Personalaufwuchs Berufssoldaten (Antwort zu Drs. 21/4168)
Text
Personalaufwuchs Berufssoldaten (Antwort zu Drs. 21/4168)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4571
21. Wahlperiode 04.03.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Jörg Zirwes, Thomas Ladzinski,
Heinrich Koch, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/4168 –
Personalaufwuchs Berufssoldaten
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Im Zuge der sicherheitspolitischen Zeitenwende und des damit verbundenen
geplanten Personalaufwuchses der Bundeswehr auf bis zu 203 000 Soldaten
bis zum Jahr 2031 kommt der transparenten Darstellung der
Personalgewinnung sowie insbesondere der Übernahmen in das Dienstverhältnis eines
Berufssoldaten eine zentrale Bedeutung zu (www.bmvg.de/de/aktuelles/bundesw
ehr-soll-weiter-wachsen-29414). Nur auf dieser Grundlage lässt sich nach
Auffassung der Fragesteller beurteilen, ob der angestrebte Personalaufwuchs
nachhaltig und strukturell wirksam erreicht wird.
Vor dem Hintergrund der seit dem Jahr 2021 zu verzeichnenden steigenden
Einstellungszahlen stellt sich ihnen die Frage, in welchem Umfang diese
Entwicklung auf Übernahmen in das Dienstverhältnis als Berufssoldat Einfluss
hatte und wie sich das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Berufssoldaten und
Soldaten in befristeten Dienstverhältnissen in den vergangenen Jahren
entwickelt hat.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bundesregierung nimmt die Vorbemerkung der Fragestellenden zur
Kenntnis.
Sie stimmt weder den darin enthaltenen Wertungen zu noch bestätigt sie die
darin enthaltenen Feststellungen oder dargestellten Sachverhalte.
Die Beantwortung der Fragen 1, 3, 4, 6 und 7 kann in offener Form nicht
erfolgen. Die Einstufung als Verschlusssache mit dem Geheimhaltungsgrad „VS-
VERTRAULICH“ ist im vorliegenden Fall im Hinblick auf das Staatswohl
erforderlich. Nach § 2 Absatz 2 Nummer 3 der Allgemeinen
Verwaltungsvorschrift zum materiellen Geheimschutz (Verschlusssachenanweisung, VSA) vom
10. August 2018 sind Informationen, deren Kenntnisnahme durch Unbefugte
für die Interessen der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder
schädlich sein kann, entsprechend einzustufen.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Verteidigung
vom 4. März 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Eine zur Veröffentlichung bestimmte Antwort der Bundesregierung auf diese
Fragen würde Informationen zur Personalplanung und -entwicklung der
Bundeswehr offenlegen. Diese Daten lassen Rückschlüsse auf den Bedarf an
Personal innerhalb der Laufbahngruppen, auf die Attraktivität einzelner Laufbahnen
sowie die Wirksamkeit von Personalbindungs- bzw. Rekrutierungsmaßnahmen
zu. Die Offenlegung dieser Informationen gefährdet die Planungsprozesse der
Bundeswehr, beeinträchtigt die Fähigkeit zur effektiven Personalbeschaffung
und hat damit unmittelbare Auswirkung auf die Einsatzfähigkeit der
Bundeswehr.
Unter Abwägung zwischen der Einsatzfähigkeit der Bundeswehr einerseits und
dem Informationsanspruch des Deutschen Bundestages andererseits hat die
Bundesregierung die erfragten Informationen als Verschlusssache „VS-VER-
TRAULICH“ eingestuft und der Geheimschutzstelle des Deutschen
Bundestages übermittelt. Sie können dort eingesehen werden.
1. Wie hoch war die Anzahl der Übernahmen in das Dienstverhältnis eines
Berufssoldaten in den Jahren von 2021 bis einschließlich 2025 (bitte
unter Angabe der Gesamtzahlen, der Jahresaufteilung und detailliert nach
Laufbahngruppen aufschlüsseln)?
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung und auf die als „VS-VER-
TRAULICH“ eingestufte Anlage verwiesen.*
2. Wie hat sich das Durchschnittsalter der aktiven Soldaten im Zeitraum
von 2021 bis 2025 entwickelt?
Zum Stichtag 31. Dezember 2021 lag das Durchschnittsalter aller aktiven
Soldatinnen und Soldaten bei 33,2 Jahren und zum Stichtag 31. Dezember 2025
bei 33,9 Jahren.
3. Wie viele Bewerber wurden in den Jahren von 2021 bis einschließlich
2025 nach Feststellung der Eignung als Berufsoffizieranwärter
eingestellt (bitte die jährlichen Gesamtzahlen angeben)?
4. Wie viele Anträge auf Übernahme in das Dienstverhältnis eines
Berufssoldaten wurden in den Jahren von 2021 bis einschließlich 2025 beim
zuständigen Personalamt eingereicht (bitte unter Angabe der
Gesamtzahlen, der Jahresaufteilung und detailliert nach Laufbahngruppen
aufschlüsseln)?
Die Fragen 3 und 4 werden zusammen beantwortet.
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung und auf die als „VS-VER-
TRAULICH“ eingestufte Anlage verwiesen.*
5. Gibt es bei der Übernahme in das Dienstverhältnis eines Berufssoldaten
außer den bewährten Kriterien Eignung, Leistung und Befähigung
weitere Auswahlkriterien, und wenn ja, welche?
Die Auswahlentscheidung erfolgt gemäß Artikel 33 Absatz 2 GG in
vergleichender Betrachtung von Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung und
unter Berücksichtigung der Bedarfsträgerforderungen für militärische Auswahl-
* Das Bundesministerium der Verteidigung hat die Antwort als „VS-Vertraulich“ eingestuft. Die Antwort ist in der Geheimschutzstelle des Deutschen Bundestages
hinterlegt und kann dort nach Maßgabe der Geheimschutzordnung eingesehen werden.
und Verwendungsplanungsverfahren sowie der ergänzenden qualitativen und
quantitativen Forderungen der verantwortlichen Bedarfsträger für die
jeweiligen Werdegänge bzw. Laufbahnen.
6. Wie viele der Anträge auf Übernahme in das Dienstverhältnis eines
Berufssoldaten wurden in den Jahren von 2021 bis einschließlich 2025
negativ beschieden (bitte unter Angabe der Gesamtzahlen, der
Jahresaufteilung detailliert nach Laufbahngruppen sowie der am häufigsten
genannten Gründe aufschlüsseln)?
7. Wie viele Bewerber haben in den Jahren von 2021 bis einschließlich
2025 ihren Antrag auf Übernahme in das Dienstverhältnis eines
Berufssoldaten zurückgezogen (bitte unter Angabe der Gesamtzahlen, der
Jahresaufteilung detailliert nach Laufbahngruppen sowie der häufigsten
Gründe des Zurückziehens aufschlüsseln)?
Die Fragen 6 und 7 werden zusammen beantwortet.
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung und auf die als „VS-VER-
TRAULICH“ eingestufte Anlage verwiesen.*
8. Wie viele Bewerber, deren Anträge auf Übernahme in das
Dienstverhältnis eines Berufssoldaten in den Jahren von 2021 bis einschließlich 2025
abgelehnt wurden, waren unter „Verdachtsfall“, „mangelnde
Verfassungstreue“, oder „erkannter Extremist“ eingestuft (bitte unter Angabe
der Gesamtzahlen, der Jahresaufteilung detailliert nach Laufbahngruppen
sowie der spezifischen Gründe für diese Zweifel, also Linksextremismus,
Rechtsextremismus, Islamismus oder andere, aufschlüsseln)?
9. Wenn sich die Anzahl der Bewerber, die als „Verdachtsfall“, „mangelnde
Verfassungstreue“, „erkannter Extremist“ eingestuft wurden, in den
Jahren von 2021 bis 2025 erhöht haben sollte, welche Erklärung hat die
Bundesregierung hierfür ggf.?
10. Wie viele Bewerber haben aufgrund der Einstufung in Frage 8
Rechtsmittel dagegen eingelegt, und wie viele Verfahren sind abgeschlossen
worden bzw. laufen noch?
11. Bei wie vielen Bewerbern mit vermeintlich fehlender Verfassungstreue
lag bereits eine Vororientierung des Bundesamts für das
Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) vor, sodass eine Übernahme in
das Dienstverhältnis eines Berufssoldaten vorgesehen war?
Die Fragen 8 bis 11 werden zusammen beantwortet.
Eine statistische Erfassung der Ablehnungsgründe aufgeschlüsselt nach den
angeführten Kategorien erfolgt nicht.
* Das Bundesministerium der Verteidigung hat die Antwort als „VS-Vertraulich“ eingestuft. Die Antwort ist in der Geheimschutzstelle des Deutschen Bundestages
hinterlegt und kann dort nach Maßgabe der Geheimschutzordnung eingesehen werden.
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ISSN 0722-8333
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