Heimatschutzdivision der Bundeswehr - Struktur, Personalstärke, Reserveintegration und Aufstellungsplanung (Antwort zu Drs. 21/2174)
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Heimatschutzdivision der Bundeswehr - Struktur, Personalstärke, Reserveintegration und Aufstellungsplanung (Antwort zu Drs. 21/2174)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2444
21. Wahlperiode 28.10.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Andreas Paul, Hannes Gnauck, Mirco
Hanker, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/2174 –
Heimatschutzdivision der Bundeswehr – Struktur, Personalstärke,
Reserveintegration und Aufstellungsplanung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Heimatschutzdivision der Bundeswehr wurde am 14. März 2025 als neue
Organisationsstruktur im Rahmen der Bundeswehrreform aufgestellt und
öffentlichkeitswirksam durch den Bundesminister der Verteidigung vorgestellt.
Der Division wurden vielfältige Aufgaben in dem Bereich Taktik,
Gefechtsführung sowie Krisenvorsorge zugeschrieben (www.bundeswehr.de/de/organi
sation/heer/aktuelles/heimatschutz-staerkt-innere-sicherheit). In der
öffentlichen Diskussion bestehen jedoch Zweifel an der tatsächlichen
Einsatzfähigkeit, da ein erheblicher Teil der Dienstposten lediglich auf dem Papier existiert
und zahlreiche Einheiten bislang kaum über aktive Soldatinnen und Soldaten
verfügen sollen (https://regionalheute.de/reservistenverband-kritisiert-geplant
e-heimatschutz-division-1737023402/ sowie www.bild.de/politik/inland/reser
vistenverbands-chef-heimatschutz-division-ist-geister-armee-678647ede1c7ef
2d914c99-04).
Besondere Bedeutung kommt hierbei der Reserve zu, da die
Heimatschutzdivision maßgeblich auf die Reserve angewiesen ist. Vor diesem Hintergrund
stellen sich den Fragestellern Fragen zur tatsächlichen Personalstärke, zu den
bislang geleisteten Wehrübungen, zu den Fortschritten bei der Beorderung
ausscheidender Soldatinnen und Soldaten sowie zu den Planungen, wann die
Division eine volle Einsatzfähigkeit erreichen soll.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bundesregierung nimmt die Vorbemerkung der Fragesteller zur Kenntnis.
Sie stimmt weder den darin enthaltenen Wertungen zu noch bestätigt sie die
darin enthaltenen Feststellungen oder dargestellten Sachverhalte.
Die erbetenen Auskünfte sind teilweise geheimhaltungsbedürftig, weil sie
sicherheitsrelevante Angaben enthalten, deren Bekanntwerden für die Interessen
der Bundesrepublik Deutschland nachteilig sein könnte. Die Beantwortung der
Fragen kann in offener Form nicht erfolgen.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Verteidigung vom 27. Oktober
2025 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Das verfassungsmäßig verbürgte Frage- und Informationsrecht des Deutschen
Bundestages gegenüber der Bundesregierung wird durch schutzwürdige
Interessen von Verfassungsrang begrenzt, wozu auch und insbesondere
Staatswohlerwägungen zählen.
Eine Offenlegung der angefragten Informationen, Zahlen in den Fragen 2 bis 4
und 6 birgt die Gefahr, dass Einzelheiten über schutzwürdige Interessen unseres
Staates sowie die künftige Arbeitsfähigkeit und Aufgabenerfüllung der
Bundeswehr bekannt würden. Die erfragten detaillierten Soll- und Ist-Personalstärken
der Heimatschutzdivision ließen Ableitungen auf die Einsatzbereitschaft der
Heimatschutzdivision zu. Folglich könnten auch Rückschlüsse auf die
Gesamtfähigkeiten der Bundeswehr und deren Kampfkraft aktuell und für die nächsten
Jahre gezogen werden. Da dies nachteilig für die Sicherheitsinteressen der
Bundesrepublik Deutschland wäre, hält die Bundesregierung die Informationen der
angefragten Art für so sensibel, dass selbst ein geringfügiges Risiko des
Bekanntwerdens unter keinen Umständen hingenommen werden kann.
Eine Einstufung als Verschlusssache und Hinterlegung der in den Fragen 2 bis
4 sowie in Frage 6 nachgefragten Informationen in der Geheimschutzstelle des
Deutschen Bundestages würde ihrer erheblichen Brisanz im Hinblick auf die
Bedeutung für die Aufgabenerfüllung und Funktionsfähigkeit der Bundeswehr
nicht ausreichend Rechnung tragen. Aus dem Vorgesagten ergibt sich, dass die
erbetenen Informationen derart schutzbedürftige Geheimhaltungsinteressen
berühren, dass das Staatswohl gegenüber dem parlamentarischen
Informationsrecht wesentlich überwiegt. Insofern muss ausnahmsweise das Fragerecht der
Abgeordneten gegenüber dem Geheimhaltungsinteresse der Bundesregierung
zurückstehen.
1. Wie ist die aktuelle Gliederung der Heimatschutzdivision (Division,
Regimenter, Kompanien; neben der Erklärung als Fließtext bitte als
grafisches Organigramm darstellen)?
Die Heimatschutzdivision führt sechs Regimenter. Jedem dieser Regimenter ist
eine Stabs- und Versorgungskompanie (1. Kompanie), eine
Unterstützungskompanie (2. Kompanie) und eine Ausbildungskompanie (3. Kompanie)
unterstellt. Die weiteren 42 Heimatschutzkompanien wurden den Regimentern
zugeordnet.
2. Wie hoch sind die jeweiligen Soll- und Ist-Personalstärken (bitte nach
Division, Regimentern und Kompanien getrennt angeben)?
3. Wie hoch ist dabei jeweils der Anteil (in absoluten Zahlen) aktiver
Soldaten und der Anteil nicht aktiver Soldaten sowie besetzter und
unbesetzter Dienstposten?
4. Wie viele Wehrübungstage haben die Einheiten der
Heimatschutzdivision im Zeitraum vom 1. April 2025 bis zum 31. Oktober 2025
durchgeführt (bitte nach Einheiten aufschlüsseln)?
Die Fragen 2 bis 4 werden zusammen beantwortet.
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
5. Auf wie viele Reservistinnen und Reservisten verteilen sich die
abgeleisteten Wehrübungstage (bitte getrennt nach Regimentern und Kompanien
auflisten)?
Es wird keine Statistik im Sinne der Fragestellung geführt.
6. Bis wann plant die Bundeswehr, die Heimatschutzdivision auf volle Soll-
Personalstärke zu bringen?
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
7. Welche Maßnahmen sind zur Erreichung der Soll-Personalstärke der
Heimatschutzdivision vorgesehen (z. B. Rekrutierung, Beorderung von
Reservisten, Ausstattung)?
Um die Beorderungszahlen zu steigern, wurde 2021 die Grundbeorderung
eingeführt, die mit Aufstellung der Heimatschutzkräfte der Bundeswehr auch für
diese zur Geltung kommt. Darüber hinaus soll der neue Wehrdienst anteilig
auch zu Beorderungen in der Heimatschutzdivision führen.
Die Ausstattung der Heimatschutzdivision mit Bekleidung und persönlicher
Ausrüstung ist im Rahmen des Aufwuchses der Bundeswehr auf den
Gesamtumfang berücksichtigt.
8. Wie hoch ist die Quote der durchgeführten Beorderungsgespräche mit
ausscheidenden Soldatinnen und Soldaten in der gesamten Bundeswehr
(bitte nach Teilstreitkräften aufschlüsseln)?
Grundsätzlich hat jede ausscheidende Soldatin und jeder ausscheidende Soldat
an der Reservistenberatung teilzunehmen. Im Übrigen wird keine Statistik im
Sinne der Fragestellung geführt.
9. Wie viele der angesprochenen Soldatinnen und Soldaten wurden nach
einem Beorderungsgespräch tatsächlich in die Reserve eingeplant (bitte
nach Teilstreitkräften aufschlüsseln)?
Eine Statistik im Sinne der Fragestellung wird nicht geführt.
10. Welche Hindernisse (rechtlicher, organisatorischer, finanzieller oder
logistischer Art) sieht die Bundesregierung derzeit für eine ausreichende
Einplanung von Reservistinnen und Reservisten in der
Heimatschutzdivision?
Im Sinne der Fragestellung bestehen keine Hindernisse bei der Einplanung von
Reservistinnen und Reservisten.
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ISSN 0722-8333]
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