Förderung der Medienplattform Qantara durch das Auswärtige Amt
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Förderung der Medienplattform Qantara durch das Auswärtige Amt
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/488
21. Wahlperiode 13.06.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Beatrix von Storch, Markus Frohnmaier, Jan Wenzel Schmidt,
Heinrich Koch, Gerold Otten, Uwe Schulz und der Fraktion der AfD
Förderung der Medienplattform Qantara durch das Auswärtige Amt
Die deutsch-, arabisch- und englischsprachige Medienplattform Qantara wird
durch das Auswärtige Amt gefördert (vgl. qantara.de/seite/%C3%BCber-uns).
Zum 1. Juli 2024 ging die Trägerschaft von Qantara.de von der Deutschen
Welle zum ifa – Institut für Auslandsbeziehungen über (www.ifa.de/pressemitte
ilung/faq-qantara-de-am-ifa-institut-fuer-auslandsbeziehungen). Dazu erklärte
Jannis Hagmann, ehemaliger Redakteur für Nahost & Nordafrika bei der „taz“
und Chefredakteur von Qantara.de: „Mit tiefgreifendem Hintergrundwissen
werden wir auf Qantara.de nach wie vor ein Gegengewicht zu Desinformation
bilden und den Diskursraum durch eine sachliche Auseinandersetzung auch mit
sensiblen Themen offen halten. Und mit neuen Konzepten sowie mehrheitlich
internationalen Autor:innen werden wir Qantara.de zukunftsfähig machen“
(vgl. www.ifa.de/pressemitteilung/das-ifa-setzt-ab-1-juli-2024-die-dialogplattfo
rm-qantara-de-um/).
Die linksliberale „Süddeutsche Zeitung“ stimmt dem Lob zu: „Qantara bietet,
was sonst kaum jemand bietet: Berichte über feministische Kunst aus Pakistan
und Tierschutz in der Türkei, aber eben auch über die
palästinensischamerikanische Schriftstellerin Susan Abulhawa, eine der Mitbegründerinnen
der Israel-Boykott-Bewegung BDS, Kritik an der wachsenden
Islamfeindlichkeit, der Politisierung des Antisemitismus-Begriffs und der bedingungslosen
Solidarität mit Israel“ (vgl. www.sueddeutsche.de/medien/qantara-magazin-jan
nis-hagmann-lux.6BF2RYpk6LuxckdgER2YfA?reduced=true).
Nach Ansicht der Fragesteller wird bei den Artikeln hingegen eine Einseitigkeit
offenbar. So schreibt der, genau wie der Chefredakteur von „Qantara“ ehemals
der „taz“-angehörige Journalist Daniel Bax bei „Qantara“: „Bei vielen
Islamkritikerinnen und Islamkritikern schwangen Verschwörungsfantasien von einer
angeblich schleichenden ‚Islamisierung‘ Deutschlands mit“ (vgl. qantara.de/arti
kel/streit-um-das-kopftuch-ende-eines-kulturkampfs). Demnach seien nach
Schlussfolgerung der Fragesteller alle, die vor Islamisierung warnen,
Verschwörungstheoretiker. Die christlich-jüdische Prägung Europas sei eine
Fiktion, so ein Essay auf Qantara.de (vgl. qantara.de/artikel/das-christliche-europa-e
ine-fiktion).
Auch im Umgang mit Israel werden viele Artikel veröffentlicht, die nach
Ansicht der Fragesteller einseitig von einem vorgeblichen israelischen Genozid im
Gazastreifen warnen (vgl. qantara.de/artikel/972-chefredakteurin-ghousoon-bis
harat-%E2%80%9Edie-meisten-israelischen-medien-sind-teil-des), während
Stimmen, die den „Genozid“-Begriff für Israels militärische Aktionen im
Rahmen seiner völkerrechtlich legitimen Selbstverteidigung unter Beachtung des
humanitären Völkerrechts (www.tagesschau.de/ausland/asien/kriegsvoelkerrec
ht-israel-hamas-100.html) im Gazastreifen ablehnen, fehlen.
Nach Ansicht der Fragesteller stellen sich hinsichtlich der Förderung von Qan-
tara.de mehrere grundlegende Problematiken, z. B. im Hinblick auf die
sogenannte Islamophobie, einen Begriff, der vom ersten islamischen Großayatollah
Khomeini geprägt wurde (vgl. taz.de/Debatte-Islamophobie/!5135490/).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Gegen welche Desinformationen soll sich „Qantara“ nach Kenntnis und
Ansicht der Bundesregierung richten (vgl. www.ifa.de/pressemitteilung/da
s-ifa-setzt-ab-1-juli-2024-die-dialogplattform-qantara-de-um/; Antwort
auf die Schriftliche Frage 12 auf Bundestagsdrucksache 18/2930)?
2. Gibt es nach Ansicht der Bundesregierung Desinformation(en), die von
islamischen Akteuren (mehrheitlich islamischen Staaten,
Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Einzelpersonen etc.) verbreitet werden, und wenn
ja, welchen Inhalts, und wie möchte die Bundesregierung diesen
(innerhalb und außerhalb von „Qantara“) begegnen?
3. In welcher Höhe, seit wann, und aus welchem Haushaltstitel (welchen
Haushaltstiteln) wurde bzw. wird „Qantara“ von der Bundesregierung
gefördert?
4. Hat die Bundesregierung Kenntnis über islamkritische Beiträge auf Qanta-
ra.de, und wenn ja, kann sie angeben, welchen prozentualen Anteil diese
dort einnehmen?
5. Hat die Bundesregierung Daten zu der Reichweite von „Qantara“ beim
arabischsprachigen bzw. islamischen Publikum (bitte nach Staaten und
Reichweite für die Jahre des Bestehens von „Qantara“ bis heute
aufschlüsseln), und wenn ja, welche?
6. Wird die Bundesregierung „Qantara“ auch im Rahmen des nächsten
Haushalts finanzieren (bitte begründen), und wenn ja, soll die Finanzierung
erhöht werden (bitte die Gründe darlegen)?
7. Hat Deutschland der UN-Resolution zur Einführung eines Tages gegen
„Islamophobie“ in der UN-Generalversammlung zugestimmt, und wenn
ja, warum (vgl. www.bpb.de/kurz-knapp/taegliche-dosis-politik/519155/in
ternationalen-tag-zum-kampf-gegen-islamophobie/)?
8. Gibt es nach Ansicht der Bundesregierung einen Unterschied zwischen
Islamkritik und „Muslimfeindlichkeit“ (vgl. www.bmi.bund.de/SharedDocs/
kurzmeldungen/DE/2023/06/dik-uem.html), und wenn ja, worin liegt
dieser?
9. Sind der Bundesregierung christenfeindliche Übergriffe, wie z. B. im
Mai 2025 in Wedding, bekannt, und wenn ja, sieht sie in diesen eine
Verfolgung wegen des christlichen Glaubens und damit Christophobie (bitte
begründen; vgl. www.t-online.de/region/berlin/id_100731326/berlin-wedd
ing-mutmasslich-christenfeindliche-attacke-auf-mann-.html), und wenn ja,
sollen Vorhaben bzw. bzw. Programme gegen Christenfeindlichkeit
gefördert werden bzw. wurden solche Maßnahmen gefördert (wenn ja, wann,
für welchen Zeitraum, mit welchen Zuwendungssummen, aus welchem
Haushaltstitel bzw. aus welchen Haushaltstiteln und von welchen Trägern
bzw. Durchführungsorganisationen), und wenn nein, warum nicht?
10. Hat sich die Bundesregierung zum an sie gerichteten Forderungskatalog
der „Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit“ CLAIM eine
Auffassung gebildet, und wenn ja, wie lautet diese (bitte zu jeder der zehn
Forderungen ausführen, vgl. www.claim-allianz.de/aktuelles/news/claim-forder
t-verbindliche-massnahmen-gegen-antimuslimischen-rassismus-neue-bun
desregierung-muss-vertrauen-und-zusammenhalt-staerken/)?
11. Gibt es nach Auffassung der Bundesregierung „antimuslimischen
Rassismus“, vor dem Hintergrund dessen, dass nach Auffassung der Fragesteller
der Islam eine Religion und keine Rasse ist?
12. Gibt es – falls die Bundesregierung die Frage 11 bejaht – auch
„antichristlichen Rassismus“ (bitte begründen)?
Berlin, den 26. Mai 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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