheit (f) Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ZP 3 Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Axel Gehrke, Stephan Brandner, Jürgen Braun, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD Bevorzugung von Importarzneimitteln beenden, Importquote abschaffen, Arzneimittelsicherheit verbessern Drucksache 19/6419 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Gesundheit ZP 4 Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Axel Gehrke, Paul Viktor Podolay, Dr. Robby Schlund, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD Einheitliches Prüfverfahren zur fachlichen Eignung ausländischer Ärzte aus Drittstaaten Drucksache 19/6423 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Gesundheit ZP 5 Beratung des Antrags der Abgeordneten Christine Aschenberg-Dugnus, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP Regionalisierung der Bedarfsplanung, Niederlassungsfreiheit als Regelfall Drucksache 19/6417 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Gesundheit ZP 6 Weitere Überweisungen im vereinfachten Verfahren (Ergänzung zu TOP 24) a) Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Lukas Köhler, Frank Sitta, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP Marktwirtschaftlicher und effizienter Klimaschutz – Wie wir mit weniger Geld mehr Klima schützen können Drucksache 19/6286 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (f) Ausschuss für Wirtschaft und Energie Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Ausschuss für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen Haushaltsausschuss b) Beratung des Antrags der Abgeordneten Christian Dürr, Grigorios Aggelidis, Christine Aschenberg-Dugnus, weiterer Abgeordneter und der Fraktion FDP Kapitalmarktunion vertiefen, Staatsschulden entprivilegieren, TARGET2-Salden verringern Drucksache 19/6416 Überweisungsvorschlag: Finanzausschuss (f) Haushaltsausschuss ZP 7 Weitere abschließende Beratungen ohne Aussprache (Ergänzung zu TOP 25) a) Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Umwandlungsgesetzes Drucksachen 19/5463, 19/6288 Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz (6. Ausschuss) Drucksache 19/6466 b) Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union (21. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Harald Weyel, Norbert Kleinwächter, Corinna Miazga, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD Keine EU-Steuern – Für Sparsamkeit bei dem mehrjährigen Finanzrahmen der EU Drucksachen 19/2572, 19/6400 c) Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) Sammelübersicht 157 zu Petitionen Drucksache 19/6442 d) Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) Sammelübersicht 158 zu Petitionen Drucksache 19/6443 e) Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) Sammelübersicht 159 zu Petitionen Drucksache 19/6444 f) Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) Sammelübersicht 160 zu Petitionen Drucksache 19/6445 g) Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) Sammelübersicht 161 zu Petitionen Drucksache 19/6446 h) Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) Sammelübersicht 162 zu Petitionen Drucksache 19/6447 i) Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) Sammelübersicht 163 zu Petitionen Drucksache 19/6448 j) Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) Sammelübersicht 164 zu Petitionen Drucksache 19/6449 k) Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) Sammelübersicht 165 zu Petitionen Drucksache 19/6450 l) Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) Sammelübersicht 166 zu Petitionen Drucksache 19/6451 m) Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) Sammelübersicht 167 zu Petitionen Drucksache 19/6452 n) Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) Sammelübersicht 168 zu Petitionen Drucksache 19/6453 o) Beratung der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) Sammelübersicht 169 zu Petitionen Drucksache 19/6454 ZP 8 Wahlvorschlag der Fraktion der AfD Wahl einer Stellvertreterin des Präsidenten (2. Wahlgang) Drucksache 19/6401 ZP 9 Wahlen zu Gremien a) Wahlvorschlag der Fraktion der AfD Wahl eines Mitglieds des Vertrauensgremiums gemäß § 10a Absatz 2 der Bundeshaushaltsordnung Drucksache 19/6402 b) Wahlvorschlag der Fraktion der AfD Wahl von Mitgliedern des Gremiums gemäß § 3 des Bundesschuldenwesengesetzes Drucksache 19/6403 c) Wahlvorschlag der Fraktion der AfD Wahl von Mitgliedern des Sondergremiums gemäß § 3 Absatz 3 des Stabilisierungsmechanismusgesetzes Drucksache 19/6404 d) Wahlvorschlag der Fraktion der AfD Wahl der Mitglieder des Kuratoriums der „Bundesstiftung Magnus Hirschfeld“ Drucksache 19/6405 ZP 10 Aktuelle Stunde auf Verlangen der Fraktion der AfD Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat ZP 11 Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Finanzausschusses (7. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Jörg Cezanne, Fabio De Masi, Christine Buchholz, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE Zehn Jahre nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers – Finanzkrisen durch strikte Regulierung und Umverteilung verhindern Drucksachen 19/4241, 19/6469 ZP 12 Beratung des Antrags der Abgeordneten Daniela Kluckert, Frank Sitta, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP Digitalisierung im 21. Jahrhundert – Digitale Infrastruktur im Glasfaserausbau Drucksache 19/6398 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur (f) Ausschuss für Wirtschaft und Energie Ausschuss Digitale Agenda Haushaltsausschuss ZP 13 Beratung des Antrags der Abgeordneten Stephan Thomae, Grigorios Aggelidis, Christine Aschenberg-Dugnus, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP § 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen Drucksache 19/6425 ZP 14 Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Alexander S. Neu, Matthias Höhn, Heike Hänsel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE USA zur Rückkehr in den INF-Vertrag auffordern – Stationierung neuer Atomwaffen in der Bundesrepublik Deutschland ausschließen Drucksache 19/6422 Überweisungsvorschlag: Auswärtiger Ausschuss (f) Verteidigungsausschuss ZP 15 a) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung Drucksachen 19/4947, 19/5416, 19/5647 Nr. 14 Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (13. Ausschuss) Drucksache 19/6471 – Bericht des Haushaltsausschusses (8. Ausschuss) gemäß § 96 der Geschäftsordnung Drucksache 19/6472 b) Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (13. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Annalena Baerbock, Katja Dörner, Dr. Anna Christmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Qualität in der Kindertagesbetreuung verbindlich und dauerhaft sicherstellen Drucksachen 19/5078, 19/6471 ZP 16 Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Michael Espendiller, Dr. Götz Frömming, Nicole Höchst, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD Wissenschaftlichem Nachwuchs in Deutschland eine Perspektive geben Drucksache 19/6424 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (f) Ausschuss für Wirtschaft und Energie Ausschuss für Arbeit und Soziales Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Ausschuss Digitale Agenda Von der Frist für den Beginn der Beratungen soll, soweit erforderlich, abgewichen werden. Der Tagesordnungspunkt 3 soll zusammen mit dem Tagesordnungspunkt 15 aufgerufen und an dessen Stelle der Antrag auf der Drucksache 19/6425 mit dem Titel „§ 219a StGB unverzüglich streichen – Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zulassen“ im Umfang von 38 Minuten debattiert werden. Vor dem Tagesordnungspunkt 5 soll auf Verlangen der Fraktion der AfD eine Aktuelle Stunde mit dem Titel „Forderung der Jungsozialisten nach Abschaffung des § 218 Strafgesetzbuch – Abtreibung bis zum neunten Monat“ stattfinden. Der Tagesordnungspunkt 12 – Stellungnahme des Parlamentarischen Beirates für nachhaltige Entwicklung zum Peer Review 2018 zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie – soll abgesetzt werden. Des Weiteren soll der Tagesordnungspunkt 16 – Antrag mit dem Titel „Eurozone zukunftsfest machen – Kürzungspolitik beenden“ – abgesetzt und stattdessen der Antrag auf der Drucksache 19/6422 mit dem Titel „USA zur Rückkehr in den INF-Vertrag auffordern – Stationierung neuer Atomwaffen in der Bundesrepublik Deutschland ausschließen“ mit einer Debattenzeit von 38 Minuten aufgerufen werden. Schließlich sollen der Tagesordnungspunkt 25 a – abschließende Beratung des Entwurfs eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Allgemeinen Eisenbahngesetzes – und der Tagesordnungspunkt 25 b – abschließende Beratung einer Stellungnahme gegenüber der Bundesregierung gemäß Artikel 23 Absatz 3 des Grundgesetzes zum Verbraucherschutz – abgesetzt werden. Darüber hinaus kommt es zu den in der Zusatzpunkteliste dargestellten weiteren Änderungen des Ablaufs. Sind Sie mit all diesen Veränderungen einverstanden? – Das ist offensichtlich der Fall. Dann ist das so beschlossen. Dann rufe ich den Tagesordnungspunkt 3, Zusatzpunkt 1 sowie den Tagesordnungspunkt 15 auf: 3. Beratung des Antrags der Fraktionen der CDU/CSU und SPD Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und vertrauensvolle Partnerschaft der EU mit dem Vereinigten Königreich Drucksache 19/6412 ZP 1 Erste Beratung des von den Abgeordneten Dr. Marco Buschmann, Stephan Thomae, Grigorios Aggelidis, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der FDP eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Sicherung der Gewaltenteilung bei internationalen Entscheidungsprozessen Drucksache 19/6399 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung (f) Auswärtiger Ausschuss Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union 15. Beratung der Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der Abgeordneten Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Nicole Bauer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP Folgen des Brexit für Deutschland und Europa Drucksachen 19/1932, 19/5892 Nach einer interfraktionellen Vereinbarung sind für die Aussprache 60 Minuten vorgesehen. – Sie sind damit einverstanden. Dann ist das so beschlossen. Ich eröffne die Aussprache und erteile das Wort dem Bundesminister des Auswärtigen, Heiko Maas. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU) Heiko Maas, Bundesminister des Auswärtigen: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Debatten in den letzten Tagen über den Brexit waren in Großbritannien außerordentlich intensiv, und sie waren auch sehr emotional – und das ist noch sehr diplomatisch ausgedrückt. Aber angesichts der Tragweite der Entscheidungen, um die es da geht, ist das vielleicht auch gar nicht so verwunderlich. Das gestrige Misstrauensvotum gegen Theresa May war wohl einfach nur der sichtbarste Ausdruck dieser enormen Spannungen. Es sind historische Tage für Großbritannien, aber auch für uns. Dass Theresa May dieses Misstrauensvotum überstanden hat, ist erfreulich; das Ergebnis bietet aber keinen Grund, darauf schließen zu können, dass sich an den Mehrheitsverhältnissen im britischen Unterhaus hinsichtlich des Austrittsabkommens irgendetwas verbessert hätte. Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, die Europäische Union hat sich in den Verhandlungen zum Brexit-Abkommen bisher äußerst geschlossen gezeigt. Und auch nach der Verschiebung der geplanten Abstimmung im britischen Unterhaus – vermutlich wird sie im Januar stattfinden – gibt es keinen Anlass, von dieser Linie abzurücken. Unser klares Interesse ist weiter eine Einigung mit Großbritannien. Das gemeinsam über Monate hinweg ausgehandelte Abkommen ist dafür ein wirklich fairer Kompromiss. Er liefert eine gute Basis für einen geordneten Austritt und für den Aufbau enger künftiger Beziehungen. Es gibt keine Grundlage dafür, dieses Abkommen wieder aufzudröseln. Dies haben wir in den vergangenen Tagen noch einmal deutlich gemacht. Daran wird sich auch nichts ändern. (Beifall bei der SPD) Die kommenden Tage und Wochen werden sicherlich Aufschluss über den weiteren Verlauf der Debatte geben, vor allen Dingen in London. Wir sollten uns, wie ich finde, gar nicht groß mit Spekulationen über mögliche Szenarien in der britischen Innenpolitik aufhalten. Letztlich gebietet das schon der Respekt vor unseren britischen Partnern. Der weitverbreitete und sicherlich nachvollziehbare Wunsch, den Brexit rückgängig zu machen, ist etwas, dem wir alle außerordentlich nahestehen, aber wenn man sich die gegenwärtigen Umfragen in Großbritannien anschaut, dann stellt man fest, dass sich seit dem Referendum trotz einer außerordentlich chaotischen Debatte, die dort geführt wird, nicht viel geändert hat. Auch das muss man zur Kenntnis nehmen. Entscheidend ist letztlich, liebe Kolleginnen und Kollegen, dass wir als 27 in der Europäischen Union weiterhin geschlossen auf die gegenwärtigen Ereignisse reagieren. Das gilt ganz besonders natürlich auch mit Blick auf den Europäischen Rat, der heute beginnt. Für uns in der Europäischen Union sind dabei folgende Punkte zentral: Unsere klaren Positionen aus den Leitlinien des Europäischen Rates gelten unverändert nach wie vor. Die im Austrittsabkommen definierte Lösung für einen funktionierenden Backstop für Nordirland steht nicht zur Disposition. Auf dieser Basis sind wir natürlich bereit, uns britische Überlegungen anzuhören, welche zusätzlichen Klarstellungen gewünscht werden, ohne aber in der Substanz das, was innerhalb der Europäischen Union vereinbart worden ist und was im Kabinett in London Zustimmung gefunden hat, grundsätzlich noch einmal zu verändern. Schließlich bleibt die Einheit der EU‑27 von überragender Bedeutung. Das wird ganz wichtig für die kommenden Tage und Wochen. Diese Einheit ist auch deshalb so wichtig, weil es um die Glaubwürdigkeit und die Zukunft des europäischen Projektes geht. Das hat bisher bemerkenswert gut funktioniert. Letztlich kann bei einem Austritt aus der Europäischen Union, von wem auch immer darüber entschieden wird, niemand darauf setzen, die Verpflichtungen loszuwerden, die Rechte und Vorteile einer Mitgliedschaft aber behalten zu können. Meine Damen und Herren, ein ungeregelter, ein harter Brexit hätte schwerwiegende Konsequenzen. Er liegt nicht im britischen, aber er liegt auch nicht im europäischen und im deutschen Interesse. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des Abg. Dr. Marco Buschmann [FDP]) Angesichts der schwierigen politischen Lage, die wir in Großbritannien Tag für Tag mitverfolgen können, müssen wir unsere Planungen wie bisher auch für den Fall fortsetzen, dass es zu einem harten Brexit kommt. Wir haben gestern im Kabinett zwei Gesetzespakete verabschiedet, mit denen wir sicherstellen, dass auch in einem solchen Fall größtmögliche Rechtsklarheit für die Bürgerinnen und Bürger herrscht. Auch die praktischen Vorbereitungen laufen. So stellen wir zum Beispiel mehrere Hundert Zollbeamte zusätzlich ein, um das Mehr an Arbeit, das kommen wird, zu bewältigen. Damit sind wir auch für den Worst Case gerüstet. Solange das Austrittsabkommen nicht ratifiziert und unterzeichnet ist, werden wir diese Vorbereitungen konsequent fortführen. Auch das ist ein Gebot verantwortungsvollen Regierungshandelns. Unabhängig davon, ob es Mitglied der Europäischen Union ist: Großbritannien bleibt ein Teil unserer europäischen Werte- und Handlungsgemeinschaft. Wir werden auch in Zukunft viele Ziele gemeinsam verfolgen. (Beifall bei Abgeordneten der SPD und der CDU/CSU) Denn letztlich stehen wir in Europa – und nicht nur in Europa, aber in Europa ganz besonders – vor immensen Herausforderungen, die alle keine Grenzen kennen: Globalisierung, Klimawandel, Migration, die Verteidigung der multilateralen Weltordnung. Auf all diese Fragen werden wir in Europa mit Großbritannien nur gemeinsam Antworten finden können: auf einer anderen Basis, zugegebenermaßen, aber auf jeden Fall als enge Partner und auch als Freunde. Das gilt für das Verhältnis der Europäischen Union zu Großbritannien. Das gilt aber natürlich auch für unser bilaterales Verhältnis zu Großbritannien. Deshalb haben wir schon im April dieses Jahres mit dem damaligen Außenminister Großbritanniens einen strategischen Dialog vereinbart. Gemeinsam werden wir uns intensiv und konstruktiv zu außen- und sicherheitspolitischen wie globalen Herausforderungen weiter austauschen und austauschen müssen. Eine gemeinsame Erklärung und ein Arbeitsprogramm sollen diesen Dialog um konkrete Projekte ergänzen, zum Beispiel durch eine Stabilisierungspartnerschaft zur Konfliktvermeidung und Friedenssicherung. Die bilaterale Zusammenarbeit wird genauso eng fortgeführt. Dieser Austausch ist umso wichtiger vor dem Hintergrund unserer anstehenden Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Dort werden wir mit Großbritannien als ständigem Sicherheitsratsmitglied eng zusammenarbeiten. Das haben wir auch schon vereinbart, völlig unabhängig vom Brexit. (Beifall bei Abgeordneten der SPD) Wir haben ein gemeinsames Ziel, das auch nach einem vollzogenen Brexit erhalten bleibt: die Verteidigung der regelbasierten internationalen Ordnung als wichtige Aufgabe gleichgesinnter demokratischer Staaten. Sosehr wir auch den Brexit bedauern, in der Debatte dürfen wir eines, glaube ich, nicht vergessen: Weiterhin wird uns mit Großbritannien mehr einen, als uns trennt. Auch wenn Großbritannien nicht mehr Mitglied der EU ist, bleibt es immer noch ein Teil Europas, und zwar ein Teil, den wir auch weiterhin brauchen. Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Nächster Redner ist Martin Hebner, AfD. (Beifall bei der AfD) Martin Hebner (AfD): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich zu Beginn meiner Rede der Opfer der letzten Tage gedenken. Wieder mal hat auf einem christlichen Weihnachtsmarkt ein islamischer Attentäter Bürger ermordet. Wieder einmal war der Täter schon mehrfach auffällig, auch in Deutschland. Und wieder einmal sollte er eigentlich schon längst verhaftet sein. Kommen wir zum vorliegenden Antrag der Regierungskoalition. Man könnte den Antragstext als „Much Ado About Nothing“ oder „Viel Lärm um nichts“ bezeichnen; (Stefan Müller [Erlangen] [CDU/CSU]: Mit „Viel Lärm um nichts“ kennen Sie sich aus!) denn dieser Antragstext sagt eigentlich nur, dass es ein Austrittsabkommen gibt – und das auf mehreren Seiten. In einem – so könnte man sagen – larmoyanten Stil wird hier der Austrittswunsch Großbritanniens aus der EU beklagt. Es wird bedauert, es würden nur Verlierer zurückgelassen. Es wird das Ergebnis der Verhandlungen mit der EU als Kompromiss bezeichnet, was es im Übrigen auch ist. Dann wird in dem Fall noch konstatiert, dass alle auf der EU-Seite gut gearbeitet hätten; sprich: Das loben diejenigen, die dieses Problem eigentlich verursacht haben. (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Aus Ihrer Sicht alles Gewinner, oder?) Neu- und Nachverhandlungen des Austrittsvertrages werden verdammt. Mit einem weinerlichen Schlusssatz, Großbritannien könne ja wieder an die Pforten der EU klopfen, wird dieser Antrag, der auf drei Seiten vorliegt, beendet. Meine Damen und Herren, dieser Antrag selber ist irrelevant. Relevant ist das Austrittsabkommen, das allerdings natürlich nicht öffentlich ist und über das wir jetzt hier auch nicht im Detail diskutieren, das auf gut 522 Seiten, die, wie gesagt, hier nicht behandelt werden, weil nichtöffentlich, die Gesamtregelung beinhaltet. (Gunther Krichbaum [CDU/CSU]: Das ist doch Quatsch!  – Zuruf des Abg. Christian Petry [SPD]) Wir sollen – das ist eigentlich der Antrag der Union und der SPD – dieses Austrittsabkommen hiermit nur schlicht zur Kenntnis nehmen. Das ist der Punkt. (Gunther Krichbaum [CDU/CSU]: Völliger Unsinn, was der erzählt!) Deswegen steht auch in diesem Antrag von Union und SPD, Frau Nahles, nur: Der Bundestag möge beschließen. Dann folgt der Satz: Der Bundestag möge zur Kenntnis nehmen. – Im Prinzip, im Endeffekt ist das nichts anderes als: Nehmt es in diesem Fall einfach an! (Beifall bei der AfD – Gunther Krichbaum [CDU/CSU]: Das ist doch Quatsch! Das ist doch völliger Unsinn! Das kann doch so nicht stehen bleiben!) Das Anliegen der Briten – halten wir das schlicht einmal fest –: Die Briten wollen raus aus der EU, raus aus einer Zentralisierung, weg von bürgerferner und realitätsferner Gesetzgebung, weg von Zentralismus und Fremdbestimmung durch ein bürokratisches und reformunfähiges Brüssel. So weit klar und verständlich! (Abg. Alexander Graf Lambsdorff [FDP] meldet sich zu einer Zwischenfrage) Was Sie, meine Damen und Herren auf der Regierungsbank, nie verstanden haben, ist: Großbritannien und übrigens auch viele andere haben nichts gegen Europa – Gott behüte! –; sie wollen nur raus aus dieser in dem Falle zentralistischen und einschränkenden EU. (Beifall bei der AfD) Genau dieser Austrittswunsch aus einem überbordenden, unkontrollierbaren Bürokratismus nicht demokratisch gewählter Politkommissare der EU-Kommission wird ihnen definitiv erschwert. Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Herr Kollege Hebner, der Kollege Graf Lambsdorff würde gerne eine Zwischenfrage stellen. Martin Hebner (AfD): Aber gern. Alexander Graf Lambsdorff (FDP): Wir haben uns eben beide angeschaut. Martin Hebner (AfD): Das ist gut. Alexander Graf Lambsdorff (FDP): Ihre Bemerkung, dass das Abkommen über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union angeblich nicht öffentlich sei, womit Sie hier so einer Art Verschwörungstheorie den Boden zu bereiten versuchen, konnten wir irgendwie nicht glauben. Wir haben es gerade überprüft: Sie können es googeln. (Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist schwer! – Zuruf von der SPD: Das ist im Internet!) Es ist für alle Bürgerinnen und Bürger öffentlich einsehbar. Es hat 585, nicht 522 Seiten. Würden Sie so nett sein, das zur Kenntnis zu nehmen, Herr Hebner? (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD, der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Martin Hebner (AfD): Herr Graf Lambsdorff, ich nehme zur Kenntnis, dass Sie das jetzt hier so sagen und dass Sie sich das angeschaut haben. (Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Haben Sie sich das nicht angeschaut, Herr Hebner?) Der Punkt ist schlicht und ergreifend: Es wird ja hier gar nicht behandelt. (Gunther Krichbaum [CDU/CSU]: Sie inszenieren hier etwas! – Katrin Göring-Eckardt [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nur Gelaber!) Sie werden in dem Antragspapier vonseiten der Union nur einen Verweis auf das Austrittabkommen lesen, auf einen Kompromiss. Sie haben aber hier keinerlei Verhandlung. (Christian Petry [SPD]: Mein Gott, wie peinlich! – Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Worüber reden Sie denn da? – Katrin Göring-Eckardt [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nur Gelaber! Null Kenntnis!) Sie haben hier in dem gesamten Antrag der Union keinerlei Sequenzen dieses Abkommens. Es wird nicht öffentlich diskutiert. (Dr. Marco Buschmann [FDP]: Sie haben hier einen falschen Eindruck erweckt!) Es wird von uns in dem Fall nur beschlossen, dies zur Kenntnis zu nehmen. Das ist das Antragspapier der Union. (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Sie haben Unsinn erzählt!) Danke schön. (Beifall bei der AfD – Gunther Krichbaum [CDU/CSU]: Das ist doch völliger Quatsch, was Sie hier erzählen! Das ist völliger Unsinn! Alles Verschwörung, klar! – Gegenruf des Abg. Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Die haben nichts anderes als Verschwörung!) – Herr Krichbaum, ich finde Ihre Äußerungen nett. Aber gleichwohl steht in dem Papier, in Ihrem Antrag, den Sie hier vorgelegt haben, nichts zu den – ich nehme es gern zur Kenntnis – 585 Seiten des Abkommens. Ergo gibt es keine Diskussion darüber. Wir nehmen es zur Kenntnis. (Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nur schlecht vorbereitet!) Was ich in dem Fall ganz klar sagen möchte, ist, dass hier die EU-Kommission, die natürlich keinerlei Interesse hat, ein funktionierendes Gegenmodell zur EU sich entwickeln zu lassen, (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Wahrscheinlich im Geheimen, oder?) für die Verhandlungen autorisiert und von Ihnen ermächtigt wurde. Sie haben damit schlicht und ergreifend, was die gesamte Verhandlung anbelangt, den Bock zum Gärtner gemacht. (Beifall bei der AfD – Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie haben es sich noch nicht mal angeguckt und reden darüber!) Was die deutschen Interessen anbelangt – ich will es noch mal betonen –, so hat während der gesamten Verhandlungen unsere Bundesregierung – Herr Maas hat eben darüber gesprochen – leider keinerlei Input mitgeliefert und keinerlei Steuerung vorgenommen. Wir möchten ganz klar betonen: Von diesem Vertrag sind natürlich gerade die Vertreter der deutschen Wirtschaft schwer betroffen. Sie müssen bitte zur Kenntnis nehmen, Herr Maas, dass unser Außenhandelsüberschuss gegenüber Großbritannien im Moment – Stand letzten Jahres – 47 Milliarden Euro beträgt. Davon leben auch Sie. Das heißt, auch Sie profitieren mit Ihrem Gehalt von diesem Überschuss. (Lachen bei Abgeordneten der CDU/CSU – Christian Petry [SPD]: Oh Mannomann!) Dass sich keiner Gedanken darüber gemacht hat, was mit diesem Abkommen alles an Problemen verursacht wird, vor allem auf Dauer, und dass nicht mal ein Plan B für einen harten Brexit existiert, Herr Maas, das ist ein absolutes Versäumnis. (Ulli Nissen [SPD]: Ihre Schnittchen werden auch davon bezahlt!) Herzlichen Dank. (Beifall bei der AfD – Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Mann, Mann! So was Gedankenloses habe ich selten gehört!) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Dr. Katja Leikert, CDU/CSU, ist die nächste Rednerin. (Beifall bei der CDU/CSU) Dr. Katja Leikert (CDU/CSU): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr verehrte Damen und Herren! Das, was diese Woche in Großbritannien passiert ist, haben wir uns alle so nicht gewünscht. Wir sehen in diesen Tagen politisches Chaos in London. Wir sehen ein Land in eine beispiellose Krise taumeln. (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Die AfD findet das toll!) Poetisch könnte man formulieren, dass wir live dabei zuschauen können, wie populistische Dummheit seine hässliche Gestalt annimmt. (Beifall bei der CDU/CSU, der SPD und der FDP) Das alles hätte Shakespeare nicht besser inszenieren können. Aber leider ist das eben kein Schauspiel, sondern bittere Realität, und es betrifft Millionen von Menschen. Es zeigt einmal mehr, sehr geehrter Herr Hebner, warum wir gegen jegliche Form dieser populistischen Zerstörungswut mit aller Macht jeden Tag kämpfen müssen. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP) Sehr geehrte Damen und Herren, wenn Sie mich am Montag gefragt hätten, wie diese Woche verlaufen würde, dann hätte ich Ihnen geantwortet, dass das Unterhaus am Dienstag das Abkommen mit der Europäischen Union ratifiziert und dass es dann, was schon traurig genug gewesen wäre, zu einem geordneten Brexit kommt. Wir erinnern uns – ich erkläre Ihnen das an der Stelle gerne noch mal –, was so eine Europäische Union leistet: Die Europäische Union hat selbst in so einer schweren Stunde ein großes Abkommen von über 580 Seiten – das haben Sie jetzt auch gerade gelernt – verhandelt. Genau das macht nämlich die Europäische Union aus: dass Konflikte kommunikativ und vertragsmäßig verhandelt werden. (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD) Bis zu einer Übergangsfrist wäre Großbritannien in der Zollunion verblieben, und damit wäre auch eine harte Grenze auf der irischen Insel vermieden worden. Auch die Frage, wie es nach einer Übergangszeit weitergehen würde, wurde geklärt. Es sollte ein umfassendes Freihandelsabkommen mit Großbritannien verhandelt werden. Und wenn man sich die Position von Großbritannien anschaut, sieht man: Genau das war das Ziel von Großbritannien. Wir alle wissen auch: Das war schon die äußerste Grenze dessen, was die Europäische Union hätte zulassen können. Es ist insgesamt also ein fairer, vernünftiger Deal – so beurteilen wir das; Sie beurteilen das anders –, soweit man in dieser Lose-lose-Situation davon überhaupt sprechen kann. (Armin-Paulus Hampel [AfD]: Das Gegenteil ist richtig, Frau Leikert! Sie haben gemauert bis zum Gehtnichtmehr!) Für uns als Koalitionsfraktionen ist klar: Wenn London die Gemeinschaft der Europäischen Union verlässt, dann heißt das noch lange nicht, dass die Europäische Union ihre eigene Identität aufgeben muss, weder den Binnenmarkt mit seinen vier Freiheiten noch den Anspruch an die Europäische Union als Friedensprojekt. (Armin-Paulus Hampel [AfD]: Friedensprojekt? Die bricht doch gerade auseinander, die Union!) Es ist unsere Aufgabe, die Europäische Union zu schützen, insbesondere vor politischer Dummheit. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD – Armin-Paulus Hampel [AfD]: Paris brennt, und Sie reden von Frieden!) Mit dem Antrag, den wir, SPD, CDU/CSU, heute gestellt haben – vielleicht sind Sie ja einfach nur traurig, Herr Hebner, dass Sie Ihren Antrag nicht zustande bekommen haben; immerhin war er ja angekündigt –, (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Da müssen sie ja mal inhaltlich arbeiten! Das klappt nicht!) stehen wir für einen geordneten Brexit, für Planungssicherheit für Bürgerinnen und Bürger und die Unternehmen, für den Frieden auf der britischen Insel und vor allem für langfristige, gute, freundschaftliche Beziehungen zu Großbritannien. (Armin-Paulus Hampel [AfD]: Schön reden und hinten mauern! So geht es!) An dieser Stelle auch mal ein herzliches Dankeschön an die SPD für ihre immer klare proeuropäische Haltung. Diese gibt es hier an vielen Stellen, auch bei der FDP und bei den Grünen, in diesem Hohen Haus. (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP – Armin-Paulus Hampel [AfD]: Kuschelkurs! Macht nur weiter!) Diese Woche kam schnell die Frage nach Nachverhandlungen auf. An dieser Stelle kann man wirklich nur sagen: Wesentliche Nachverhandlungen kann es nicht geben. Das liegt nicht daran, dass wir das den Briten nicht gönnen würden in irgendeiner Form. Das liegt einfach daran, dass das Verhandlungsergebnis eben ein gutes Ergebnis ist und vor allem den Frieden in Irland, auf der irischen Insel garantiert, und dazu stehen wir. Der Ball liegt ganz klar im Feld von London. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD) Abschließend möchte ich noch sagen, dass wir in Europa ja nicht nur den Brexit haben. Wir haben populistische Bewegungen von links und rechts. Wir kämpfen gegen diese Art von Politik auch hier im Deutschen Bundestag. (Dr. Alexander Gauland [AfD]: Na, da kämpft mal schön!) Wir lassen es uns nicht nehmen, offensiv für unser Europa und die Europäische Union zu kämpfen. Wir sind uns hier über ein Euro-Zonenbudget, eine gemeinsame Arbeitslosenversicherung oder eine Einlagensicherung nicht immer einig; aber wir kämpfen für die besten Konzepte, die Europa stark machen. (Armin-Paulus Hampel [AfD]: Wo leben Sie eigentlich? Europa fliegt Ihnen gerade um die Ohren, und Sie machen hier Weihnachtsmärchen und „Wünsch dir was“!) Genau so werden wir in den Europa-Wahlkampf gehen. Wir als CDU/CSU werden es mit unserem Spitzenkandidaten Manfred Weber tun, einem echten Brückenbauer. (Ralph Brinkhaus [CDU/CSU]: Guter Mann! – Gegenruf des Abg. Armin-Paulus Hampel [AfD]: Ja, genau! Ganz wunderbar!) – Er ist ein guter Mann; da hat Ralph Brinkhaus recht. (Beifall bei der CDU/CSU – Zuruf der Abg. Beatrix von Storch [AfD]) – Schreien Sie hier nicht so rum! – Manfred Weber ist ein echter Kämpfer für den European Way of Life, wie er immer auf Bayrisch sagt. Ich möchte abschließend, weil ich es so toll fand, gerne auch mal Franziska Brantner an dieser Stelle danken für eine fraktionsübergreifende Initiative, den Wahlkampf unter Demokraten fair zu führen, sich gegen Hetze und Fake News einzusetzen. Ich wünsche Großbritannien und uns Good Luck! Herzlichen Dank. (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Armin-Paulus Hampel [AfD]: Sie haben die Nazis vergessen!) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Nächster Redner ist Alexander Graf Lambsdorff, FDP. (Beifall bei der FDP) Alexander Graf Lambsdorff (FDP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wir bedauern, glaube ich, nahezu alle hier den Austritt Großbritanniens; aber ich will ein paar Worte aus der Sicht meiner Fraktion sagen: Großbritannien ist das Mutterland des Liberalismus. Für uns ist es ganz besonders schmerzhaft, dass die Briten gehen wollen. Die parlamentarische Demokratie stammt aus Großbritannien. Die Menschenrechte, Habeas Corpus, Industrie und Freihandel: Großbritannien hat unglaublich viel zur europäischen Geschichte, zur europäischen Kultur und zum Liberalismus beigetragen. Für uns ist es ein ganz besonders schwerer Verlust, und wir bedauern es außerordentlich, dass Großbritannien der Europäischen Union den Rücken kehren will. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU) Wir haben gestern hier die Bundeskanzlerin in der Regierungsbefragung gehört. Sie hat gesagt: Auch die Bundesregierung will, dass Großbritannien bleibt; und sie arbeitet weiter für einen geordneten Austritt. Aber, meine Damen und Herren, der Wahrheit die Ehre: Zurzeit ist keine Mehrheit in London – nirgends – für den ausgehandelten Deal für das Abkommen mit Großbritannien über den Austritt erkennbar. Wir müssen uns als Land und als Union auf einen harten Brexit einstellen. Hier komme ich nicht umhin, die Bundesregierung wirklich zu kritisieren für die mangelhafte Vorbereitung, mit der sie in dieser Angelegenheit unterwegs ist. (Beifall bei der FDP) Wir als Fraktion der Freien Demokraten haben schon vor mehreren Monaten eine Große Anfrage gestellt, weil uns klar war: Es gibt verschiedene Szenarien. Ein Szenario ist das, das sich jetzt als wahrscheinlichstes herausstellt: ein harter Brexit. Was hat uns die Bundesregierung als Frist zur Beantwortung angeboten? Das muss man sich mal vorstellen: Am 29. März nächsten Jahres findet der Brexit nach dem Artikel 50 statt, und die Antwort auf unsere Große Anfrage zur Vorbereitung unseres Landes auf die Konsequenzen wollte die Bundesregierung am 31. Mai 2019 vorlegen. Ja, herzlichen Dank, liebe Bundesregierung! Das ist keine Vorbereitung. Das ist ein Nachklapp. Das brauchen wir nicht. (Beifall bei der FDP und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der AfD – Dr. Marco Buschmann [FDP]: Das ist eine Verhöhnung des Parlaments!) Aber die Menschen in unserem Land brauchen eine klare Ansage. Auch die Menschen aus unserem Land, die in Großbritannien leben – Studierende, Familien, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Rentnerinnen und Rentner –, sind nicht sicher, was eigentlich mit ihren Überweisungen, den Renten oder den Studiengebühren passiert. Bei den Patientinnen und Patienten wird es ganz besonders schlimm, und da geht es auch schon in die Wirtschaft rein. Was ist eigentlich mit der Zulassung von Medikamenten auf dem Kontinent und in Großbritannien nach einem harten Brexit? Und wie sieht es in der Automobilwirtschaft, in der Landwirtschaft, im Tourismus mit dem immer schwächer werdenden Pfund aus? Es gibt so viele Konsequenzen eines Brexits, insbesondere eines harten Brexits, auf die die Bundesregierung bisher überhaupt nicht eingegangen ist. Die Europäische Kommission und interessanterweise die britische Regierung haben Handreichungen ausgegeben – „Preparedness Notices“ heißen die –: Was müssen wir erwarten? Was haben wir im Falle eines harten Brexits zu gewärtigen? Von der Bundesregierung gibt es solche Handreichungen nicht. Meine Damen und Herren, Katja Leikert hat hier eben gesagt, dass Ganze erinnert an Shakespeare. Mich erinnert es eher an Lewis Carrolls „Alice in Wonderland“, was wir hier die letzten Tage gesehen haben, sozusagen „Theresa im Wunderland“ mit Jacob Rees-Mogg als Hutmacher und Boris Johnson als Märzhasen. (Heiterkeit bei der FDP, der CDU/CSU und der AfD) Das war ja ein Spektakel, das wir uns da angucken mussten. Wir dachten eigentlich, wir hätten heute eine Entscheidung, über die wir debattieren können. Jetzt dauert es bis Januar. Wir werden das respektvoll machen; denn eines – das will ich hier am Ende sagen – ist auch klar – ich glaube, da spreche ich für viele hier –: Insgeheim ist die britische Queen eigentlich eine Königin auch unserer Herzen. Wir mögen die Briten weiterhin. Sie bleiben unsere Partner, unsere Freunde, unsere Alliierten. Wir müssen in Europa mit Deutschland und Frankreich gemeinsam arbeiten, und wir müssen die Regierung dazu anhalten, unser Land endlich auf einen harten Brexit einzustellen. Herzlichen Dank. (Beifall bei der FDP) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Fabio De Masi, Fraktion Die Linke, ist der nächste Redner. (Beifall bei der LINKEN) Fabio De Masi (DIE LINKE): Herr Präsident! Ladies and Gentlemen! Der Vorsitzende von Labour, Jeremy Corbyn, der Oppositionsführer in Großbritannien, sagte auf dem Kongress der europäischen Sozialdemokraten: Die extreme Rechte wird durch sinkenden Lebensstandard, kaputte Kommunen, unsichere Jobs und unterfinanzierte öffentliche Dienste gestärkt. Er fuhr fort: Die Kürzungspolitik in der EU hat zu Leid der Arbeitnehmer geführt und eine erhebliche Rolle beim Ja der Briten zum Brexit gespielt. – Die wichtigste Aufgabe angesichts des Austritts der Briten aus der EU ist es daher nach Überzeugung unserer Fraktion, dass wir Europa neu erfinden, damit es zu einer sozialen Schutzmacht über Menschen wird. (Beifall bei der LINKEN) Jahrelang wurde etwa behauptet, wir könnten eine Finanztransaktionsteuer nicht machen, weil die Briten dann ihr Veto wegen der City of London einlegen. Jetzt gehen die Briten raus, und Deutschland und Frankreich machen zehn Jahre nach der Finanzkrise, die dem Brexit vorausging, eine reine Aktiensteuer, die 98 Prozent der Finanztransaktionen ausnimmt. Die Begründung lautet wieder, man könne das nicht machen wegen des Wettbewerbs mit den Briten und der City of London. Verehrte Kolleginnen und Kollegen, das ist absurd; denn die Aufblähung der Finanzmärkte und die Deindustrialisierung im britischen Norden ist ja einer der Gründe, warum eine Mehrheit der Briten letztlich für diesen bedauerlichen Brexit stimmte. Wer Europa retten will, muss daher – auch hier in Berlin – endlich eine neue Schallplatte auflegen. (Beifall bei der LINKEN) Entscheidend ist, was die EU unternimmt, um zu verhindern, dass Großbritannien über eine Absenkung der Unternehmensteuern Steuerdumping weiter anheizt. Da muss es eine klare Botschaft geben, auch hier aus Berlin: Wenn ihr das macht, liebe Freundinnen und Freunde auf der Insel, dann wird es auch von Deutschland Quellensteuern auf Finanzflüsse in die Steueroase Großbritannien geben. (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Entscheidend ist, dass wir den britischen Banken und Fonds sagen: Ihr bekommt nur eine Geschäftslizenz in der EU, wenn ihr euch hier an die Spielregeln auf dem Finanzmarkt haltet, wenn ihr euch der Finanzaufsicht vor Ort unterwerft und alle Finanzmarktgesetze der EU beachtet. (Beifall bei der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Dr. Gesine Lötzsch [DIE LINKE]: Nicht nur beachten, sondern auch einhalten!) Entscheidend ist, dass wir Rechtsstreitigkeiten mit britischen Unternehmen nicht über Investor-Staat-Schiedsgerichte regulieren, wo Investoren Staaten verklagen können, wenn Gesetze ihre Profite hemmen. Gegen solche privaten Konzerngerichte sind viele Menschen in Europa bei Investitionsabkommen wie TTIP oder CETA auf die Straße gegangen. Entscheidend ist, dass EU-Bürger, die in Großbritannien arbeiten, nicht durch eine konservative Regierung um ihre sozialen Rechte gebracht werden, wie etwa bei der EU-Richtlinie gegen Höchstarbeitszeiten. (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) All diese Dinge sind im Austrittsabkommen aber nicht geregelt, auch nicht in der Protokollerklärung. Sie werden in einem Abkommen über die zukünftigen Beziehungen mit dem Vereinigten Königreich geregelt. Und hier muss das Parlament dann wirklich Zähne zeigen und der Bundesregierung auch sagen, dass sie ihren Job zu tun hat. (Beifall bei der LINKEN) Leider hat die Bundesregierung gegen unseren Rat die sozialen Rechte von EU-Bürgern in Großbritannien in diesem Austrittsabkommen verankert. Wir halten das nicht für klug, ich will auch sagen, warum: Wenn der Deal jetzt scheitert, sind die EU-Bürger in Großbritannien nicht hinreichend geschützt. Wir sehen auch kritisch, dass in diesem Austrittsabkommen die Möglichkeit Großbritanniens, eine aktive Industriepolitik zu nutzen, durch die Koppelung an das EU-Beihilferecht beschränkt wird; denn Großbritannien hätte es bitter nötig, eine Industrie zu entwickeln, die eben nicht von den aufgeblähten Finanzmärkten abhängig ist, oder die die Möglichkeit einräumt, die chaotische Eisenbahn wieder zu verstaatlichen. Es gibt nun vier Möglichkeiten: Erstens. Der Brexit-Deal bekommt eine Mehrheit im britischen Unterhaus. Dann kommt der Brexit, und es wird über einen zukünftigen Vertrag verhandelt. So lange sind die Briten mit der Zollunion verheiratet und dürfen sich auch nicht scheiden lassen, weil die EU ein Veto hat. So wird verhindert, dass die Briten eigene Handelsabkommen schließen und es eine harte Grenze zwischen Irland und Nordirland gibt. Zweitens. Es gibt keinen Deal; das würde Chaos bedeuten – ich komme aus Hamburg, der vielleicht britischsten Stadt in Deutschland – und hätte in der Tat Konsequenzen, die wir alle nicht wollen. Drittens. Der Deal scheitert. Dann wird es Neuwahlen geben. Sollte Labour gewinnen, würde Corbyn eine dauerhafte Zollunion mit der EU anstreben. Eine neue Regierung braucht dafür aber Zeit und kann nicht für die alte Regierung verhaftet werden. Die EU sollte dann bereit sein, die Artikel‑50-Periode zu verlängern. Es gibt auch eine vierte Möglichkeit: ein zweites Referendum in Großbritannien über den Verbleib in der EU und die unilaterale Kündigung des Antrags auf Austritt aus der EU durch die Briten. Ich halte das in der Tat nicht für realistisch, und der Ausgang wäre auch nicht sicher. Aber sicher ist: Auch ein zweites Referendum würde zunächst eine Ablehnung des Deals und Neuwahlen erfordern; auch hier wäre also mehr Zeit erforderlich. Ich respektiere die inneren Angelegenheiten der Briten; aber man sollte auch nicht ein ganzes Land für seine schlechte Regierung verantwortlich machen. Ich bete daher täglich zu Gott oder zur Queen, dass es Neuwahlen in Großbritannien gibt und die Briten endlich von dieser Regierung erlöst werden. Vielen Dank. (Beifall bei der LINKEN) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Dr. Franziska Brantner, Bündnis 90/Die Grünen, ist die nächste Rednerin. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Dr. Franziska Brantner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist jetzt der zweite Europäische Rat ohne Regierungserklärung. Das ist auch nicht ersetzbar durch eine Fragestunde, wie wir sie gestern hatten, wo drei Minuten über den Rat geredet wurde. Daher finden wir es richtig, dass die FDP einfordert, es fester und verpflichtender zu etablieren, dass vor den Räten und danach hier im Haus debattiert werden muss. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der FDP und der LINKEN) Wenn man sich den Brexit anschaut, dann ist das ein einziges Trauerspiel, über das sich nur noch Zyniker oder Nationalisten freuen können. Wahrscheinlich ging es Ihnen allen gestern Abend so wie mir. Ich war erleichtert darüber, dass May das Misstrauensvotum überstanden hat. Es ist irgendwie schon absurd, dass man sich darüber freut und denkt: Eine Verrücktheit weniger, es bleiben nur noch die von Montag, dem 10. Dezember, die ja auch schon alle unlösbar sind. Das ist der Zustand der Verrücktheit, den wir gerade auf der britischen Insel haben. Was will Frau May? Alles, was wir bis jetzt gehört haben, ist, dass sie die rechtliche Zusicherung haben möchte, dass der Backstop nicht dauerhaft gilt oder – das ist das andere, was man hört – dass der Backstop nur in Kraft treten kann, wenn das Unterhaus darüber noch mal abgestimmt hat. Da kann ich nur sagen: Beides wäre der Wahnsinn. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Florian Hahn [CDU/CSU]) Worum geht es denn eigentlich? Es gab den Konflikt, den Krieg, zwischen Irland und Nordirland, der zum Glück beendet wurde. Dieser Frieden hat einiges mit der Europäischen Union zu tun; auch wenn es einige auf der Insel erst jetzt entdecken oder erst jetzt bereit sind, darüber zu reden. Dass der Frieden möglich ist, hat viel damit zu tun, dass es zwischen Nordirland und Irland keine Grenzen gibt. Und es ist auch ein vitales Interesse von Irland und der Europäischen Union, diese offene Grenze zu behalten, damit es nicht wieder zu Konflikten, zum Krieg, auf der Insel kommt. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie der Abg. Dr. Katarina Barley [SPD]) Jetzt sagen manche: Na ja, das ist doch nicht so schlimm, dann gibt es keinen Deal, dann ist es halt so wie mit der Schweiz. – Nein, es ist eben nicht so wie mit der Schweiz. Wie wäre denn die Grenze zwischen Nordirland und Irland? Sie wäre so wie zwischen der Europäischen Union und Russland; das wäre die Situation, in der sich Nordirland und Irland befinden würden. Und das geht eben nicht, das haben die Iren und die Europäische Union ganz klar gesagt. Und das ist auch richtig so. Was würde es bedeuten, würden wir einfach sagen: „Die Grenzen bleiben offen“? Das ist das, was die Briten häufig sagen: Dann lasst halt die Grenzen einfach offen. – Na ja, dann kann von Schweinepest bis Waffen alles in die Europäische Union reinkommen, ohne dass es irgendjemand kontrolliert hat. Das ist auch nicht im Interesse der Europäischen Union. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Deswegen haben wir einen sogenannten Backstop, der bedeutet: Es ist eine offene Grenze, Nordirland und UK bleiben Teil einer Zollunion, und Nordirland hält sich an einen Teil der Binnenmarktregeln. Das ist unserer Meinung nach schon ziemlich schwach ausgerichtet; aber es ist immerhin eine Antwort. Das ist aber nur die Antwort, wenn wir mit den Briten keine bessere finden. Das Ziel ist natürlich, dass man sich am Ende auf eine bessere Vereinbarung einigen kann, zum Beispiel wie mit Norwegen oder der Schweiz. Aber falls wir uns nicht einigen können, ist das unsere Rückversicherung – im schlechtesten Fall kommt das. Was macht May? Ich vergleiche es mal mit einer Brandschutzversicherung. Frau May sagt: Wir haben jetzt eine Brandschutzversicherung abgeschlossen, aber in den AGBs steht drin, dass, wenn das Haus wirklich brennt, der Chef der Versicherung entscheiden kann, ob die Versicherung auch wirklich gilt. – Dazu kann ich nur sagen: Das können Sie sich in die Haare schmieren. Das ist dann keine Versicherung mehr, sondern nur noch ein Ausnutzen der europäischen Solidarität. Das geht nicht, sehr geehrte Frau May. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU) Die Europäische Union darf nicht das vitale Interesse eines Mitgliedslandes über die Interessen von verrückten Tories oder einem unverantwortlichen Corbyn stellen. Das wäre doch der Wahnsinn, wenn die EU jetzt bereit wäre, diese Interessen preiszugeben für etwas, bei dem man noch nicht mal sicher ist, dass May am Ende dafür eine Mehrheit in ihrem Haus hätte. Das wäre doch der absolute Wahnsinn. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Florian Hahn [CDU/CSU]) Daher, Herr Maas, bin ich wirklich der festen Überzeugung, dass da rechtlich nichts verändert werden darf. Sie können politisch noch zehnmal deklarieren, dass es für uns nur eine Versicherung ist und dass wir eigentlich etwas Besseres wollen; aber die Versicherung muss auch wirklich als Versicherung gelten. Alles andere wäre für die Europäische Union einfach nur fahrlässig. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Es ist übrigens interessant, warum das so schwierig ist: Die Briten wollen rausgehen aus diesem Haus, aber gleichzeitig drin wohnen bleiben. Das ist wie mit einem Teenager, der mit 18 auf Randale aus ist und sagt: „Jetzt aber raus, ich möchte Kontrolle über mein Leben haben, alles alleine machen“, aber auch sagt: „Mama und Papa, also, wenn ihr noch die Versicherung weiter für mich zahlt und irgendwie guckt, dass ich weiterhin ein Dach über dem Kopf habe, und zum Essen würde ich ab und zu auch gerne bei euch vorbeischauen, so am Sonntag, in gemütlicher Runde. Ginge das?“ (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Und Wäsche waschen!) Das ist die Situation, die wir haben. Da kann ich den Briten nur sagen: Das macht es halt schwierig. Ihr könnt gerne weiter sonntags mit uns essen, und wir sind gerne bereit, euch Sicherheit mit zu garantieren; alles möglich. Aber was nicht geht, ist, dass ihr am Sonntag abhaut, ohne den Tisch mitabgeräumt zu haben. Ihr könnt nicht alle Rechte haben und keine Pflichten. Das geht nicht, in einer Familie nicht und in der Europäischen Union auch nicht. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU) Das haben wir bis jetzt auch immer durchgezogen, mit der Schweiz, mit Norwegen. Wir haben gerade einen großen Konflikt mit der Schweiz. Ich kann Ihnen sagen: Die Schweizer gucken sehr genau, was gerade mit den Briten passiert. Die warten nämlich nur darauf, dass wir Sonderausnahmen für die Briten machen. Dann werden die Schweizer sagen: Das hätten wir auch gerne. Und dann werden die Norweger kommen und sagen: Das hätten wir auch gerne. Und dann kommt Le Pen und sagt: Das hätte ich auch gerne. – Das ist das große Risiko. Deswegen darf es da keine Rabatte geben, keine Rosinenpickerei. Wir müssen unseren Kontinent retten, unsere Europäische Union. Auf Wahnsinn darf man nicht mit Wahnsinn antworten, sonst kriegt man nur noch mehr Wahnsinn. Ich danke Ihnen. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU – Dr. Alexander Gauland [AfD]: Das ist der grüne Wahnsinn!) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Nächste Rednerin ist die Abgeordnete Dr. Katarina Barley, SPD. (Beifall bei der SPD sowie des Abg. Gunther Krichbaum [CDU/CSU]) Dr. Katarina Barley (SPD): Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Mich persönlich schmerzt der Brexit jeden Tag. Ich habe Familie dort. Ich habe auch einen britischen Pass; die meisten hier wissen das. Ein Teil der Familie, die ich dort habe, ist innerhalb Großbritanniens vor einiger Zeit von England nach Schottland gezogen. Eine der Fragen, die sie beschäftigt, ist: Wenn das jetzt alles so weitergeht, was macht dann eigentlich Schottland? Werden wir vielleicht irgendwann Ausländer im eigenen Land sein? – Dieser „Wahnsinn“, von dem die Kollegin Franziska Brantner zu Recht gesprochen hat, hat Dimensionen, die wir, wie ich glaube, im Moment noch gar nicht alle absehen können. Fakt ist, dass noch gar nicht klar ist, wohin die Reise am Ende gehen wird. Wir haben noch immer ganz, ganz viele Optionen offen; viele Rednerinnen und Redner haben das schon gesagt. Jeden Tag erleben wir eine neue kleine Wendung. Dadurch, dass das Misstrauensvotum gestern gescheitert ist, ist in diesem ganzen Prozess eine kleine Atempause entstanden; aber es bleibt ein großes Chaos. Was haben wir jetzt? Das fertig ausgehandelte Austrittsabkommen. Dieser Prozess war die Quadratur des Kreises. Man konnte nicht ein Ergebnis schaffen, mit dem am Ende alle zufrieden sein konnten; das war völlig klar. Aber es ist so gut gelungen, wie es eben möglich war. Das war ein fairer Prozess, ein geschlossener Prozess innerhalb der Europäischen Union – das war auch nicht selbstverständlich –, und vor allen Dingen konnte die so schwierige Frage des Verhältnisses zwischen der Republik Irland und Nordirland zufriedenstellend geklärt werden, zumindest aus unserer Sicht; sie wird hoffentlich auch aus britischer Sicht noch zufriedenstellend geklärt werden. Das ist wirklich das Existenzielle. Daran lässt sich festmachen, worum es bei einer Institution wie der Europäischen Union, worum es bei der europäischen Einigung eigentlich geht: Es geht darum, dass wir in einer Staatengemeinschaft friedlich miteinander leben können. (Beifall bei der SPD sowie des Abg. Gunther Krichbaum [CDU/CSU]) Dass wir das können, hat damit zu tun, dass wir in der Lage sind, durch Gespräche, durch Verhandlungen miteinander Kompromisse zu finden, und nicht mehr an Grenzen hart aufeinanderprallen, wie das früher zwischen Irland und Nordirland der Fall war. Wir haben es geschafft, dass die Rechte der Bürgerinnen und Bürger, die aus Großbritannien in ein anderes EU-Land gezogen sind und dort weiterleben wollen – das gilt auch für die umgekehrte Richtung –, gewahrt werden. Wir werden weiterhin ganz enge Handelsbeziehungen haben. Das wird eine Partnerschaft sein, wie es sie noch nie mit einem Drittstaat gegeben hat, so eng und hoffentlich auch so vertrauensvoll. All das liegt im gemeinsamen Interesse Deutschlands, Großbritanniens und der gesamten EU. Ich bin sicher, egal wie das jetzt weitergeht und ausgeht, es wird immer eine ausgestreckte Hand zu unseren britischen Freundinnen und Freunden geben. (Beifall bei der SPD sowie des Abg. Gunther Krichbaum [CDU/CSU]) Was ist jetzt der aktuelle Befund? Der aktuelle Befund ist: Wir haben eine EU, die eher noch geschlossener ist als vorher. Das hat etwas mit den Verhandlungen zu tun. Das hat aber auch etwas damit zu tun, dass den Bürgerinnen und Bürgern in den Mitgliedstaaten deutlicher geworden ist, was eigentlich auf dem Spiel steht, sogar in Ländern wie Polen, wo es ja teilweise große Vorbehalte gibt; zumindest denkt man das, wenn man sich anhört, was die Regierung sagt. Auch da ist das Bewusstsein dafür gestiegen, welche Errungenschaft auch für das polnische Volk die Europäische Union darstellt. Die Zustimmungswerte steigen in vielen Mitgliedstaaten. Auf der anderen Seite haben wir ein zutiefst gespaltenes Großbritannien, wie ich persönlich es nicht für möglich gehalten hätte – das hat sich schon im Referendum selbst gezeigt –: zwischen den einzelnen Landesteilen, zwischen Stadt und Land, zwischen Jung und Alt. Jetzt haben wir diejenigen, die am liebsten alles rückgängig machen würde, wir haben diejenigen, die vernünftig verhandeln, und wir haben diejenigen, die am liebsten den harten Cut wollen. Was lernen wir daraus? Das ist heute noch gar nicht zur Sprache gekommen. Ich glaube, wir müssen uns wirklich fragen, was wir aus diesem ganzen Prozess lernen können. Es ist ziemlich viel, was man daraus lernen kann: Man kann zum einen daraus lernen, was passiert, wenn man von innenpolitischen Schwierigkeiten ablenken will und dafür die Europäische Union missbraucht. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP und des Abg. Gunther Krichbaum [CDU/CSU]) Vergegenwärtigen wir uns doch noch einmal, wie es überhaupt zu diesem Referendum gekommen ist: David Cameron hat es im Wahlkampf auf die Tagesordnung gesetzt in dem vermeintlichen Bewusstsein, es gar nicht abhalten zu müssen. (Stefan Müller [Erlangen] [CDU/CSU]: Genau!) Nigel Farage hat gezündelt und sich dann nachher vom Acker gemacht, als das Referendum überaschenderweise so ausgegangen ist, wie er es sich gewünscht hat. (Beatrix von Storch [AfD]: Er ist nicht die Regierung!) Und Theresa May muss das jetzt aufräumen. Wie immer: Die Männer haben den Unfug angerichtet, und die Frauen müssen aufräumen. Sie tut es so gut, wie sie es eben kann. (Heiterkeit und Beifall bei der SPD sowie der Abg. Katja Kipping [DIE LINKE] – Zurufe von der AfD: Oh! – Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Diese Aussage hat keine Allgemeingültigkeit! – Weitere Zurufe) Das zeigt aber auch, was passiert, wenn man nicht wählen geht. Ich glaube, auch das sollte man an einem Tag wie diesem einmal sagen. – Oh, Aufruhr bei den Männern im Parlament! Ich bitte, das zu Protokoll zu nehmen. (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Bei den SPD-Männern vor allem! – Widerspruch bei Abgeordneten der SPD) – Bei den CDU-Männern auch, lieber Herr Grosse-Brömer. – Was passiert, wenn man seine demokratischen Rechte nicht wahrnimmt, auch das zeigt dieses Referendum. Wir sehen das insbesondere bei den jungen Menschen. Drei Viertel der Britinnen und Briten unter 25 wollten in der EU bleiben, und nur ein Drittel ist zur Wahl gegangen. Allein diese Gruppe hätte das Referendum entscheiden können. Ich bin wirklich froh, dass dadurch ein höheres Bewusstsein entstanden ist – so erlebe ich das jedenfalls; gerade bei den jungen Menschen in der Europäischen Union, aber nicht nur bei ihnen –, dass es sich lohnt, für diese Europäische Union zu streiten und auch zur Wahl zu gehen. (Beifall bei der SPD sowie des Abg. Gunther Krichbaum [CDU/CSU]) Ein weiterer Punkt ist: Wir müssen besser werden. Wir müssen besser erklären, aber wir müssen auch dieses Europa besser machen. Wir müssen es sozialer machen. Wir müssen eine kulturelle Union schaffen. Wir brauchen eine Union des Fortschritts, der Jugend. Wir müssen uns weiterentwickeln, weg von der reinen Wirtschaftsunion. Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Die Redezeit ist um. Dr. Katarina Barley (SPD): Das ist eine Aufgabe, die bleibt. Was aber auch immer bleiben wird, ist die enge Freundschaft zu Großbritannien. (Florian Hahn [CDU/CSU]: Und zur Queen!) Dafür werde ich auch persönlich alles geben. Danke schön. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Nächster Redner ist Dr. Harald Weyel, AfD. (Beifall bei der AfD) Dr. Harald Weyel (AfD): Geehrter Herr Präsident! Damen und Herren! Liebe Zuschauer, auch draußen im Lande! Der Antrag ist zuvörderst ein hochoffizielles Eigenlob und eine erwartbare Verbeugung vor dem vermeintlichen Verhandlungsgenie eines Herrn Barnier. Weiterhin ist er eine interessante Gratwanderung zwischen Drohgebärde gegenüber dem britischen Parlament – es wird keine Neuverhandlung geben – und Schuldzuweisung an die britischen Wähler. Der Brexit lässt nur Verlierer zurück. Beides erinnert ein bisschen an „Gott strafe England“ auf der einen Seite und Kontinentalsperre à la Napoleon I. auf der anderen. (Beifall bei der AfD) Was wollen Sie da tun? Beides erinnert an das sprichwörtliche Pfeifen im Walde, mit dem man seiner Angst vor dem, was da kommt, Herr werden will. (Reinhard Houben [FDP]: „Pfeife“ ist zutreffend! Ich will nicht sagen, bei wem!) Was da auf die Europaideologen zukommt, ist nicht nur der Austritt der Briten, sondern auch die alte Frage nach der Reformfähigkeit und vor allem nach der Reformwilligkeit der EU. Diese Frage treibt nicht nur die britischen Wähler um, sondern eben auch die deutschen. Hätten die antragstellenden Parteien, insbesondere die mit dem C, es jemals ernst gemeint mit intelligenten Substanzreformen einer völlig verfahrenen EU oder Euro-EU, so wären sie schon einem Premierminister Cameron entsprechend entgegengekommen. Stattdessen haben Sie es wieder einmal den Franzosen recht machen wollen mit unserem Steuerzahlergeld, ein ums andere Mal. (Beifall bei der AfD) Die schier überbordende Spendierwilligkeit auch aller Scheinoppositionsparteien hier im Parlament, die allesamt links von uns sitzen, hat die Briten letztlich in ihre schon intern missliche Verhandlungsposition gebracht. Als deutsche Hauptlastträger aller negativen Folgen haben Sie es nicht einmal für nötig befunden, einen deutschen Verhandlungsführer durchzusetzen, so wie Sie einfach alles Verunstalterische, alles, was die Idee von Freiheit, Markt und Lastengerechtigkeit einer nicht maroden EU angeht, sowieso den Franzosen und ihren zahlreichen Trittbrettfahrern kampflos überlassen. (Beifall bei der AfD) Apropos: „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?“ würde bei Goethe heute wohl heißen müssen: Kennst du das Land, wo nicht nur die Mülleimer brennen? (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Wer schreibt Ihnen den Unsinn eigentlich auf?) Damit würde er insbesondere Frankreich umschreiben. Wieso sollte sich also jemand an eine ungut durchpolitisierte Wirtschaftsraumverwaltung namens EU binden, die mit gemeinsamen, gemeinsamer, gemeinsamster Arbeitslosenversicherung, steuerfinanzierten Sonder- und Pseudoinvestitionsvehikeln sowie mutierten Dauerrettungsfonds à la ESM oder EWF und noch viel mehr an grobem Unfug sozusagen die natürliche Schwerkraft der Konjunkturen und des Haftungsprinzips außer Kraft setzen will? (Beifall bei der AfD – Zurufe von der SPD) Dieses Europa soll doch letztlich in Staatswatte gepackt werden, weil man dem EU-Berufspolitikmoloch und seinen Profiteuren und Claqueuren auf den Leim geht, die behaupten, sie können besser wirtschaften als Unternehmer und Konsumenten. Derweil kriegt der Moloch nicht mal seine elementarsten Hausaufgaben hin, effektiven Grenzschutz beispielsweise. Hier erweist sich das dysfunktionale Weltsozialamt Deutschland als der eigentliche faule Kern des vermeintlich gesunden EU-Europa-Apfels. (Beifall bei der AfD – Zurufe von der CDU/CSU und der SPD: Oh!) Lassen Sie die Briten gehen und aufzeigen, dass es sehr wohl ein Leben nach der EU gibt und dass nach eventuellen Dellen in einem Umstellungsprozess sich bald keiner mehr daran erinnern kann, warum in aller Welt man diesen kontinentaleuropäischen Zirkus überhaupt so lange mitgemacht hat. (Beifall bei der AfD) In den zurückliegenden zweieinhalb Jahren seit dem Referendum haben sich die Aktienmärkte vor Ort phasenweise sogar besser entwickelt als der EU-Durchschnitt. Endlich kühlt vor allem auch der überhitzte Immobilienmarkt ein bisschen ab. So sehen sie aus, die Kräfte des Marktes, wenn man sie nur lässt. Danke und Good Luck nach Großbritannien. (Beifall bei der AfD) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Florian Hahn, CDU/CSU, ist der nächste Redner. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD) Florian Hahn (CDU/CSU): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Dr. Weyel, ich weiß nicht, ob Sie in der Tagesordnung die Überschrift zu dieser Debatte gelesen haben. Sie lautet: Brexit. In Ihrem Beitrag aber habe ich nichts zum Brexit und zur Frage, wie der Brexit gestaltet werden soll, der so ungeheuerliche Konsequenzen auch für unser Land hat, gehört. Nichts! Sie haben dafür keine Idee. Sie betreiben allein EU-Bashing. (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Peinlich!) Sie haben in dieser Debatte versagt. Sie haben keinerlei Beitrag dazu geleistet, zu klären, wie wir den Brexit gestalten sollten. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD – Armin-Paulus Hampel [AfD]: Das war eine intellektuelle Herausforderung! Das stimmt!) Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir sollten am Anfang eines Wortbeitrags zum Brexit das hervorheben, was für alle Beteiligten einschließlich des Vereinigten Königreiches am besten wäre, nämlich der Exit vom Brexit, die Abkehr vom EU-Austritt. (Armin-Paulus Hampel [AfD]: Das hättet ihr gerne!) Die Umkehr Londons wäre sogar unproblematisch und einseitig von London noch bis Ende März umsetzbar. Beginnen möchte ich deshalb mit dem Text am Ende unseres Antrags, über den wir heute debattieren: Die Tür zur Europäischen Union muss für das Vereinigte Königreich auch in Zukunft offengehalten werden. (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD sowie des Abg. Dr. Marco Buschmann [FDP]) Im gleichen Atemzug sollte aber auch klargestellt werden – und das sollten wir nicht vergessen, wenn wir über die Konsequenzen debattieren –, wer uns die Suppe eingebrockt hat: (Zuruf von der AfD: Frau Merkel!) die britische Regierung, wenn auch nicht die von Theresa May, sondern die des Vorgängers. (Armin-Paulus Hampel [AfD]: Falsch! Frau Merkel!) Die Lage wird jeden Tag komplexer und unübersichtlicher. Ich möchte deshalb einige aktuelle Fragen aufgreifen. Warum darf das Austrittsabkommen nicht mehr aufgeschnürt werden, wie London es gerne hätte? Bis zum Ende der Verhandlungen zum Austrittsabkommen galt: Nichts ist vereinbart, bis nicht alles vereinbart ist. Umgekehrt muss es dann auch heißen: Einen wichtigen Einzelaspekt infrage zu stellen, bedeutet, das Gesamtpaket infrage zu stellen. Das kann doch jetzt niemand ernsthaft wollen. Es geht dabei nicht um Prinzipienreiterei und auch nicht darum, jemanden zu bestrafen. (Armin-Paulus Hampel [AfD]: Doch, darum geht es dauernd!) Das zeigt die jetzt laufende Debatte über den Backstop. Warum brauchen wir den Backstop? Beim Backstop geht es ganz konkret um die eminent wichtige Frage der Bewahrung des Friedens auf der irischen Insel und die Bewahrung des Karfreitagsabkommens. Weder London noch wir wollen, dass der Backstop in Kraft tritt. Er wäre nur eine Zwischenlösung für den Fall der Nichteinigung. Besser wäre es natürlich, wenn sich Brüssel und London innerhalb der Übergangsphase auf ein dauerhaftes neues Regime verständigen würden. Warum ist der Backstop nicht befristet und sieht keine Kündigungsrechte für London vor? Weil wir auf der irischen Insel dauerhaft, unwiderruflich und wasserdicht Zollgrenzkontrollen verhindern wollen. Das wäre nicht gewährleistet, wenn der Backstop befristet wäre oder London ihn einseitig kündigen könnte, ohne dass es eine Anschlussregelung gibt. Zudem würden wir uns in den Verhandlungen über das Zukunftsabkommen in dieser Frage von London abhängig machen. Sind das nicht theoretische Gedankenspiele? Muss die EU nicht trotzdem einlenken angesichts des Chaos in London? (Armin-Paulus Hampel [AfD]: Sie wollen das immer noch!) Wir sind für dieses Chaos nicht verantwortlich. Das Beste für alle wäre eine Abkehr vom Brexit. Das britische Volk hat zwar vor gut zwei Jahren für den EU-Austritt gestimmt, aber es waren viele Falschinformationen im Spiel. Wenn ich mir das aktuelle Chaos in London anschaue, bin ich mir nicht sicher, ob die britische Bevölkerung sich das so vorgestellt hat. Stand heute, zweieinhalb Jahre später, wissen wir vor allem, was London nicht will: Es will nicht in der EU bleiben. Es will das vorliegende Austrittsabkommen nicht. Aber die innenpolitischen Probleme des Vereinigten Königreichs können wir nicht lösen, schon gar nicht dadurch, dass wir sehenden Auges Gefahr laufen, in einigen Jahren entweder die Integrität des EU-Binnenmarktes oder den Frieden auf der irischen Insel aufs Spiel setzen zu müssen. Fazit: Mehrheiten gegen alles Mögliche gibt es in London, aber keine für etwas. Der Ball liegt bei London: harter Brexit, weicher Brexit, kein Brexit – das sind die Optionen. Wir wollen endlich wissen, was London will. Wir wissen, was wir wollen. Wenn es zu einem Brexit kommt, dann wünschen wir uns einen weichen Brexit. Dafür haben wir ein gutes Abkommen. Wir wünschen uns eine friedliche Lösung für Irland. Und wir wünschen uns ein gutes Verhältnis zum Vereinigten Königreich, auch wenn es außerhalb der Europäischen Union ist, ohne dass der Austritt zum attraktiven Prototyp für eine Auflösung der EU wird. So haben wir das auch im vorliegenden Antrag deutlich gemacht. Ich bitte deshalb um Zustimmung. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Dr. Marco Buschmann, FDP, ist der nächste Redner. (Beifall bei der FDP) Dr. Marco Buschmann (FDP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Großbritannien ist das Mutterland der Demokratie. Großbritannien ist das Mutterland des Parlamentarismus. Bedenkt man John Lockes großen Satz, dass Leben, Freiheit und Besitztümer zum Menschen gehören, ist Großbritannien auch das Mutterland der Grund- und der Menschenrechte. Wenn ein solches Land seine Zukunft nicht mehr im Kreise der EU sieht, sondern außerhalb, dann ist das ein Anlass, der mich nicht nur besorgt, er macht mich traurig. Ich möchte fast sagen: Es zerreißt einem das Herz. (Armin-Paulus Hampel [AfD]: Dann sollte man darüber nachdenken!) Deshalb sollten wir trotzdem, auch wenn es einige schon mehrmals gesagt haben, klar zum Ausdruck bringen: Wenn das britische Volk nach seinen eigenen verfassungsmäßigen Regeln zu dem Ergebnis kommen sollte, dass es seine Entscheidung korrigieren möchte, dann sollte es kein Triumphgeheul geben, dann darf es keine Arroganz geben, sondern dann sollten wir uns freuen und es wie den verlorenen Sohn im Kreise der Familie willkommen heißen, und zwar ohne jegliche Überheblichkeit. Dieses Signal sollte von dieser Debatte ausgehen. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Lachen bei Abgeordneten der AfD – Armin-Paulus Hampel [AfD]: Das wollen die nicht!) Es zerreißt einem nicht nur das Herz, wenn man die Entwicklung beobachtet, sondern der harte Brexit würde auch Lieferketten zerreißen. Alexander Graf Lambsdorff und andere Redner haben darauf hingewiesen: Es betrifft das Familienrecht, das Gesellschaftsrecht, Medizinproduktezulassung – unzählige Lebensbereiche sind betroffen. Und wir sind uns in Wahrheit doch einig: Angesichts dieses Ereignisses, das so tiefgreifende, einschneidende Veränderungen im Leben nicht nur der britischen Bürger, sondern auch unserer Bürger bedeuten könnte – wenn es beispielsweise bei Ford demnächst Produktionsdrosselungen gibt, wenn Zulieferer betroffen sind –, müssen wir alle gemeinsam von der Bundeskanzlerin eine Regierungserklärung verlangen, aus der hervorgeht, wie sie die Lage beurteilt, was die Instrumente wären, um Schaden von uns abzuwenden, und wie sie diese Instrumente umsetzen würde. Ich kann nicht verstehen, dass die Bundeskanzlerin bis heute angesichts dieser historischen Entwicklung – der Außenminister hat es selbst „historisch“ genannt – eine Regierungserklärung in diesem Haus verweigert. Das ist inakzeptabel. (Beifall bei der FDP und der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Sie hat doch gestern ausführlich Stellung genommen!) Wir werden als Parlament hier trotz dieser historischen Entwicklung wie Bittsteller behandelt, als ob wir um eine Audienz bei einem Gutsherren bitten; und es wird in Gutsherrenmanier darüber entschieden. Das ist angesichts einer so bedeutenden Frage ein Modus im Umgang, den wir uns als selbstbewusstes Parlament nicht bieten lassen können. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Und wenn das so ist, (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Das ist nicht so!) dann ist der Weg, darauf zu antworten, der, ein Gesetz zu machen: Wir wollen und schlagen deshalb dem Parlament vor, dass dieses Parlament bei solchen Entscheidungen, solchen Entwicklungen mit solcher Tragweite nicht mehr betteln muss um eine Regierungserklärung, (Zuruf von der CDU/CSU: Dass man wegen jedem Dreck eine Regierungserklärung machen muss!) sondern dass dieses Parlament einen Anspruch darauf hat, dass die Bundesregierung vor Räten und vor großen Entscheidungen mit internationalen Bezügen durch die Regierungschefin hier erklärt, (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Das findet doch statt!) was sie vorhat, und sich anhören muss, was wir dazu zu sagen haben, und zwar als Vertreter des deutschen Volkes. Das ist angemessen für demokratischen Parlamentarismus. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der AfD, der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Ich möchte schließen mit einer Bemerkung, die nicht von einem Mitglied meiner Fraktion stammt. Mein Büronachbar Norbert Lammert hat stets gesagt – – Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Herr Kollege Buschmann, der Kollege Grosse-Brömer würde Ihnen gerne eine Zwischenfrage stellen. Dr. Marco Buschmann (FDP): Ich freue mich darauf. (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Und ich erst! – Florian Hahn [CDU/CSU]: Man sieht es! Er ist noch nicht ganz so überzeugt!) Michael Grosse-Brömer (CDU/CSU): Ich freue mich auch, dass Sie, Herr Kollege, diese Frage zulassen. – Sind Sie mit mir einer Auffassung, dass das deutsche Parlament zu den Parlamenten zählt, das klare Regeln hat zur Beteiligung in Angelegenheiten der Europäischen Union – ja, dass man fast sagen kann: Kein Parlament ist eigentlich so intensiv beteiligt an der Einflussnahme auf die Regierung, wenn es um Entscheidungen in Europa geht? Würden Sie bestätigen, dass die Bundeskanzlerin hier regelmäßig Stellung nimmt vor großen Gipfeln, dass sie das zu G 20 getan hat, (Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das haben wir erstritten vor dem Bundesverfassungsgericht! – Manuel Sarrazin [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Schon lange nicht mehr!) dass sie das natürlich nicht zu jedem Gipfel macht, weil mancher Gipfel natürlich auch eine gewisse Routine ist, und dass es möglicherweise auch Sinn macht, dass die Bundesregierung in ihrer eigenen Kompetenz entscheidet, ob sie gewisse Sachen für so bedeutsam hält, dass sie dazu eine Regierungserklärung abgibt? (Manuel Höferlin [FDP]: Das ist der entscheidende Punkt!) Wenn das alles zutrifft, würden Sie dann vielleicht mit mir der Auffassung sein, dass eine gesetzliche Regelung – zumal es auch schwierig ist, zu sagen, wann es wichtig und wann es unwichtig ist; (Dr. Gesine Lötzsch [DIE LINKE]: Das glaube ich! – Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ich denke an unsere Klage und das Urteil vom Bundesverfassungsgericht!) wahrscheinlich gibt es dazu sehr unterschiedliche Auffassungen – in diesem Fall wirklich unsinnig wäre? (Beifall bei der CDU/CSU) Dr. Marco Buschmann (FDP): Ich bin sehr dankbar für diese Frage; sie war nämlich zu erwarten, und sie gibt mir Gelegenheit, einen Teil meiner Argumentation vorzutragen, die ich sonst in vier Minuten nicht hätte unterbringen können. (Beifall bei der FDP) Deshalb bin ich Ihnen erstens sehr dankbar und komme jetzt zweitens zur materiellen Beantwortung dieser Frage. Lieber Michael, das Bundesverfassungsgericht hat uns als Parlament aufgegeben, dass wir hier aufgrund unserer Verfassung eine Integrationsverantwortung haben (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Das ist doch klar!) und dass deshalb der alte Modus, europäische Angelegenheiten wie Außenpolitik zu betrachten, verfassungsrechtlich inakzeptabel ist. Und deshalb haben wir hier das EUZBBG durchgesetzt. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Stefan Müller [Erlangen] [CDU/CSU]: Das hat bis jetzt keiner bestritten!) Und deshalb ist es auch richtig, dass der Deutsche Bundestag eingebunden ist in Angelegenheiten der Europäischen Union, (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Da geben Sie mir also schon einmal recht!) dass diese Regelung jedoch zu einer Lücke führt: Die Informationspolitik ist intransparent, Große Anfragen werden so beantwortet, dass sich dieses Parlament verhöhnt fühlen muss, und eine Regierungserklärung wird verweigert, obwohl es um einen historischen Vorgang geht. Das führt dazu, dass eine Lücke an Aufklärung entsteht, in die dann die Fake News der Freunde vom rechten Rand Einzug halten. Und deshalb wäre es klug – in Anbetracht der Integrationsverantwortung, der Transparenz und des Selbstbewusstseins dieses Parlaments –, eine gesetzliche Regelung zu treffen. Und jetzt sage ich dir, Michael – ich bin noch nicht zu Ende –: Die Frau Bundeskanzlerin hat verweigert, hier eine Regierungserklärung abzugeben, obwohl wir am 1. Dezember 2016 die G‑20-Präsidentschaft übernommen haben – eine ganz außergewöhnliche Entwicklung. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN ) Die Frau Bundeskanzlerin hat verweigert, hier eine Regierungserklärung vor dem ersten NATO-Gipfel mit Donald Trump abzugeben, der die Existenz des Nordatlantischen Bündnisses infrage gestellt hat. (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Sie hat gestern dazu Stellung genommen!) Ja wenn man selbst bei solchen Dingen hier die Regierungserklärung verweigert, dann ist es Zeit, eine gesetzliche Verpflichtung einzuführen; daran führt kein Weg vorbei. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Nein!) Und deshalb möchte ich mit den Worten des ehemaligen Präsidenten dieses Hauses schließen – Michael, der deiner Fraktion angehört –: „Nicht die Regierung hält sich ein Parlament“, sondern ein Parlament hält sich eine Regierung. – Und dieses Selbstbewusstsein fordern wir über unseren Gesetzentwurf ein. Herzlichen Dank. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Das haben wir auch! – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Sehr richtig!) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Nächster Redner ist der Kollege Detlef Seif, CDU/CSU. (Beifall bei der CDU/CSU) Detlef Seif (CDU/CSU): Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Die Ausführungen unserer Kollegen Marco Buschmann und Graf Lambsdorff können so natürlich nicht stehen bleiben. (Zuruf von der FDP: Doch!) Hier wird der Eindruck erweckt, als ob die Bundesregierung völlig überrascht sei und sagt: Jetzt haben wir eventuell einen harten Brexit; jetzt müssen wir uns vorbereiten. Tatsache ist doch, dass sich kein Mitgliedstaat schon zu Beginn der Verhandlungen nach außen erkennbar im Sinne eines Hard Brexit betätigt. Das würde doch den Eindruck erwecken, wir gingen von vornherein davon aus, dass es nichts wird. (Dr. Marco Buschmann [FDP]: Da muss man informieren!) Und wenn Sie einmal genau hinschauen, sehen Sie, dass sich diese Bundesregierung seit Sommer 2016 auf die Konsequenzen vorbereitet: Es fanden Ressortabstimmungen statt. Es wurde Personalbedarf ermittelt. Es wurde Anpassungsbedarf ermittelt. Es gab eine enge Zusammenarbeit mit den Verbänden ZDH und DIHK. Es gibt – wenn Sie sich einmal die Mühe machen – auf der Seite des Wirtschaftsministeriums eine E‑Mail-Adresse (Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie reden nicht über die Regierung, sondern über das Parlament!) und das Bürgertelefon „Brexit“, über die Sie sich als Unternehmer mit Ihren Fragen dorthin wenden können. (Dr. Marco Buschmann [FDP]: Als Parlamentarier offenbar nicht!) Wir als Parlament haben in Verbindung mit der Bundesregierung jetzt auch bereits vieles zu den Bürgerrechten auf den Weg gebracht – ich darf daran erinnern –: Staatsangehörigkeitsrecht, Beamtenstatusgesetz, Umwandlungsgesetz, Brexit-Steuerbegleitgesetz, Bausparkassengesetz, Pfandbriefgesetz, Regelungen für grenzübergreifende Finanzdienstleistungen, Bestimmungen zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit, Berufsausbildungsgesetz, Regelungen zum Arbeitsmarktzugang, zu aufenthaltsrechtlichen Fragen. Ja, wie kommen Sie auf die Idee, dass wir nicht vorbereitet sind? Natürlich sind wir das. Und jetzt sehen wir, dass der Hard Brexit eventuell kommt; und die drei, vier Monate werden ausreichen, damit wir uns nach diesen guten Vorbereitungen national, in der Bundesregierung und im Bundestag, dann auch letztlich an die wichtigen Gesetze begeben können. (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD) Und an die AfD gerichtet: Es ist ja nicht so, dass wir die Erkenntnis haben: Das ist ein Lose-lose-Ergebnis, also beide werden verlieren. Ich darf daran erinnern: In den Jahren 2012 bis 2015 hat die britische Regierung selbst eine Untersuchung der Kompetenzverteilung der Mitgliedstaaten der Europäischen Union auf den Weg gebracht. Ergebnis: wunderbar, auch im Interesse Großbritanniens. – Kurz vor dem Referendum über den Brexit schlussfolgerte die britische Regierung, dass kein bestehendes Modell außerhalb der Europäischen Union auch nur annähernd dieselben Vorteile und denselben Einfluss bieten könne wie die Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Und dann gibt es noch einen geleakten Bericht vom Januar 2018; den wollte die britische Regierung zunächst verstecken und geheim halten. Daraus folgt: Bei allen Brexit-Szenarien wird der Verlierer auch eindeutig Großbritannien sein, und die wirtschaftliche Entwicklung wird deutlich zurückgehen. Meine Damen und Herren, wenn wir nach Großbritannien schauen, dann habe ich den Eindruck, dass den dortigen Politikern doch eines verloren gegangen ist: der klare Kompass für ein Handeln aus Überzeugung und für ein Handeln auf der Grundlage von Daten und Fakten. Denn anders ist es nicht zu erklären, dass die Erkenntnisse aus den Berichten nicht umgesetzt und nicht berücksichtigt wurden. Es ist schade, dass man hier seinen Weg stur weitergeht. Meine Damen und Herren, machen wir uns nichts vor. Wir haben jetzt in Europa, in der Europäischen Union und auch in den Mitgliedstaaten einige Absagen an Großbritannien erteilt, was Nachverhandlungen über den Inhalt des Austrittsabkommens angeht. (Zuruf von der FDP: Was?) Ich habe mich am Samstag mit einem britischen Staatssekretär unterhalten, und er hat mir gesagt: Ach, das war doch immer so. Im letzten Moment, wenn es darauf ankommt, da gibt die EU doch nach. Ich kann an unsere britischen Freunde nur die Erklärung abgeben: Macht keinen Fehler! Nachverhandlungen sind ausgeschlossen. Es wurden bereits rote Linien überschritten. Durch das Ergebnis dürfen weder das Projekt EU noch die Integrität des Binnenmarktes beeinträchtigt werden. (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD sowie der Abg. Dr. Franziska Brantner [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Deshalb gibt es auch keine Nachverhandlungen. Die Bedenken der britischen Seite bei der Notfalllösung müssen wir natürlich ernst nehmen. Dort ist der Eindruck entstanden: Man will uns innerhalb der Europäischen Union halten durch eine Zollunion, durch Binnenmarktregelungen für Nordirland. – Diesen Eindruck – das ist ganz wichtig – müssen wir im Weiteren zunichtemachen, indem wir unseren Freunden aus Großbritannien deutlich machen, dass auch wir – die Europäische Union, aber auch Deutschland – ein großes Interesse daran haben, möglichst schnell innerhalb der Übergangsphase tatsächlich zu einem Freihandelsabkommen zu kommen. Abschließend kann ich an die britischen Freunde nur appellieren, die uns an dieser Stelle – das ist richtig – einen Vertrauensvorschuss geben müssen, in ihrem eigenen Interesse und auch im Interesse der angestrebten besonders engen, freundschaftlichen und maßgeschneiderten zukünftigen Beziehungen zur EU dem ausgehandelten Austrittsvertrag und der politischen Erklärung zuzustimmen, gegebenenfalls noch mit den Zusicherungen, die ich gerade aufgezeigt habe. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Letzter Redner in dieser Debatte ist der Kollege Philipp Amthor, CDU/CSU. (Beifall bei der CDU/CSU) Philipp Amthor (CDU/CSU): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Debatte zum Brexit hat uns gezeigt – und ich glaube, so sollten wir auch immer differenzieren –, dass wir dieses Problem auf mehreren Ebenen angehen müssen. Natürlich – das müssen wir gerade auch als selbstbewusste Parlamentarier sagen – ist die allererste Ebene, auf der wir uns diesem Thema nähern, die nationale Perspektive: (Armin-Paulus Hampel [AfD]: Sehr gut! In jungen Jahren kann man noch lernen! Sehr schön!) Was ist zu tun für unser Land, was müssen wir anpassen, welche Konsequenzen sind im deutschen Interesse? Ich will entgegen aller Kassandrarufe, die es hier in der Debatte gab, deutlich sagen: Die Bundesregierung ist vorbereitet, und wir werden auch auf die neuen Entwicklungen reagieren. Wir werden hier im nationalen Interesse agieren. (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU) Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Hinzu kommt aber – das ist völlig klar; Herr Buschmann, Sie haben das zu Recht angesprochen –: Natürlich gibt es die europäische Dimension des Brexits. Der Brexit ist für uns kein europapolitisches Tagesgeschäft, sondern im Moment wirklich eine der wichtigsten Entwicklungen innerhalb der Europäischen Union, die uns natürlich auch Sorge macht. Gerade deshalb haben wir als selbstbewusste Parlamentarier auch gesagt, dass wir uns mit einem Antrag, aus den Fraktionen heraus erarbeitet, mit diesem Thema beschäftigen wollen. Ich weiß ja nicht; aber die FDP scheint wirklich Sehnsucht danach zu haben, dass die Bundesregierung hier die Debatten aufwirft. Wir machen das bei uns in der Fraktion selbst und haben einen eigenen Antrag vorgelegt, und das ist auch ein guter Weg. (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Dr. Marco Buschmann [FDP]: Schauen Sie sich mal die Media Coverage an! – Manuel Sarrazin [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nehmen Sie heute am Gipfel teil?) Ich will auch sagen: Der Antrag, den wir vorgelegt haben, enthält vor allem einen Anspruch, den wir haben müssen, nämlich den Anspruch, den Blick auf eine multinationale Welt zu lenken. Das ist auch wichtig. Wir sehen bei den Briten in der Innenpolitik im Moment eine gewisse Verunsicherung, und wir sehen in der britischen Innenpolitik vor allem – das darf nicht die Herangehensweise des Deutschen Bundestages sein –, dass man sich schneller einig darin ist, gegen etwas zu sein, als für etwas zu sein. Die Briten sind gegen das Abkommen, sie sind zum Teil gegen Theresa May, aber trotzdem auch gegen ein Misstrauensvotum, aber sie sagen uns nicht, für was sie sind. (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Da sind sie wie die AfD! – Martin Hebner [AfD]: Für Selbstständigkeit!) Hier ist es wichtig, zu formulieren: Für was wollen wir eintreten? (Armin-Paulus Hampel [AfD]: Für Eigenständigkeit!) Für uns ist ganz klar: Wir wollen hier für Freihandel, für eine Sicherheitskooperation und für Wachstum eintreten. Da ist die Tür auch für Großbritannien offen; aber wir sind nicht bereit, nur aus einer Abwehrhaltung heraus Freihandel zu betreiben und eine Kooperation einzugehen. Das ist nicht der richtige Weg auf der internationalen Ebene. Deswegen geben wir ein klares Bekenntnis zum Multilateralismus ab. Das ist auch der Geist, den unser Abkommen trägt. Aber wir sagen – das haben die Kollegen Florian Hahn und Detlef Seif zu Recht gesagt –: Wir wollen keine Nachverhandlungen. – Es gilt am Ende eines langen Abstimmungsprozesses: Take it or leave it. – So ist es auch mit diesem ausgehandelten Abkommen. Der Entwurf, der auf dem Tisch liegt, ist fair, er ist ausgewogen, und beide Seiten haben auch Zugeständnisse gemacht. (Gunther Krichbaum [CDU/CSU]: Vor allem wir!) Ich kann nur sagen: Wenn die Briten glauben, dass sie durch den Brexit gewonnen haben, dann ist das die völlig falsche Grundannahme. Das Grundübel waren schon die Kampagne für den Brexit und die Entscheidung für den Brexit. (Armin-Paulus Hampel [AfD]: Warum haben die Engländer das gemacht?) Man kann, wenn man eine falsche Grundentscheidung getroffen hat, nicht erwarten, als Gewinner vom Platz zu gehen. (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Zuruf von der AfD: Aha!) Dass die Briten am Ende Einschnitte hinnehmen müssen, war schon in ihrer Entscheidung am Anfang begründet. Was ist unsere Erwartung auch als Europäer? Ich sage ganz klar, gerade auch mit Blick auf das nächste Jahr: Es muss einen Unterschied machen, ob man in der Europäischen Union ist oder nicht, und wenn man die Europäische Union verlassen will, dann darf man sich nicht wundern, dass das negative Konsequenzen hat. Es geht mir nicht darum, die Briten zu bestrafen, wie mancher kokettiert; (Armin-Paulus Hampel [AfD]: Nein!) aber ich will auch nicht am Ende von Verhandlungen die Bilder sehen, auf denen Nigel Farage und Boris Johnson mit dem Union Jack in der Hand über die Straßen von London laufen und rufen: „We are free“. – Das ist das falsche Bild, und das werden wir auch nicht produzieren. Wir wollen in den Verhandlungen vielmehr erreichen, dass sich die Gemeinschaft zu Multilateralismus, zu Freihandel und zu Wachstum bekennt. Das ist ein Weg, wie man Europa gestalten kann. Dafür steht den Briten unsere Tür offen. Wir sagen hier: Wir wollen eine Zusammenarbeit mit Großbritannien, wir wollen die deutsch-britische Freundschaft; aber wir wollen keine faulen Kompromisse auf Kosten der Europäischen Union. Es ist etwas wert, wenn man in der Europäischen Union ist. Diese Erfahrung machen die Briten zurzeit, und sie ist schmerzlich. Ich hätte es mir für sie anders gewünscht. Nun hoffen wir, dass wir auf dem Weg vorangehen und dass die europäische Idee auch in Zukunft gewinnt. Dafür arbeitet meine Fraktion. Herzlichen Dank. (Beifall bei der CDU/CSU) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Damit schließe ich die Aussprache. Wir kommen zur Abstimmung über den Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD auf der Drucksache 19/6412 mit dem Titel „Den Brexit geordnet vollziehen – Das Austrittsabkommen und die Politische Erklärung als Voraussetzung für eine künftige enge und vertrauensvolle Partnerschaft der EU mit dem Vereinigten Königreich“. Wer stimmt für diesen Antrag? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Dann ist der Antrag mit den Stimmen von CDU/CSU gegen die Stimmen von AfD und Fraktion Die Linke bei Enthaltung von FDP und Bündnis 90/Die Grünen angenommen. (Manuel Sarrazin [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie haben die SPD vergessen! – Armin-Paulus Hampel [AfD]: Die SPD, Herr Präsident!) – Der Antrag ist mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD angenommen. Interfraktionell wird Überweisung des Gesetzentwurfs auf der Drucksache 19/6399 an die in der Tagesordnung aufgeführten Ausschüsse vorgeschlagen. Gibt es dazu anderweitige Vorschläge? – Das ist nicht der Fall. Dann ist die Überweisung so beschlossen. Dann rufe ich die Tagesordnungspunkte 4 a und 4 b auf: a) Beratung des Antrags der Abgeordneten Tino Chrupalla, Dr. Bernd Baumann, Marc Bernhard, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD Meisterpflicht wieder einführen – Handwerk stärken Drucksache 19/4633 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Wirtschaft und Energie (f) Ausschuss für Arbeit und Soziales Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung b) Beratung des Antrags der Abgeordneten Manfred Todtenhausen, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP Ausbildung und berufliche Aufstiegsfortbildung in Deutschland und Europa stärken Drucksache 19/6415 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Wirtschaft und Energie (f) Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union Nach einer interfraktionellen Vereinbarung sind für die Aussprache 60 Minuten vorgesehen. – Auch dazu höre ich keinen Widerspruch. Dann ist auch das so beschlossen. Dann bitte ich, die notwendigen oder offenbar gewünschten Veränderungen zügig vorzunehmen. – Bitte nehmen Sie wieder Platz oder verlassen Sie den Saal, wenn Sie nicht Platz nehmen wollen, Herr Kollege Röttgen und Frau Kollegin Brantner. – Danke sehr. Das Wort hat der Kollege Chrupalla, AfD. (Beifall bei der AfD) Tino Chrupalla (AfD): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kollegen! Liebe Landsleute! Die rot-grüne Regierung hat im Jahr 2004 die Meisterpflicht für 53 Handwerksberufe abgeschafft. Damit hat sie den Handwerksmeistern ihre Berufsehre und die Wertschätzung ihrer Arbeit genommen. (Armin-Paulus Hampel [AfD]: So ist es!) Ein starkes Stück, wenn man sich überlegt, dass die SPD mal eine Arbeiterpartei war! (Beifall bei der AfD) Die Abschaffung des Meistersbriefs traf Gewerke, in denen die Unfallgefahr als gering eingestuft wurde – als ginge es nur um Sicherheit –, darunter Metall- und Glockengießer, Gold- und Silberschmiede, Holzbildhauer, Buch- und Siebdrucker, Korbmacher, Schneider, Weber, Kürschner, Schuhmacher, Sattler, Müller, Brauer und Mälzer, Glas- und Porzellanmaler und viele mehr, die ich jetzt nicht alle aufzählen kann, die aber alle gleich wertvoll sind. (Beifall bei der AfD) Damit hat die Bundesregierung einer der tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft – und der deutschen Kultur – erheblichen Schaden zugefügt. 53 Handwerke sind aufgrund der seit 14 Jahren nicht mehr geltenden Zulassungspflicht in ihrem Kern destabilisiert. (Armin-Paulus Hampel [AfD]: Hört! Hört!) Ich betone bewusst den kulturellen Wert handwerklicher Fertigkeiten, mit dem wir unseren Antrag auch begründen. Ich denke hier vor allem an die vielen kunsthandwerklichen Berufe und Gewerke zur Herstellung von Musikinstrumenten wie Geigenbauer, Orgelbauer, Klavier- und Cembalobauer und andere: In all diesen Gewerken wurden mit der Abschaffung des Meisterbriefs wertvolles Wissen und Tradition vernichtet. Über viele Jahrhunderte gewachsenes kulturelles Kapital geht hier verloren. Das kommt dabei heraus, wenn Rot-Grün an die Macht kommt. (Beifall bei der AfD sowie bei Abgeordneten der FDP – Carsten Schneider [Erfurt] [SPD]: Wir stehen kurz davor!) Das deutsche Handwerkswesen ist auch Ausdruck unseres kulturell tief verankerten Qualitätsbewusstseins. Dazu gehört eine bestimmte Haltung zur Arbeit, zum Beispiel die typisch deutsche Gewissenhaftigkeit, die auch viel mit Verantwortungs- und Gemeinschaftsgefühl zu tun hat. Es ist unsere historische Pflicht, diese kulturellen Werte zu erhalten. Das sind wir den großen Meistern vor uns und den Generationen, die nach uns kommen, schuldig. (Beifall bei der AfD) Dafür setzt sich die AfD ein, und unsere Position ist dabei nicht verhandelbar. Ja, Frau Özoğuz, es gibt eine deutsche Kultur, und sie ist auch identifizierbar: Sie zeigt sich nicht zuletzt in unserer Handwerkstradition. (Zuruf der Abg. Ulli Nissen [SPD]) Das erschließt sich vielleicht nur denjenigen, die einen Sinn für deutsche Wertarbeit haben. (Beifall bei der AfD) Da gibt es natürlich große kulturelle Unterschiede. Hier müssen wir offenbar noch einiges an Integrationsarbeit leisten und unseren ausländischen Mitbürgern deutlicher vermitteln, was unsere Kultur ausmacht, die sich ja nicht in Folklore erschöpft. (Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Warum sprechen Sie jetzt Frau Özoğuz an? Was soll das? – Sören Bartol [SPD]: Brauner Typ! Durch und durch braun!) Abgesehen davon können wir es uns gar nicht leisten, diese Werte und diese Standards aufzugeben. Sie sind unser Kapital. (Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Warum sprechen Sie Frau Özoğuz an?) Anders als Afrika und Indien haben wir keine wertvollen Bodenschätze wie Gold und Diamanten. Wir haben auch kein Erdöl wie Saudi‑Arabien. Unser Geist, unsere Kreativität und unsere Schaffenskraft, das ist alles, was wir haben. (Sören Bartol [SPD]: Eure Schaffenskraft? Was ihr habt, ist Destruktion!) Diese Dinge dürfen wir nie und nimmer aufgeben und preisgeben; denn das wäre der Untergang einer Kulturnation im Herzen Europas. (Beifall bei der AfD – Sören Bartol [SPD]: Schlechte Menschen seid ihr!) Das Handwerk ist eine tragende Säule des deutschen Mittelstands. Mehr als 5,3 Millionen Erwerbstätige arbeiten im Handwerk. Das haben Sie im Koalitionsvertrag ja selbst geschrieben. Wenn man die jungen Leute an den Schulen aber richtig über Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk informieren würde, dann wären noch mehr Stellen im Handwerk besetzt; da bin ich mir sicher. Und dann hätten wir auch keinen Fachkräftemangel. (Armin-Paulus Hampel [AfD]: So ist es!) Der entstand ja nur deshalb, weil junge Leute in die Akademisierung getrieben wurden und viele Handwerksberufe in der Öffentlichkeit gar nicht bekannt sind. (Beifall bei der AfD) Als Ursache für den Fachkräftemangel ist das viel schlüssiger als der gebetsmühlenartig wiederholte Geburtenrückgang, der so dramatisch eigentlich gar nicht ist. Den Begriff vom „Akademisierungswahn“ prägte wohlgemerkt ein Professor, Herr Nida-Rümelin, der ehemalige Kulturstaatsminister. Er hat schon vor Jahren vor dieser Entwicklung gewarnt, aber er wurde offenbar nicht gehört. Ich kann den Kollegen der Altparteien nicht den Vorwurf machen, dass Sie die Relevanz des Handwerks und der dualen Ausbildung für die deutsche Wirtschaft leugnen. Schon im Jahr 2014 haben Sie hier im Plenum über das Handwerk debattiert. Sie waren sich größtenteils einig, dass die Abschaffung des Meisterbriefs ein Fehler war. Inzwischen sind vier weitere Jahre vergangen, und nichts ist geschehen. (Beifall bei der AfD) Warum eigentlich nicht? In allen Koalitionsverträgen nach 2004 hat sich die Bundesregierung zur Stärkung des Handwerks bekannt. (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Und viel dafür getan!) Im Jahreswirtschaftsbericht 2018 sucht man jedoch vergeblich nach dem Wort „Handwerk“. Stattdessen haben Sie tatenlos zugesehen, wie deutsche Handwerksbetriebe zunehmend durch EU-Regularien und Bürokratie stranguliert werden. (Armin-Paulus Hampel [AfD]: Richtig!) Es handelt sich bei der Meisterpflicht fürs Handwerk nicht um eine überkommene Tradition, sondern um eine bewährte Tradition, die es zu erhalten gilt. (Beifall bei der AfD) Die negativen Folgen der Abschaffung des Meisterbriefs bestätigen dies. Sie sind durch zahlreiche Studien belegt und wurden schon in der Debatte im Jahr 2014, insbesondere von der Kollegin Strothmann von der CDU/CSU, klar benannt. (Ralph Brinkhaus [CDU/CSU]: Gute Frau!) Es ist inzwischen erwiesen, dass Betriebe, deren Inhaber einen Meisterbrief besitzen, größere Chancen auf nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg haben. Die Handwerksnovelle hat weder die Beschäftigungs- noch die Ausbildungsrate im Handwerk erhöht. Die Wiedereinführung des Meisterbriefs würde sich auch positiv auf den ländlichen Raum auswirken, insbesondere auf die historisch gewachsenen Handwerksregionen. Das sind nämlich die Regionen, in denen ein Großteil der Erwerbstätigen im Handwerk beschäftigt ist. Viele Landkreise in Bayern und Sachsen sind stark von dieser Struktur geprägt. Wenn Sie den ländlichen Raum stärken wollen, dann sollten Sie sich als Erstes darum kümmern, dass das Handwerk wieder die gesellschaftliche Würdigung erfährt, die ihm zusteht. (Beifall bei der AfD) Das sind nämlich die Betriebe, die vielleicht nicht ganz so exorbitante Gewinne einfahren wie internationale Großkonzerne, die dafür aber solide und nachhaltig wirtschaften und vielen Bürgern auf dem Land eine zuverlässige, sinnstiftende Existenz sichern. In der handwerklichen Tätigkeit sind Körper und Geist gefragt. Viele Handwerksberufe erfordern neben Körperkraft und Geschicklichkeit auch ein hohes Maß an Konzentration. Wissen über die physikalischen Eigenschaften von Materialien ist wesentlich. Aber sehr wichtig ist die effiziente Kommunikation im Team. Das alles sind Eigenschaften, die auch im sonstigen Leben sehr nützlich sind. Gerade das Handwerk hat einen starken Gemeinsinn geprägt. Ich denke hier an die Gilden und Zünfte. Und das Handwerk förderte von jeher den grenzüberschreitenden, kulturellen Austausch, wenn zum Beispiel Zimmermänner auf Wanderschaft gingen, um in der Ferne andere Arbeitsweisen kennenzulernen. (Astrid Grotelüschen [CDU/CSU]: Das machen sie heute auch noch!) Der fahrende Geselle brauchte jedenfalls noch keine Belehrungen über den europäischen Geist. (Beifall bei der AfD – Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Das sind doch Binsenweisheiten!) Diesen gesellschaftlichen Wert des Handwerks sollten doch gerade diejenigen zu schätzen wissen, die immer von Menschenwürde, sozialem Miteinander und Europa reden. Wenn übrigens die EU mit dem deutschen Handwerk ein Problem hat, dann muss die EU ihre Haltung ändern und nicht wir. (Beifall bei der AfD) Deutschland zahlt die höchsten Beiträge an die EU. Von daher wäre es eigentlich angebracht, dass wir den Kommissaren sagen, wo es langgeht, und nicht umgekehrt. (Sören Bartol [SPD]: Das Handwerk war schon immer international! Sie sind wirklich verblendet! Gesellen auf Wanderschaft – das können die alles nicht mehr machen, wenn es nach Ihnen geht!) Zeigen Sie endlich Rückgrat, und machen Sie den Kommissaren klar, dass wir uns nur für Europa einsetzen können, wenn unsere Wirtschaft funktioniert, und dass wir das Recht haben, diese nach unseren Regeln zu gestalten! (Beifall bei der AfD) Frau Strothmann hat damals die „Meistersinger“ von Richard Wagner zitiert und berief sich auf eine Tradition, die sich 150 Jahre lang bewährt hat. Ich gehe noch weiter zurück und zitiere den Meistersinger und Schuhmacher Hans Sachs aus dem 16. Jahrhundert: Ehre, deutsches Volk, und hüte getreulich deinen Handwerksstand. Als das deutsche Handwerk blühte. blühte auch das deutsche Land. (Beifall bei der AfD) Da kriegen die Grünen fast Schnappatmung. – Hans Sachs würde sich im Grabe umdrehen wenn er sähe, wie hier mit diesen ehrbaren Berufen umgegangen wird, erst recht, wenn er sich die neusten Ideen von Frau Karliczek anhören müsste, die ja vorgeschlagen hat, die neudeutschen akademischen Abschlüsse – Master und Bachelor – auf das Handwerk zu übertragen. Damit werten Sie das Handwerk doch nicht auf, sondern ab, Frau Karliczek. (Beifall bei der AfD) Ich hoffe, dass wir mit unserem Antrag den Anstoß dazu geben, längst überfällige Korrekturen vorzunehmen und die Handwerksnovelle von 2004 rückgängig zu machen. Das sind Sie den fleißigen Handwerkern in unserem Land schuldig. Allen Meistern, Gesellen und Lehrlingen in unserem Land wünsche ich friedliche und besinnliche Weihnachtsfeiertage. Ich danke Ihnen. (Beifall bei der AfD) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Nächste Rednerin ist die Kollegin Astrid Grotelüschen, CDU/CSU. (Beifall bei der CDU/CSU) Astrid Grotelüschen (CDU/CSU): Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer! Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Es wäre schön, aber so einfach geht es dann doch nicht. Fakt ist, dass wir als Kunden und auch als Verbraucher, aber vor allen Dingen auch das Handwerk selbst mehr Meister brauchen. Denn die Zahl derer, die eine Meisterprüfung ablegen, ist in den letzten 20 Jahren stetig gefallen: (Armin-Paulus Hampel [AfD]: Wieso denn nur?) von knapp 34 000 in den zulassungspflichtigen Gewerken der Anlage A auf heute nur noch 19 500. Das ist ein Rückgang um rund 43 Prozent, und das ist volkswirtschaftlich gesehen ein schlechtes Signal, das wir als CDU/CSU-Fraktion deshalb gerne umkehren möchten. (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Armin-Paulus Hampel [AfD]: Sie regieren doch die ganze Zeit!) Doch der Weg zum Meistertitel ist kein Spaziergang. Übung, Fleiß, Disziplin und Können sind gefragt. Das zeichnet eine Meisterin, das zeichnet einen Meister aus. Daher ist es uns als Union wichtig – quasi zur besten Redezeit heute –, über ein Anliegen zu diskutieren, das wir gemeinsam mit den vielen Millionen Beschäftigten und auch selbstständigen Frauen und Männern im Handwerk verfolgen, die täglich unseren Alltag sprichwörtlich am Laufen halten, denen wir signalisiert haben, dieser Verknüpfung von Tradition und Innovation ein Stück ihrer Identität und ein Stück des verlorengegangenen ordnungspolitischen Rahmens zurückzugeben, und zwar, indem wir mehr Gewerken als aktuell einen Weg aufzeigen, wieder zulassungspflichtig zu werden. Aus diesem Grund haben wir in unserem Koalitionsvertrag die Aussage verankert: Wir werden den Meisterbrief erhalten und verteidigen. Wir werden prüfen, wie wir ihn für einzelne Berufsbilder EU-konform einführen können. Und in diesem Prozess, meine lieben Kollegen, sind wir als Regierungskoalition mittendrin. Warum schlagen wir diesen sicher nicht einfachen Weg ein? Weil der Meisterbetrieb aus Sicht der CDU/CSU-Fraktion für Qualität, für Verbraucherschutz und als Garant für die duale Ausbildung mit ihrer Spitzenqualifikation, der Meisterin und dem Meister, steht. Hier gibt es – das haben die Erfahrungen der letzten 15 Jahre gezeigt – deutlich negative Entwicklungen durch die unter Rot-Grün erfolgten Liberalisierungsreformen im Jahr 2004, als da wären – um nur einige zu nennen – die Verdrängung etablierter und qualifizierter Betriebe durch Billigkonkurrenz ohne entsprechende Qualifikation oder zum Beispiel der Boom bei der Gründung von Ein-Mann-Betrieben mit mangelnder sozialer Absicherung. Diese Fehlentwicklungen gilt es zu stoppen. Es gilt, sie umzukehren, und zwar, um die sehr gute Reputation, die mit dem Meisterbrief seit jeher verbunden wird, zu erhalten, meine Damen und Herren. (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU) Konkret geschieht dies in einer Arbeitsgruppe der Koalition, die in enger Zusammenarbeit mit dem ZDH, mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaftsseite die Vor- und Nachteile sowie rechtliche Möglichkeiten auslotet. Es gilt nämlich, das Ziel europarechts- und grundgesetzkonform zu erreichen. Es ist bezeichnend, dass man dazu im vorliegenden Antrag der AfD nichts findet. Aus meiner Arbeit als Berichterstatterin für die freien Berufe und auch für das Handwerk in den letzten Jahren weiß ich sehr wohl, dass wir mit Blick auf die rechtliche Seite sauber arbeiten müssen, um nicht zu unrealistischen Forderungen zu gelangen oder EU-Verfahren zu provozieren, die nachher nur kontraproduktiv sein können. Das öffentlich einsehbare Gutachten von Professor Burgi – das sage ich in Richtung AfD – zur verfassungs- und europarechtlichen Statthaftigkeit der Wiedereinführung der Meisterpflicht kann ich nur empfehlen; lesen Sie es, es gibt wirklich eine gute Orientierung. Der Antrag der AfD tut dies leider nicht. Deshalb werden wir ihn auch – das wird Sie nicht verwundern – ablehnen. Sie machen eigentlich immer wieder das gleiche Prozedere, egal zu welchem Thema: Sie beschreiben in höchstem Maße negative Zustände, stellen dann dieser Beschreibung Forderungen zur Seite, zeigen aber nicht einmal ansatzweise detaillierte Lösungen auf. Meine Kritik kommt nicht von ungefähr. So fordern Sie im ersten Punkt Ihres Antrags – ich zitiere –, „die Meisterpflicht im Sinne § 45 Handwerksordnung für alle zulassungspflichtigen Handwerksberufe wiedereinzuführen“. Wer das mit Verstand liest, bemerkt sofort, dass da nur eine unsinnige Wortklauberei formuliert worden ist, da die Definition „zulassungspflichtiges Handwerk“ das Vorliegen eines Meisterbriefes voraussetzt. Für alle zulassungspflichtigen Handwerksberufe besteht die Meisterpflicht bereits. Hier muss also nichts wiedereingeführt werden. Das nenne ich „handwerklich ganz schlecht gemacht“. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP und der LINKEN) Wir in der Union hingegen wollen ernsthaft und mit Sorgfalt die Fehlentwicklungen, die seit der rot-grünen Reform sichtbar werden, angehen. Gleichzeitig geht es aber auch darum, dass wir den Rechtsstaat achten, dass wir jetzt nicht das Kind mit dem Bade ausschütten, indem wir die Betriebe kaputt machen, die sich in den letzten 15 Jahren erfolgreich etabliert haben, oder die Branchen blockieren, die mit der Liberalisierung gut gefahren sind. Kurzum: Wir wollen eine gute und differenzierte Lösung, die dem Handwerk wirklich nützt und es vor allen Dingen nicht zusätzlich belastet. Daher plädieren wir, genauso wie im Übrigen das Handwerk selbst, für eine offene, transparente und ausgewogene Entscheidungsfindung. Keine Passepartout-Lösung, wie von Ihnen vorgeschlagen – einfach 53 Handwerksberufe wieder zurück in die Meisterpflicht nehmen –, sondern eine Lösung, die mit Experten aus der handwerklichen Praxis und Hand in Hand mit der Politik – an der zukünftigen Ausgestaltung des ordnungspolitischen Rahmens orientiert – erarbeitet wird. (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Das ist wesentlich klüger!) Wir haben mit unseren Gesprächen den Anstoß gegeben für die Ausarbeitung eines Kriterienkatalogs, der die Basis für die Wiederaufnahme einiger Gewerke in die Meisterpflicht sein kann. Wenn dieser Katalog steht, meine Damen und Herren, plädieren wir dafür, dass wir mit den Branchen reden, die dann jeweils darlegen können, warum eine Wiederaufnahme erforderlich ist oder gewünscht wird. Das kann man sicherlich im Rahmen einer Anhörung machen. Wir brauchen eine klare Operationalisierbarkeit einer begrenzten Anzahl rechtlich relevanter Kriterien, deren Erfüllung empirisch nachweisbar sein muss. So kommen wir dann zu einer Lösung, die das Handwerk dort unterstützt, wo diese Wiedereinführung nötig und sinnvoll ist. Das, meine Damen und Herren, muss unser gemeinsames Ziel sein. So verstehe ich im Übrigen auch den Antrag der FDP-Fraktion, der unseren Arbeitsprozess, den ich eben beschrieben habe und in dem wir schon seit mehreren Monaten stecken, einfach wiedergibt. Er kommt aus meiner Sicht verspätet und setzt keine neuen Impulse. (Reinhard Houben [FDP]: Ja, dann stimmen Sie doch einfach zu!) Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich komme zum Schluss. Man kann durchaus zusätzliche Impulse setzen. Meisterbonus und Meister-BAföG sind ganz wichtige Aspekte. Wir sind in meinem Heimatbundesland Niedersachsen hier mit gutem Beispiel vorangegangen. Wenn es einen gibt, dem die Zukunft des Handwerks am Herzen liegt, dann der Union. Um es mit dem Motto einer Glaserei aus Bremerhaven zu sagen, die es bei der Azubisuche über YouTube zum Hit gebracht hat: Aufgeben ist keine Option! Wir sind Handwerker, wir können das! – Und ich ergänze: Die Union versteht ihr Handwerk auch! (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU) Ich wünsche uns in diesem Sinne eine gute, eine ehrliche und eine zielgerichtete Debatte, die dazu beiträgt, das Handwerk zu stärken. Ich lade Sie alle dazu ein. Herzlichen Dank fürs Zuhören. (Beifall bei der CDU/CSU) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Nächster Redner ist der Kollege Manfred Todtenhausen, FDP. (Beifall bei der FDP) Manfred Todtenhausen (FDP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Um das deutsche Handwerkswesen, besonders um den Ausbildungsbereich, beneidet uns die ganze Welt. Gerade das Handwerk bietet jungen Menschen, die kein Studium anstreben, eine qualifizierte, hochwertige Ausbildung und Beschäftigung. Das Handwerk trägt erheblich zum Wohl unseres Landes bei. Daher verdient es auch unsere Unterstützung bei der Erhaltung der Qualität. Als Bundestag müssen wir diese Unterstützung aber mit Verstand und Augenmaß angehen. Bei diesen Begriffen fällt mir der Übergang zum Antrag der AfD sehr schwer. Er erinnert mich an Bernd; Bernd kennen wir alle. Bernd ist der Nachbarsjunge. Wenn die Kinder im Sandkasten gespielt haben und dort die Burg aufgebaut, Türmchen gemacht, Fensterchen eingebaut, die Zugbrücke gemacht haben, dann kam Bernd mit seiner großen Schaufel, und übrig blieb ein großer Sandhaufen. Genauso ist dieser Antrag. (Beifall bei der FDP – Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Bernd von der AfD! – Jens Koeppen [CDU/CSU]: War Tilo! – Jürgen Braun [AfD]: Können Sie das wiederholen?) Ob Handwerkskammern oder Handelskammern zuständig sind, ob fehlende Ausbildungsplätze oder fehlende Azubis das Problem sind, das ist für Sie egal. Sie werfen das alles in einen Topf. Ob europäischer Binnenmarkt oder Dienstleistungsfreiheit, auch das ist Ihnen völlig egal. Ein viel größeres Problem Ihres Antrags ist aber – auch das ist Ihnen völlig egal –, welche rechtlichen Rahmenbedingungen es gibt. Das ist gefährlich für das deutsche Handwerk, dem Sie mit diesem Antrag mehr schaden als nutzen. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD) Denn bei einer solchen Frage kann, nein, muss man Genauigkeit erwarten. Eingriffe in die Berufsfreiheit müssen begründet werden; das verlangt das Grundgesetz. Sie würden mit Ihrem Antrag am Ende dem gesamten Meisterwesen sogar bedenkenlos erheblich schaden; selbst das ist Ihnen egal. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD) Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Handwerksnovelle war Teil der Agenda 2010 von Gerhard Schröder und wurde im Bundestag zusammen mit anderen Ideen am 14. März 2003 vorgetragen. Damals hatten wir 5 Millionen Arbeitslose in Deutschland. Die mittel- und osteuropäischen Staaten waren noch nicht Mitglied der EU, und eine Freizügigkeit gab es für deren Arbeitnehmer erst recht nicht. Heute ist die Situation eine völlig andere. Es fehlen Facharbeitskräfte. Der demografische Wandel ist in allen Berufszweigen spürbar. Betriebe finden keine Auszubildenden. Insofern muss man nach 15 Jahren einmal genau hinschauen und sorgfältig prüfen, welche Korrekturen im Rahmen von Artikel 12 des Grundgesetzes und der EU-Dienstleistungsrichtlinie notwendig, sinnvoll und vor allem rechtlich machbar sind. Das geht aber nur durch die Einzelfallprüfung und nicht pauschal mit Bernds Schaufel. (Beifall bei der FDP) Wir als Freie Demokraten sind angetreten, weil wir die weltbeste Bildung wollen. Dazu gehört auch die berufliche Bildung. (Beifall bei der FDP) Wir wollen jedem, je nach Begabung, den persönlichen Weg und damit seine individuelle Entwicklung offenhalten. Nicht jeder kann oder will ein Studium machen. Manche stellen erst später fest, dass sie mit ihrer Situation nicht zufrieden sind oder dass sie sich einfach weiterbilden wollen. Dafür ist es wichtig, dass es den Meister gibt. Ja, für mich persönlich war es ein Fehler, die Meisterpflicht in einigen Gewerken abzuschaffen. (Ralph Brinkhaus [CDU/CSU]: Aha!) Ausbildungszahlen und Unternehmensentwicklungen zeigen das in vielen Fällen. Aber warum sollen wir nicht aus Fehlern lernen? (Beifall bei Abgeordneten der FDP und der SPD sowie der Abg. Astrid Grotelüschen [CDU/CSU]) Bundesminister Altmaier hat gesagt, er werde der Meisterpflicht für einige Berufe nicht im Wege stehen. Das bedeutet letztendlich: Er stellt sich an die Seite und wartet ab, was passiert. Es wäre aber gerade seine Aufgabe, diesen Weg zu bereiten. Das erwarte ich von ihm. Er soll der Motor sein, wenn es um Wirtschaftsförderung geht. Nur durch das duale Ausbildungssystem und den Meister kommen wir dahin, dass das Handwerk der Ausbilder der Nation bleibt. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD) Ich komme zum Schluss. Wir fordern Herrn Altmaier auf: Werben Sie auch in Europa für den Meisterbrief! Legen Sie dem Bundestag bis Mai ein Gesetz vor, das das Meisterwesen in Deutschland und Europa stärkt! Vielen Dank. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Sabine Poschmann, SPD, ist die nächste Rednerin. (Beifall bei der SPD) Sabine Poschmann (SPD): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wenn ich mir den AfD-Antrag, über den wir heute zu beraten haben, so anschaue, kann ich nur sagen: Doch noch wach geworden, meine Damen und Herren?! Ihr Papier kommt reichlich spät. Ich empfehle Ihnen einen Blick in den Koalitionsvertrag aus dem Frühjahr. Dort heißt es wörtlich: Wir werden den Meisterbrief erhalten und verteidigen. Wir werden prüfen, wie wir ihn für einzelne Berufsbilder EU-konform einführen. (Beifall bei der SPD – Tino Chrupalla [AfD]: Wo ist der Antrag?) Ihr Antrag ist einmal mehr blanker Populismus. (Dr. Alexander Gauland [AfD]: Dann haben wir alles richtig gemacht!) Sie versuchen in aller Eile, auf einen Zug aufzuspringen, den wir schon längst in Fahrt gebracht haben. Vielleicht ist es Ihnen ja schlicht entgangen, dass wir innerhalb der Koalitionsarbeitsgruppe „Meisterbrief“ schon viele Gespräche mit dem Handwerk, mit den Verbänden und natürlich mit den Gewerkschaften geführt haben. Es kann gut sein, dass Ihnen auch die neuen Gutachten durchgegangen sind, die der Zentralverband des Deutschen Handwerks in Auftrag gegeben hat. So simpel, wie Sie die Gewerke zur Meisterpflicht zurückführen wollen, ist die Sache nicht. Im Gegensatz zu Ihnen streben wir eine Handwerksreform an, die mit den Spielregeln der EU einhergeht. In Richtung FDP sage ich: Natürlich wollen auch wir eine verfassungskonforme Lösung erzielen. Das sind Begriffe, die ich in dem AfD-Antrag nicht wiederfinden kann. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum wir den AfD-Antrag ablehnen werden. (Stephan Brandner [AfD]: Schade!) Sie scheinen auch sonst nicht ganz im Thema zu sein. So planen Sie im ersten Schritt, die Gewerke aus der Anlage B zu löschen. Erst im zweiten Schritt wollen Sie darüber nachdenken, welche B1-Gewerke in die Anlage A sollen. Da frage ich mich: Was passiert denn mit den Gewerken, die es nicht in die Anlage A schaffen? Diese würden ja dann der Industrie- und Handelskammer zugeordnet werden, was das Handwerk nachhaltig schwächen würde. Da wundere ich mich schon sehr. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP – Sören Bartol [SPD]: Ohne Sinn und Verstand!) Außerdem kommen Sie bei allen Problemen, die Sie nennen, zu dem Schluss, dass die Wiedereinführung der Meisterpflicht das Allheilmittel ist. Damit machen Sie es sich zu einfach. Ja, der Meisterbrief ist ein Gütesiegel und ein Qualifikationsrahmen für alle Handwerksbetriebe; aber der Meisterbrief ist nur eine von vielen Stellschrauben, die wir drehen müssen, um es bei den Themen „Rückgang der Zahl der Auszubildenden“ und „Fachkräftesicherung“ nach vorne zu schaffen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, laut DGB wandern zwei von drei jungen Leuten, die im Handwerk ausgebildet werden, in die Industrie ab, gehen in den Handel oder bilden sich weiter. Da muss man doch fragen: Warum? Alle Maßnahmen von der Ausweitung der Meisterpflicht bis zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz werden nur ein Tropfen auf den heißen Stein bleiben, wenn wir nicht endlich in einen breiten Dialog darüber eintreten, wie wir die Attraktivität des Handwerks als Arbeitgeber insgesamt stärken. (Beifall bei der SPD sowie der Abg. Dr. Andreas Lenz [CDU/CSU] und Manfred Todtenhausen [FDP]) Laut einer Studie des Göttinger Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk werden nur noch 30 Prozent der im Handwerk Beschäftigten nach Tarifvertrag bezahlt. Wer aus Tarifverträgen flüchtet, darf sich nicht wundern, wenn ihm auch das Personal von der Fahne geht. (Beifall bei der SPD) Wenn das Handwerk im Wettbewerb um die besten Köpfe mithalten will, braucht es neben einer qualifizierten Ausbildung und einer modernen Weiterbildungsstrategie zwischen Innung und Gewerkschaften verbindlich ausgehandelte Tarifverträge. (Tino Chrupalla [AfD]: Die gibt es doch!) Das sind die Ebenen, die miteinander verbunden werden müssen: Meisterbrief, Fachkräfteeinwanderungsgesetz und eine funktionierende Sozialpartnerschaft. Hier sind auch die Innungen gefragt. Sie sollten sich wieder vermehrt als Tarifpartner zur Verfügung stellen. Meine Damen und Herren von der AfD, Sie sehen: Das Thema ist etwas komplexer, als Sie uns das hier vermitteln wollen. (Tino Chrupalla [AfD]: Wir sind blöde!) Wenn Sie dem Handwerk helfen wollen, sollten Sie sich besser ein paar Gedanken mehr machen. Den FDP-Antrag lehnen wir ebenfalls ab, (Stephan Brandner [AfD]: So, jetzt seid ihr dran! – Dr. Alexander Gauland [AfD]: Die müssen sich auch ein paar Gedanken mehr machen!) weil es bereits verschiedene Ausarbeitungen über dieses Thema gibt. (Michael Theurer [FDP]: Das versteht niemand! Sie sind dafür und lehnen ab!) Ich empfehle einen Blick auf die Antwort auf die Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen. Meines Erachtens würden weitere Gutachten in diesem Bereich das Ganze nur unnötig in die Länge ziehen. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Nächster Redner ist Klaus Ernst, Die Linke. (Beifall bei der LINKEN – Stephan Brandner [AfD]: Jetzt kommt der Theoretiker!) Klaus Ernst (DIE LINKE): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist schon wirklich merkwürdig. Wir reden regelmäßig darüber, dass SPD und Grünen mit der Änderung der Handwerksordnung 2004 wirklich kein großer Wurf gelungen ist – das muss man ja zugeben –; (Tino Chrupalla [AfD]: Wann denn!) aber es ändert sich nichts. (Stephan Brandner [AfD]: Einfach zustimmen! Dann ändert sich etwas!) Deshalb ist es natürlich schon sinnvoll, dass das Thema noch einmal auf der Tagesordnung steht. Wo ist eigentlich das Problem? Bis 2004 war die Welt für die Handwerksmeister, aber auch für die Kunden weitgehend in Ordnung. Wenn Sie einen Fliesenleger organisierten, der Ihnen Fliesen an die Wand klebte, konnten Sie nämlich einigermaßen sicher sein, dass diese Fliesen auch ein Jahr später noch an der Wand waren. Auch wenn Sie jemanden holten, der Parkett verlegte, konnten Sie sicher sein, dass sich dieses Parkett nicht nach zwei Tagen wölbte und neu gemacht werden musste. Das alles war eigentlich einigermaßen vernünftig geregelt. Dann hat man es im Jahre 2004 geändert, und die Welt war anders. 53 Gewerke sind aus der Regelung, eine vernünftige Berufsausbildung zur Voraussetzung für die Ausübung einer Tätigkeit bzw. eines Berufs zu machen, herausgenommen worden. Damit hat sich natürlich tatsächlich einiges geändert. Damit mich die Kollegen von der AfD nicht falsch verstehen: Das beste Beispiel dafür, dass die Ausübung einer Tätigkeit etwas mit Qualifikation zu tun haben muss, ist der Antrag, den Sie eingebracht haben. (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der FDP) Ich habe nämlich den Eindruck, dass das nicht so richtig beachtet wurde. Was ist eigentlich die Folge der Regelung, die 2004 geschaffen wurde? Das Erste ist: Man kann sich nicht mehr sicher sein, dass die Leistung qualifiziert ausgeführt wird. Zweitens haben wir eine Veränderung der Qualifikation der Beschäftigten in diesen Bereichen. Rund zwei Drittel aller Beschäftigten in den Betrieben, die vom sogenannten Meisterzwang ausgenommen werden, sind inzwischen ungelernt oder angelernt. Zwei Drittel! Das Problem ist auch, dass die meisten Unternehmen nicht mehr ausbilden. Nur 7,2 Prozent der Betriebe mit bis zu vier Beschäftigten bilden überhaupt aus. Die Zahl der Auszubildenden hat sich drastisch reduziert. Das hat übrigens auch die Bundesregierung gemerkt. Sie stellt in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen einen durch die HwO-Novelle ausgelösten Niveauunterschied fest. Es geht sicher nicht um ein höheres Niveau, sondern eher um ein niedrigeres. Aktuell konstituiert sich anscheinend eine Koalitionsarbeitsgruppe „Meisterbrief“. (Sören Bartol [SPD]: Arbeitet schon!) Sie soll die rechtssichere Wiedereinführung des Meisterbriefs als verpflichtende Voraussetzung für eine Betriebsgründung in einigen Gewerken des Handwerks prüfen. Auch wir als Linke sagen dazu eindeutig und klar: Bei der Liberalisierung 2004 wurde das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Sie war ein Fehler, meine Damen und Herren. (Beifall bei der LINKEN) Sie hatten mal einen Vorsitzenden, der gesagt hat: Fehler kann man machen, aber man muss sie korrigieren. (Beifall bei der LINKEN) Ich kann Ihnen das nur empfehlen. Jetzt komme ich dazu, warum Ihr Antrag, Kolleginnen und Kollegen der AfD, nicht nur handwerklich, sondern auch inhaltlich am Problem vorbeigeht. (Lachen des Abg. Dr. Bernd Baumann [AfD]) – Vielleicht lachen Sie hinterher nicht mehr. Das könnte sein. – Die Meisterpflicht ist nämlich nicht die Lösung aller Probleme. Der DGB sagt dazu: Eine auf die Wiedereinführung der Meisterpflicht reduzierte Betrachtung des Reformbedarfs im Handwerk ist … nicht ausreichend. (Dr. Bernd Baumann [AfD]: Kann ja trotzdem richtig sein!) Warum? Das Handwerk ist für viele Jugendliche nicht mehr attraktiv. (Tino Chrupalla [AfD]: Ja, warum wohl?) – Das werde ich Ihnen jetzt erklären, Herr Chrupalla. – Es gelten nämlich nur noch für 30 Prozent der Beschäftigten Tarifverträge. In der gesamten Wirtschaft sind es 53 Prozent. (Tino Chrupalla [AfD]: Unsinn!) Die Folge: Die große Mehrheit der Beschäftigten im Handwerk verdient nicht nur teilweise weit unter Tariflohn, sondern hat auch überlange Arbeitszeiten und weniger Urlaubstage als andere Beschäftigte. – Sie schütteln den Kopf: Auch wieder ein Beweis für fehlende Qualifikation in diesem Bereich! (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Dr. Bernd Baumann [AfD]: Ist ein anderes System!) Kein Tarifvertrag, meine Damen und Herren von der AfD – überwiegend ja Herren –, bedeutet in der Regel weniger Geld und schlechtere Arbeitsbedingungen. Das ist das Problem im Handwerk. (Beifall der Abg. Dr. Petra Sitte [DIE LINKE] – Sonja Amalie Steffen [SPD]: Richtig!) Wir haben inzwischen im Handwerk 20 Prozent niedrigere Löhne als in vergleichbaren Industriebereichen, übrigens bei ähnlicher Qualifikation. 20 Prozent weniger Geld! Kein Wunder, dass nur etwa jeder Dritte der ausgebildeten Gesellen des Handwerks in diesem Bereich bleibt. Sie suchen sich einen anderen Job, zum Beispiel am Band in der Industrie. Sie geben sozusagen ihre Qualifikation, die sie erworben haben, auf und gehen dorthin, wo sie besser verdienen. Der viel beklagte Mangel an Nachwuchs- und Fachkräften ist damit direkte Folge jahrelanger Tarifflucht und schlechterer Bezahlung im Handwerk. (Beifall bei der LINKEN – Tino Chrupalla [AfD]: Anderes Thema!) – Nein, nicht anderes Thema! Das gehört zusammen. Es ist ja genau das Problem, dass Sie nicht erkennen, dass das zusammengehört. (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD) Sie meinen, dass das nur am Meisterzwang liegt. Es liegt aber auch daran, dass wir diese Arbeitsbedingungen im Handwerk haben. Meine Damen und Herren, zwar hat das Bundesverwaltungsgericht mittlerweile verboten, dass man Mitglied einer Innung sein kann, aber die Tarifverträge der Innung nicht anwendet, also eine sogenannte OT-Mitgliedschaft, eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung, hat. Aber wie haben die Innungen darauf reagiert? Sie lagern die Aufgaben der Tarifverträge einfach aus und sagen: Wir bilden Tarifgemeinschaften. – Diese sollen dann die Tarifverträge aushandeln. Wozu führt das? Nach Zahlen des DGB von 2017 sind zum Beispiel im Kfz-Handwerk Hessen von 2 600 Betrieben der Innung nur 130 in Tarifgemeinschaften organisiert und wenden Tarifverträge an. Vor diesem Hintergrund braucht man sich doch nicht zu wundern, dass im Handwerk das eine oder andere nicht mehr funktioniert, meine Damen und Herren. (Beifall bei der LINKEN) Die Handwerksbetriebe müssen selbst die Einsicht entwickeln, dass sie Tarifverträge brauchen, um die Attraktivität ihrer Arbeitsplätze zu sichern und dann vielleicht auch wieder genügend Mitarbeiter zu bekommen, die vernünftig beschäftigt werden. Ganz zum Schluss, meine Damen und Herren. Auf all diese Fragen haben Sie von der AfD keine Antwort. (Beifall bei der LINKEN – Tino Chrupalla [AfD]: Darum geht es nicht!) Sie interessiert das auch nicht. Sie haben mit Ihrem Antrag wieder bewiesen, dass Sie von dem Thema eigentlich nur einen kleinen Ausschnitt verstehen. Mit mehr Qualifikation werden Ihre Anträge vielleicht besser. Ich danke fürs Zuhören. (Beifall bei der LINKEN) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Claudia Müller, Bündnis 90/Die Grünen, ist die nächste Rednerin. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Claudia Müller (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kl

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