Erhöhung des Etats und möglicher Personalaufwuchs des Bundesamtes für Verfassungsschutz
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Erhöhung des Etats und möglicher Personalaufwuchs des Bundesamtes für Verfassungsschutz
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1924
21. Wahlperiode 01.10.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Diana Zimmer, Kay Gottschalk, Jan Wenzel Schmidt, Hauke
Finger, Torben Braga, Christian Douglas, Jörn König, Rainer Groß, Reinhard
Mixl, Iris Nieland, Marcel Queckemeyer, Claudia Weiss, Steffen Janich und der
Fraktion der AfD
Erhöhung des Etats und möglicher Personalaufwuchs des Bundesamtes
für Verfassungsschutz
Nach Angaben der Bundesregierung soll der Etat des Bundesamtes für
Verfassungsschutz (BfV) im Jahr 2026 bei 686,7 Mio. Euro liegen, nachdem er 2023
noch bei 468,7 Mio. Euro und 2024 bei 468,9 Mio. Euro lag (www.bundesta
g.de/presse/hib/kurzmeldungen-1105670). Dies entspricht einer Steigerung um
rund 46 Prozent binnen zweier Jahre, während die Gesamtausgaben des
Bundeshaushalts im Zeitraum von 2025 zu 2026 lediglich um rund 3,5 Prozent
wachsen sollen (ebd. sowie www.tichyseinblick.de/meinungen/etat-fuer-bundes
amt-fuer-verfassungsschutz-explodiert/). Auf Personalebene bedeutet dies eine
erhebliche Ausweitung: Im Bundesamt für Verfassungsschutz waren 2023 rund
4 200 Mitarbeiter tätig, 2024 bereits 4 549. Bis 2026 könnte die Zahl der
Beschäftigten nach Presseberichten auf über 6 000 ansteigen (ebd.). Damit würde
das BfV in nur drei Jahren um fast 40 Prozent wachsen.
Noch deutlicher wird die Dimension der Entwicklung im Zusammenspiel mit
dem Bundesnachrichtendienst (BND), dessen Etat 2026 auf rund 1,51 Mrd.
Euro ansteigt. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz
summieren sich die Ausgaben der Nachrichtendienste damit auf über 2,2 Mrd. Euro –
Ausgaben, die zudem im Rahmen der sogenannten „Bereichsausnahme“ von
der Schuldenbremse ausgenommen sind (www.welt.de/politik/deutschland/arti
cle6889cfd3eba40421e07de1e7/haushaltsentwurf-hunderte-millionen-zusaetzli
ch-fuer-innere-sicherheit-und-nachrichtendienste.html). Während die
Öffentlichkeit über die konkrete Verwendung der zusätzlichen Haushaltsmittel kaum
informiert wird, stellen sich in den Augen der Fragesteller Fragen hinsichtlich
der politischen Prioritätensetzung, der sicherheitspolitischen Begründung sowie
der Wahrung parlamentarischer Kontrolle.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Soll das Bundesamt für Verfassungsschutz bis einschließlich 2026 um
zusätzliche Planstellen aufgestockt werden, wenn ja, um wie viele konkret,
und in welchen Abteilungen oder Fachbereichen sollen diese Stellen
entstehen?
2. Wie begründet die Bundesregierung die geplante Erhöhung des BfV-Etats
um rund 46 Prozent zwischen 2024 und 2026, während in anderen
Bereichen des Bundeshaushalts deutliche Einsparungen vorgesehen sind?
3. Welche zusätzlichen Aufgaben oder sicherheitspolitischen Entwicklungen
rechtfertigen nach Auffassung der Bundesregierung die vorgesehene
Ausweitung des BfV-Etats um rund 108 Mio. Euro respektive um nochmals
rund 110 Mio. Euro in den kommenden zwei Haushaltsjahren 2025 und
2026 jeweils gegenüber dem Vorjahr?
4. Welche konkreten Gefahrenlagen (z. B. islamistischer Terrorismus,
Spionageabwehr, Cyberabwehr) haben im Haushaltsentwurf maßgeblich zur
Anhebung des BfV-Etats beigetragen?
5. Wie hoch war die prozentuale Steigerung des Etats des Bundesamtes für
Verfassungsschutz in den vergangenen zehn Jahren (von 2015 bis 2025)
im Vergleich zur prozentualen Steigerung der Etats von Bundespolizei
und Bundesjustizverwaltung?
6. Wie viele zusätzliche Mittel sind im geplanten Etat des BfV konkret für
den Bereich „Beobachtung politischer Bestrebungen“ vorgesehen, und
wie haben sich die hierfür ausgewiesenen Ausgaben seit 2015 entwickelt?
7. Welche Maßnahmen gedenkt die Bundesregierung ggf. zu ergreifen, um
sicherzustellen, dass die parlamentarische Kontrolle des BfV trotz
massiven Ausbaus von Budget und Personal nicht geschwächt wird?
8. Welche konkreten Summen des vorgesehenen Aufwuchses im BfV-Etat
entfallen auf den Bereich Personal (Planstellen, Besoldung,
Nachwuchsgewinnung) und welche auf den Bereich Sachmittel (IT, Infrastruktur,
Immobilien)?
9. Welche personellen und finanziellen Ressourcen sind für
Öffentlichkeitsarbeit, Personalmarketing und Nachwuchsrekrutierung des BfV
vorgesehen, und wie haben sich diese Posten seit 2015 entwickelt?
10. Welche Personal- und Ausgabenentwicklungen plant die Bundesregierung
für das Bundesamt für Verfassungsschutz im Finanzplanungszeitraum von
2027 bis 2029?
11. Welche längerfristigen strategischen Ziele verfolgt die Bundesregierung
mit dem Personalaufwuchs und der Etatsteigerung des Bundesamtes für
Verfassungsschutz bis zum Ende der 21. Legislaturperiode?
Berlin, den 17. September 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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