Geschwindigkeitsreduzierung auf der Bahnstrecke München - Buchloe und weiterer Strecken
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Geschwindigkeitsreduzierung auf der Bahnstrecke München - Buchloe und weiterer Strecken
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2644
21. Wahlperiode 06.11.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Victoria Broßart, Matthias Gastel, Tarek Al-Wazir,
Swantje Henrike Michaelsen und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Geschwindigkeitsreduzierung auf der Bahnstrecke München–Buchloe und
weiterer Strecken
Laut öffentlicher Berichterstattung richtet die DB InfraGO in 2026 auf der
Bahnstrecke München–Buchloe (Strecke 5520) mehr als 25 Kilometer als
Langsamfahrstellen mit einer Geschwindigkeitsreduktion von 160 km/h auf
70 km/h ein (vgl. Presseartikel Allgäuer Zeitung vom 13. Oktober 2025:
„Katastrophe für die Fahrgäste“: Im Allgäu droht Bahn-Chaos; www.allgaeuer-zeitun
g.de/allgaeu/bahn-schock-im-allgaeu-muenchen-buchloe-zuege-langsam-fahrpl
an-probleme-baustelle-112409475). Auch weitere Strecken im Allgäu und bei
der S-Bahn München sind betroffen. Begründet wird die Maßnahme mit der
Schonung der Infrastruktur. Aus Sicht der Fragestellenden drängt sich der
Eindruck jahrelang vernachlässigter Instandhaltung mit einem daraus
resultierenden schlechten Zustand der betroffenen Infrastruktur auf. Die Auswirkungen
auf die Fahrpläne bei flächendeckenden Langsamfahrstellen werden
beträchtlich sein.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Streckenabschnitte der Strecke 5520 (München–Buchloe) sind
von der Geschwindigkeitsreduktion betroffen (bitte unter Angabe der
Fahrtrichtung und Streckenkilometer auflisten)?
2. Sind der Deutschen Bahn Maßnahmen der Schweizerischen Bundesbahn
bezüglich der Fernverkehrslinie München–Zürich aufgrund der
erwartbaren Verspätung bekannt, beispielsweise die Teilung der Linie?
3. Welche weiteren Bahnstrecken sind von der angekündigten
Geschwindigkeitsreduktion betroffen?
4. Welche konkreten Streckenabschnitte der weiteren betroffenen
Bahnstrecken sind von der Geschwindigkeitsreduktion betroffen (bitte unter
Angabe der Streckenkilometer und bei zweigleisigen Strecken unter Angabe
der Fahrtrichtung auflisten)?
5. Ab wann sind die Maßnahmen der Geschwindigkeitsreduzierung geplant
(bitte genauen Zeitplan mit Angabe der konkreten Baumaßnahme
angeben)?
6. Wie wurde der Netzzustand der Strecke München–Buchloe und aller
weiterer betroffenen Bahnstrecken in den letzten Jahren bewertet (bitte nach
einzelnen Gewerken jeweils für die Jahre 2021 bis 2024 aufschlüsseln)?
7. Welche Anlagenklassen sollen aufgrund der Einrichtung der
Langsamfahrstellen geschont werden (vgl. in der Vorbemerkung der Fragesteller
genannter Presseartikel)?
8. Mit welcher Zustandsnote wurden die jetzt zu schonenden Anlagenklassen
in den letzten Jahren in den betroffenen Abschnitten bewertet (bitte
jeweils für die Jahre 2021 bis 2024 angeben)?
9. Ergibt sich für die Maßnahmen eine zwingende Notwendigkeit, und
welche Konsequenzen befürchtet die Deutsche Bahn bei einer
Nichtumsetzung der Langsamfahrstellen?
10. Seit wann ist der Bundesregierung, den dazugehörigen Behörden sowie
der Deutschen Bahn der schlechte Zustand und der daraus resultierende
Sanierungsbedarf auf der Strecke München–Buchloe bekannt?
11. Warum wurden notwendige Sanierungen so lange aufgeschoben, sodass
die jetzt anstehende Geschwindigkeitsreduzierung als einzige Option
verbleibt?
12. Zum jetzigen Zeitpunkt im Herbst 2025 ist der Jahresfahrplan 2026 bereits
finalisiert und steht vor der Veröffentlichung, warum wurde die
Maßnahme erst im Herbst 2025, nachdem der Jahresfahrplan 2026 bereits
finalisiert und veröffentlicht worden ist, angekündigt?
13. Wann ist mit einer Aufhebung der Langsamfahrstellen zu rechnen?
14. Wann ist eine Sanierung der betroffenen Streckenabschnitte geplant?
15. Ist der vor wenigen Jahren elektrifizierte Abschnitt Geltendorf–Buchloe
von der Geschwindigkeitsreduktion betroffen, und warum wurden
anstehende Instandhaltungsarbeiten nicht im Rahmen dieser Arbeiten
ausgeführt?
16. Welche baulichen Maßnahmen wurden neben der Elektrifizierung auf dem
Streckenabschnitt Geltendorf–Buchloe umgesetzt?
17. Wurde im Zuge der Elektrifizierungs- und Ausbaumaßnahmen im
Abschnitt Geltendorf–Buchloe der Oberbau saniert?
18. Führt die Bundesregierung die offensichtlich nicht umfassend erfolgte
Instandhaltung auf eine zu geringe Mittelausstattung der Deutschen Bahn
zurück?
19. Führt die Bundesregierung die nicht umfassend erfolgte Instandhaltung
auf den Fehlanreiz zurück, dass der Bund hauptsächlich nur
Ersatzinvestitionen finanziert und die Deutsche Bahn damit einen Anreiz zum
Aussetzen von Instandhaltungsmaßnahmen hat?
20. Welche Auswirkungen auf die Kenngröße des theoretischen
Fahrzeitverlusts hat die Einrichtung dieser Maßnahme?
Berlin, den 5. November 2025
Katharina Dröge, Britta Haßelmann und Fraktion
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ISSN 0722-8333]
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