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Schriftliche Frage 106 von Chantal Kopf (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Inwieweit trägt die Bundesregierung der „Göttinger Erklärung“ von Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), De…

dip / schriftliche_frage 30.10.2026 · WP 21 · Original ↗

Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 26. Oktober 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.

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Schriftliche Frage 106 von Chantal Kopf (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Inwieweit trägt die Bundesregierung der „Göttinger Erklärung“ von Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), De… Frage 106 (Chantal Kopf, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Inwieweit trägt die Bundesregierung der „Göttinger Erklärung“ von Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) und Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (EbM-Netzwerk) Rechnung, indem sie die Förderung der Cochrane- Deutschland-Stiftung über das Jahr 2027 hinaus sicherstellt, und falls nicht, wie begründet sie dies im Hinblick auf den Anspruch der Bevölkerung auf eine evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (Quelle: www.degam.de/files/inhalt/pdf/positions papiere_stellungnahmen/positionspapier_neues_v erzeichnis/2026_goettinger_erklaerung_cochran e.pdf)? Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Dr. Christiane Schenderlein vom 29. Oktober 2026: Die Bundesregierung nimmt die in der „Göttinger Erklärung“ der medizinischen Fachgesellschaften geäußerten Bedenken sehr ernst und begrüßt den damit verbundenen engagierten Einsatz für die evidenzbasierte Medizin in Deutschland sowie die Fortführung der institutionellen Förderung für die Cochrane Deutschland Stiftung. Eine unabhängige wissenschaftlich fundierte Evidenz ist ein wichtiger Baustein für die Qualität und Weiterentwicklung unseres Gesundheitssystems. Die Cochrane Deutschland Stiftung hat in den vergangenen Jahren mit großem Engagement und großer Expertise zum Wissenstransfer im Bereich der evidenzbasierten Medizin und der methodischen Aufbereitung von klinischen Studien beigetragen. Diese Arbeit erachtet die Bundesregierung als wertvoll und erfolgreich. Die Entscheidung zur Beendigung der institutionellen Förderung ab dem Jahr 2028 beinhaltet daher keine fachliche oder qualitative Abwertung, sondern ist auf die Konsolidierungsmaßnahmen des Bundes zurückzuführen, die alle Ressorts zwingt, bestehende Ausgaben zu prüfen und haushaltspolitische Prioritäten zu setzen. In der Konsequenz kann die auf zehn Jahre angelegte gemeinnützige Verbrauchsstiftung ab dem Jahr 2028 vom Bund nicht weiter institutionell gefördert werden. Die Strukturen der evidenzbasierten Medizin in Deutschland haben sich maßgeblich gefestigt. Durch Institutionen wie den Gemeinsamen Bundesausschuss und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) verfügt die Bundesrepublik Deutschland über leistungsstarke, gesetzlich verankerte Säulen der Evidenzbewertung, die die Versorgung der Patientinnen und Patienten auf hohem Niveau absichern. Um die evidenzbasierte Medizin weiterhin sicherzustellen und zugänglich zu machen, sollen zudem dem IQWiG weitere Aufgaben im Bereich der evidenzbasierten Medizin übertragen werden. Dazu gehören die Beteiligung an nationalen und internationalen Projekten zur Zusammenarbeit und Weiterentwicklung im Bereich der evidenzbasierten Medizin sowie die Aufbereitung und Vermittlung medizinischwissenschaftlicher Erkenntnisse und Grundlagen der evidenzbasierten Medizin für Fachkreise und Öffentlichkeit. Die Entscheidung zur Beendigung der institutionellen Förderung der Cochrane Deutschland Stiftung konnte mit großem Vorlauf getroffen und der Stiftung bereits mitgeteilt werden, so dass ihr ermöglicht wird, rechtzeitig in den Dialog mit anderen Akteuren des Gesundheitswesens zu treten, um alternative Finanzierungsstrukturen für die Fortführung der Stiftungsarbeit zu entwickeln, was sehr zu begrüßen wäre. Die Entscheidung der Bundesregierung hat keine Auswirkungen auf die erfolgreiche Arbeit der nationalen und internationalen Cochrane Gruppen, die die systematischen Übersichtsarbeiten zur Förderung der evidenzbasierten Medizin und damit einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung auch weiterhin erstellen.

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