Entschließung des Bundesrates "Gaspreiskrise rechtzeitig abwenden, Speicherfüllstände langfristig sichern"
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Entschließung des Bundesrates "Gaspreiskrise rechtzeitig abwenden, Speicherfüllstände langfristig sichern"
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ISSN 0720-2946
Bundesrat Drucksache 172/26
25.03.26
Antrag
des Saarlandes
Entschließung des Bundesrates "Gaspreiskrise rechtzeitig
abwenden, Speicherfüllstände langfristig sichern"
Die Ministerpräsidentin des Saarlandes Saarbrücken, 25. März 2026
An den
Präsidenten des Bundesrates
Herrn Bürgermeister
Dr. Andreas Bovenschulte
Sehr geehrter Herr Bundesratspräsident,
namens der Regierung des Saarlandes leite ich dem Bundesrat die in der Anlage
beigefügte
Entschließung des Bundesrates "Gaspreiskrise rechtzeitig abwenden,
Speicherfüllstände langfristig sichern"
zu.
Ich bitte Sie, die Vorlage gemäß § 36 Absatz 2 der Geschäftsordnung des
Bundesrates in die Tagesordnung der 1063. Sitzung des Bundesrates am 27. März 2026
aufzunehmen und eine sofortige Sachentscheidung herbeizuführen.
Mit freundlichen Grüßen
Anke Rehlinger
Entschließung des Bundesrates „Gaspreiskrise rechtzeitig abwenden,
Speicherfüllstände langfristig sichern“
Der Bundesrat möge folgende Entschließung fassen:
1. Der Bundesrat sieht mit Sorge die Entwicklungen im Nahen Osten und deren
Auswirkungen auf die Energiemärkte. Der Krieg hat signifikante Preiseffekte auf
den Weltmärkten ausgelöst, die bereits jetzt in der Europäischen Union und in
Deutschland spürbar sind.
2. Der Bundesrat begrüßt daher die Bemühungen der Bundesregierung in den
vergangenen Jahren, die Energieversorgung unter anderem durch eine
Diversifizierung von Importmöglichkeiten zu unterstützen. So konnten Gasmengen über
Pipelines aus Norwegen sowie über LNG-Terminals aus Drittstaaten importiert
sowie weitere Importoptionen über Frankreich und Belgien erschlossen werden.
Zugleich trägt die fortschreitende Transformation der deutschen Wirtschaft zu
emissionsärmeren Produktionsweisen dazu bei, sich resilienter gegenüber
externen Energiepreisschocks zu machen.
3. Der Bundesrat weist jedoch darauf hin, dass sich die aktuellen
Preissteigerungen auf den Weltmärkten trotz mittelfristiger Vertragsbindungen der privaten
Haushalte und Unternehmen bis zum Ende des Jahres auch auf die Kunden in
Deutschland auswirken werden. Die aktuellen Gasspeicherfüllstände in
Deutschland, die deutlich unter dem Niveau der Vorjahre liegen, sowie
mengenoder preisbedingt möglicherweise ausbleibende Einspeisungen drohen in der
Heizperiode 2026/2027 zur Achillesferse unserer Energiewirtschaft zu werden.
Eine Kältewelle oder ausbleibende Lieferungen im kommenden Winter könnten
dann zu Versorgungsengpässen führen und somit Preisschocks auslösen, die
private Haushalte und produzierende Unternehmen gleichermaßen in
Bedrängnis bringen. Zudem zeigen jüngste Erfahrungen, dass Energiepreisschocks
konjunkturgefährdend wirken, die gesamtwirtschaftliche Inflation antreiben und sich
negativ auf die Beschäftigung auswirken können.
4. Der Bundesrat fordert die Bundesregierung daher auf, gemäß den
Füllstandsvorgaben des § 35b Energiewirtschaftsgesetz unverzüglich eine Strategie zu
entwickeln, um die Gasspeicherfüllstände bis zur Heizperiode 2026/2027 durch
geeignete Maßnahmen auf ein angemessen sicheres Niveau anzuheben und
die Gefahr einer erheblichen Kostensteigerung im kommenden Winter
abzuwenden.
Drucksache 172/26
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