Schließung Schlachthof Perleberg
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Schließung Schlachthof Perleberg
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3403
21. Wahlperiode 22.12.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Ina Latendorf, Luigi Pantisano, Marcel Bauer, Lorenz Gösta
Beutin, Violetta Bock, Jorrit Bosch, Agnes Conrad, Dr. Fabian Fahl, Katalin
Gennburg, Mareike Hermeier, Caren Lay, Sahra Mirow, David Schliesing, Aaron
Valent, Sascha Wagner und der Fraktion Die Linke
Schließung Schlachthof Perleberg
Nachdem Mitte Januar 2024 die Unterzeichnung des Kaufvertrags zwischen
dem Schlachthof Uhlen und der Vion Food Group zur Übernahme des
Schweineverarbeitungsbetriebes in Perleberg erfolgte, wurde die Transaktion rechtlich
vollständig vollzogen. Nach der Zustimmung der Transaktion durch das
Kartellamt und der damit verbundenen Übertragung der Gesellschaftsanteile, dem
sogenannten Closing, hatte der Schlachthof Uhlen die Übernahme des
Schweineverarbeitungsbetriebs Perleberg erfolgreich abgeschlossen. Ab 6. April 2024
begann in Perleberg die Schlachtung unter neuer Eigentümerschaft (vgl. www.s
chlachthof-uhlen.de/aktuelles/art_24.html).
Das seit 1981 am Markt tätige Unternehmen Uhlen übernahm von der Vion
Food Group den Schlachthof mit rund 400 Beschäftigten, von denen einige
Mitarbeitende über 30 Jahre Betriebszugehörigkeit aufweisen. Nach der
Übernahme wurden zunächst Stellen abgebaut. Das Unternehmen berief sich dabei
auf seine rechtliche Einstufung als entsprechende Neugründung (www.rbb2
4.de/wirtschaft/beitrag/2024/10/personal-abbau-perleberg-schlachthof-branden
burg-stellen.html) . Nun wurde der gesamte der Standort geschlossen. Es steht
u. a. aus Sicht der Fragesteller der Verdacht des Verstoßes gegen das
Kartellrecht im Raum (www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2025/12/perleberg-
schweineschlachtbetrieb-bundeskartellamt-durchsuchungen-marktbereinigung.html).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Was waren die Gründe des Kartellamtes, der damaligen Übernahme
durch das Unternehmen Uhlen zuzustimmen?
2. Wurde die Leistungsfähigkeit des Betriebes vor der Übernahme geprüft,
wenn ja, mit welchem Ergebnis, und wenn nein, warum nicht?
3. Wurden etwaige Interessenkonflikte bzw. Kooperationen des
Unternehmens mit anderen Marktteilnehmern geprüft, wenn ja, mit welchem
Ergebnis, und wenn nein, warum nicht?
4. Wie viele Interessenten gab es für die Übernahme des
Schweineverarbeitungsbetriebes der Vion Food Group in Perleberg?
5. Warum wurde dem Vorhaben eines am Markt über 40 Jahre tätigen
Betriebes, die Übernahme eines noch viel länger am Markt tätigen
Betriebes als Neugründung, zugestimmt?
6. Wurde dem Verdacht nachgegangen, mit der Neugründung durch das
Betriebsverfassungsgesetz vorgesehene Sozialpläne zu umgehen?
7. Was waren die ausschlaggebenden Gründe für die Erteilung der
Zustimmung als Neugründung (bitte rechtlich erläutern)?
8. Wie bewertet die Bundesregierung die Schließung des Fleischcenters
Perleberg GmbH & Co. KG?
9. Gibt es aus Sicht der Bundesregierung durch die Schließung der
Schlachterei in Perleberg und die nun längeren Transportwege rechtliche
Widersprüche zu europa- und bundesrechtlichen Regelungen und
Verordnungen zur Begrenzung von Tiertransportzeiten (bitte rechtlich
erläutern)?
10. Was waren aus Sicht der Bundesregierung die konkreten Gründe für die
Schließung des Fleischcenters Perleberg GmbH & Co. KG?
11. Welche Informationen hat die Bundesregierung darüber, welche
Versuche es gab, die Schließung des Fleischcenter Perleberg GmbH & Co.
KG zu verhindern?
12. Welche Informationen hat die Bundesregierung darüber, welche
konkreten Unterstützungsangebote es für das Unternehmen gab, um die
drohende Schließung abzuwenden?
13. Welche konkreten Unterstützungsangebote des Bundes gab es für das
Bundesland Brandenburg zum Erhalt der Schlachterei?
14. Welche Konsequenzen hat die Schließung des Fleischcenters Perleberg
GmbH & Co. KG aus Sicht der Bundesregierung für die
schweinehaltenden Betriebe in Norddeutschland?
15. Welche Unterstützung bekommen schweinehaltende Betriebe in der
Region, um die nun erhöhten Transportkosten zu kompensieren?
16. Welche Unterstützung bekommt die Stadt Perleberg, um die
Auswirkungen für die Strom-, Gas- und Wasserversorgung und die
Abwasserentsorgung neu zu ordnen?
Berlin, den 19. Dezember 2025
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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