Gefährliche Ereignisse im Bahnbetrieb
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Gefährliche Ereignisse im Bahnbetrieb
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3222
21. Wahlperiode 11.12.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Lars Haise, Wolfgang Wiehle, René Bochmann, Alexis L.
Giersch, Stefan Henze, Maximilian Kneller, Ulrich von Zons, Carsten Becker,
Hans-Jürgen Goßner, Leif-Erik Holm, Dr. Rainer Kraft, Andreas Mayer, Volker
Scheurell, Otto Strauß und der Fraktion der AfD
Gefährliche Ereignisse im Bahnbetrieb
Nach mehreren schweren Zugunglücken in Deutschland wie in Burgrain im
Jahr 2022 oder in Riedlingen im Jahr 2025 sowie weiteren Unfällen mit hohem
Sachschaden, beispielsweise der Kollision von Zügen in Worms oder Kerpen
im Jahr 2024, ist eine genauere Betrachtung der Schadensursachen geboten
(vgl. www.eisenbahn-unfalluntersuchung.de/BEU/DE/home_node.html).
Ebenfalls überregionale Aufmerksamkeit erregte die Trunkenheitsfahrt eines
Lokführers in Nordrhein-Westfalen im November 2025 (vgl. www.presseporta
l.de/blaulicht/pm/70116/5875855). Dies rückt den menschlichen Faktor bei
gefährlichen Ereignissen (alle Unfälle und Störungen im Eisenbahnbetrieb im
Sinne des Kapitels V der Richtlinie (EU) 2016/798 auf Infrastrukturen, die zur
Eisenbahninfrastruktur des Bundes gehören) in den Fokus. Gerade der Mangel
an Lokführern, unterschiedliche Ausbildungspfade zum
Triebfahrzeugführerschein sowie der schnelle technische Wandel im Berufsalltag und in der
technischen Infrastruktur lassen auf vielfältige Faktoren für mögliche Unfallursachen
schließen (vgl. www.allianz-pro-schiene.de/presse/pressemitteilungen/bedarf-lo
kfuehrer-waechst/).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele gefährliche Ereignisse sind im Bahnbetrieb in den Jahren von
2015 bis heute jährlich erfasst worden?
2. Wie viele Zugausfälle sind durch diese gefährlichen Ereignisse,
aufgeschlüsselt nach Fernverkehr, Nahverkehr und Güterverkehr, in den
einzelnen Jahren von 2015 bis heute verursacht worden?
3. Wie viele Verspätungsminuten sind durch diese gefährlichen Ereignisse,
aufgeschlüsselt nach Fernverkehr, Nahverkehr und Güterverkehr, in den
einzelnen Jahren von 2015 bis heute verursacht worden?
4. Wie hoch war die Schadenssumme an Schienenfahrzeugen und der
Schienenwegeinfrastruktur (bitte getrennt ausweisen) durch gefährliche
Ereignisse in den einzelnen Jahren von 2015 bis heute?
5. Wie hoch war die Anzahl der Suizide sowie nachweisbaren
Suizidversuche im Bahnbetrieb in den einzelnen Jahren von 2015 bis heute, aufgeteilt
nach Bundesländern?
6. Wie viele Personen sind nachweislich in den einzelnen Jahren von 2015
bis heute durch den Einfluss Dritter, aufgeteilt nach Bundesländern, im
Bahnbetrieb getötet oder verletzt worden?
7. Wie viele Personen waren in den Jahren von 2015 bis heute im Besitz
eines Triebfahrzeugführerscheins, und welche soziodemografischen
Merkmale wie Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und
Ausbildungshistorie (reguläre dreijährige Ausbildung zum Eisenbahner im
Betriebsdienst oder Quereinstieg) lagen hierbei vor?
8. Wie oft wurde eine Vorbeifahrt am Haltbegriff ohne Zustimmung bei
Zugfahrten und Rangierfahrten seit 2015 bis heute jährlich registriert, und
welche soziodemografischen Merkmale im Sinne von Frage 7 lagen bei
den entsprechenden Triebfahrzeugführern vor?
9. Welche sind die fünf häufigsten Ursachen für eine Vorbeifahrt am
Haltbegriff ohne Zustimmung bei Zugfahrten und Rangierfahrten in den Jahren
von 2015 bis heute (kumuliert und deren Anteil an der Grundgesamtheit
der Vorbeifahrt am Haltbegriff ohne Zustimmung bei Zugfahrten und
Rangierfahrten angeben)?
10. Welche präventiven Maßnahmen ergreifen die Deutsche Bahn (DB)
InfraGO AG, das Eisenbahn-Bundesamt (EBA)und die
Eisenbahnverkehrsunternehmen der Deutschen Bahn AG um Vorbeifahrten am
Haltbegriff ohne Zustimmung bei Zugfahrten und Rangierfahrten zu
minimieren?
11. In wie vielen Fällen in den Jahren von 2015 bis heute war Drogen- oder
Alkoholmissbrauch durch das Fahrpersonal ursächlich für eine Vorbeifahrt
am Haltbegriff ohne Zustimmung bei Zugfahrten und Rangierfahrten, und
welche soziodemografischen Merkmale im Sinne von Frage 7 sind hierbei
dokumentiert?
12. In wie vielen Fällen in den Jahren von 2015 bis heute war Übermüdung
des Fahrpersonals ursächlich für eine Vorbeifahrt am Haltbegriff ohne
Zustimmung bei Zugfahrten und Rangierfahrten, und welche
soziodemografischen Merkmale im Sinne von Frage 7 sind hierbei dokumentiert?
13. In wie vielen Fällen in den Jahren von 2015 bis heute war Ablenkung des
Fahrpersonals ursächlich für eine Vorbeifahrt am Haltebegriff ohne
Zustimmung bei Zugfahrten und Rangierfahrten, und welche
soziodemografischen Merkmale im Sinne von Frage 7 sind hierbei dokumentiert?
14. Welche präventiven Maßnahmen ergreifen die
Eisenbahnverkehrsunternehmen der Deutschen Bahn AG, um Vorbeifahrten am Haltbegriff ohne
Zustimmung aufgrund von Ablenkung und Übermüdung zu verhindern
oder zu reduzieren?
15. Welche Maßnahmen ergreifen das Eisenbahn-Bundesamt oder die
Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) im Falle von
wiederholten Vorbeifahrten am Haltbegriff ohne Zustimmung durch den gleichen
Triebfahrzeugführer?
16. In wie vielen Fällen kam es in den Jahren von 2015 bis heute jährlich zu
einem Entzug des Triebfahrzeugführerscheins durch das EBA aufgrund
von Vorbeifahrten am Haltbegriff ohne Zustimmung?
17. Wie viele Fahrsimulatoren befanden sich seit 2015 pro Jahr im Einsatz bei
der DB AG, und welche künftigen Bestandszahlen sind bis 2030 geplant?
18. Wie hoch war die betriebliche Auslastung dieser Fahrsimulatoren an den
verschiedenen Standorten im Jahr 2024?
19. Wie viele Fahrstunden und Fahrprüfungen wurden in den Fahrsimulatoren
in den Jahren von 2015 bis heute jährlich durchgeführt?
20. Welche Bewertung nimmt die Bundesregierung beziehungsweise nehmen
die Bundesbehörden des Eisenbahnwesens zum Einsatz von
Fahrsimulatoren für die (assistierende) Ausbildung der Triebfahrzeugführer vor?
Berlin, den 10. Dezember 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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