Besetzung des Präsidiums und Projekte der Bundeszentrale für politische Bildung
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Besetzung des Präsidiums und Projekte der Bundeszentrale für politische Bildung
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4230
21. Wahlperiode 26.02.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Christoph Birghan, Nicole Höchst, Dr. Michael Kaufmann,
Adam Balten, Dr. Ingo Hahn, Andreas Mayer, Stefan Schröder, Sergej Minich,
Robin Jünger, Martin Reichardt, Dr. Paul Schmidt, René Bochmann, Sven
Wendorf, Maximilian Kneller und der Fraktion der AfD
Besetzung des Präsidiums und Projekte der Bundeszentrale für
politische Bildung
Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ist eine deutsche staatliche
Institution, die zur politischen Bildung der Bevölkerung beiträgt. Sie wurde nach
dem Zweiten Weltkrieg als Nachfolgeorganisation der „Reichszentrale für
Heimatdienst (1918 bis 1933) etabliert, zunächst ab 1952 als „Bundeszentrale für
Heimatdienst“. Die Bundeszentrale, die ihren heutigen Namen seit 1963 trägt,
hat sich stetig weiterentwickelt und ihr Angebot an modernen Medien,
didaktischen Materialien und interaktiven Formaten ausgebaut. Sie ist gemäß Erlass
vom 24. Januar 2001 eine nichtrechtsfähige Bundesanstalt im Geschäftsbereich
des Bundesministeriums des Innern und hat ihren Hauptsitz in Bonn. Der
Präsident wird vom Bundesminister des Innern in das Amt berufen und ist dessen
Dienstvorgesetzter (www.bpb.de/die-bpb/ueber-uns/auftrag/51244/erlass-uebe
r-die-bundeszentrale-fuer-politische-bildung-bpb/). Die Aufgabe der bpb ist es,
„durch Maßnahmen der politischen Bildung Verständnis für politische
Sachverhalte zu fördern, das demokratische Bewusstsein zu festigen und die
Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken“ (www.bpb.de/die-bpb/ueber-uns/au
ftrag/51244/erlass-ueber-die-bundeszentrale-fuer-politische-bildung-bpb/). Die
bpb wird von einem wissenschaftlichen Beirat unterstützt. „Die politisch
ausgewogene Haltung und die politische Wirksamkeit der Arbeit der Bundeszentrale
wird durch ein Kuratorium, bestehend aus 22 Mitgliedern des Deutschen
Bundestages, kontrolliert (www.bpb.de/die-bpb/ueber-uns/auftrag/51244/erlass-ueb
er-die-bundeszentrale-fuer-politische-bildung-bpb/). Die bpb hat mehr als
450 Mitarbeiter, verfügte im Jahr 2025 über ein Finanzvolumen von
105,228 Mio. Euro und fördert zahlreiche Projekte und Veranstaltungen zur
politischen Bildung (www.bpb.de/die-bpb/karriere/ bzw. www.bundeshaushal
t.de/static/daten/2025/soll/Bundeshaushalt-2025.pdf, Kapitel 06 35, S. 236).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Verfahren finden bei der Findung und Auswahl einer geeigneten
Person für die Besetzung des Präsidiums der bpb Anwendung?
2. Gibt es ein Gremium, das die Findung und Auswahl einer geeigneten
Person für die Besetzung des Präsidiums der bpb begleitet bzw. das Verfahren
durchführt, wenn ja, wie ist dieses besetzt, welche fachliche Eignung
weisen die Personen auf, und wenn nein, warum nicht?
3. Ist die Bundesregierung der Auffassung, dass Spitzenämter wie das des
Präsidenten der bpb öffentlich ausgeschrieben werden sollten, wenn ja,
warum hat dies im Falle der Nachfolge des Präsidenten der bpb nicht
stattgefunden, und wenn nein, warum nicht?
4. Wie viele Kandidaten wurden für die Neubesetzung des Amtes des
Präsidenten der bpb – für das laut Presseberichten der frühere
Bundestagsabgeordnete Sönke Rix vorgesehen ist – in Erwägung gezogen, und welche
Qualifikationsprofile weisen sie auf (bitte nach wissenschaftlicher
Qualifikation und Berufsjahren aufschlüsseln)?
5. Besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass sich Kandidaten initiativ auf
die Position Präsident der bpb bewerben können?
6. Findet Artikel 33 Absatz 2 des Grundgesetzes (GG) für die Auswahl eines
Präsidenten der bpb Anwendung?
7. Welche formalen und fachlichen Kriterien bzw. Qualifikationen müssen
erfüllt sein, um für die Position des Präsidenten der bpb infrage zu
kommen?
8. Welche beamtenrechtlichen Voraussetzungen müssen für das Amt des
Präsidenten der bpb erfüllt sein?
9. Aufgrund welcher Erwägungen und Rechtsgrundlagen können
Ausnahmen von den beamtenrechtlichen Voraussetzungen gemacht werden?
10. Aufgrund welcher Erwägungen und Rechtsgrundlagen können
Ausnahmen von erforderlichen fachlichen bzw. akademischen Qualifikationen
gemacht werden?
11. Wie viele Leitungspositionen in Bundesbehörden sind bzw. wurden in den
Jahren von 2000 bis 2025 mit ehemaligen Mitgliedern des
Europarlaments, des Deutschen Bundestages, der Landesparlamente und bzw. oder
mit ehemaligen Bundes- oder Landesministern besetzt (ggf. um welche
Bundesbehörden handelt es sich)?
12. Beabsichtigt die Bundesregierung, die Rechtsstellung des Präsidenten der
bpb in die eines politischen Beamten gemäß § 54 Absatz 1 des
Bundesbeamtengesetzes (BBG) umzuwandeln, wenn ja, sieht die
Bundesregierung darin einen Widerspruch zum Erlass vom 24. Januar 2001,
insbesondere § 2 und § 6 des Erlasses vom 24. Januar 2001 über die
Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), in: Gemeinsames Ministerialblatt 2001,
Nr. 14, S. 270), und wenn nein, warum nicht?
13. Gedenkt die Bundesregierung, das Verfahren zur Besetzung des
Präsidiums der bpb zu evaluieren?
14. Gedenkt die Bundesregierung, das Verfahren zur Besetzung des
Präsidiums der bpb zu reformieren?
15. Hat die bpb eine Arbeitsdefinition für den Begriff Extremismus, und wenn
ja, wie lautet diese?
16. Hat die bpb eine Arbeitsdefinition für den Begriff Rechtsextremismus,
und wenn ja, wie lautet diese?
17. Hat die bpb eine Arbeitsdefinition für den Begriff Linksextremismus, und
wenn ja, wie lautet diese?
18. Hat die bpb eine Arbeitsdefinition für den Begriff Islamismus, und wenn
ja, wie lautet diese?
19. Hat die bpb eine Arbeitsdefinition für den Begriff gruppenbezogene
Menschenfeindlichkeit, und wenn ja, wie lautet diese?
20. Fördert die bpb gezielt Projekte gegen Rechtsextremismus (wenn ja, bitte
nach Projektname, Jahr und Ausgaben auflisten)?
21. Fördert die bpb gezielt Projekte gegen Linksextremismus (wenn ja, bitte
nach Projektname, Jahr und Ausgaben auflisten)?
22. Fördert die bpb gezielt Projekte gegen Islamismus (wenn ja, bitte nach
Projektname, Jahr und Ausgaben auflisten)?
23. Fördert die bpb gezielt Projekte gemäß der Kategorie „gruppenbezogene
Menschenfeindlichkeit“ (wenn ja, bitte nach Projektname, Jahr und
Ausgaben auflisten)?
24. Wie viele Programme für den Kampf gegen Rechtsextremismus,
Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Muslimfeindlichkeit, Anti-
Schwarzen-Rassismus, Queerfeindlichkeit, Antifeminismus sowie alle
anderen Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gibt es bei
der bpb, und wie viel Geld wurde für die Projekte seit dem Antritt des
Bundeskanzlers Friedrich Merz und seiner Bundesregierung bisher
ausgegeben (bitte die Programme sowie die dafür jährlich bereitgestellten
Summen einzeln auflisten)?
25. Wie viele Organisationen wurden seit Beginn der 21. Wahlperiode vom
Bund im Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus,
Antiziganismus, Muslimfeindlichkeit, Anti-Schwarzen-Rassismus,
Queerfeindlichkeit, Antifeminismus sowie alle anderen Formen von
gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit bzw. verwandte Erscheinungsformen
gefördert bzw. wie viel Geld wurde dafür ausgegeben (bitte diese
Organisationen sowie die dafür jährlich bereitgestellten Summen einzeln
auflisten)?
26. Seit wann legen die Bundesregierungen in ihrem Engagement gegen
Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus,
Muslimfeindlichkeit, Anti-Schwarzen-Rassismus, Queerfeindlichkeit,
Antifeminismus sowie verwandte Erscheinungsformen den Begriff
gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zugrunde?
27. Ist eine Veränderung der Haushaltsmittel für die bpb geplant, und wenn ja,
ist ein Aufwuchs oder eine Kürzung geplant (bitte die Summe nennen)?
28. Aufgrund welcher Erwägungen hat die bpb beschlossen, auf der Plattform
„X“ keine Inhalte mehr zu veröffentlichen (https://checkpoint.tagesspiege
l.de/langmeldung/4aDebQ1uCcrNKQrUeuJYbk)?
29. Aufgrund welcher Kriterien sucht die bpb aus, welche Inhalte sie in
sozialen Medien verbreitet?
30. Aufgrund welcher Kriterien entscheidet die bpb, welche ihrer Inhalte in
welchen spezifischen sozialen Medien verbreitet werden (bitte nach
sozialen Medien, z. B. Facebook, Bluesky, Mastodon, aufschlüsseln)?
Berlin, den 17. Februar 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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