Digitale Alarmierungs- und Verwaltungsanwendung "Meine Reserve" für Reservisten der Bundeswehr
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Digitale Alarmierungs- und Verwaltungsanwendung "Meine Reserve" für Reservisten der Bundeswehr
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5198
21. Wahlperiode 07.04.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Jan Ralf Nolte, Andreas Paul, Dr. Michael Espendiller
und der Fraktion der AfD
Digitale Alarmierungs- und Verwaltungsanwendung „Meine Reserve“
für Reservisten der Bundeswehr
Im Rahmen der Jahrestagung der Reserve wurde kürzlich die Smartphone-
Anwendung „Meine Reserve“ vorgestellt. Nach Angaben der Bundeswehr und
der BWI GmbH soll die App erstmals eine digitale Alarmierung sowie eine
digitale Bestätigung der Einsatzbereitschaft von beorderten Reservisten
ermöglichen. Darüber hinaus sollen über die Anwendung Informationen zu
Dienstterminen, Dokumenten und Kontakten bereitgestellt werden. Perspektivisch soll
die Anwendung dazu beitragen, Reservisten innerhalb von 48 Stunden zum
Reservistendienst heranziehen zu können (www.reservistenverband.de/magazin-di
e-reserve/digitale-heranziehung-meine-reserve-machts-moeglich/).
Die Einführung der App wird vonseiten der Bundeswehr als Reaktion auf
bislang überwiegend papierbasierte und zeitaufwendige Verwaltungsverfahren bei
der Heranziehung von Reservisten dargestellt. Nach bisherigen Angaben
erfolgt die Kommunikation zwischen Karrierecentern, anfordernden Einheiten
und Reservisten vielfach noch auf dem Postweg. Die entsprechenden Verfahren
können daher teilweise mehrere Wochen in Anspruch nehmen (ebd.).
Mit der App sollen Reservisten künftig ihre Stammdaten eigenständig pflegen,
Dokumente digital empfangen und übermitteln sowie ihre Einsatzbereitschaft
bestätigen können. Zudem ist vorgesehen, eine Schnittstelle zum Bundesamt
für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) zu schaffen, um
Verwaltungsprozesse zu beschleunigen (ebd.).
Die Einführung einer solchen digitalen Anwendung begrüßen die Fragesteller
grundsätzlich. Sie wirft in ihren Augen jedoch eine Reihe von
organisatorischen, technischen und sicherheitsrelevanten Fragen auf. Insbesondere stellt
sich den Fragestellern die Frage nach der tatsächlichen Nutzung der
Anwendung durch Reservisten, nach der Entwicklungsdauer und den Kosten sowie
nach der IT-Sicherheit und der praktischen Einsatzfähigkeit im Spannungs- und
Verteidigungsfall.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Seit wann wird die App „Meine Reserve“ entwickelt, und wann wurde der
entsprechende Entwicklungsauftrag erstmals vergeben?
2. Welche Gesamtkosten sind bislang für die Entwicklung, den Betrieb, die
Wartung und Weiterentwicklung der App entstanden oder eingeplant?
3. Welche Institutionen oder Unternehmen waren an der Entwicklung der
App beteiligt?
4. Wie viele Reservisten sind derzeit grundsätzlich berechtigt, die App
„Meine Reserve“ zu nutzen?
5. Wie viele Reservisten haben die App seit ihrer Veröffentlichung
heruntergeladen?
6. Wie viele Reservisten haben die Authentifizierung über die Dienststelle
oder das Postcode-Verfahren bereits erfolgreich abgeschlossen?
7. Wie hoch ist der Anteil der aktiven Nutzer der App im Verhältnis zur
Gesamtzahl der potenziell berechtigten Reservisten?
8. Welche Maßnahmen sind vorgesehen, um Reservisten ohne geeignetes
Smartphone oder ohne digitale Infrastruktur weiterhin zuverlässig zu
erreichen?
9. Welche konkreten Ergebnisse wurden bei dem ersten Testlauf der App im
Rahmen der Übung „National Guardian“ erzielt?
10. Wie viele Reservisten wurden bei diesem Testlauf digital alarmier,t und
wie viele bestätigten ihre Einsatzbereitschaft über die App?
11. Welche technischen oder organisatorischen Probleme traten während des
Testlaufs auf?
12. Welche Behörden oder Institutionen waren an der sicherheitstechnischen
Prüfung beteiligt (z. B. Bundesamt für Sicherheit in der
Informationstechnik)?
13. Bis wann soll die App nach derzeitiger Planung flächendeckend bei allen
beorderten Reservisten eingesetzt werden?
14. Welche zusätzlichen Funktionen sind in der angekündigten zweiten
Ausbauphase konkret geplant?
15. Welche Erfahrungen aus vergleichbaren digitalen Alarmierungs- oder
Reservistenverwaltungssystemen anderer NATO-Staaten wurden nach
Kenntnis der Bundesregierung bei der Entwicklung ggf. berücksichtigt?
16. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung ggf., um eine breite
Nutzung der App unter den Reservisten sicherzustellen?
Berlin, den 1. April 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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