Entschließung des Bundesrates "Öffentlichen Gesundheitsdienst nach Auslaufen des ÖGD-Paktes weiter unterstützen"
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Entschließung des Bundesrates "Öffentlichen Gesundheitsdienst nach Auslaufen des ÖGD-Paktes weiter unterstützen"
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ISSN 0720-2946
Bundesrat Drucksache 344/26
04.06.26
Antrag
des Freistaats Thüringen
Entschließung des Bundesrates "Öffentlichen Gesundheitsdienst
nach Auslaufen des ÖGD-Paktes weiter unterstützen"
Freistaat Thüringen Erfurt, 3. Juni 2026
Der Chef der Staatskanzlei
Minister für Bundes- und
Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt
An den
Präsidenten des Bundesrates
Herrn Bürgermeister
Dr. Andreas Bovenschulte
Sehr geehrter Herr Präsident,
die Landesregierung von Thüringen hat beschlossen, dem Bundesrat den als Anlage
beigefügten Antrag für eine
Entschließung des Bundesrates „Öffentlichen Gesundheitsdienst
nach Auslaufen des ÖGD-Paktes weiter unterstützen“
zuzuleiten.
Es wird gebeten, die Vorlage gemäß § 36 Absatz 2 GO BR auf die Tagesordnung
der 1066. Sitzung des Bundesrates am 12. Juni 2026 zu setzen und anschließend den
Ausschüssen zur Beratung zuzuweisen.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Gruhner
Entschließung des Bundesrates „Öffentlichen Gesundheitsdienst nach
Auslaufen des ÖGD-Paktes weiter unterstützen“
Der Bundesrat möge folgende Entschließung fassen:
Der Bundesrat stellt fest, dass der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) ein wichtiger Teil des
Bevölkerungsschutzes darstellt. Spätestens die Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie
haben deutlich gemacht, dass ein leistungsfähiger ÖGD entscheidend ist, um
Gesundheitskrisen frühzeitig zu erkennen, wirksam zu bekämpfen und die Bevölkerung umfassend zu
schützen. Entsprechend der Vereinbarung des Regierungsvertrages, braucht es für die
weitere Unterstützung und Finanzierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes einer
gemeinsamen Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Kommunen. Ziel ist es, den Öffentlichen
Gesundheitsdienst langfristig so auszustatten, dass er seiner zentralen Rolle im
Bevölkerungsschutz gerecht werden und die Gesundheit der Bevölkerung effektiv sichern kann. Der
Bundesrat bittet daher die Bundesregierung, eine Unterstützung des ÖGD im Rahmen des Paktes
für den Bevölkerungsschutz zu prüfen.
Begründung:
Die SARS-CoV-2-Pandemie hat noch einmal gezeigt, wie wichtig der Öffentliche
Gesundheitsdienst (ÖGD) im Gesundheitssystem ist, um eine gesundheitliche Schadens- und
Gefahrenlage erheblichen Ausmaßes und ihre Auswirkungen auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens
wirksam zu bekämpfen. Zugleich wurde deutlich, dass eine nachhaltige Stärkung des ÖGD
als unverzichtbare Säule des Gesundheitswesens und Bevölkerungsschutzes dringend
erforderlich ist. Bundesweit sind zum Stichtag 5.210 vollzeitäquivalente Stellen zusätzlich und vor
allem in den kommunalen Gesundheitsbehörden geschaffen und besetzt worden. Bei
etwaigem Wegfall der Stellen wäre eine substantielle Schwächung des ÖGD nicht
auszuschließen. Um die erzielten Erfolge nachhaltig zu gestalten, sind finanzielle
Kraftanstrengungen als eindeutiges und verbindliches Signal notwendig.
Die nachhaltige Stärkung des ÖGD ist nicht nur mit Blick auf die Wahrnehmung von dessen
Aufgaben und Befugnissen bei künftigen Gesundheitskrisen wie Pandemien relevant, sondern
auch für den Bevölkerungsschutz im Spannungs- und Verteidigungsfall. Eine gemeinsame
Kraftanstrengung kann dabei nur unter Beteiligung des Bundes gelingen. Mit dem Pakt für den
Bevölkerungsschutz wurde ein Instrument aufgelegt, dass gegebenenfalls auch der Stärkung
des ÖGD zu Gute kommen kann.
Drucksache 344/26
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