Deutlich sinkende Geburtenzahlen in Deutschland seit 2022: Hintergründe und Schlussfolgerungen
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Deutlich sinkende Geburtenzahlen in Deutschland seit 2022: Hintergründe und Schlussfolgerungen
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1350
21. Wahlperiode 02.09.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Sebastian Maack, Birgit Bessin, Jan Feser, Martin Reichardt,
Otto Strauß, Christian Zaum und der Fraktion der AfD
Deutlich sinkende Geburtenzahlen in Deutschland seit 2022 – Hintergründe und
Schlussfolgerungen
Im Jahr 2022 begannen die Geburtenzahlen in Deutschland deutlich zu sinken.
Dieser Rückgang setzte sich auch im Jahr 2025 fort. Im ersten Quartal dieses
Jahres wurden in Deutschland rund 20 Prozent weniger Kinder geboren als im
Vergleichszeitraum 2021. Diese Entwicklung ist nach Auffassung der
Fragesteller dramatisch, gibt Anlass zu größter Sorge und bedeutet eine weitere
Verschärfung einer bereits seit über 50 Jahren anhaltenden Entwicklung, die nach
Ansicht der Fragesteller nur als demografische Katastrophe bezeichnet werden
kann. Die Fertilität von Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit belief sich
2024 auf 1,23 Kinder je Frau. Um die Bevölkerungszahl stabil zu halten, ist
eine Geburtenrate von 2,1 erforderlich. Die Geburtenrate bei Frauen mit
ausländischer Staatsangehörigkeit belief sich 2024 auf 1,84 Kinder je Frau (www.dest
atis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Geburten/geburten-akt
uell.html).
In den frühen 2000er-Jahren lag die Fertilität in Deutschland annähernd so
niedrig wie derzeit. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung legt in einer
2025 vorgelegten Studie nahe, dass in diesen Jahren Geburten teils
aufgeschoben und in den 2010er-Jahren nachgeholt wurden, in denen die Fertilität
tatsächlich spürbar angestiegen war (www.bib.bund.de/Publikation/2025/pdf/Inte
nded-ideal-and-actual-fertility-in-11-European-countries-Evidence-on-
fertilitygaps-in-different-age-groups-from-the-Generations-and-Gender-Survey.pdf?__
blob=publicationFile&v=2, S. 2).
Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung erklärte im September 2022, die
Hauptursache für den bereits zu diesem Zeitpunkt zu verzeichnenden
deutlichen Geburtenrückgang bestehe darin, dass Frauen ihren Kinderwunsch nach
dem Beginn der COVID-19-Massenimpfkampagne zunächst zurückgestellt
hätten (Fertility-declines-near-the-end-of-the-COVID-19-pandemic-Evidence-of-t
he-2022-birth-declines-in-Germany-and-Sweden.pdf). Demzufolge wäre in der
Folgezeit ein Anstieg der Geburten zu erwarten gewesen. Was eintraf, war
jedoch das Gegenteil.
Verschiedene Untersuchungen konstatieren, dass die COVID-19-Impfungen
negative Auswirkungen auf die Geburtenzahlen hatten oder gehabt haben
könnten. So legt eine im Juni 2025 veröffentlichte internationale Studie (Israel und
USA) nahe, dass die COVID-19-mRNA-Impfung von Schwangeren mit einer
erhöhten Fehlgeburtenrate einhergehen könnte (z. B. 13 statt der erwarteten
9 Fehlgeburten pro 100 Schwangere nach der ersten Dosis, vgl. www.medrxiv.
org/content/10.1101/2025.06.18.25329352v1.full.pdf). In einer anderen Studie
vom Juli 2025 werden gesunkene Geburtenzahlen in der Tschechischen
Republik in Zusammenhang mit der Impfung gebracht (https://brownstone.org/articl
es/net-zero-the-mystery-of-the-falling-fertility/).
Umfragen stellen unmissverständlich klar, dass die Menschen in Deutschland
eine deutlich höhere Kinderzahl für sich selbst als ideal ansehen, als sie
schließlich selbst verwirklichen können. Die Lücke ist nach Angaben des
Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung seit 2011 sogar größer geworden
(www.bib.bund.de/Publikation/2025/pdf/Intended-ideal-and-actual-fertility-in-
11-European-countries-Evidence-on-fertility-gaps-in-different-age-groups-fro
m-the-Generations-and-Gender-Survey.pdf?__blob=publicationFile&v=2,
S. 11 f., 18).
Die Fragesteller konstatieren: Sowohl die sich verschärfende demografische
Katastrophe als auch die große und sogar wachsende Lücke zwischen dem
Kinderwunsch der Menschen in Deutschland und der mangelnden Möglichkeit,
diesen zu verwirklichen, lassen nur den Schluss zu, dass die Familienpolitik der
vorangegangenen Bundesregierungen gescheitert ist. Die Fragesteller hoffen,
dass die neue Bundesregierung die Kraft zu einer offenkundig notwendigen
Kurskorrektur bzw. grundlegenden Anpassung der Familienpolitik besitzt.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Ursachen sieht die Bundesregierung für den starken Rückgang der
Geburtenzahlen in Deutschland seit 2022 (bitte ausführlich begründen)?
2. Beabsichtigt die Bundesregierung ggf. Maßnahmen, um die niedrigen
Geburtenraten zu erhöhen bzw. die Lücke zwischen der intendierten und der
tatsächlichen Kinderzahl entscheidend zu verringern, wenn ja, welche,
und wenn nein, warum nicht?
3. Wie schätzt die Bundesregierung die Wirksamkeit der in den vergangenen
Jahren ergriffenen familienpolitischen Maßnahmen ein (Elterngeld,
Kinderbetreuungssituation, Kindergeld etc.)?
4. Wird es nach Ansicht der Bundesregierung aufgrund der von ihr
befürworteten deutlichen Erhöhung der Ausgaben für die Bundeswehr bzw.
verteidigungspolitisch relevante Infrastruktur auf 5 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts in den kommenden Jahren womöglich zu Einschränkungen
familienpolitscher Maßnahmen kommen, wenn ja, inwiefern, und wenn
nein, wie will sie dies sicherstellen?
5. Hält die Bundesregierung ggf. die Ergebnisse des Bundesinstituts für
Bevölkerungsforschung für schlüssig, seit 2011 sei in Deutschland die Lücke
zwischen der als ideal betrachteten Kinderzahl und der realisierten weiter
gewachsen, wenn nein, warum nicht, und wenn ja, welche
Schlussfolgerungen zieht sie hieraus für ihr eigenes Handeln (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
6. Betrachtet es die Bundesregierung ggf. als zumindest eines der zentralen
Ziele ihrer Familienpolitik, die Lücke zwischen der als ideal betrachteten
Kinderzahl und der realisierten zumindest entscheidend zu verringern,
wenn ja, inwiefern, und wenn nein, warum nicht?
7. Betrachtet es die Bundesregierung ggf. als zumindest eines der zentralen
Ziele ihrer Familienpolitik, durch eine Geburtenerhöhung der hierzulande
ansässigen Bevölkerung deren Chancen zu erhöhen, die kulturelle
Kontinuität bzw. Identität wahren zu können, wenn ja, inwiefern, und wenn
nein, warum nicht?
8. Betrachtet es die Bundesregierung ggf. als zumindest eines der zentralen
Ziele ihrer Familienpolitik, durch eine Geburtenerhöhung die
Leistungsfähigkeit der Sozialversicherungssysteme auch langfristig sicherzustellen,
wenn ja, inwiefern, und wenn nein, warum nicht?
9. Teilt die Bundesregierung die Auffassung des Bundesinstituts für
Bevölkerungspolitik, dass Frauen ihren Kinderwunsch nach dem Beginn der
COVID-19-Massenimpfkampagne zunächst zurückgestellt hätten, wenn
ja, inwiefern, und wenn nein, warum nicht (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
10. Hat sich die Bundesregierung ggf. eine Haltung dazu erarbeitet, inwiefern
ggf. nachteilige Auswirkungen der COVID-19-Impfung auf die
Behandelten ggf. negative Auswirkungen auf die Geburtenzahl gehabt hatten, wenn
ja, welche, und wenn nein, warum nicht (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
11. Wurden oder werden seitens der Bundesregierung bzw. der
nachgeordneten Behörden Untersuchungen vorgenommen oder in Auftrag gegeben,
um einen möglichen Zusammenhang zwischen der COVID-19-
Impfkampagne und dem beobachteten Geburtenrückgang zu erforschen?
12. Liegen der Bundesregierung Daten über die Entwicklung der Zahl der
Fehlgeburten und Totgeburten seit 2019 vor, wenn ja, wie lauten sie, und
wenn nein, warum nicht (Daten bitte ggf. je Quartal angeben)?
Berlin, den 25. August 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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