Mögliche linksextremistische Einflussnahme auf Jugendliche und Heranwachsende in Deutschland
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Mögliche linksextremistische Einflussnahme auf Jugendliche und Heranwachsende in Deutschland
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1302
21. Wahlperiode 19.08.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Tobias Matthias Peterka, Sascha Lensing, Dr. Christoph
Birghan, Pierre Lamely, Birgit Bessin, Tobias Teich, Manfred Schiller, Carina
Schießl, Andreas Paul, Alexis L. Giersch, Martina Uhr, Kay-Uwe Ziegler, Bernd
Schattner, Thomas Korell, Lukas Rehm, Achim Köhler, Dr. Malte Kaufmann,
Dr. Michael Blos, Dr. Maximilian Krah, Bernd Schuhmann, Marcel Queckemeyer,
Mirco Hanker, Joachim Bloch, Christian Reck, Jan Wenzel Schmidt, Maximilian
Kneller, Thomas Ladzinski, Andreas Mayer, Edgar Naujok, Renè Bochmann,
Volker Scheurell, Jörg Zirwes, Dr. Christina Baum, Hauke Finger, Reinhard Mixl,
Sebastian Maack und der Fraktion der AfD
Mögliche linksextremistische Einflussnahme auf Jugendliche und
Heranwachsende in Deutschland
Laut Verfassungsschutzbericht 2024 ist die Schwelle in Deutschland zum
Linksterrorismus aktuell noch nicht überschritten. Es besteht aber eine hohe
Gefahr für weitere schwere Gewalttaten gegen Personen (S. 170 des
Verfassungsschutzberichts 2024, www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/publi
kationen/themen/sicherheit/BMI25029-vsb2024.pdf?__blob=publicationFile
&v=4, zuletzt abgerufen am 1. August 2025). Ein neuer Linksterrorismus
könnte sich in Deutschland nach Auffassung des Bundesamtes für
Verfassungsschutzes (BfV) bei ungehindertem Fortgang der Radikalisierung entwickeln (s. o.).
Im Verfassungsschutzbericht wird auch der Einfluss von Linksextremisten auf
junge Menschen thematisiert: „Dogmatische Linksextremisten und ihre
Jugendorganisationen wollen gezielt Jugendliche und junge Erwachsene anwerben und
indoktrinieren. Überhaupt leistet auch der dogmatische Linksextremismus
einen nicht unerheblichen Beitrag zu linksextremistischer Gewalt, sei es durch
die Schaffung ideologischer Begründungszusammenhänge oder durch konkrete
Unterstützungshandlungen im Umfeld. Vor allem wirken sie als geistige
Wegbereiter daran mit, den Linksextremismus in all seinen Ausprägungen in Politik
und Gesellschaft zu tragen“ (s. o.).
Festzustellen ist, dass die Zahl linksextremistisch motivierter Straftaten in
Deutschland im Jahr 2024 um 37,9 Prozent auf 5 857 Delikte (2023: 4 248)
gestiegen ist (www.verfassungsschutz.de/DE/themen/linksextremismus/zahlen-un
d-fakten/zahlen-und-fakten_node.html). Die Intensität linksextremistischer
Tätigkeiten hat in Deutschland somit deutlich zugenommen. Neben gewaltsamen
Ausschreitungen auf Demonstrationen stehen auch immer wieder
„antifaschistisch“ motivierte Gewalttaten im Fokus der Öffentlichkeit (www.verfassungssc
hutz.de/SharedDocs/hintergruende/DE/linksextremismus/die-antifa-antifaschist
ischer-kampf-im-linksextremismus.html).
Daneben zeigt sich aber auch deutlich eine ideologische Einflussnahme auf
junge Menschen in Bildungs- und Jugendeinrichtungen (www.welt.de/print/di
e_welt/politik/article166547590/Die-Universitaeten-und-das-Problem-mit-den-
Linksradikalen.html). Junge Menschen sollen über bestimmte Gruppen für
linksextremistische Ziele gewonnen – z. B. über Antifa-Strukturen
(„Linksjugend [’solid]“) oder Klimabewegungen (www.bpb.de/themen/linksextremism
us/dossier-linksextremismus/338269/linksextremistische-einflussnahme-auf-di
e-klima-bewegung/) und beeinflusst werden.
Trotz der regelmäßigen Hinweise der Verfassungsschutzbehörden und anderer
Sicherheitsbehörden auf die zunehmende Bedrohung durch Linksextremismus
wurde bislang eine Aufarbeitung der Frage, inwieweit Jugendliche konkret
betroffen sind und welche Rolle linksextreme Milieus in schulischen,
universitären oder außerschulischen Kontexten spielen, nach Kenntnis der Fragesteller
nicht vorgenommen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele Personen unter 21 Jahren wurden in den Jahren von 2020 bis
2024 von den Sicherheitsbehörden als dem linksextremen Spektrum
zugehörig eingestuft (bitte nach Jahren und Alter aufschlüsseln)?
2. Wie viele politisch motivierte Straftaten (Politisch motivierte
Kriminalitätlinks – PMK-links) wurden in den Jahren von 2020 bis 2024 von Personen
unter 21 Jahren verübt (bitte nach Jahren, Alter, Straftat aufschlüsseln)?
3. In welchen Bundesländern ist nach Kenntnis der Bundesregierung die
Beteiligung junger Menschen an linksextremen Aktionen besonders
ausgeprägt?
4. Liegen den Sicherheitsbehörden nach Kenntnis der Bundesregierung
Erkenntnisse über die Rolle von sozialen Medien und digitalen Plattformen
bei der Rekrutierung und ideologischen Beeinflussung Jugendlicher durch
linksextreme Gruppen oder Einzelpersonen vor, und wenn ja, welche?
5. Liegen der Bundesregierung Hinweise auf linksextremistische
Einflussnahme oder Propaganda in Schulen, Jugendzentren oder universitären Gruppen
vor, und wenn ja, um welche Erkenntnisse handelt es sich?
6. Welche Träger oder Projekte mit jugendlichen Zielgruppen wurden seit
2020 aus Bundesmitteln gefördert, obwohl sie vom Verfassungsschutz als
linksextrem beeinflusst eingestuft wurden?
7. Hat die Bundesregierung Erkenntnisse darüber, ob es zur Verbreitung
linksextremistischer Inhalte über vermeintliche bildungspolitische Formate, z. B.
„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ oder ähnliche Programme,
gekommen ist?
8. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um sicherzustellen, dass
keine Bundesmittel an linksextreme bzw. linksextrem beeinflusste
Organisationen ausgezahlt werden?
9. Welche Präventionsprojekte zur Deradikalisierung von Jugendlichen im
linksextremen Spektrum wurden in den Jahren von 2020 bis 2024
durchgeführt oder gefördert?
Berlin, den 18. August 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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