Forschungsförderung des Bundes ressortübergreifend
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Forschungsförderung des Bundes ressortübergreifend
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2279
21. Wahlperiode 16.10.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Michael Kaufmann, Nicole Höchst, Adam Balten,
Dr. Christoph Birghan, Dr. Ingo Hahn, Andreas Mayer, Stefan Schröder, Sergej
Minich, Robin Jünger, Martin Reichardt, Dr. Paul Schmidt, René Bochmann, Sven
Wendorf, Maximilian Kneller und der Fraktion der AfD
Forschungsförderung des Bundes ressortübergreifend
Der Kernhaushalt für Forschung und Hochschule des Bundesministeriums für
Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) beträgt im Haushaltsentwurf
2026 rund 16,5 Mrd. Euro. Dieser Etat stagniert seit Jahren um den Wert von
16 Mrd. Euro.
Laut vielfacher Aussage der Bundesministerin für Forschung, Technologie und
Raumfahrt, Dorothee Bär (zuletzt in der Regierungsbefragung am 8. Oktober
2025), sind jedoch auch Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und
Klimaneutralität sowie aus dem Klima- und Transformationsfonds dem
Forschungsbudget des Bundes zuzurechnen.
Hinzu kommt eine unüberschaubare Menge von Einzeltiteln aus den
Einzelplänen anderer Ressorts wie Wirtschaft, Verteidigung oder Verkehr.
Diese starke Fragmentierung der Forschungsförderung über mehrere Ressorts
und Sondervermögen macht es nach Auffassung der Fragesteller schwer, zu
überschauen, wie viel der Bund insgesamt in welchen Bereichen für die
Forschungsförderung ausgibt.
Dies kritisiert auch der Bundesrechnungshof in seiner „Information über die
Entwicklung des Einzelplans 30“ zum Bundeshalt 2026 insofern, als die
Verteilung von Mitteln, die im Wesentlichen demselben Zweck dienen, über mehrere
Einzelpläne bzw. Ressorts nicht dem Gebot der Haushaltstransparenz entspricht
(S. 12, 14 und 26).
Auch die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) spricht sich in
ihrem Jahresgutachten 2025 dafür aus, „in der kommenden Legislaturperiode
[gemeint ist die laufende 21. Wahlperiode] die Zuständigkeiten für die F&I-
Politik in einem Ministerium zu bündeln“ (www.e-fi.de/fileadmin/Assets/Gutac
hten/2025/EFI_Jahresgutachten_2025.pdf, S. 28).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Einzeltitel, Titelgruppen oder Kapitel im Bundeshaushalt waren
bzw. sind in den Haushalten 2022 bis 2026 der Forschungsförderung des
Bundes zuzurechnen (bitte nach Ressort, Titel bzw. Titelgruppe, Kapitel
aufschlüsseln, dazu bitte Nummer und Name nennen und Höhe der im
Haushalt veranschlagten Mittel sowie innerhalb der einzelnen Positionen,
bitte nach Jahren aufschlüsseln und für jedes Jahr abschließend die
Gesamtsumme der Forschungsförderung über alle Ressorts und Einzelpläne
nennen)?
2. Hält die Bundesregierung die Kritik von Bundesrechnungshof und EFI an
der starken Fragmentierung der Forschungsförderung für berechtigt und
nachvollziehbar (bitte begründen)?
3. Gedenkt die Bundesregierung, die Forschungsförderung zukünftig stärker
im BMFTR zu bündeln?
a) Wenn ja, in welchem Zeitrahmen, in welchem Umfang und in welcher
Form soll dies geschehen?
b) Wenn nein, spricht aus Sicht der Bundesregierung etwas für die derzeit
geübte Praxis, insbesondere unter den Gesichtspunkten
Haushaltsklarheit, Transparenz, Sparsamkeit und Effizienz (bitte erläutern)?
4. Gibt es analog zur Forschungsförderung weitere Aufgabenfelder, bei denen
die Bundesmittel auf mehrere Ressorts und Einzelpläne verteilt sind, und
wenn ja, welche sind das, und wie stellt sich die Verteilung konkret dar?
5. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse dazu vor, wie sich die
Fragmentierung von übergeordneten Aufgabenfeldern wie der Forschungsförderung
auf mehrere Ressorts auswirkt
a) hinsichtlich Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Mittelverwendung?
b) hinsichtlich Doppelstrukturen?
c) hinsichtlich der fachlichen Expertise?
d) hinsichtlich Verzögerung von Entscheidungen durch unklare
Zuständigkeiten?
e) hinsichtlich Bürokratiekosten?
6. Wenn Erkenntnisse zu Frage 5 nicht vorliegen, sieht die Bundesregierung
Veranlassung, diese Praxis in Zukunft auf Effizienz und Wirtschaftlichkeit
prüfen zu lassen?
a) Wenn ja, wann, durch wen, und in welcher Form?
b) Wenn nein, warum nicht?
7. Welche Ursachen haben aus Sicht der Bundesregierung zu dieser starken
Fragmentierung der Bundesmittel für die Forschungsförderung und
gegebenenfalls weiterer Aufgabenfelder (siehe Antwort zu Frage 4) über mehrere
Ressorts und Einzelpläne geführt, und welche Gründe haben aus Sicht der
Bundesregierung bisher dafür gesprochen, diese Praxis beizubehalten?
Berlin, den 15. Oktober 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
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ISSN 0722-8333]
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