Aktueller Planungsstand der Westbahn Freiburg (Antwort zu Drs. 21/7410)
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Aktueller Planungsstand der Westbahn Freiburg (Antwort zu Drs. 21/7410)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7651
21. Wahlperiode 17.08.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Matthias Gastel, Chantal Kopf, Tarek
Al-Wazir, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 21/7410 –
Aktueller Planungsstand der Westbahn Freiburg
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Schieneninfrastruktur ist ein wesentlicher Bestandteil einer
leistungsfähigen und klimafreundlichen Mobilität in der Region Freiburg. Mit der
Umsetzung der neuen Güterumfahrung Freiburg werden auf der bisherigen
innerstädtischen Güterumgehungsbahn Freiburg (Strecke 4312) Kapazitäten frei.
Durch die Nutzung der Strecke im Schienenpersonennahverkehr ergeben sich
Chancen zur Verbesserung des Nahverkehrs. Die Strecke liegt zentral im dicht
besiedelten westlichen Stadtgebiet Freiburgs. Im direkten räumlichen Umfeld
der Strecke befinden sich neben zahlreichen Wohngebieten, wo mit
Dietenbach eines der deutschlandweit größten Wohnbauprojekte entsteht (Wohnraum
für 16 000 Menschen), mit der Freiburger Messe, dem Industriegebiet Nord
(15 000 Arbeitsplätze), der Universität, dem Universitätsklinikum als größtem
Arbeitgeber der Region und weiteren öffentlichen Einrichtungen auch
zahlreiche pendleraufkommensstarke Zielorte, weshalb die bestehende
Güterumgehungsbahn einen wichtigen Beitrag zur Erschließung des Freiburger Westens
sowie zur Entlastung bestehender Verkehrsachsen leisten würde.
Für eine Nachnutzung dieser Strecke, beispielsweise mit einem vom
Verkehrsclub Deutschland (VCD) entwickelten Betriebskonzept (https://westbahn.jetzt/
downloads/westbahn-flyer.pdf), ist eine Anpassung der geplanten
Abzweigstellen erforderlich. Die nördliche Abzweigstelle im Bereich Gundelfingen
erfordert eine höhenfreie Anbindung der Strecke 4312 (Güterumgehungsbahn
bzw. Westbahn) an die Bestandsstrecke der Rheintalbahn (Strecke 4000).
Andernfalls würde ein Angebot des Schienenpersonennahverkehrs mit mehreren
Fahrten pro Stunde und Richtung auf der Strecke 4312 bei der Ein- und
Ausfädelung auf die Strecke 4000 großes betriebliches Konfliktpotenzial mit den
Verkehren der Strecke 4000 auslösen, welche im Mischbetrieb von schnellen
Zügen des Personenfern- und Personennahverkehrs befahren wird sowie
gemäß Zukunftsfahrplan des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg
mittelfristig 8,5 Fahrten pro Stunde und Richtung aufweisen soll. Diese höhenfreie
Anbindung muss frühzeitig berücksichtigt werden.
Außerdem müssten auch die Planungen der neuen Abzweigstelle Leutersberg
südlich von Freiburg angepasst werden. Den aktuell vorliegenden Planungen
zufolge ist der Verkehr zwischen der Westbahn (Strecke 4312) und der
Bestandsstrecke zum Haltepunkt Schallstadt nur eingleisig möglich, zudem
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr
vom 17. August 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
müssten Personenzüge zwischen den beiden Strecken in beide Fahrtrichtungen
das Richtungsgleis Freiburg-Basel der Strecke 4000 befahren, was zu
erheblichen betrieblichen Konflikten führen würde.
Wird das Projekt der Westbahn nicht rechtzeitig in die Planungen integriert,
besteht das Risiko, dass notwendige Trassen, Verknüpfungspunkte und
Infrastrukturmaßnahmen nicht berücksichtigt werden. Spätere Anpassungen wären
mit erheblichen Mehrkosten verbunden oder könnten nur noch eingeschränkt
umgesetzt werden. Dadurch würden langfristig wichtige Potenziale für den
öffentlichen Verkehr in der Region und den Ausbau der Breisgau-S‑Bahn
verloren gehen.
1. Hat die Deutsche Bahn AG (DB AG) bezüglich der Strecke 4312 derzeit
einen laufenden oder kürzlich vereinbarten Planungsauftrag von
kommunaler Seite zu betrieblichen oder infrastrukturellen Untersuchungen
erhalten, und wenn ja, was sind dessen Zielstellungen?
Nach Auskunft der Deutschen Bahn AG (DB AG) hat diese im Auftrag der
Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) eine
Betriebsprogrammstudie zur Breisgau-S-Bahn 2.0 erarbeitet, die u. a. die Strecken 4000
und 4312 betrachtet. Diese hat für vier Varianten den notwendigen
Ausbauumfang für Nahverkehrsausweitungen definiert. Die Untersuchungen sind noch
nicht vollständig abgeschlossen. Darüber hinaus untersucht die DB AG aktuell
Möglichkeiten, die Strecke 4312 während des Ausbaus der Freiburger Bucht
(Strecke 4000, Planfeststellungsabschnitte 8.5–8.9) bauzeitlich zu nutzen.
2. Bis wann ist derzeit die Einreichung der Planfeststellungsunterlagen der
Planfeststellungsabschnitte 8.5 bis 8.9 geplant (bitte jeweils gesondert
aufzählen), und in welchem Jahr rechnet die DB InfraGO AG mit dem
Vorliegen der entsprechenden Planfeststellungsbescheide?
In den Planfeststellungsabschnitten 8.5–8.9 wurde die Vorplanung beendet. Der
Wechsel in die nächste Leistungsphasen erfolgt nach Klärung der Finanzierung
für das Projekt.
3. Ist eine integrierte Planung der höhenfreien Abzweigstellen der
Güterumgehungsbahn (Strecke 4312) an die Rheintalbahn (Strecke 4000)
gemeinsam mit den Planungen der Generalsanierung der Rheintalbahn (Strecke
4000) möglich, und wenn ja, bis zu welchem Zeitpunkt muss diese
Integration spätestens erfolgen?
4. Welche Synergieeffekte werden bei einer integrierten Planung (vgl.
Frage 3) bei Planungszeitraum und Kosten sowie Bauumfang und Dauer
erwartet?
5. Sieht die DB AG zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit, Planungen
für höhenfreie Abzweigstellen zu integrieren?
Die Fragen 3 bis 5 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beatwortet.
Auf der Rheintalbahn soll lediglich der Abschnitt Mannheim–Karlsruhe im
ersten Halbjahr 2031 korridorsaniert werden. In der Region Freiburg auf der
Rheintalbahn ist keine Korridorsanierung vorgesehen. Eine geänderte
Aufgabenstellung für den Ausbau der Freiburger Bucht (Vorhaben des Bedarfsplans
ABS/NBS Karlsruhe–Basel, Abschnitte 8.5–8.9), die eine höhenfreie
Anbindung der Güterumgehungsbahn (Strecke 4312) im Norden wie im Süden zum
Inhalt hätte, liegt nicht vor. Daher können der genaue Planungsumfang und die
Folgen für die vorliegende Planung nicht bewertet werden.
6. Welches Risiko für die Realisierung des S-Bahn-Verkehrs auf der
Güterumgehungsbahn (Westbahn) besteht, wenn die Planungen dafür noch über
längere Zeit getrennt zu den Planungen der Generalsanierung Freiburger
Bucht (Strecke 4000) ablaufen?
Nach Kenntnis der DB AG sind aktuell noch keine konkreten
Infrastrukturplanungen für einen S-Bahn-Verkehr auf der Güterumgehungsbahn aufgenommen
worden. Insofern kann keine Risikobewertung vorgenommen werden.
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ISSN 0722-8333
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