Umsetzungsstand und Aufwendungen für den Deutschlandtakt im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans 2030
Text
Umsetzungsstand und Aufwendungen für den Deutschlandtakt im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans 2030
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/658
21. Wahlperiode 26.06.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Maximilian Kneller, Lars Haise, Wolfgang Wiehle, René
Bochmann, Alexis L. Giersch, Stefan Henze, Ulrich von Zons, Carsten Becker,
Hans-Jürgen Goßner, Leif-Erik Holm, Dr. Rainer Kraft, Andreas Mayer, Volker
Scheurell, Otto Strauß und der Fraktion der AfD
Umsetzungsstand und Aufwendungen für den Deutschlandtakt im Rahmen des
Bundesverkehrswegeplans 2030
Der Bundesverkehrswegeplan 2030 legt den Grundstein für den
Deutschlandtakt. Mit dem Deutschlandtakt wird das Projekt der vorangehenden Planung
verfolgt, in dem erst im daraufhin folgenden Schritt die Infrastruktur errichtet
oder ergänzt wird, um den Planungsrahmen erfüllen zu können. Ziel ist es,
Regionalzüge und Fernverkehrszüge in einem regelmäßigen Takt fahren zu lassen,
um die Planbarkeit des gesamten Schienennetzes vereinfachen und verbessern
zu können. Der Deutschlandtakt ist ein Projekt, welches einen längeren
Planungshorizont verfolgt und in unterschiedlichen Etappen im Rahmen
feststehender Planungen umgesetzt werden soll (www.bmv.de/SharedDocs/DE/Anlag
e/E/schienegipfel-broschuere-2022-pm-71.pdf?__blob=publicationFile#:~:tex
t=Die%20erste%20Etappe%20des%20Deutschlandtakts,2030%20als%20zweit
e%20Etappe%20fort.).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Maßnahmen im Rahmen der Umsetzung des Deutschlandtakts
waren bis zum 6. Mai 2025, dem ersten Arbeitstag des neuen
Bundesministers für Verkehr Patrick Schnieder, vollständig abgeschlossen?
2. Welche Maßnahmen, die im Zeitplan der Umsetzung vorgesehen waren
(vgl. Frage 1), wurden bis 6. Mai 2025 im Rahmen ihrer vorgesehenen
Umsetzungsdauer nicht umgesetzt?
3. Welche Maßnahmen befinden sich derzeit in Umsetzung zur Erfüllung des
Deutschlandtakts, und wann werden diese voraussichtlich abgeschlossen?
4. Welche der sich in Umsetzung befindenden Maßnahmen (vgl. Frage 3)
werden priorisiert, und was sind die Kriterien für eine Priorisierung?
5. Plant die Deutsche Bahn AG (DB AG) im Rahmen der baulichen
Umsetzung der Maßnahmen zur Erfüllung des Deutschlandtakts nach Kenntnis
der Bundesregierung die Errichtung von stationären Industrie- und
Fabrikationsanlagen, und wenn ja, welche konkreten Errichtungen sieht die
Bundesregierung an welchen Standorten vor?
6. Wurden die bisher umgesetzten Maßnahmen im Rahmen des
Deutschlandtakts mit Kostenüberschreitung umgesetzt, und wenn ja, mit welcher
(bitte ggf. die einzelnen Maßnahmen mit der jeweiligen
Kostenüberschreitung auflisten)?
7. Welche Kosten sind bisher für die Planung des Deutschlandtakts
aufgewendet worden,
a) für Planungen,
b) für bauliche Maßnahmen?
8. Welche Unternehmen, Hochschulen, Nichtregierungsorganisationen
(NGOs) oder anderen Akteure waren ggf. in die Planung des
Deutschlandtakts beziehungsweise die bisherigen Etappenpläne involviert?
9. Haben die bisherigen Planungen des Deutschlandtakts die
Kapazitätsbeschränkungen in den Gleiszuläufen auf die Bahnhöfe, insbesondere in
Knoten, berücksichtigt, und wenn ja, inwiefern?
10. Gibt es bei den Planungen zum Deutschlandtakt eine Resilienzanalyse
bezüglich der zeitlichen Fahrplanabweichungen einzelner
Bahnverbindungen und deren Rückwirkungen auf das gesamte Streckennetz?
11. Welche Knotenpunkte soll das Netz nach Abschluss der Umsetzung der
ersten, zweiten und dritten Etappe des Deutschlandtakts aufweisen (bitte
mitder Taktzahl des jeweiligen Knotens, also 0, 15, 30, 45, angeben)?
12. In welchem zeitlichen Horizont plant die Bundesregierung zum
derzeitigen Stand, den Deutschlandtakt vollständig umgesetzt zu haben, und
wenn eine Abweichung vom ursprünglichen Planungsziel vorliegt, womit
begründet die Bundesregierung eine Abweichung vom ursprünglichen
Plan?
13. Mit welchen finanziellen Mitteln plant die Bundesregierung derzeit die
Umsetzung des gesamten Deutschlandtakts, und wie weit ist die
Abweichung von der ersten Annahme entfernt (numerisch und prozentual)?
14. Plant die Bundesregierung, Mittel des Sondervermögens Infrastruktur,
welches in der 20. Wahlperiode beschlossen wurde, für die Umsetzung
des Deutschlandtakts einzusetzen, und wenn ja, für welche Maßnahmen
werden die Mittel des Sondervermögens Infrastruktur im Rahmen der
Umsetzung des Deutschlandtakts aufgewendet?
15. Ist, da das deutsche Streckennetz unterschiedliche
Höchstgeschwindigkeiten zulässt, nach Kenntnis der Bundesregierung seitens des
Schieneninfrastrukturbetreibers vorgesehen, aufgrund von getakteten Ankunfts- und
Abfahrtszeiten in den Knoten Geschwindigkeitsbegrenzungen
vorzuschreiben, was im Ergebnis eine Verlangsamung des
Hochgeschwindigkeitsverkehrs zur Folge haben kann, und wenn ja, zwischen welchen
Knoten ist dies vorgesehen?
16. Ist nach Kenntnis der Bundesregierung vorgesehen, dass
Schienenfahrzeuge, um Knoten innerhalb eines festen Zeitraums zu erreichen, bestimmte
Mindestgeschwindigkeiten erreichen und einhalten müssen,
beispielsweise zwischen Köln Hauptbahnhof (Hbf.) und Frankfurt (Main) Hbf.
eine weitgehende Reisegeschwindigkeit von V = 300 km/h?
17. Beabsichtigt die Bundesregierung, dem Gesetzgeber eine Änderung des
Eisenbahnregulierungsgesetzes dahin gehend vorzuschlagen, dass
Fernverkehrstraßen des Deutschlandtakts bei Trassenkonflikten Vorrang vor
anderen Trassenvergaben des Schienenpersonenfernverkehrs (SPFV)
genießen?
18. Sind der Bundesregierung Informationen darüber bekannt, dass das
nichtbundeseigene Eisenbahnverkehrsunternehmen F. Investitionen in
geeignetes Zugmaterial plant vorzunehmen, und wenn ja, wie gedenkt die
Bundesregierung ggf., die Angebote dieses und weiterer
Eisenbahnfernverkehrsunternehmen in den Deutschlandtakt einzubinden?
19. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die Auslastung des
SPFV der DB Fernverkehr AG im Geschäftsjahr 2024, also vor
Einführung eines Deutschlandtakts, in Prozent?
20. Welche Erwartungen sind nach Kenntnis der Bundesregierung an die
Umsetzung des Deutschlandstakts hinsichtlich der Gesamtleistung des SPFV
in Deutschland in Zugkilometern pro Jahr geknüpft (bitte das Basisjahr
2024 mit den vorgesehenen „Etappen“ auflisten)?
21. Schließt die Bundesregierung die Subventionierung von
Fernverkehrsangeboten grundsätzlich aus, auch wenn ein angestrebter Halbstundentakt
zwischen den festgelegten Knoten nicht eigenwirtschaftlich betrieben
werden kann?
22. Wie bewertet die Bundesregierung aus wettbewerbsökonomischer Sicht
die aus Sicht der Fragesteller bestehende Möglichkeit, dass die
Einführung eines Deutschlandtakts Verdrängungseffekte beim Wettbewerb auf
der Schiene zur Folge haben könnte und bislang eigenwirtschaftliche
Angebote zukünftig subventioniert werden müssten?
23. Plant die Bundesregierung die Integration von innovativen Technologien,
welche bisher nicht im üblichen Schienenverkehr eingesetzt werden und
im Rahmen der Umsetzung des Deutschlandtakts künftig eingesetzt
werden sollen, und wenn ja,
a) welche innovativen Technologien sollen eingesetzt werden, und
b) mit welcher Begründung sieht die Bundesregierung vor, die jeweilige
innovative Technologie einzusetzen?
24. Konnte die Bundesregierung durch Informationsveranstaltungen und
Diskussionen mit Bürgern über die Wahrnehmung der Umsetzung des
Deutschlandtakts Erkenntnisse gewinnen, und wenn ja,
a) wie werden die gewonnenen Erkenntnisse in die künftige Planung und
Umsetzung integriert, und
b) haben die gewonnenen Erkenntnisse einen Einfluss auf die Planung
und Umsetzung?
25. Sieht die Bundesregierung vor, weitere Maßnahmen über die
ursprüngliche Planung hinaus bezüglich der Verkehrsanbindung ländlicherer
Räume im Rahmen der Umsetzung der Deutschlandtakts zu ergreifen, und
wenn ja,
a) welche Maßnahmen sieht die Bundesregierung zusätzlich vor, und
b) weshalb sieht die Bundesregierung zusätzliche Maßnahmen vor?
26. Wenn die Bundesregierung keine weiteren Maßnahmen bezüglich der
Verkehrsanbindung ländlicher Räume plant, weshalb sieht die
Bundesregierung keine weiteren Maßnahmen vor?
27. Welche Auswirkungen hat ein Verzicht auf den Bau einer neuen
Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Hamburg und Hannover auf den
geplanten Deutschlandtakt hinsichtlich der Taktverbindungen einer Reisezeit von
unter 60 Minuten und der Kapazitäten für einen Halbstundentakt im SPFV
zwischen den genannten Städten?
28. Welche Auswirkungen hat ein Verzicht auf den Bau einer
Schienenneubaustrecke zwischen Hannover und Bielefeld mit einer vorgesehenen
Fahrzeitverkürzung von heute über 50 Minuten auf 31 Minuten auf den
Deutschlandtakt?
29. Sieht die Bundesregierung die Umsetzung des Projekts Deutschlandtakt
auch ohne die Realisierung eines neuen Fernbahntunnels von Osten unter
dem Flussbett des Mains zum Frankfurter Hauptbahnhof (www.fernbahnt
unnel-frankfurt.de/home.html) als möglich an, oder erscheint der
Bundesregierung die Zieletappe des Deutschlandtakts ohne dieses
Infrastrukturprojekt als nicht umsetzbar?
Berlin, den 17. Juni 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
Relationen
- asked ← Alexis L. Giersch (Kleine Anfrage)
- asked ← Andreas Mayer (Kleine Anfrage)
- asked ← Carsten Becker (Kleine Anfrage)
- asked ← Hans-Jürgen Goßner (Kleine Anfrage)
- asked ← Lars Haise (Kleine Anfrage)
- asked ← Leif-Erik Holm (Kleine Anfrage)
- asked ← Maximilian Kneller (Kleine Anfrage)
- asked ← Otto Strauß (Kleine Anfrage)
- asked ← Rainer Kraft (Kleine Anfrage)
- asked ← René Bochmann (Kleine Anfrage)
- asked ← Stefan Henze (Kleine Anfrage)
- asked ← Ulrich von Zons (Kleine Anfrage)
- asked ← Volker Scheurell (Kleine Anfrage)
- asked ← Wolfgang Wiehle (Kleine Anfrage)
- authored ← Fraktion der AfD
- authored ← Lars Haise
- authored ← Maximilian Kneller
- part_of_vorgang → Umsetzungsstand und Aufwendungen für den Deutschlandtakt im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans 2030 (Kleine Anfrage)