Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Ein Strategieplan für die Bildung in MINT-Fächern: Kompetenzen für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation
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Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Ein Strategieplan für die Bildung in MINT-Fächern: Kompetenzen für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation
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ISSN 0720-2946
Bundesrat Drucksache 136/25
27.03.25
EU - AIS - FJ - K - Wi
Unterrichtung
durch die Europäische Kommission
Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen
Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Ein Strategieplan für die
Bildung in MINT-Fächern: Kompetenzen für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation
COM(2025) 89 final
Der Bundesrat wird über die Vorlage gemäß § 2 EUZBLG auch durch die Bundesregierung
unterrichtet.
Hinweis: Drucksache 65/25 = AE-Nr. 250115;
Drucksache 135/25 = AE-Nr. 250268
DE DE
EUROPÄISCHE
KOMMISSION
Brüssel, den 5.3.2025
COM(2025) 89 final
MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN
RAT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND
DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN
Ein Strategieplan für die Bildung in MINT-Fächern: Kompetenzen für
Wettbewerbsfähigkeit und Innovation
1
1. Einleitung
Für die Erschließung ihres vollen Potenzials muss die EU ihr wichtigstes Gut strategisch nutzen:
ihr Humankapital. Im Kompass für Wettbewerbsfähigkeit werden die Lücken der Produktivitäts-
und Innovationskapazitäten der EU eindeutig aufgezeigt und es wird ein klarer Weg für die EU
skizziert, „der Ort [zu werden], an dem Technologien, Dienstleistungen und saubere Produkte von
morgen erfunden, hergestellt und vermarktet werden“1. Im Kompass wird eine stärkere
Konzentration auf wichtige Technologiefelder gefordert, um neue Herausforderungen bewältigen
zu können. Diese Felder bedürfen dringender Aufmerksamkeit und sind von Fachkräften abhängig,
auch in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik)2,
bei denen die Nachfrage angesichts technologischer Umwälzungen und des sich wandelnden
Qualifikationsbedarfs steigt und die Zahl der Arbeitskräfte aufgrund des Rückgangs der
Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sinkt.
Zwar wurden bei den Systemen der allgemeinen und beruflichen Bildung bereits Schritte
unternommen, um das Bewusstsein zu schärfen und Maßnahmen zur Verbesserung der MINT-
Kompetenzen zu unterstützen, unter anderem durch Zusammenarbeit im Rahmen des europäischen
Bildungsraums, jedoch ist eine stärkere Konzentration auf die allgemeine und berufliche
Bildung in den MINT-Fächern von entscheidender Bedeutung, um die Wettbewerbsfähigkeit,
Vorsorge und technologische Führungsposition zu sichern.
Die jüngsten Ergebnisse für PISA (Programme for International Student Assessment) zeigen einen
deutlichen Rückgang bei einigen MINT-Kompetenzen sowie beim Anteil der
leistungsstarken Schüler und Schülerinnen in der gesamten EU. Im Jahr 2022 erreichten etwa
30 % der Schüler und Schülerinnen nicht das Grundkompetenzniveau in Mathematik, verglichen
mit rund 23 % im Jahr 2018, während 24 % der Schüler und Schülerinnen unter der
Grundkompetenzschwelle in Naturwissenschaften lagen, was einer Verschlechterung gegenüber
22 % im Jahr 2018 entspricht.
Es besteht ein Mangel an bestimmten qualifizierten MINT-Absolventen und -Absolventinnen
der beruflichen Aus- und Weiterbildung und der Tertiärbildung, insbesondere in
Handwerksberufen, in der Kultur- und Kreativwirtschaft, im Bereich der sauberen Technologien
und in Bereichen wie der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), in denen die
Nachfrage voraussichtlich erheblich steigen wird3. Die Zahl der Einschreibungen in MINT-
Fächern im Tertiärbereich nimmt zu, wenn auch nicht schnell genug, um mit dem
Arbeitsmarktbedarf in einigen MINT-Bereichen Schritt zu halten.
Bedenklich ist, dass die EU auch ein anhaltendes geschlechtsspezifisches Gefälle bei ihren
MINT-Studierenden und -Fachkräften aufweist und zunehmend Schwierigkeiten hat, Talente in
den MINT-Fächern weltweit anzuziehen und zu halten. Zusammen schwächen diese Trends
1 COM(2025) 30 final
2 Der Anwendungsbereich dieses Plans umfasst im Wesentlichen die Bildungsbereiche „Naturwissenschaften, Mathematik und Statistik (05)“,
„Informations- und Kommunikationstechnologien (06)“ und „Ingenieurwesen, Fertigung und Bauwesen (07)“ der Internationalen
Standardklassifikation für das Bildungswesen (ISCED) sowie damit zusammenhängende interdisziplinäre Bereiche und Studien.
3 Employment and Social Developments in Europe 2023 – Addressing labour shortages and skills gaps in the EU.
2
die Fähigkeit der EU, im globalen Wettlauf um Technologie zu konkurrieren und ihre
strategische Autonomie in wichtigen Industriezweigen zu wahren.
Die Verbesserung der MINT-Kompetenzen erfordert neue Ambitionen und Maßnahmen der
EU und der Mitgliedstaaten. Die Draghi- und Letta-Berichte enthalten klare Empfehlungen dazu,
wo die EU ihre Prioritäten setzen sollte. Eine dieser Prioritäten ist die Erweiterung des Spektrums
der verfügbaren Kompetenzen: Im Draghi-Bericht wird aufgezeigt, dass neben grundlegenden
Rechen- und Lesekompetenzen digitale Kompetenzen, grüne Kompetenzen und MINT-
Kompetenzen von entscheidender Bedeutung sind, um neue Technologien wirksam einzusetzen
und deren Entwicklung voranzubringen4. Eine weitere Priorität ist eine bessere Abstimmung der
allgemeinen und beruflichen Bildung auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes, insbesondere in den
MINT-Fächern5.
Die Bildung in MINT-Fächern ist nicht nur für die Wettbewerbsfähigkeit entscheidend, sondern
kann auch eine starke Triebkraft für Gleichheit und sozialen Aufstieg sein. Sie vermittelt
Menschen wichtige Fach- und Problemlösungskompetenzen, trägt zur Stärkung der
Widerstandsfähigkeit gegenüber Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt bei und öffnet Türen für
eine höhere Beschäftigungsfähigkeit und hochwertige Arbeitsplätze für Bürger und Bürgerinnen
aller Altersstufen6. Sie stärkt auch das digitale und finanzielle Fachwissen, indem sie Schülern und
Schülerinnen die Kompetenzen vermittelt, die erforderlich sind, um die Funktionsweise von
digitalen Systemen und Finanzsystemen zu verstehen.
Um die Innovationsfähigkeit der EU zu sichern, bedarf es einer stärkeren Pipeline von
MINT-Talenten zu Start-up- und Scale-up-Unternehmen. Die EU muss Spitzentalente in den
MINT-Fächern auch dadurch entwickeln, dass sie Unternehmer und Unternehmerinnen fördert und
ihnen dabei hilft, auf Basis ihrer Ideen rentable Unternehmen aufzubauen. Es ist wichtig,
Innovatoren und Innovatorinnen zu ermutigen, ihr geistiges Eigentum zu managen und die
gegenseitige Bereicherung von Produkten und Dienstleistungen in Bereichen wie KI, Halbleiter,
Cybersicherheit, Biowissenschaften, Blockchain, saubere Technologien, Biotechnologie oder
fortschrittliche Fertigung voranzubringen. Eine transdisziplinäre allgemeine und berufliche
Bildung sowie engere Verbindungen zwischen Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen
Bildung, Forschungseinrichtungen und der Industrie können den Weg von kreativen Ideen zu
marktfähigen Produkten und Dienstleistungen beschleunigen.
Der vorliegende Strategieplan für die Bildung in MINT-Fächern enthält EU-Maßnahmen zur
Förderung der allgemeinen und beruflichen Bildung in den MINT-Fächern, um die Anzahl
von Talenten in der gesamten EU zu erhöhen. Der Plan ist eine Schlüsselinitiative der Union
der Kompetenzen; er ergänzt den Aktionsplan für Grundkompetenzen, mit dem die
Grundkompetenzen in der Primar- und Sekundarbildung, der beruflichen Bildung sowie der
allgemeinen und beruflichen Erwachsenenbildung verbessert werden sollen. Ziel ist es,
Maßnahmen auf Ebene der EU und der Mitgliedstaaten anzuregen und zu lenken. Der
Strategieplan wird somit auch zur Verwirklichung der Ziele des Politikprogramms für die digitale
4 Draghi-Bericht „The future of European competitiveness – In-depth analysis and recommendations“, S. 258.
5 Draghi-Bericht „The future of European competitiveness – In-depth analysis and recommendations“, S. 272.
6 Demografischer Wandel in Europa: ein Instrumentarium zur Bewältigung der Herausforderungen, S. 15.
3
Dekade und seiner Zielvorgaben in Bezug auf grundlegende digitale Kompetenzen und IKT-
Fachkräfte in der EU beitragen7.
Es wird gefordert, die Erfassung von Daten über Kompetenzen zu verbessern, indem die im
Aufbau befindliche Europäische Beobachtungsstelle für Kompetenzen genutzt wird, um den
künftigen Qualifikationsbedarf in kritischen oder strategischen Sektoren zu antizipieren und für
eine bessere Abstimmung der allgemeinen und beruflichen Bildung in den MINT-Fächern auf die
Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zu sorgen. Der Strategieplan wird dazu beitragen,
Spitzenleistungen bei der Bildung in MINT-Fächern zu fördern, indem Partnerschaften zwischen
Unternehmen und Bildungseinrichtungen gefördert und branchen- und sektorspezifische Ansätze
gestärkt werden.
Der Erfolg dieses Strategieplans ist abhängig vom gemeinsamen Engagement der EU-
Institutionen, der Mitgliedstaaten, der regionalen und lokalen Gebietskörperschaften, des
Privatsektors, der Sozialpartner, der Organisationen der Zivilgesellschaft und der Einrichtungen
der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie von ihren Bemühungen um die Ausweitung und
Abstimmung nationaler Strategien für die Bildung in MINT-Fächern auf der Grundlage
gemeinsamer strategischer Ziele der EU.
2. Bewältigung von Herausforderungen und Nutzung von Chancen bei der Entwicklung
von MINT-Kompetenzen
Die EU ist weltweit führend in wichtigen Industriezweigen wie der Luft- und Raumfahrt und
der Automobilindustrie. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdrucks und der globalen
Risiken muss die EU jedoch strategisch und entschlossen reagieren. Die Förderung der Bildung in
MINT-Fächern ist von entscheidender Bedeutung für das Angebot an kritischen Kompetenzen für
alle wichtigen Technologie- und Industriezweige. Die EU muss zweigleisig aktiv werden:
erstens, indem sichergestellt wird, dass die Bildung in MINT-Fächern hochwertig und weithin
verfügbar ist, und zweitens, indem Schüler und Schülerinnen und Lernende mit den notwendigen
Fähigkeiten und Kompetenzen ausgestattet werden, um in diesen Bereichen voranzukommen und
Spitzenleistungen zu erzielen.. Ohne die richtige Vorbereitung können die Schüler und
Schülerinnen die MINT-Fächer möglicherweise als zu schwierig empfinden und davon abgehalten
werden, sich näher mit ihnen zu beschäftigen.
Im Bereich der schulischen Bildung in MINT-Fächern müssen die Mitgliedstaaten das
Qualitätsniveau erhöhen, das – wie aus den PISA-Berichten hervorgeht – bei den
grundlegenden MINT-Kompetenzen aktuell rückläufig ist. Die jüngsten Ergebnisse zeigen,
dass die asiatischen Länder die Spitzenplätze einnehmen. Im Gegensatz dazu sind in der EU ein
Anstieg der Lernenden mit unterdurchschnittlichen Leistungen in Mathematik und
Naturwissenschaften und ein Rückgang der Lernenden mit Spitzenleistungen in Mathematik zu
7 https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/library/report-state-digital-decade-2024.
4
verzeichnen8. In der EU mangelt es 43 % der Schüler und Schülerinnen der 8. Sekundarschulklasse
an grundlegenden digitalen Kompetenzen9, während die vergleichbare Zahl für Südkorea 27 %
beträgt10. Zu dieser geringen Leistung tragen die Tatsachen bei, dass die meisten EU-Länder mit
einem erheblichen Mangel an qualifizierten MINT-Lehrkräften konfrontiert sind11, die
Beteiligung der Eltern gering ist und weniger entwickelte Regionen sowie grenzübergreifende,
ländliche und abgelegene Gebiete, einschließlich der Gebiete in äußerster Randlage, weiterhin vor
Herausforderungen beim Bildungsangebot stehen.
Um die Herausforderungen in der schulischen Bildung in MINT-Fächern anzugehen,
müssen die Lehrpläne verbessert werden, damit sich die Schüler und Schülerinnen stärker
für MINT-Fächer interessieren, und es müssen innovative Lehrmethoden gefördert werden. Dies
umfasst projektbasiertes Lernen, das die Schüler und Schülerinnen dazu ermutigt, theoretisches
Wissen auf reale Szenarien anzuwenden, und interdisziplinäre allgemeine und berufliche Bildung,
die die Kreativität fördert und das Engagement der Lernenden erhöht. Lehrkräfte werden jedoch
bei der beruflichen Weiterentwicklung nur unzureichend unterstützt, insbesondere, was den
Umgang mit leistungsschwachen Schülern und Schülerinnen angeht, während es unklare
Bewertungsrahmen für MINT-Kompetenzen schwierig machen, die Fortschritte der Schüler und
Schülerinnen zu verfolgen – beide Faktoren sorgen für eine Verschlechterung der Gesamtsituation.
Der fehlende Zugang zu hochwertiger Bildung in MINT-Fächern wirkt sich insbesondere auf
Schüler und Schülerinnen aus benachteiligten sozioökonomischen Verhältnissen oder mit
Migrationshintergrund aus.
Absolventen und Absolventinnen der beruflichen Bildung machen fast die Hälfte aller
MINT-Absolventen und -Absolventinnen aus. Bei gemeinsamer Betrachtung der Zahlen für den
Sekundarbereich II und den postsekundaren, nicht tertiären Bereich stieg der Anteil der Lernenden
in Berufsbildungsgängen, die in MINT-Fächern eingeschrieben sind, zwischen 2015 und 2022 von
34 % auf 36,2 %. Die Absolventen und Absolventinnen der beruflichen Bildung in den Bereichen
Ingenieurwesen, Fertigung und Bauwesen sind am stärksten nachgefragt und haben eine
Beschäftigungsquote von 83,3 %. Dies zeigt, wie wichtig diese Art von Bildung ist, z. B. im
Zusammenhang mit dem Einsatz sauberer Technologien, die eine wichtige Rolle für den grünen
Wandel und für Sicherheit und Vorsorge spielen. Andere weitverbreitete Engpässe betreffen u. a.
Bauberufe: In 21 Mitgliedstaaten mangelt es an Schweißern und Schweißerinnen,
20 Mitgliedstaaten melden Engpässe bei Sanitär- und Heizungsinstallateuren
8 Laut PISA 2022 lag die Quote der unterdurchschnittlichen Leistungen auf EU-Ebene im Jahr 2022 bei 29,5 % in Mathematik und bei 24,2 % in
den Naturwissenschaften (gegenüber 22,4 % bzw. 21,6 % im Jahr 2018). Die Quote stieg zwischen 2018 und 2022 stark an: + 6,6 Prozentpunkte
in Mathematik und + 2,0 Prozentpunkte in den Naturwissenschaften. Gleichzeitig ging der Anteil der Lernenden mit Spitzenleistungen in
Mathematik um 3,1 Prozentpunkte von 11 % im Jahr 2018 auf 7,9 % im Jahr 2022 zurück.
9 Die Empfehlung des Rates von 2018 zu Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen enthält eine weit gefasste Definition des Begriffs als
„sichere, kritische und verantwortungsvolle Nutzung von und Auseinandersetzung mit digitalen Technologien für die allgemeine und berufliche
Bildung, die Arbeit und die Teilhabe an der Gesellschaft“.
10 Europäische Kommission: Generaldirektion Bildung, Jugend, Sport und Kultur, International Computer and Information Literacy Study
(ICILS) in Europe, 2023 – Main findings and educational policy implications, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, 2024,
https://data.europa.eu/doi/10.2766/5221263.
11 Die meisten Bildungssysteme in der EU melden einen Mangel an unbefristet oder befristet beschäftigten MINT-Lehrkräften, mit nur wenigen
Ausnahmen (Griechenland, Italien, Zypern, Ungarn, Portugal und Rumänien). Siehe den Eurydice-Bericht 2022 über Mathematik und
naturwissenschaftliches Lernen in Schulen (mit Bezug auf das Schuljahr 2020-2021) und den Monitor für die allgemeine und berufliche
Bildung 2023.
5
und -installateurinnen und 17 Mitgliedstaaten melden Engpässe bei Metall- und
Maschineneinrichtern und -einrichterinnen12.
Was das System der beruflichen Erstausbildung betrifft, so sind die spezifischen
Herausforderungen für die MINT-Fächer folgende: i) Leistung: In den meisten Ländern ist die
durchschnittliche Leistung von Schülern und Schülerinnen in der beruflichen Bildung in
Mathematik im Alter von 15 Jahren deutlich niedriger als bei Schülern und Schülerinnen in der
allgemeinen Sekundarbildung [siehe Aktionsplan für Grundkompetenzen]. Dies spiegelt sich dann
im Kompetenzniveau der Erwachsenen wider, das in der PIAAC-Studie gemessen wurde. Diese
zeigt auf, dass jeder vierte Erwachsene mit den grundlegenden Rechenkompetenzen (Mathematik)
zu kämpfen hat. In den letzten zehn Jahren hat sich das Gefälle zwischen den leistungsschwächsten
und den leistungsstärksten Erwachsenen vergrößert. Vor allem für die Handwerksberufe
(Fertigung, Bauwesen) ist jedoch eine solide Wissensbasis in den MINT-Fächern von
entscheidender Bedeutung. ii) Mangel an Lehrkräften in der beruflichen Bildung: Ein solcher
Mangel wurde in mehreren Ländern gemeldet, verbunden mit einem höheren Durchschnittsalter
der Lehrkräfte, deren Ersetzung zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt. iii) Attraktivität:
In einigen Ländern wird die berufliche Bildung, auch in den MINT-Fächern, nicht immer als
attraktiv angesehen, insbesondere wenn sie nur wenige Möglichkeiten für den Zugang zur
Hochschulbildung bietet oder wenn sie nur unzureichend mit Unternehmen oder arbeitsbasiertem
Lernen verknüpft ist.
Im tertiären Bereich deckt die Zahl der MINT-Absolventen und -Absolventinnen die
Nachfrage in einigen MINT-Fächern nicht. Trotz des Anstiegs der Zahl der
Hochschulabsolventen und -absolventinnen (ISCED 5-8) im MINT-Bereich um 14,4 %
zwischen 2015 und 202213 reicht dies nicht aus, um mit dem aktuellen und künftigen
Arbeitsmarktbedarf in einigen Bereichen Schritt zu halten. Dies gilt insbesondere für die IKT-
Branche, die zusammen mit dem Ingenieurwesen für die Digitalisierung und Elektrifizierung von
wesentlicher Bedeutung ist. Im Jahr 2022 gab es in der EU rund 9,8 Millionen IKT-Fachkräfte.
Bis 2030 wird dafür eine Zahl von 12 Millionen prognostiziert, was deutlich unter dem Ziel der
digitalen Dekade von 20 Millionen liegt.
Es besteht Raum für eine weitere Erhöhung der Zahl der Studierenden, die sich für MINT-
Studiengänge im tertiären Bereich einschreiben. Durch eine zugänglichere, inklusivere MINT-
Bildung ohne Geschlechterstereotype könnten mehr Mädchen und Frauen sowie neue Talente
unter den Schülern und Schülerinnen mit besonderen Bedürfnissen hinzugewonnen werden. Im
Hinblick auf das derzeitige Angebot an MINT-Kompetenzen bestehen Herausforderungen im
Zusammenhang mit der unzureichenden Erfassung von Daten über Kompetenzen sowie veralteten
MINT-Lehrplänen, die nicht an neue technologische Trends angepasst sind. Die Anerkennung und
Verwendung von Microcredentials ist nach wie vor begrenzt, und der Mangel an praktischer
Ausbildung in den Bereichen Innovation und Unternehmertum vergrößert die Qualifikationslücke
weiter.
12 https://www.ela.europa.eu/sites/default/files/2024-05/EURES-Shortages_Report-V8.pdf.
13 Eurostat, educ_uoe_grad02.
6
Auf Doktorandenebene zeigen die Daten einen Rückgang der MINT-Forschungstalente in
der EU in den vergangenen Jahren14. Zwischen 2015 und 2022 nahm der Anteil der
Promotionsabsolventen und -absolventinnen in MINT-Fächern insgesamt ab (- 7 %), wobei die
Zahlen für Naturwissenschaften, Mathematik und Statistik (- 13,1 %) und für IKT (- 25,5 %)
zurückgingen und nur im Bereich Ingenieurwesen, Fertigung und Bauwesen (+ 9,4 %) ein Anstieg
zu verzeichnen war15. Im Vergleich dazu ist die Zahl der Promotionsabsolventen
und -absolventinnen in MINT-Fächern in den USA um 16,3 % (2015-2022) gestiegen16, und die
jüngsten verfügbaren Daten zu China und Indien (2020) zeigen dort deutlich höhere Zahlen als in
der übrigen Welt17. Es bestehen mehrere Herausforderungen für Forschungslaufbahnen in der EU,
z. B. prekäre Arbeitsbedingungen (einschließlich der starken Abhängigkeit von kurzfristigen
projektbasierten Verträgen), starre akademische Hierarchien, fehlende unbefristete Stellen und
vergleichsweise niedrige Gehälter (d. h. im Vergleich zu den USA oder Japan) sowie der
Wettbewerb mit der Industrie.
Darüber hinaus besteht in den MINT-Bereichen nach wie vor ein geschlechtsspezifisches
Gefälle. Obwohl Frauen im Jahr 2022 insgesamt 53,7 % der eingeschriebenen Studierenden im
tertiären Bereich ausmachten, betrug ihr Anteil in den MINT-Fächern nur 30,9 %. In der
beruflichen Bildung ist das Gefälle sogar noch größer: Der Anteil von Frauen bei der
Einschreibung in MINT-Fächern der beruflichen Bildung mit mittlerer Qualifikation beträgt nur
16,1 %. Im Jahr 2023 machten Wissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen in der EU 41 % der
Gesamtbeschäftigten in Wissenschaft und Ingenieurwesen aus18. In diesen Bereichen schränkt das
geschlechtsspezifische Gefälle nicht nur die Chancen der Einzelpersonen ein, sondern entzieht der
EU auch wichtige Talente und vielfältige Perspektiven, die für den technologischen Fortschritt
benötigt werden. Die Ursachen hängen mit den anhaltenden geschlechtsspezifischen
gesellschaftlichen Erwartungen und Stereotypen zusammen, die die beruflichen Ziele und
Entscheidungen von Mädchen frühzeitig beeinflussen und sich auf Einstellung, Motivation und
Leistung in MINT-Fächern auswirken.
Die Förderung des Interesses, des Bewusstseins und der Begeisterung für MINT-Fächer,
insbesondere bei jungen Mädchen, ist von entscheidender Bedeutung, um sie später für MINT-
Berufe zu gewinnen, jedoch ist dies nicht ausreichend. Lehrmethoden und Unterrichtskonzepte
können sich unterschiedlich auf Jungen und Mädchen auswirken, weshalb es wichtig ist,
geschlechtersensible Unterrichtsstrategien und -materialien einzusetzen. Die Mitgliedstaaten, die
umfassende Strategien zur Einbeziehung von Frauen und Mädchen in MINT-Fächer umgesetzt
haben, haben messbare Verbesserungen bei den Beteiligungsquoten und den Bildungsergebnissen
erzielt, dennoch sind die Fortschritte zu langsam. So stieg beispielsweise die Zahl der Frauen im
Energiebereich von 19 % im Jahr 2010 auf 24 % im Jahr 2022; im IKT-Bereich nahm der
Frauenanteil in den letzten zehn Jahren um 2,9 % auf 19,3 % im Jahr 2023 zu. Dennoch gehören
14 Auch die Gesamtzahl der Promotionsabsolventen und -absolventinnen ging zwischen 2015 und 2022 um 6,1 % zurück.
15 Eurostat, educ_uoe_grad02.
16 https://ncses.nsf.gov/pubs/nsf24300/figure/5.
17 Center for Security and Emerging Technology (2023): The Global Distribution of STEM Graduates: Which Countries Lead the Way?
18 Eurostat, hrst_st_nsecsex2.
7
diese Bereiche nach wie vor zu den Sektoren, die in der EU-Wirtschaft am stärksten von Männern
dominiert werden19.
Sozioökonomische Benachteiligungen wirken sich zunehmend stärker auf die Leistung der
Schüler und Schülerinnen aus. Unterdurchschnittliche Leistungen treten bei benachteiligten
Schülern und Schülerinnen viel häufiger auf als bei begünstigten Gleichaltrigen. So erreicht
beispielsweise die Hälfte der benachteiligten Schüler und Schülerinnen (48 %) in der EU lediglich
unterdurchschnittliche Leistungen in Mathematik (PISA 2022). Bei Schülern und Schülerinnen
mit Migrationshintergrund besteht ein höheres Risiko, dass sie unterdurchschnittliche Leistungen
erbringen.
Die Nachfrage nach MINT-Kompetenzen wird vor allem in den am schnellsten wachsenden
Bereichen weiter steigen, d. h. in den technologiebezogenen Bereichen: Big Data, FinTech-
Entwicklung, KI und maschinelles Lernen sowie Software- und Anwendungsentwicklung.
Schlüsselindustrien wie Halbleiter und Biotechnologie sind für eine technologische Führungsrolle
auf MINT-Fachkräfte angewiesen. Um die Ziele des grünen Wandels zu erreichen, muss bis 2030
ein Anstieg um 50 % bei den Beschäftigten im Energiebereich mit MINT-Kompetenzen
verzeichnet werden. Tatsächlich gehören zu den am schnellsten wachsenden Berufen auch solche
im Bereich des ökologischen Wandels und der Energiewende, darunter Spezialisten und
Spezialistinnen für autonome Fahrzeuge und Elektrofahrzeuge, sowie Ingenieurinnen und
Ingenieure für Umwelttechnik und erneuerbare Energien. Der Mangel an MINT-Kompetenzen
reicht über traditionelle technische Bereiche hinaus bis hin zur Kultur- und Kreativwirtschaft, wo
begrenztes technisches Fachwissen die Fähigkeit einschränkt, KI und neue Technologien zu
nutzen, wodurch Wettbewerbsfähigkeit und Wachstumspotenzial geschwächt werden.
Fortgeschrittene MINT-Kompetenzen sind für die Fähigkeiten in den Bereichen Verteidigung und
Luft- und Raumfahrt, einschließlich Klimaprognosen, und für die Kreislaufwirtschaft zur
Verringerung der Abhängigkeit von Nicht-EU-Lieferanten von entscheidender Bedeutung.
Angehörige der Gesundheitsberufe müssen verstärkt auf dem Gebiet der Cybersicherheit geschult
und sensibilisiert werden. Die derzeitige demografische Entwicklung stellt in dieser Hinsicht eine
zusätzliche Herausforderung dar. Am Gesundheitssektor werden diese Herausforderungen
besonders deutlich: Im Jahr 2022 fehlten 1,2 Millionen medizinische Fachkräfte, das Interesse bei
Studierenden ist seit 2018 rückläufig, und der Druck durch die alternde Bevölkerung nimmt zu20.
Allerdings bleibt das Wachstum der MINT-Beschäftigten in der EU hinter der Nachfrage zurück,
insbesondere im IKT-Sektor und im Ingenieurwesen, die für den grünen und den digitalen Wandel
sowie für Sicherheit und Vorsorge, insbesondere in Schlüsselsektoren wie Cybersicherheit,
Verteidigung und Luft- und Raumfahrt, besonders wichtig sind.
Durch die Entwicklung einer langfristigen Strategie für die Bildung in MINT-Fächern, die
die gesamte Bildungskette abdeckt und dem demografischen Wandel und den territorialen
Unterschieden Rechnung trägt, kann die EU gleichzeitig dem Mangel an kritischen
Arbeitskräften begegnen, nachhaltige und zugängliche Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen und
den sozialen Aufstieg fördern. Dies umfasst beispielsweise die Stärkung gezielter
20 OECD/Europäische Kommission (2024), Health at a Glance: Europa 2024: State of Health in the EU Cycle, OECD Publishing, Paris,
https://www.oecd.org/en/publications/health-at-a-glance-europe-2024_b3704e14-en.html, S. 36.
8
Spezialisierungen in den am schnellsten wachsenden Bereichen, die Förderung arbeitsintegrierter
Lernprogramme, die Weiterbildung und Umschulung von Arbeitskräften und die engere
Verzahnung von Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie des öffentlichen
und des privaten Sektors.
Mehrere EU-Initiativen befassen sich bereits mit dem bestehenden Fachkräftemangel in den
MINT-Fächern, aber ihre Umsetzung, auch mit einem sektoralen Ansatz, muss gestärkt und
gestrafft werden. Die Union der Kompetenzen wird auf früheren Weiterbildungsinitiativen der
EU aufbauen. Dies beinhaltet i) die Einführung individueller europäischer Lernkonten, ii) die
Einführung von Microcredentials als flexible Lernlösungen für die Weiterbildung und
Umschulung von Erwachsenen und iii) den Kompetenzpakt, dessen Mitglieder sich verpflichtet
haben, bis 2030 im Rahmen groß angelegter Partnerschaften, die alle 14 industriellen Ökosysteme
der EU abdecken, 25 Millionen Arbeitskräfte weiterzubilden. Ebenso werden die EU-
Kompetenzakademien, einschließlich der Akademien für eine klimaneutrale Industrie, der
Akademie für ein interoperables Europa, der Akademie für fortgeschrittene Werkstoffe und der
Akademien für digitale Kompetenzen, Umschulungen und Weiterbildungen erleichtern, die auf
den Bedarf in den MINT-Bereichen ausgerichtet sind. Diese Akademien werden die
Zusammenarbeit zwischen Industrie, Hochschulen und Berufsbildungseinrichtungen nutzen, um
Lernende und Fachkräfte in verschiedenen technologischen Bereichen zu qualifizieren,
weiterzubilden und umzuschulen.
3. Ambitionen in die Tat umsetzen
Um diesen Herausforderungen zu begegnen und Chancen zu nutzen, wird sich der Strategieplan
der EU für die Bildung in MINT-Fächern an drei Hauptzielen orientieren:
Verankerung der MINT-Fächer als strategische Säule in der Bildungs- und
Kompetenzpolitik der EU (LENKEN)
Aufbau einer stärkeren und inklusiveren Pipeline für MINT-Talente in der EU
(AUSBAUEN)
Förderung von Frauen in den MINT-Fächern und Inspiration für künftige Innovatoren und
Innovatorinnen (HINDERNISSE BESEITIGEN)
9
3.1 Verankerung der MINT-Fächer als strategische Säule in der Bildungs- und
Kompetenzpolitik der EU
Die EU verfügt über eine Bevölkerung mit hohem Bildungsstand und kann auf einer starken
Tradition der MINT-Fächer aufbauen. Eine weitere Priorisierung der allgemeinen und
beruflichen Bildung in den MINT-Fächern erfordert verbesserte Daten sowie bessere
Governance- und Kooperationsmechanismen zwischen der EU und ihren Mitgliedstaaten.
Um das Gesamtangebot an MINT-Kompetenzen zu erhöhen, sollten die Mitgliedstaaten ihrer
Verpflichtung nachkommen, den Anteil der 15-Jährigen mit unterdurchschnittlichen Leistungen
bei den Grundkompetenzen (unter anderem in Mathematik und Naturwissenschaften) bis 2030 auf
weniger als 15 % zu senken. Eine flexiblere Zusammenarbeit mit der Industrie und den
Sozialpartnern, um ihrem Bedarf besser gerecht zu werden, ist sehr wichtig, damit schneller auf
den Fachkräftemangel in den MINT-Fächern reagiert werden kann. Durch eine umfassendere
Erfassung von MINT-Kompetenzen mit vergleichbaren Daten in der gesamten EU kann der
sektorspezifische Bedarf an MINT-Kompetenzen wirksamer und zeitnaher antizipiert werden. Die
Angleichung der politischen Reformmaßnahmen der Mitgliedstaaten und der EU-Unterstützung
auf der Grundlage von Fakten und der Austausch bewährter Verfahren im Rahmen der EU-weiten
Zusammenarbeit werden dazu beitragen, Spitzenleistungen in der Bildung in MINT-Fächern zu
fördern. Zu diesem Zweck schlägt die Kommission folgende Maßnahmen vor:
Strategieplan
der EU für die
Bildung in
MINT-Fächern
10
A. Es sollen neue MINT-Ziele auf EU-Ebene für 2030 vorgeschlagen werden. Bis 2030
sind folgende Ziele zu erreichen:
i) Der Anteil der in MINT-Fächern eingeschriebenen Lernenden in der beruflichen
Erstausbildung mit mittlerer Qualifikation sollte mindestens 45 % betragen21.
Mindestens jede vierte dieser Personen sollte weiblich sein22.
ii) Der Anteil der in MINT-Fächern eingeschriebenen Studierenden im tertiären
Bereich sollte mindestens 32 % betragen23, wobei mindestens zwei von fünf
Studierenden weiblich sein sollten.
iii) Der Anteil der in IKT-Promotionsprogrammen eingeschriebenen Promovierenden
sollte mindestens 5 % betragen24, wobei mindestens jede dritte dieser Personen
weiblich sein sollte.
Die Mitgliedstaaten werden ersucht, mit der Kommission bei der Festlegung dieser
Ziele auf EU-Ebene zusammenzuarbeiten und auf dieser Grundlage eigene nationale
Ziele zu entwickeln, die als Richtschnur für nationale oder regionale MINT-Strategien
verwendet werden können.
B. Im Jahr 2025 soll ein europäisches MINT-Exekutivgremium eingerichtet werden, das
sich aus hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft, Politik und
Verwaltung zusammensetzt und das in strategischen Fragen beraten soll, darunter zur
Modernisierung der Lehrpläne, zu Rückmeldungen der Industrie zum
Qualifikationsbedarf in allen Industriezweigen, zu innovativer Lehre und innovativen
Inhalten sowie zur Einbindung der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und
Unternehmen in die Bildung in MINT-Fächern. Das MINT-Gremium würde dem
europäischen hochrangigen Gremium für Kompetenzen Handlungsempfehlungen zur
Förderung einer engen Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Bildung in MINT-
Fächern vorlegen und die Ergebnisse seiner Arbeit allen anderen interessierten
Parteien öffentlich zugänglich machen.
C. Die allgemeine Erfassung von Daten zu MINT-Kompetenzen auf der Grundlage
internationaler Indikatoren und Referenzwerte soll verbessert werden, und zwar durch
die Messung der Ergebnisse der Absolventen und Absolventinnen in der beruflichen
Bildung und der Tertiärbildung im Rahmen der Eurograduate-Befragung, durch die
bessere Antizipierung des sektorspezifischen Kompetenzbedarfs im Rahmen der
künftigen Europäischen Beobachtungsstelle für Kompetenzen und durch die bessere
Nutzung des europäischen Datenraums für Kompetenzen.
3.2 Aufbau einer stärkeren und inklusiveren Pipeline für MINT-Talente in der EU
Die Entwicklung einer größeren und inklusiveren Pipeline für Talente in den MINT-Fächern
erfordert tiefgreifendere Reformen und einen umfassenden Ansatz für die allgemeine und
LENKEN
11
berufliche Bildung in den MINT-Fächern seitens der Mitgliedstaaten. Neben der
Modernisierung der Lehrpläne und der Verbesserung der Lehrmethoden unter genauer
Berücksichtigung ihrer Zugänglichkeits- und Inklusivitätsmerkmale müssen
Industriepartnerschaften gestärkt werden, um allen Lernenden praktische Berührungspunkte für
MINT-Berufe zu bieten. Bildungsanbietern sollte es ermöglicht werden, Rückmeldungen der
Industrie und Arbeitsplatzanforderungen direkter in MINT-Bildungsangebote zu integrieren.
Durch die Schaffung sektorspezifischer Lernpfade, die leicht zugängliche Möglichkeiten für
Lernende und Erwachsene bieten, kann die Attraktivität erhöht werden. Darüber hinaus macht die
steigende Nachfrage nach MINT-Fachkräften einen umfassenden und flexiblen Bildungsansatz
erforderlich, der über traditionelle Unterrichtskonzepte hinausgeht. Die Anwerbung von MINT-
Talenten aus Bevölkerungsgruppen, deren Potenzial noch ungenutzt ist, einschließlich in
ländlichen Gebieten, ist besonders wichtig, um den Umfang der Anstrengungen zu verstärken und
Ergebnisse zu erzielen. Die Einbindung fortgeschrittener digitaler Kompetenzen, z. B. aus
Bereichen wie Datenwissenschaft, Algorithmenkompetenz, computergestütztes Denken,
Verschlüsselung oder Cybersicherheit, in die MINT-Lehrpläne und in Microcredentials kann die
Lernerfahrung verbessern und dynamische Arbeitskräfte hervorbringen. Die berufliche
Weiterentwicklung von Lehrkräften und Ausbildern und Ausbilderinnen in den MINT-Fächern ist
von entscheidender Bedeutung und erfordert nachhaltige Investitionen. Zu diesem Zweck schlägt
die Kommission folgende Maßnahmen vor:
A. Es sollen zukunftsorientierte MINT-Lehrpläne in Schulen, der beruflichen Bildung
und der Tertiärbildung gefördert werden durch:
i) Entwicklung eines MINT-Kompetenzrahmens für alle Lernenden in allen
Bildungsphasen und einer Taxonomie der MINT-Kompetenzen im Rahmen der
ESCO-Klassifikation bis 2026. Dies wird die Gestaltung von Lehrplänen und
Bewertungsrahmen für MINT-Kompetenzen anregen und fördern.
ii) Bemühungen um einen europäischen Hochschulabschluss für Ingenieure und
Ingenieurinnen, indem auf den Allianzen der Initiative „Europäische
Hochschulen“ und den laufenden Erasmus+-Pilotprojekten aufgebaut wird, wobei
den Bedürfnissen der Arbeitgeber Rechnung zu tragen ist.
B. Es sollen Zentren für Bildung in MINT-Fächern für die Schulbildung, einschließlich
berufsbildender Schulen, in der gesamten EU erprobt werden, mit dem Ziel, die
Vermittlung der MINT-Fächer und die damit zusammenhängenden Erfahrungen im
Primar- und Sekundarbereich zu verbessern. Mit Unterstützung von Erasmus+ werden
21 Gegenüber 36,2 % im Jahr 2022.
22 Gegenüber 16,1 % im Jahr 2022.
23 Gegenüber 27,1 % im Jahr 2022.
24 Gegenüber 3,7 % im Jahr 2022.
AUSBAUEN
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diese Zentren Ökosysteme für dynamisches Lernen schaffen, die Innovationen beim
Unterrichten von MINT-Fächern in Schulen und beim diesbezüglichen Lernen
vorantreiben, indem die Zusammenarbeit mit Unternehmen, Wissenschaftsmuseen,
MINT-Organisationen, Bibliotheken, Kulturverbänden, der Kreativwirtschaft,
Hochschulen und Forschungseinrichtungen intensiviert wird.
C. Es sollen mehr Lernende unterschiedlichster Herkunft für MINT-Unterricht in der
Sekundarbildung, der beruflichen Bildung und der Tertiärbildung gewonnen werden,
indem Folgendes durchgeführt wird:
i) die Anwerbung von Tech-Talenten in den MINT-Bereichen: Das Europäische
Innovations- und Technologieinstitut (EIT) wird unter Einbeziehung von Vorbildern
und Unternehmern und Unternehmerinnen Anwerbungsmaßnahmen durchführen,
mit denen junge Menschen für MINT-Berufe gewonnen werden sollen.
ii) europäische Wettbewerbe für fortgeschrittene digitale Kompetenzen, um junge
Menschen in Europa für modernste digitale Technologien zu begeistern, indem
gesellschaftliche, technologische oder industrielle Herausforderungen gestellt
werden, und zwar auf Basis bestehender Wettbewerbe wie den internationalen und
europäischen Challenges im Bereich der Cybersicherheit.
D. Die Bedürfnisse der Arbeitgeber sollen in der beruflichen Bildung und im
Tertiärbereich berücksichtigt werden, und zwar durch folgende Maßnahmen:
i) Entwicklung gemeinsamer transnationaler Programme und kurzer Lehrgänge, die
zu Microcredentials in strategisch relevanten MINT-Sektoren gemäß dem
Kompass für Wettbewerbsfähigkeit führen, durch die Zentren der beruflichen
Exzellenz und die Allianzen der Initiative „Europäische Hochschulen“. In enger
Zusammenarbeit mit den jeweiligen Innovationsökosystemen und mit EU-
Kompetenzakademien gilt es, i) das verfügbare Spektrum an gemeinsamen
Programmen und Microcredentials in den MINT-Fächern zu fördern, unter
anderem durch einen Bildungsansatz für MINKT (Mathematik, Informatik,
Naturwissenschaften, Kunst und Technik), ii) die Zentren und Allianzen zu
ermutigen, ihr MINT-Angebot zu koordinieren und ihre Investitionen in MINT-
Infrastruktur, -Ausrüstung und -Bildungstechnologien zu bündeln und gemeinsam
zu nutzen, iii) die Zentren und Allianzen zu ermutigen, private Investitionen in die
Entwicklung von Microcredentials zu mobilisieren, die auf die Weiterbildung und
Umschulung der europäischen Arbeitskräfte in strategisch relevanten MINT-
Sektoren zugeschnitten sind, und iv) bei Arbeitgebern, die Talente einstellen, die
Akzeptanz für Microcredentials, die mit EU-Unterstützung ausgestellt wurden, zu
fördern und zu überwachen.
ii) Unterstützung der Entwicklung gemeinsamer Bildungsprogramme (auf Bachelor-,
Master- und Doktorandenebene) und von Fachausbildungen für strategisch
relevante MINT-Sektoren unter Nutzung der Kompetenzakademien und der
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Allianzen der Initiative „Europäische Hochschulen“. Dies umfasst gemeinsame
Abschlüsse und künftige europäische Abschlüsse in digitalen Technologien (z. B.
KI, Quantentechnik, Cybersicherheit) und interdisziplinäre Abschlüsse, bei denen
diese Technologien auf Sektoren wie Gesundheit und Biotechnologie angewandt
werden, sowie Ausbildungen für Technologien im Rahmen von Destination Earth25
(z. B. Klimamodellierung, Circular Engineering).
iii) Förderung der Weiterbildung und Umschulung durch Bootcamps, kurze
Lehrgänge von formalen Berufsbildungs- und Hochschuleinrichtungen, die zu
Microcredentials führen, und Plattformen für digitales immersives Lernen und
entsprechende Schulungen, um innovative Möglichkeiten des lebenslangen Lernens
zu schaffen.
iv) Angebot von gezielten Schulungen in den Bereichen Innovation, Unternehmertum
und Management von geistigem Eigentum bis 2028 für 200 000 Studierende,
Akademiker und Akademikerinnen und Beschäftigte in den MINT-Bereichen,
aufbauend auf der EIT-Initiative für Hochschuleinrichtungen in Synergie mit den
Allianzen der Initiative „Europäische Hochschulen“ und den Wissens- und
Innovationsgemeinschaften des EIT.
E. Im Jahr 2026 soll ein Pilotprojekt zur Entwicklung von MINT-Kompetenzschmieden in
strategischen Sektoren durch Einbeziehung von Unternehmen in das Mentoring junger
Unternehmer und Unternehmerinnen in der Lernphase in Zusammenarbeit mit
Anbietern der beruflichen Aus- und Weiterbildung und mit Hochschuleinrichtungen
aufgelegt werden, wobei der Zugang zu Labors, technischen Infrastrukturen und
Ausrüstungen gewährt, die Entwicklung geistigen Eigentums unterstützt und der Zugang
zu Risikokapital erleichtert wird. Dabei sollten auch Anbieter der beruflichen Aus- und
Weiterbildung und Hochschuleinrichtungen, talentierte Lernende in
Berufsbildungsgängen und Hochschulstudierende sowie die Finanzwelt, insbesondere
Risikokapital, zusammengebracht werden.
F. Es sollen ein Kapazitätsaufbau für MINT-Fächer für Bildungseinrichtungen in
Beitrittsländern und anderen prioritären Partnerländern der EU, z. B. Begünstigte von
EU-Fachkräftepartnerschaften, und „internationale MINT-Partnerschaften“ zur
Förderung von Spitzenleistungen in MINT-Fächern vorgeschlagen werden. Der
angekündigte neue Pakt für den Mittelmeerraum bietet in dieser Hinsicht ebenfalls
besondere Chancen.
25 Eine Leitinitiative der Europäischen Kommission zur Entwicklung eines hochpräzisen digitalen Erdmodells (digitaler Zwilling der Erde) zur
Modellierung, Überwachung und Simulation von Naturphänomenen, Gefahren und relevanten menschlichen Aktivitäten. https://destination-
earth.eu/.
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3.3 Förderung von Frauen in MINT-Fächern und Inspiration für künftige Innovatoren
und Innovatorinnen
Um mehr Frauen für die Bildung in MINT-Fächern zu gewinnen, müssen die Mitgliedstaaten
umfassendere Anstrengungen unternehmen, um die Attraktivität von MINT-Fächern als
Studien- und Berufsziel für Mädchen und Frauen zu erhöhen, und zwar durch: i)
Bekämpfung von Geschlechterstereotypen, ii) Erleichterung des Zugangs zu Bildung in MINT-
Fächern durch gezielte Ausrichtung auf entscheidende Alterskohorten und iii) Förderung von
stärker institutionell unterstützten Mentoring-Programmen mit Vorbildern. Diese Maßnahmen
sollten durch nationale und europäische Informations- und Sensibilisierungsinitiativen verstärkt
werden. Die Förderung der nächsten Generation von Innovatorinnen erfordert eine
Modernisierung der Bildung in MINT-Fächern durch interdisziplinäre Programme, bei denen die
technischen Fähigkeiten durch Fähigkeiten zur kreativen Problemlösung und unternehmerische
Fähigkeiten ergänzt werden. Eine Erhöhung der Zahl der Innovatorinnen in MINT-Studiengängen
kann auch erreicht werden, indem es internationalen MINT-Talenten erleichtert wird, nach Europa
zu kommen oder zurückzukehren, wie in der Mitteilung über eine Union der Kompetenzen
dargelegt. Darüber hinaus wird die Kommission Anreize für Maßnahmen schaffen, um Folgendes
zu erreichen:
A. Begeisterung von mehr Mädchen und Frauen für MINT-Fächer, indem 2025 eine
neue Initiative „Girls go MINT“ gestartet wird, um Sekundarschülerinnen für MINT-
Fächer (auch in der beruflichen Bildung) und Hochschulstudentinnen für MINT-Berufe
zu gewinnen, und indem ihre technischen und unternehmerischen Fähigkeiten in MINT-
Bereichen entwickelt werden, unter anderem durch Einführungsphasen und Mentoring.
Ziel ist es, bis 2028 im Rahmen von Erasmus+, der Allianzen der Initiative
„Europäische Hochschulen“, der Europäischen Ausbildungsallianz, der Akademien für
digitale Kompetenzen und des EIT eine Million Mädchen und Frauen auszubilden.
B. Start von „MINT Futures“, um inklusive und erfolgreiche Verfahren bei der Bildung
in MINT-Fächern zu ermitteln und zu verbreiten, einschließlich der
vielversprechendsten MINT-Bildungsprojekte mit EU-Unterstützung, wobei bestehende
Gemeinschaften und Netzwerke genutzt werden. Im Jahr 2026 wird der Schwerpunkt auf
den erfolgreichsten Verfahren für Mädchen und Frauen in MINT-Fächern liegen.
Im Rahmen dieser Initiative wird eine europäische MINT-Woche organisiert, bei der
Synergien mit EU-finanzierten Projekten genutzt werden und deren Schwerpunkt darauf
liegen wird, junge Menschen, insbesondere Mädchen und ihre Familien,
niederschwellig zu erreichen.
C. Präsentation und Austausch bewährter Verfahren und Förderung des Lernens
voneinander im Hinblick darauf, Mädchen und Frauen für MINT-Ausbildungen zu
gewinnen und sie dort zu unterstützen. Es soll eine Zusammenarbeit mit Unternehmen,
HINDERNISSE BESEITIGEN
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Forschungseinrichtungen, Forschungs- und Technologieorganisationen und anderen
Interessenträgern im Rahmen der Europäischen Ausbildungsallianz stattfinden, wobei
der Schwerpunkt darauf gelegt wird, den Anteil weiblicher Auszubildender zu erhöhen.
D. Erprobung eines MINT-Fachkräftestipendiums im Rahmen des derzeitigen MFR, um
führende internationale MINT-Experten und -Expertinnen mit unterschiedlichem
Hintergrund für Hochschul- und Forschungseinrichtungen der EU sowie für von der
EU unterstützte öffentlich-private Partnerschaften, die in strategisch wichtigen
Sektoren tätig sind, zu gewinnen.
4. Weiteres Vorgehen
Die Umsetzung des Strategieplans für die Bildung in MINT-Fächern, die 2025 beginnt, wird in die
Governance-Strukturen der Union der Kompetenzen integriert.
Hauptsächlich wird dieser Strategieplan durch die politische Koordinierung von Reformen und
Investitionen auf Grundlage von erfassten Daten zu Kompetenzen umgesetzt werden. Ein weiterer
Weg zur Stärkung der Koordinierung zwischen den Mitgliedstaaten besteht darin, dass bei den
Folgemaßnahmen zu Bildungs- und Kompetenzreformen im Rahmen des Europäischen Semesters
ein zusätzlicher Schwerpunkt auf MINT-Fächer gelegt wird.
Das MINT-Exekutivgremium wird praktikable, von der Industrie ausgehende Empfehlungen zur
Unterstützung einer MINT-Bildungspolitik auf höchstem Niveau abgeben und sich dabei von
realen Erfahrungen und Bedürfnissen von Unternehmen leiten lassen. Diese Empfehlungen sollen
dem europäischen hochrangigen Gremium für Kompetenzen als Input dienen.
Im Rahmen des derzeitigen mehrjährigen Finanzrahmens werden bei der Umsetzung des
Strategieplans für die Bildung in MINT-Fächern und damit zusammenhängender Projekte und
Tätigkeiten weiterhin die Aufbau- und Resilienzfazilität, die Fonds der Kohäsionspolitik und
Erasmus+ sowie andere Fonds und Instrumente wie Horizont Europa, das Programm „Digitales
Europa“ und das Instrument für technische Unterstützung (TSI) in Anspruch genommen. Bei den
Pilotprojekten der Zentren für Bildung in MINT-Fächern und der MINT-Kompetenzschmieden
wird auf die im Rahmen der laufenden Programme verfügbaren Mittel zurückgegriffen werden.
Die allgemeine und berufliche Bildung wird auch künftig aus EU-Mitteln unterstützt werden,
wobei gleichzeitig die Fragmentierung der Ressourcen über mehrere Programme hinweg
angegangen werden wird. Dies beinhaltet einen Übergang von kurzfristigen (Einzel-)Maßnahmen
zu längerfristigen Investitionsprodukten, bei denen private Beiträge mobilisiert werden, auf
öffentlich-private Partnerschaften zurückgegriffen wird, gesellschaftliche und territoriale
Unterschiede beseitigt und nationale und subnationale Reformen unterstützt werden. Der
Vorschlag der Kommission, künftig für jedes Land einen Plan zu erstellen, in dem wichtige
Reformen und Investitionen miteinander verknüpft werden, könnte bei der Verwirklichung dieses
Ziels helfen, indem Kohärenz und Effizienz sichergestellt werden.
Um dieses Vorhaben zu verwirklichen, muss die EU strategisch lenken, den Talentpool ausbauen
und die Hindernisse beseitigen, die der von der europäischen Wirtschaft benötigten allgemeinen
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und beruflichen Bildung und Leistung im MINT-Bereich bislang im Weg stehen. Die EU muss
einen koordinierten Ansatz verfolgen, der Bildung, Industrie und Politik verbindet und integriert.
Mit diesem Strategieplan verstärkt die EU ihr Engagement für inklusive allgemeine und berufliche
Bildung als Eckpfeiler des Wirtschaftswachstums und des gesellschaftlichen Fortschritts und stellt
sicher, dass jeder und jede zur Zukunft und zum Wohlstand Europas beitragen und davon
profitieren kann.
Die Kommission fordert das Europäische Parlament, den Rat und die Sozialpartner auf, den
Strategieplan für die Bildung in MINT-Fächern zu billigen und seine Initiativen aktiv zu
unterstützen und zum Erreichen der Ziele beizutragen.
Drucksache 136/25- 17 -]
Relationen
- authored ← Europäische Kommission
- part_of_vorgang → Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Reg (Unterrichtung)