Deutschland braucht echte Reformen - Der Krise des Wirtschaftsstandorts Deutschland wirksam entgegentreten
Text
Deutschland braucht echte Reformen - Der Krise des Wirtschaftsstandorts Deutschland wirksam entgegentreten
Antrag
der Abgeordneten Marc Bernhard, Leif-Erik Holm, Dr. Paul Schmidt,
Alexander Arpaschi, Adam Balten, Dr. Christina Baum, Dr. Christoph Birghan,
René Bochmann, Peter Bohnhof, Erhard Brucker, Thomas Dietz, Tobias
Ebenberger, Rainer Galla, Hans-Jürgen Goßner, Rainer Groß, Udo Theodor
Hemmelgarn, Stefan Henze, Karsten Hilse, Nicole Höchst, Steffen Janich,
Dr. Malte Kaufmann, Dr. Michael Kaufmann, Rocco Kever, Maximilian Kneller,
Sergej Minich, Reinhard Mixl, Arne Raue, Bernd Schattner, Sven Wendorf,
Ulrich von Zons und der Fraktion der AfD
Deutschland braucht echte Reformen – Der Krise des Wirtschaftsstandorts
Deutschland wirksam entgegentreten
Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Deutschland steht vor einer wirtschaftlichen Krise, da hohe Energiekosten und Steuern
die Wettbewerbsfähigkeit von Industrie und Mittelstand sowie die Kaufkraft der
Bürger untergraben. Das aktuelle „Reformpaket“ der Bundesregierung geht an diesen
strukturellen Ursachen der Wirtschaftskrise vorbei.
Die CO₂-Bepreisung verteuert Produkte und Dienstleistungen, erhöht die
Lebenshaltungskosten und schwächt die Binnenkonjunktur. Der im Jahr 2026 in einen
Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne übergegangene CO₂-Preis treibt die Kosten für
Diesel und Strom enorm in die Höhe. Laut Mercator Research Institute on Global
Commons and Climate Change (MCC) könnte der CO₂-Preis bis zum Jahr 2030 auf
bis zu 300 Euro pro Tonne steigen1, was die Produktionskosten in der Industrie
drastisch erhöhen und die Kaufkraft der Haushalte massiv senken würde, wie Studien des
DIW zeigen. Die Ursache dafür ist der EU-Emissionshandel (ETS2) und die
Ausweitung auf die Sektoren Gebäude und Verkehr. Subventionierte Industriestrompreise
werden den Steuerzahler mehrere Milliarden Euro jährlich kosten, ohne strukturelle
Probleme zu lösen.
Deutschland hat sich von einem Nettoexporteur zu einem Nettoimporteur von Strom
gewandelt, mit einem Importüberschuss von 21,9 Terawattstunden im Jahr 2025, einer
Verdopplung gegenüber dem Jahr 2023. Der Umfang entspricht in etwa dem
Strombedarf eines mittelgroßen europäischen Landes wie Kroatien. Fossile Energien wie
Kohle und Gas sind durch den CO₂-Preis teurer, was Stromimporte nach Deutschland
sogar attraktiver macht. Im Vergleich setzen Länder wie Frankreich (70 Prozent Kern-
1 www.handelsblatt.com/politik/international/klimaschutz-zwischenkredite-der-eib-sollen-
emissionshandelsozial-abfedern/100130883.html
Deutscher Bundestag Drucksache 21/6928
21. Wahlperiode 07.07.2026
energie) oder die USA (60 Prozent fossile Brennstoffe, 20 Prozent Kernenergie) auf
einen günstigeren Energiemix, was ihre Wettbewerbsfähigkeit stärkt.
Hohe Steuern und Abgaben verschärfen die Belastung: Beim Strompreis entfallen rund
70 Prozent auf Steuern und Abgaben, beim Dieselpreis sind es fast 60 Prozent. Die
Automobilindustrie leidet unter einer schwachen Konjunktur2 mit Rückgang der
Nachfrage und hohen Energiekosten3, was die Abwanderung von Unternehmen wie BASF
fördert, die in Deutschland Verluste schreiben, während sie global Gewinne erzielen.4
Um die Wirtschaftskrise zu beenden, müssen die Energiekosten und die
Steuerbelastung in Deutschland gesenkt werden und die bürokratische Belastung reduziert
werden. Hierzu bedarf es einer umfassenden Reform, die diesen Namen auch verdient, und
ein Ende des Irrwegs der Bundesregierung insbesondere in der Energiepolitik.
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft unverzüglich wiederherzustellen
und wirksame Maßnahmen zur Beendigung der aktuellen Rezession zu ergreifen, und
hierfür
1. die nationale und europäische CO₂-Bepreisung umgehend abzuschaffen bzw. sich
hierfür einzusetzen und die Energiekosten auf ein EU-übliches Niveau zu senken,
um die Produktionskosten deutlich zu senken, die Kaufkraft der Haushalte zu
stärken, die Binnenkonjunktur zu beleben und Arbeitsplätze zu sichern;
2. einen kostengünstigen Energiemix unter Einbeziehung von Kernenergie und
Kohlekraft umzusetzen, um die Stromkosten nachhaltig zu senken und die
Importabhängigkeit zu verringern; hierzu sollen bestehende Kernkraftwerke
reaktiviert, neue geplant und Laufzeiten von Kohlekraftwerken verlängert werden;
3. sämtliche Strom- und Energiesteuern sowie Umlagen und Konzessionsabgaben
so weit wie möglich zu senken und ggf. vollständig abzuschaffen, um
Verbraucher und Unternehmen spürbar zu entlasten;
4. die Unternehmenssteuern wie den Solidaritätszuschlag und die
Körperschaftsteuer sowie die Mehrwertsteuer deutlich zu senken, um private Haushalte und
Unternehmen zu entlasten, die Lebenshaltungskosten zu reduzieren sowie
Investitionen und Konsum zu fördern (vgl. Bundestagsdrucksache 21/343);
5. die Automobilindustrie durch gesenkte Energiekosten und weitreichende
Deregulierung zu stärken, indem unter anderem das
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, übermäßige Berichtspflichten und überzogene Regulierungen wie die EU-
Flottengrenzwerte abgeschafft werden; zugleich sollen Investitionsanreize
geschaffen und Arbeitsplätze gesichert werden.
Berlin, den 7. Juli 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
2 www.ifo.de/fakten/2026-07-03/stimmung-der-autoindustrie-verschlechtert
3 www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/autobranche-vw-mercedes-bmw-100.html
4 www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/stellenabbau-deutschland-100.html
Begründung
Allgemein
Die deutsche Wirtschaft befindet sich seit 2022 in einer Rezession oder am Rande einer Rezession, die durch
hohe Energiekosten, übermäßige Steuerbelastungen und bürokratische Hürden verschärft wird, was die
Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich schwächt.5 Unternehmen verlagern Produktionsstätten ins Ausland,
und die Binnenkonjunktur stagniert durch sinkende Kaufkraft der Haushalte. Die bisher umgesetzten bzw.
geplanten Reformen – etwa erleichterte Job-Entfristung, erschwerte Krankschreibung oder ein subventionierter
Industriestrompreis – gehen an den strukturellen Ursachen der Wirtschaftskrise vorbei. Stattdessen braucht es
Maßnahmen wie die Abschaffung der CO₂-Bepreisung, ein kostengünstiger Energiemix aus Kernenergie und
Kohlekraft, die Reduktion von Steuern und Abgaben sowie umfassende Deregulierung, um Unternehmen und
Verbraucher zu entlasten. Dies belebt die Investitionstätigkeit, stärkt den Konsum und sichert Arbeitsplätze, und leistet
einen Beitrag zur Beendigung der Rezession und zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Attraktivität
Deutschlands, wie von der Fraktion der AfD gefordert, um ideologisch motivierte Politik zurückzudrängen.
Zu Ziffer II. 1.
Die CO₂-Bepreisung verteuert Produkte und Dienstleistungen, erhöht die Lebenshaltungskosten und schwächt
die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Der CO₂-Preis von 55-65 Euro pro Tonne im Jahr 2026 führt
zu Mehrkosten bei Diesel und Strom, was Haushalte und ein Unternehmen wie BASF um mehrere Millionen
Euro jährlich belastet. Die Abschaffung der nationalen CO₂-Bepreisung und ein Ausstieg aus dem EU-
Emissionshandel würde die Produktions- und Betriebskosten erheblich senken, die Kaufkraft stärken und die
Binnenkonjunktur ankurbeln. Dies verhindert die Abwanderung von Unternehmen und sichert Arbeitsplätze, etwa
mehrere zehntausend bei BASF, wie es die Fraktion der AfD fordert6, um ideologisch geprägte Klimapolitik zu
stoppen.
Zu Ziffer II. 2.
Hohe Energiekosten durch den CO₂-Preis und volatile Importe gefährden die Versorgungssicherheit. Ein
Energiemix aus Kernenergie und Kohlekraft würde die Stromkosten erheblich senken und die Importabhängigkeit
beenden. Die Reaktivierung von Kernkraftwerken wie Isar 2 (23,5 Terawattstunden pro Jahr)7 und die
Reaktivierung von Kohlekraftwerken wie RWE Neurath (2.100 MW)8 sichern eine kostengünstige und stabile
Energieversorgung, wie von der Fraktion der AfD gefordert, um die wirtschaftliche Attraktivität Deutschlands zu stärken
und Abhängigkeiten von Importen zu minimieren.
Zu Ziffer II. 3. + 4.
Hohe Steuern und Abgaben, bis zu 70 Prozent des Strompreises und fast 60 Prozent des Dieselpreises belasten
Haushalte und Unternehmen übermäßig. Ein Single-Haushalt zahlt 601 Euro statt 275 Euro jährlich für Strom,
eine Familie mit zwei Kindern 2.005 Euro statt 917 Euro9. Die Abschaffung von Umlagen und eine Reduktion
der Strom-, Energie- und der Unternehmenssteuer auf ein Minimum würden Haushalte und Unternehmen um
mehrere Milliarden Euro entlasten. Dies steigert die Konsum- und Investitionsquote und verhindert die
massenhafte Abwanderung von Unternehmen, im Einklang mit der AfD-Forderung nach weniger
wirtschaftshemmenden Steuern.
Zu Ziffer II. 5.
Die Automobilindustrie leidet unter schwacher Konjunktur und hohen Energiekosten, was die Abwanderung von
Unternehmen fördert. Niedrigere Energiekosten durch den vorgeschlagenen Energiemix und eine gesteigerte
Kaufkraft durch weniger Abgaben, würden die Produktionskosten senken. Die Aufhebung bürokratischer
Belastungen wie des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes, wie von der Fraktion der AfD gefordert, und
Investitionsanreize durch Steuererleichterungen würden die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Dies sichert hunderttausende Ar-
5 www.imd.org/entity-profile/germany-wcr/
6 www.afd.de/wp-content/uploads/2023/05/Programm_AfD_Online_.pdf
7 www.br.de/nachrichten/wirtschaft/der-anteil-des-atomkraftwerks-isar-2-an-bayerns-energiemix-ein-faktenfuchs,Tqr8ZKw
8 www.rwe.com/der-konzern/laender-und-standorte/kraftwerk-neurath/
9 www.statista.com/statistics/1267541/germany-monthly-wholesale-electricity-price/
beitsplätze und belebt die Binnenkonjunktur, ohne auf gescheiterte, ideologisch geprägte Konzepte wie die
„Grüne Transformation“ zu setzen10.
10 www.kettner-edelmetalle.de/news/grune-transformation-gescheitert-salzgitter-ag-versinkt-trotz-milliardenforderung-in-den-roten-zahlen-12-
11-2024
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
Relationen
- authored ← Adam Balten (Antrag)
- authored ← Alexander Arpaschi (Antrag)
- authored ← Arne Raue (Antrag)
- authored ← Bernd Schattner (Antrag)
- authored ← Christina Baum (Antrag)
- authored ← Christoph Birghan (Antrag)
- authored ← Erhard Brucker (Antrag)
- authored ← Fraktion der AfD
- authored ← Hans-Jürgen Goßner (Antrag)
- authored ← Karsten Hilse (Antrag)
- authored ← Leif-Erik Holm (Antrag)
- authored ← Malte Kaufmann (Antrag)
- authored ← Marc Bernhard (Antrag)
- authored ← Maximilian Kneller (Antrag)
- authored ← Michael Kaufmann (Antrag)
- authored ← Nicole Höchst (Antrag)
- authored ← Paul Schmidt (Antrag)
- authored ← Peter Bohnhof (Antrag)
- authored ← Rainer Galla (Antrag)
- authored ← Rainer Groß (Antrag)
- authored ← Reinhard Mixl (Antrag)
- authored ← René Bochmann (Antrag)
- authored ← Rocco Kever (Antrag)
- authored ← Sergej Minich (Antrag)
- authored ← Stefan Henze (Antrag)
- authored ← Steffen Janich (Antrag)
- authored ← Sven Wendorf (Antrag)
- authored ← Thomas Dietz (Antrag)
- authored ← Tobias Ebenberger (Antrag)
- authored ← Udo Theodor Hemmelgarn (Antrag)
- authored ← Ulrich von Zons (Antrag)
- part_of_vorgang → Deutschland braucht echte Reformen - Der Krise des Wirtschaftsstandorts Deutschland wirksam entgegentreten (Antrag)