Entschließung des Bundesrates zur Stärkung der gesamtstaatlichen Resilienz
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Entschließung des Bundesrates zur Stärkung der gesamtstaatlichen Resilienz
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ISSN 0720-2946
Bundesrat Drucksache 249/26 (Beschluss)
10.07.26
Beschluss
des Bundesrates
Entschließung des Bundesrates zur Stärkung der
gesamtstaatlichen Resilienz
Der Bundesrat hat in seiner 1067. Sitzung am 10. Juli 2026 die aus der Anlage
ersichtliche Entschließung gefasst.
Drucksache 249/26 (Beschluss)
Anlage
Entschließung des Bundesrates zur Stärkung der
gesamtstaatlichen Resilienz
Der Bundesrat bittet die Bundesregierung, die bestehende Nationale
Sicherheitsstrategie, die Deutsche Strategie zur Stärkung der Resilienz gegenüber Katastrophen
(Resilienzstrategie), die Nationale KRITIS-Resilienzstrategie nach § 1 des KRITIS-
Dachgesetzes, den Pakt für den Bevölkerungsschutz sowie die laufenden Arbeiten
zur Stärkung der Gesamtverteidigungsfähigkeit im Sinne einer sektorübergreifenden
nationalen Resilienzstrategie kohärent miteinander zu verzahnen, bestehende
Fähigkeitslücken zu priorisieren und die Länder hierbei strukturiert einzubinden.
Begründung:
Anhaltende Krisen, Kriege und Großschadensereignisse zeigen die
Verletzlichkeit der Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft.
Verunsicherungen werden dadurch erzeugt und können die Demokratie erschüttern.
Die Bundesregierung hat in der jüngeren Vergangenheit zu begrüßende
Anstrengungen zum Schutz der kritischen Infrastruktur sowie der Steigerung der
Verteidigungsfähigkeit unternommen. Allein die Konzentration auf die
Verteidigung und den Zivilschutz oder den Schutz der kritischen Infrastruktur ist
nicht ausreichend.
Großschadensereignisse in der jüngsten Vergangenheit wie beispielsweise
großflächige Stromausfälle oder Naturkatastrophen haben gezeigt, dass
Vorsorge auch durch die öffentliche Hand in den Bereichen der allgemeinen
Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft durch die öffentliche Hand zu treffen
ist. Internationale Krisen haben überdies die Auswirkungen auf grundlegende
Lieferketten verdeutlicht. Die Folgen für die deutsche und europäische
Wirtschaft waren gerade nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine zu spüren.
Als Lehre aus der jüngsten Vergangenheit wurde beispielsweise mit dem
KRITIS-Dachgesetz ein besonderer Schutz der Infrastruktur gesetzlich
festgelegt. Anderseits zeigt der Ausbau der Energieerzeugung aus erneuerbaren
Quellen, der in der derzeitigen Irankrise einen massiven Anstieg der
Strompreise verhindert hat, dass eine Stärkung der Unabhängigkeit des deutschen
und europäischen Marktes erfolgen muss, um die Resilienz gegen
internationale Verwerfungen zu stärken.
Die Nationale Sicherheitsstrategie der Bundesregierung aus dem Jahr 2023
greift bereits maßgebliche Themenfelder auf. Sie benennt unter anderem
Lieferketten, Medikamente, Rohstoffe, Energieversorgung, kritische
Infrastrukturen, Cyberangriffe, Katastrophenlagen und wirtschaftliche Abhängigkeiten als
sicherheitsrelevante Faktoren.
Die Resilienzstrategie ist in Deutschland die erste Strategie, die einen
ganzheitlichen Blick auf die Stärkung der Resilienz gegenüber allen möglichen Arten
von Katastrophen richtet und die bestehenden Ansätze miteinander verbindet
bzw. – wo nötig – ergänzt.
Ferner besteht nach § 1 KRITISDachG eine gesetzliche Grundlage für eine
Strategie zur Verbesserung der Resilienz kritischer Infrastrukturen. Zudem hat
die Bundesregierung mit dem am 20. Mai 2026 beschlossenen Pakt für den
Bevölkerungsschutz einen weiteren wichtigen Baustein zur Stärkung der
Zivilen Verteidigung und der Gesamtverteidigung geschaffen. Die hierdurch
angestoßenen Maßnahmen unterstreichen die Bedeutung einer kohärenten
Verzahnung bestehender Strategien und Planungen unter strukturierter Einbindung der
Länder.
Vor diesem Hintergrund wird die Bundesregierung gebeten, die bestehende
Nationale Sicherheitsstrategie, die Resilienzstrategie, die Nationale KRITIS-
Resilienzstrategie nach § 1 KRITISDachG, den Pakt für den
Bevölkerungsschutz sowie die laufenden Arbeiten zur Stärkung der
Gesamtverteidigungsfähigkeit kohärent im Sinne einer sektorübergreifenden nationalen
Resilienzstrategie miteinander zu verzahnen, bestehende Fähigkeitslücken prioritär zu
adressieren und die Länder hierbei strukturiert einzubinden.
Relationen
- part_of_vorgang → Entschließung des Bundesrates zur Stärkung der gesamtstaatlichen Resilienz (Beschlussdrucksache)