Entschließung des Bundesrates zur Stärkung der gesamtstaatlichen Resilienz
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Entschließung des Bundesrates zur Stärkung der gesamtstaatlichen Resilienz
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ISSN 0720-2946
Bundesrat Drucksache 249/26
30.04.26
Antrag
des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Entschließung des Bundesrates zur Stärkung der
gesamtstaatlichen Resilienz
Die Ministerpräsidentin Schwerin, 29. April 2026
des Landes Mecklenburg-Vorpommern
An den
Präsidenten des Bundesrates
Herrn Bürgermeister
Dr. Andreas Bovenschulte
Sehr geehrter Herr Bundesratspräsident,
die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hat beschlossen, dem
Bundesrat die als Anlage beigefügte
Entschließung des Bundesrates zur Stärkung der gesamtstaatlichen Resilienz
zuzuleiten.
Ich bitte Sie, die Vorlage gemäß § 36 Absatz 2 der Geschäftsordnung des
Bundesrates in die Tagesordnung der 1065. Sitzung des Bundesrates am
8. Mai 2026 aufzunehmen und eine sofortige Sachentscheidung herbeizuführen.
Mit freundlichen Grüßen
Manuela Schwesig
Entschließung des Bundesrates zur Stärkung der gesamtstaatlichen Resilienz
Der Bundesrat möge folgende Entschließung fassen:
Der Bundesrat bittet die Bundesregierung,
eine nationale Resilienzstrategie auszuarbeiten, die alle Sektoren und
Versorgungsbereiche der Bundesrepublik Deutschland umfasst.
Begründung:
Anhaltende Krisen, Kriege und Großschadensereignisse zeigen die Verletzlichkeit der
Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft. Verunsicherungen werden dadurch erzeugt und
können die Demokratie erschüttern.
Die Bundesregierung hat in der jüngeren Vergangenheit zu begrüßende Anstrengungen zum
Schutz der kritischen Infrastruktur sowie der Steigerung der Verteidigungsfähigkeit
unternommen. Allein die Konzentration auf die Verteidigung und den Zivilschutz oder den Schutz der
kritischen Infrastruktur ist nicht ausreichend.
Großschadensereignisse in der jüngsten Vergangenheit wie beispielsweise großflächige
Stromausfälle oder Naturkatastrophen haben gezeigt, dass Vorsorge auch durch die
öffentliche Hand in den Bereichen der allgemeinen Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft
durch die öffentliche Hand zu treffen ist. Internationale Krisen haben überdies die
Auswirkungen auf grundlegende Lieferketten verdeutlicht. Die Folgen für die deutsche und europäische
Wirtschaft waren gerade nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine zu spüren.
Als Lehre aus der jüngsten Vergangenheit wurde beispielsweise mit dem KRITIS-Dachgesetz
ein besonderer Schutz der Infrastruktur gesetzlich festgelegt. Anderseits zeigt der Ausbau der
Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen, der in der derzeitigen Irankrise einen massiven
Anstieg der Strompreise verhindert hat, dass eine Stärkung der Unabhängigkeit des deutschen
und europäischen Marktes erfolgen muss, um die Resilienz gegen internationale
Verwerfungen zu stärken.
Resilienz kann nur dort entstehen, wo die Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft mit
dem Schutz von Infrastruktur sektorübergreifend gedacht wird. Hierzu gehört neben einer
ausreichenden Bevorratung mit lebenswichtigen Gütern (zum Beispiel Lebensmittel, Kraftstoffe,
Medikamente und Schutzausrüstung, Rohstoffreserven für strategische Rohstoffe) eine
Krisenvorsorge durch ausreichende Ersatzmittel, Reparatur- und
Wiederherstellungsmöglichkeiten. Ferner ist auch die Erhöhung der Unabhängigkeit von ausländischer Einflussnahme durch
Exportbeschränkungen, Störung von Handelswegen oder ähnlichen ein Faktor der Resilienz.
Diese aufgeführten stehen nur exemplarisch für die notwendige umfassende Betrachtung der
Stärkung der Resilienz und die bestehende Verzahnung verschiedenster Sektoren. Daher ist
eine möglichst alle Sektoren umfassende Strategie zu erarbeiten, mit der eine Stärkung der
Resilienz unseres Landes erreicht werden kann. Gerade vor dem Hintergrund, dass auch die
Abhängigkeiten von Importen im Sinne der Resilienz zu vermindern ist, kann nur der Bund
eine solche Strategie umfassend erstellen. Auch die Beziehungen zu Lieferquellen für zu
identifizierende strategisch bedeutsame Rohstoffe und Vorprodukte sind mit zu bewerten.
Langfristige Handelsverträge, Stärkung von Entwicklungszusammenarbeit und gute diplomatische
Beziehungen müssen daher auch Gegenstand einer solchen Strategie sein.
Eine hohe Resilienz ermöglicht es dem Staat, schnell und entschlossen auf
Großschadensereignisse und Krisen zu reagieren. Dies stärkt das Vertrauen der Bevölkerung und der
Wirtschaft in den Staat und seine Institutionen und ist damit auch für die Stabilität unserer
Demokratie von erheblicher Bedeutung. Diese Aufgabe muss bundesweit gedacht werden und die
unterschiedlichen Bedürfnisse und Voraussetzungen der Länder berücksichtigen. Daher ist es
eine bundeseinheitliche Aufgabe.
Drucksache 249/26 - 2 -
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