Übergriffe auf Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG seit 2015 und Sachstand Arbeitsschutz
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Übergriffe auf Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG seit 2015 und Sachstand Arbeitsschutz
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4552
21. Wahlperiode 05.03.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Peter Bohnhof, René Springer, Robert Teske, Jan Feser,
Lukas Rehm, Ulrike Schielke-Ziesing, Sascha Lensing, Martin Hess und
der Fraktion der AfD
Übergriffe auf Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG seit 2015 und Sachstand
Arbeitsschutz
Die Deutsche Bahn AG (DB AG) befindet sich zu 100 Prozent im Eigentum
des Bundes. Die Beteiligungsführung wird durch das Bundesministerium für
Verkehr (BMV) wahrgenommen (www.bundesfinanzministerium.de/Content/D
E/Standardartikel/Themen/Bundesvermoegen/Privatisierungs_und_Beteiligung
spolitik/Beteiligungspolitik/deutsche-bahn-ag.html).
Sowohl die Zahl als auch die Brutalität der Übergriffe auf DB-Mitarbeiter
nehmen nach Wahrnehmung der Fragesteller stetig zu. Am 3. Februar 2026 wurde
ein Zugbegleiter in einem Regionalexpress nahe Landstuhl (Landkreis
Kaiserslautern) bei einem Angriff lebensgefährlich verletzt und ist diesen Verletzungen
am folgenden Tag erlegen. Ebenfalls am 3. Februar wurde am Bahnhof
Hamburg-Dammtor ein DB-Aufsichtsmitarbeiter „mit Schlägen und Tritten
gegen den Kopf attackiert“. Am 4. Februar wurden ein Zugbegleiter und ein
Lokführer auf Höhe des Bahnhofs Lüdenscheid-Brügge (Märkischer Kreis)
bespuckt und geschlagen (www.bild.de/regional/saarland/schaffner-tot-neue-detai
ls-zur-bahn-attacke-in-homburg-6982e36048913c2281394c91; www.bild.de/ne
ws/deutsche-bahn-angriff-auf-mitarbeiter-am-bahnhof-dammtor-in-hamburg-69
8342242dfdd2aa24525590; www.bild.de/regional/nordrhein-westfalen/die-taet
er-wieder-schwarzfahrer-naechster-zug-angriff-schaffner-bespuckt-
lokfuehrergeschlagen-69845b612dfdd2aa245264a0).
Wenn Kundenkontakt für DB-Mitarbeiter täglich physische und psychische
Belastung, Bedrohung oder sogar Lebensgefahr bedeutet, stellen sich besondere
Fragen an den Arbeitsschutz. Angesichts derart hemmungsloser Gewalt und
einer kontinuierlich sinkenden Hemmschwelle vermuten die Fragesteller
zudem einen Zusammenhang mit innenpolitischen Entscheidungen und
Versäumnissen der vergangenen zehn Jahre.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl von DB-
Mitarbeitern, die im Dienst Opfer einer Straftat geworden sind, zwischen
2015 und 2025 entwickelt (bitte je Kalenderjahr die zehn häufigsten
Straftaten nach absoluten und prozentualen Zahlen aufschlüsseln)?
2. Welche Berufsgruppen waren in den Fällen nach Frage 1 am häufigsten
betroffen (bitte je Kalenderjahr die drei am häufigsten betroffenen
Gruppen jeweils mit der Gesamtzahl der Fälle aufführen)?
3. Wie verteilen sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Fälle nach
Frage 1 auf den Nah- sowie Regional- und den Fernverkehr (bitte je
Kalenderjahr in absoluten und prozentualen Zahlen angeben)?
4. Wie verteilen sich die Tatorte der Fälle nach Frage 1 auf die Bundesländer
(bitte je Kalenderjahr in absoluten und prozentualen Zahlen angeben)?
5. Wie viele DB-Mitarbeiter wurden nach Kenntnis der Bundesregierung
infolge eines Falles nach Frage 1 berufsunfähig (bitte je Kalenderjahr nach
Berufsgruppe aufschlüsseln)?
6. Wie lange dauerte es nach Kenntnis der Bundesregierung in den Fällen
nach Frage 1, die eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatten, bis die
betroffenen DB-Mitarbeiter in den Dienst zurückgekehrt sind (bitte je
Kalenderjahr die durchschnittliche und jeweils maximale Arbeitsunfähigkeit in
Tagen angeben)?
7. In wie vielen der Fälle nach Frage 1 wurde die Tat nach Kenntnis der
Bundesregierung durch
a) einen Täter,
b) zwei Täter,
c) mehr als zwei Täter gemeinschaftlich begangen
(bitte je Kalenderjahr in absoluten und prozentualen Zahlen darstellen)?
8. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die
Staatsangehörigkeiten der Täter nach Frage 1 entwickelt (bitte je Kalenderjahr die zehn
häufigsten Staatsangehörigkeiten in absoluten und prozentualen Zahlen
angeben)?
9. Inwiefern wurden die Taten nach Frage 1 nach Kenntnis der
Bundesregierung bislang strafrechtlich geahndet (Anzahl Verfahrenseinstellungen,
Anklageerhebungen und Urteile gruppiert nach Strafmaß; bitte je
Kalenderjahr nach Straftatbestand aufschlüsseln)?
10. Worauf führt die Bundesregierung den Anstieg der Anzahl der Übergriffe
gegen DB-Mitarbeiter von mehr als 83 Prozent zwischen 2015 und 2024
zurück (vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/609653/umfrage/
uebergriffe-gegen-mitarbeiter-der-deutschen-bahn/)?
11. Worauf führt die Bundesregierung den Rückgang der Anzahl der
Übergriffe gegen DB-Mitarbeiter in den Jahren 2019, 2021 und mutmaßlich
auch 2020 zurück (für 2020 ist laut vorliegender Quelle kein Wert
vorhanden, ebd.)?
12. Welche Maßnahmen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung seit
2015 arbeitgeberseitig zum Schutz der DB-Mitarbeiter vor bzw. bei
Übergriffen etabliert (vgl. www.zdfheute.de/panorama/bahn-sicherheit-angriff-
bodycam-strafe-100.html)?
a) Welche Rolle spielten nach Kenntnis der Bundesregierung Übergriffe
auf DB-Mitarbeiter im Jahr 2015 und gegenwärtig jeweils in der
betrieblichen Gefährdungsbeurteilung der DB (bitte auch anhand
Anzahl, Kapitel, Seiten oder Ähnlichem quantifizieren)?
b) Seit wann können DB-Mitarbeiter nach Kenntnis der Bundesregierung
Übergriffe via App melden, und wie viele solcher Meldungen haben
DB-Mitarbeiter seit Beginn dieser Maßnahme abgesetzt (bitte je
Kalenderjahr angeben)?
c) Wie viele diesbezügliche Fortbildungen (Selbstverteidigung,
Deeskalationstraining etc.) wurden im erfragten Zeitraum angeboten, und wie
viele Mitarbeiter haben daran teilgenommen (bitte je Kalenderjahr
angeben)?
d) Welche Rolle spielen nach Kenntnis der Bundesregierung Übergriffe
im Rahmen der Ausbildung und Qualifizierung (Quereinstieg) für
Berufe mit Kundenkontakt (bitte anhand Unterrichtseinheiten, Anzahl
Trainings und Ähnlichem quantifizieren)?
e) Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl und
der Anteil der Zugbegleiter und Sicherheitskräfte im erfragten
Zeitraum entwickelt, die im Dienst eine Bodycam tragen (bitte je
Kalenderjahr in absoluten und prozentualen Zahlen angeben)?
f) Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung im erfragten
Zeitraum die Zahl von Psychologen und Sozialberatern entwickelt, an die
sich betroffene DB-Mitarbeiter wenden können (bitte je Kalenderjahr
angeben)?
13. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl der im DB-
Nah- und DB-Regionalverkehr eingesetzten Zugbegleiter seit 2015
entwickelt (bitte je Kalenderjahr die absolute Zahl und die durchschnittliche
Anzahl eingesetzter Zugbegleiter je Fahrt angeben)?
14. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl der im DB-
Nah- und DB-Regionalverkehr eingesetzten Sicherheitskräfte seit 2015
entwickelt (bitte je Kalenderjahr die absolute Zahl und die
durchschnittliche Anzahl eingesetzter Sicherheitsmitarbeiter je Fahrt angeben)?
15. Welche konkreten Maßnahmen und Entscheidungen „für mehr Sicherheit
auf der Schiene“ und zur „langfristigen“ Finanzierung „der
Sicherheitskräfte im Regional- und Nahverkehr“ wurden nach Kenntnis der
Bundesregierung am 13. Februar 2026 auf dem von der DB-Vorstandschefin
Evelyn Palla einberufenen Sicherheitsgipfel verabredet, und welche Rolle
kommt dem Bund bei der Umsetzung dieser Maßnahmen zu, insbesondere
im Hinblick auf die Finanzierung etwaiger Maßnahmen (www.deutscheba
hn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/DB-Chefin-Evelyn-Pal
la-laedt-zum-Sicherheits-Gipfel-ein-13740968; vgl. www.zdfheute.de/poli
tik/deutschland/bahn-sicherheitsgipfel-ergebnisse-serkan-gewalt-10
0.html)?
16. Welche gesetzgeberischen Antworten wurden nach Kenntnis der
Bundesregierung seit 2015 im Zusammenhang mit Übergriffen gegen DB-
Mitarbeiter gegeben?
17. Sieht die Bundesregierung aktuell gesetzgeberischen Handlungsbedarf im
Zusammenhang mit Übergriffen gegen DB-Mitarbeiter?
a) Wenn ja, welchen?
b) Wenn nein, warum nicht?
Berlin, den 16. Februar 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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