Deindustrialisierung stoppen - Verbrenner-Verbot aufheben
Text
Deindustrialisierung stoppen - Verbrenner-Verbot aufheben
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/225
21. Wahlperiode 20.05.2025
Antrag
der Abgeordneten Leif-Erik Holm, Marc Bernhard, Peter Boehringer, Dirk
Brandes, Marcus Bühl, Thomas Dietz, Thomas Fetsch, Rainer Galla, Alexis L.
Giersch, Hans-Jürgen Goßner, Christoph Grimm, Rainer Groß, Dr. Ingo Hahn,
Lars Haise, Udo Theodor Hemmelgarn, Stefan Henze, Karsten Hilse, Dr. Malte
Kaufmann, Heinrich Koch, Achim Köhler, Enrico Komning, Dr. Maximilian
Krah, Andreas Mayer, Stefan Möller, Edgar Naujok, Andreas Paul, Denis Pauli,
Dr. Anna Rathert, Arne Raue, Lukas Rehm, Martin Erwin Renner, Ruben Rupp,
Lars Schieske, Carina Schießl, Manfred Schiller, Dr. Paul Schmidt, Bastian
Treuheit, Wolfgang Wiehle, Kay-Uwe Ziegler und der Fraktion der AfD
Deindustrialisierung stoppen – Verbrenner-Verbot aufheben
Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
1. Die seit Jahren anhaltende und prognostizierte Wachstumsschwäche der
deutschen Wirtschaft ist kein vorübergehendes konjunkturelles Problem, sondern auf
strukturelle Faktoren zurückzuführen.
2. Hauptursächlich für die desolate gesamtwirtschaftliche Lage der deutschen
Wirtschaft ist eine voranschreitende Deindustrialisierung, von der insbesondere auch
die deutsche Autoindustrie betroffen ist.
3. Radikale Markteingriffe wie Technologieverbote stellen ein strukturelles
Problem dar. Das Verbot des Verbrennungsmotors in Form von technisch nicht
realisierbaren CO2-Flottengrenzwerten und Zulassungsverboten schadet der
deutschen Autoindustrie.
4. Die Abschaffung des Verbots von Verbrennungsmotoren ist eine geeignete
Maßnahme, um die deutsche Industrie zu stärken und die gesamtwirtschaftliche Lage
zu verbessern.
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
das Verbot des Verbrennungsmotors ab 2035 rückgängig zu machen, statt zu den
Flottengrenzwerten zu stehen und EU-weit ab 2035 nur noch Nullemissions-Fahrzeuge
zuzulassen.
Berlin, den 20. Mai 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Begründung
Die Bundesregierung rechnet in ihrer Frühjahrsprojektion mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im
Jahr 2025 von genau 0 Prozent, nachdem sie im Herbst wie üblich zu optimistisch noch von einer Wachstumsrate
von 0,8 Prozent ausging.1 Die führenden fünf Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren in ihrer
Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2025 ein Wachstum von 0,1 Prozent im laufenden Jahr.2 Damit stagniert die Wirtschaft
das dritte Jahr in Folge. Diese Wachstumsschwäche ist nicht auf vorübergehende konjunkturelle Probleme
zurückzuführen, sondern auf strukturelle Probleme. Laut Frühjahrsprojektion der Bundesregierung liegt das
Potenzialwachstum der deutschen Wirtschaft, also das Wachstum bei optimaler Auslastung aller
Produktionskapazitäten, im Jahr 2025 bei 0,4 Prozent. Die Wirtschaftsforschungsinstitute gehen in ihrer Gemeinschaftsdiagnose
davon aus, dass das Potenzialwachstum im Durchschnitt zwischen 2024 und 2029 bei 0,3 Prozent liegen wird.3
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung identifiziert in seinem
Jahresgutachten 2024/2025 die anhaltende Industrieschwäche bzw. die voranschreitende Deindustrialisierung als
zentralen Faktor für die desolate gesamtwirtschaftliche Lage bzw. Stagnation.4 Mit dieser Entwicklung einher
ging seit dem Jahr 2018 ein Abbau von rund 200.000 Stellen.5 Laut einer aktuellen Umfrage durch die
Unternehmensberatung Horváth planen 68 Prozent der deutschen Autohersteller und Autozulieferer Entlassungen
einschließlich sozialverträglicher Kündigungen. Continental hatte zum Beispiel im letzten Jahr den Abbau von 7.500
Stellen angekündigt, der bis April dieses Jahres zu 80 Prozent umgesetzt wurde, und den Abbau weiterer 3.000
Stellen angekündigt, davon 1450 Stellen in Deutschland samt Schließungen von fünf Produktionsstandorten der
Tochter Conitech.6 Die Produktion der deutschen Industrie liegt mittlerweile 16 Prozent unter dem Niveau von
2017. Der dramatische Einbruch der Produktion der Autobranche um 43 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn
2018 treibt diese Entwicklung.7
Ursächlich für die sinkende Produktion und fortschreitende Arbeitsplatzverluste in der Autobranche sind
ausbleibende Investitionen in Spitzentechnologien aufgrund von radikalen und strukturellen Eingriffen des Staates,
insbesondere der EU, in den Automarkt in Form von faktischen Technologieverboten wie den technisch nicht
realisierbaren CO2-Flottengrenzwerten samt Androhung von Strafzahlungen bei Nichteinhaltung und dem
Zulassungsverbot von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren ab 2035.8
1 www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/konjunktur-00-prozent-bundesregierung-kappt-wachstumsprognose-erneut/100122772.html
2 www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/konjunktur-deutsche-wirtschaft-stagniert-zoelle-noch-nicht-eingerechnet/100120080.html
3 www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/regierung-warum-deutschland-sein-wachstumspotenzial-ganz-verlieren-koennte/100123578.html
4 www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/jahresgutachten-2024.html
5 www.tagesspiegel.de/wirtschaft/klares-zeichen-fur-deindustrialisierung-industrie-hat-im-vergangenen-jahr-68000-stellen-abgebaut-
13472122.html
6 www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/stellenabbau-sogar-unternehmen-mit-fachkraeftemangel-bauen-arbeitsplaetze-ab-110432680.html
7 www.nzz.ch/wirtschaft/trump-und-die-zoelle-der-deutschen-industrie-droht-die-weitere-talfahrt-ld.1878767
8 www.rnd.de/wirtschaft/eu-senkung-der-co2-ziele-bundesregierung-lehnt-aufforderung-von-vw-ab-
NNYC2SJFHBJPVG552LRCU62EUY.html
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