Entscheidungsprozesse im Auswärtigen Amt bei der Förderung von Islamic Relief Deutschland e.V. (Nachfrage zur Antwort der Bundesregierung auf Bundestagsdrucksache 21/7057)
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Entscheidungsprozesse im Auswärtigen Amt bei der Förderung von Islamic Relief Deutschland e.V. (Nachfrage zur Antwort der Bundesregierung auf Bundestagsdrucksache 21/7057)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7525
21. Wahlperiode 10.08.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Anna Rathert, Stefan Keuter, Heinrich Koch, Dr. Malte
Kaufmann, Uwe Schulz, Udo Theodor Hemmelgarn, Martin Hess, Sascha Lensing
und der Fraktion der AfD
Entscheidungsprozesse im Auswärtigen Amt bei der Förderung von Islamic
Relief Deutschland e.V.
(Nachfrage zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 21/7057)
Der Bundesrechnungshof hat die Förderung von Islamic Relief Deutschland
(IRD) durch das Auswärtige Amt in zwei Prüfberichten kritisiert (vgl. www.we
lt.de/politik/deutschland/plus6a0eccdef0f7eb608db79082/rechnungshof-ruegt-a
uswaertiges-amt-fuer-foerderung-muslimischer-hilfsorganisation.html, zuletzt
aufgerufen am: 17. Juli 2026). Im ersten Prüfbericht wird darauf hingewiesen,
das Auswärtige Amt „vermag nicht zu erklären, auf welcher Grundlage es zu
der Einschätzung gelangt war, Islamic Relief habe als humanitäre
Nichtregierungsorganisation einen guten Ruf“ (ebd.). Im zweiten Prüfbericht wird der
Bundesrechnungshof noch deutlicher: „Ihre stereotyp gegebenen
Zusicherungen, alles Erforderliche sei getan, nur halt nicht dokumentiert worden, werden,
je häufiger vorgetragen, desto weniger glaubwürdig“ (ebd.). Trotz
sicherheitsbehördlicher Hinweise wurde eine Förderentscheidung getroffen. Bereits seit
mehreren Jahren gab es Erkenntnisse zu Verbindungen des Internationalen
Islamic Relief-Netzwerkes zur Muslimbruderschaft (vgl. www.bild.de/politik/inlan
d/rechnungshof-ruegt-auswaertiges-amt-wegen-islamisten-foerderung-6a17351
9bd0d0e58e09d9dc6, zuletzt aufgerufen am: 20. Juli 2026).
In ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 21/7057
verweist die Bundesregierung mehrfach auf frühere Bundestagsdrucksachen.
Sie beantwortet jedoch zentrale Fragen zum internen Entscheidungsprozess
nicht. Vor diesem Hintergrund besteht für die Fragesteller ein erhebliches
parlamentarisches Interesse an einer Aufklärung der behördlichen
Entscheidungsabläufe.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Referate und Abteilungen des Auswärtigen Amts waren jeweils an
den Förderentscheidungen zugunsten von IRD beteiligt?
2. Welche weiteren Bundesbehörden (z. B. nachgeordnete Behörden) wurden
nach Kenntnis der Bundesregierung an den Förderentscheidungen
beteiligt?
3. Welche Erkenntnisse des Bundesnachrichtendienstes (BND), des
Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) oder anderer Sicherheitsbehörden zu
IRD oder dem internationalen Islamic-Relief-Netzwerk lagen zum
Zeitpunkt der jeweiligen Förderentscheidungen vor?
4. Wurden im Zuge der Prüfung der Förderwürdigkeit von Islamic Relief
Deutschland Informationen mit Partnerdiensten ausländischer Staaten
ausgetauscht, und wenn ja, mit welchen Staaten bzw. mit welchen von deren
Diensten erfolgte dieser Austausch, und was war das jeweilige Ergebnis
dieser Konsultationen?
5. Welche konkreten Empfehlungen gaben diese Sicherheitsbehörden im
Rahmen der Konsultationen gegebenenfalls jeweils ab?
6. Welche Stelle bzw. welche Amtsträger trafen letztendlich die
Entscheidung über die Bewilligung der Fördermittel, und mit welcher fachlichen
Begründung geschah dies?
7. Welche weiteren Bundesministerien (nebst zugehörigen Abteilungen bzw.
Referaten) wurden neben dem Auswärtigen Amt an den
Förderentscheidungen beteiligt?
8. Welche schriftlichen Risikoabwägungen (z. B. bezüglich politischer
Risiken oder der Mittelverwendung) wurden vor den Bewilligungen erstellt,
und was besagten diese (bitte ausführen)?
9. Welche Kriterien führten dazu, dass trotz vorliegender Hinweise auf
islamistische Bezüge weiterhin positive Förderentscheidungen getroffen
wurden?
10. Welche Dokumentationspflichten galten zum jeweiligen Zeitpunkt der
Förderentscheidung, und was beinhalteten die entsprechenden
Dokumentationen (bitte ausführen)?
11. Wurden infolge der Kritik des Bundesrechnungshofes interne Regelungen
oder Prüfprozesse für die Vergabe von Fördermitteln geändert, und wenn
ja, welche?
Berlin, den 6. August 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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