Mehrkosten und regulatorische Hürden im sozialen Wohnungsbau durch energiepolitische und ideologische Vorgaben
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Mehrkosten und regulatorische Hürden im sozialen Wohnungsbau durch energiepolitische und ideologische Vorgaben
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4174
21. Wahlperiode 18.02.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Otto Strauß, Marc Bernhard, Carolin Bachmann,
Sebastian Münzenmaier, Olaf Hilmer, Volker Scheurell, Bastian Treuheit und
der Fraktion der AfD
Mehrkosten und regulatorische Hürden im sozialen Wohnungsbau durch
energiepolitische und ideologische Vorgaben
Die Kosten für den sozialen Wohnungsbau in Deutschland steigen seit Jahren
dramatisch (www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studie
n/ARGE/ARGE-Studie_%E2 Prozent80 Prozent93_Wohnungsbau-Tag_202
4.pdf). Während die Bundesregierung die Wohnungsknappheit beklagt (www.w
elt.de/wirtschaft/article256158962/statistisches-bundesamt-zahl-der-neu-gebaut
en-wohnungen-in-deutschland-bricht-ein.html?icid=search.product.onsitese
arch und www.welt.de/wirtschaft/article254562226/Zahl-der-Baugenehmigung
en-fuer-Wohnungen-bricht-um-fast-ein-Viertel-ein.html?icid=search.product.o
nsitesearch), werden gleichzeitig immer neue regulatorische Vorgaben
erlassen – von verschärften Energieeffizienzstandards bis hin zu nach Auffassung
der Fragesteller ideologisch motivierten Auflagen (z. B. Gender-
Mainstreaming, hierzu: www.bmwsb.bund.de/DE/stadtentwicklung/stadtentwic
klungpolitik/gendergerechte-stadtentwicklung/gendergerechte-stadtentwicklun
g.html und https://difu.de/projekte/gender-mainstreaming-im-staedtebau).
Zudem ist die Herstellung vieler Baustoffe sehr energieintensiv, teilweise
lassen sich dabei CO2-Emissionen nicht verhindern. Mit den steigenden Abgaben
auf CO2 und den steigenden Energiepreisen stiegen daher auch die Preise für
Baumaterialien, insbesondere Zement, Kalk, Glas, Stahl und Ziegel, in den
vergangenen Jahren stark an (www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/202
3/10/PD23_N055_61.html). Für den Anstieg der Energiepreise sind auch
staatliche Klimaschutzmaßnahmen mitverantwortlich (www.energiewechsel.de/KA
ENEF/Redaktion/DE/Dossier/co2-preis.html). Vor diesem Hintergrund soll
geklärt werden, inwieweit solche Vorgaben die Baukosten in die Höhe treiben
und damit die Schaffung bezahlbaren Wohnraums verhindern.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Liegen der Bundesregierung Information darüber vor, welche Mehrkosten
pro Quadratmeter durch folgende Vorgaben im sozialen Wohnungsbau
entstehen:
a) Energieeffizienzstandards (z. B. Effizienzhaus [EH] 40 Plus oder 40/55
im Neubau gegenüber EH 85/70 bei Sanierungsmaßnahmen) und das
Energieeffizienzgesetz (EnEfG),
b) Gebäudeenergiegesetz (GEG),
c) Gender-Mainstreaming-Maßnahmen (z. B. die Berücksichtigung
unterschiedlicher Nutzerbedürfnisse bei der Wohnraumgestaltung, die
Förderung von geschlechterparitätischer Besetzung bei der Personalauswahl
in der Verwaltung, die Durchführung von Schulungen zur
Geschlechtersensibilität für alle Mitarbeiter, die Verwendung einer
geschlechtergerechten Sprache, die Einbeziehung der unterschiedlichen
Lebensrealitäten von Frauen und Männern bei der Budgetverteilung, dem sog.
Gender Budgeting),
d) über die DIN 18040 hinausgehenden Maßnahmen zur Barrierefreiheit
(wenn ja, bitte einzeln nennen und ausführen)?
2. Beabsichtigt die Bundesregierung, bei der Berichterstattung zum sozialen
Wohnungsbau zukünftig, neben den bewilligten Wohneinheiten, auch die
Quadratmeterzahlen pro Wohneinheit der jeweiligen Maßnahmen zu
erfassen, und wenn nein, welche Begründung führt die Bundesregierung an,
diese nicht zu erfassen?
3. Welche Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Vereine oder
Beratungsfirmen erhielten zwischen 2020 und 2024 ggf. Bundesmittel für die
Begleitung „klimaneutraler“ oder „diversitätsorientierter“ und bzw. oder anderer
Bauvorhaben (bitte ggf. die zehn größten Empfänger mit Fördersummen
und Maßnahmen auflisten)?
4. Sieht die Bundesregierung bei der aktuellen Wohnungskrise auch eine
Ursache bei den regulatorischen Überlastungen – insbesondere bei Vorgaben
zur Förderpolitik zur Schaffung von preisgünstigem Wohnraum?
a) Wenn nein, wie begründet sie dies?
b) Wenn ja, welche Maßnahmen hat die Bundesregierung eingeleitet, um
dieses Problem zu lösen?
5. Wie hoch schätzt die Bundesregierung den Einfluss von
Klimaschutzmaßnahmen auf Bundes- und Europaebene – einschließlich der dadurch
gesteigerten Energiekosten sowie des CO2-Emissionsrechtehandels – auf die
Preise von Baustoffen in Deutschland, und wie stark macht sich dies in den
Kosten des sozialen Wohnungsbaus bemerkbar?
Berlin, den 13. Februar 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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