Arbeitsgruppe Menschenhandel der Deutschen Bischofskonferenz
Text
Arbeitsgruppe Menschenhandel der Deutschen Bischofskonferenz
Tätigkeit: Plattform, Netzwerk, Interessengemeinschaft, Denkfabrik, Initiative, Aktionsbündnis o. ä.
Folgende katholischen Organisationen haben sich im Jahr 2014 auf Anregung der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz in der Arbeitsgruppe Menschenhandel zusammengeschlossen: Der Deutsche Caritasverband e.V, die Deutsche Kommission Justitia et Pax, IN VIA Katholischer Verband für Mädchen und Frauensozialarbeit - Deutschland e.V., der Malteser Hilfsdienst e.V., missio - Internationales Katholisches Missionswerk e.V., Renovabis und Solwodi.
Das von der Diakonie getragene Fraueninformationszentrum Stuttgart bringt eine ökumenische Perspektive in die Arbeit ein. Die Arbeitsgruppe ermöglicht es den beteiligten Organisationen, ihre Aktivitäten im Kampf gegen Menschenhandel und für die Anliegen der Betroffenen zu bündeln, zu koordinieren und die eigene Expertise für politische Arbeit auf verschiedenen Ebenen aufzubereiten. Dies soll zu einer effektiveren politisch-anwaltschaftlichen Arbeit und zu einer besseren Sensibilisierung von Kirche und Öffentlichkeit beitragen. In diesem Sinne finden Gespräche mit Bundestagsabgeordneten und Vertretern der Regierung um für die Rechte von Opfern einzutreten, Vorschläge für Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels zu machen sowie sich mit Partnern zu vernetzen, die zu dem gleichen Thema arbeiten.
Interessenbereiche: Asyl und Flüchtlingsschutz; Strafrecht; Opferschutz; Arbeitsrecht/Arbeitsbedingungen; Migration; EU-Gesetzgebung; Ausländer- und Aufenthaltsrecht
Regelungsvorhaben:
- Aufenthaltstitel für Opfer von Menschenhandel unabhängig von deren Aussagebereitschaft gegenüber Strafverfolgungsbehörden: Identifizierte Opfer von Menschenhandel bekommen derzeit nur dann einen Aufenthaltstitel, wenn Sie bereit sind gegenüber Strafverfolgungsbehörden auszusagen.
Berater_innen, die mit Opfern von Ausbeutung und Menschenhandel arbeiten, machen die Erfahrung,
dass die Überwindung von Traumatisierung und die Entwicklung von (Lebens-)Perspektiven
außerhalb der ausbeuterischen Verhältnisse Zeit und einen an den Opfern orientierten rechtlichen
Rahmen brauchen. Wenn der Ausstieg mit hohen Hürden und Unsicherheiten verbunden ist, wird er kaum gelingen und auch eine Aussage gegenüber den
Strafverfolgungsbehörden nicht stattfinden. Wir fordern dass identifizierte Opfer von Menschenhandel einen Aufenthaltstitel unabhängig von Ihrer Aussagebereitschaft gegenüber Strafverfolguntsbehörden bekommen.
Relationen
Keine Relationen.