Linkem Antisemitismus konsequent entgegentreten
Text
Linkem Antisemitismus konsequent entgegentreten
Antrag
der Abgeordneten Tobias Matthias Peterka, Carolin Bachmann, Adam Balten,
Carsten Becker, Joachim Bloch, Dr. Michael Blos, Peter Boehringer, Erhard
Brucker, Marcus Bühl, Thomas Dietz, Tobias Ebenberger, Boris Gamanov,
Hans-Jürgen Goßner, Rainer Groß, Udo Theodor Hemmelgarn, Nicole Hess,
Olaf Hilmer, Karsten Hilse, Steffen Janich, Dr. Michael Kaufmann, Rocco
Kever, Kurt Kleinschmidt, Heinrich Koch, Achim Köhler, Jörn König, Knuth
Meyer-Soltau, Reinhard Mixl, Edgar Naujok, Denis Pauli, Arne Raue, Bernd
Schattner, Carina Schießl, Dr. Paul Schmidt, Georg Schroeter, Martina Uhr,
Sven Wendorf, Jörg Zirwes, Ulrich von Zons und der Fraktion der AfD
Linkem Antisemitismus konsequent entgegentreten
Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Nach dem Überfall der islamistischen Terrororganisationen Hamas und Islamischer
Dschihad auf Israel am 7. Oktober 2023 mit über 1.400 ermordeten und 239 entführten
Juden sowie nichtjüdischen Opfern ist in Teilen der deutschen Linken ein kaum für
möglich gehaltenes Aufbrechen von Judenhass in Form von israelbezogenem
Antisemitismus beobachtbar (www.linke-militanz.de/handbuch/linker-antisemitismus/).
Im Februar 2023 veröffentlichte der Aufsichtsrat der documenta den Abschlussbericht
eines Expertengremiums zur documenta 15 (2022) wegen der dort ausgestellten Werke
des Künstlerkollektivs Ruangrupa. Nach Ansicht des Gremiums besteht demnach
Einigkeit darüber, dass vier Werke der Schau auf „antisemitische visuelle Codes
verweisen oder Aussagen transportieren, die als antisemitisch interpretiert werden können
beziehungsweise interpretiert werden müssen.“ Die Vorwürfe seien weder
überraschend gekommen, noch habe sich die Leitung der Kunstschau damit angemessen
auseinandergesetzt. Bereits vor der documenta waren erste Stimmen laut geworden, die
Ruangrupa und einigen eingeladenen Künstlern eine Nähe zur anti-israelischen
Boykottbewegung BDS vorwarfen (www.ndr.de/kultur/kunst/Documenta-
Expertengremium-sieht-gravierende-Fehler-der-Leitung,documenta262.html). Wortwörtlich steht
in dem Bericht: „Die Auseinandersetzung mit Antisemitismusvorwürfen und
Antisemitismus auf der documenta fifteen war über weite Strecken von Ignoranz,
Verharmlosung und Abwehr geprägt.“ (s. o). Im November 2023 wurden erneut
Antisemitismus-Vorwürfe gegen die documenta erhoben (www.hessenschau.de/kultur/
antisemitismus-vorwuerfe-documenta-erneut-wegen-bds-unterstuetzer-in-der-kritik-v2,docu-
menta-antisemitismus-kommissar-100.html). Die Auswahl der künstlerischen Leitung
war als Reaktion auf die documenta 15 einer Findungskommission übergeben worden,
in der ein Sympathisant der Boycott, Divestment and Sanctions-Bewegung (BDS-
Bewegung) saß (s. o.). Dieses Mitglied hatte im Jahr 2019 ein Statement unterzeichnet,
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7249
21. Wahlperiode 22.07.2026
das die israelfeindliche BDS-Bewegung unterstützt (s. o.). Die politische
Verantwortung hierfür lag bei der ehemaligen Kulturstaatsministerin und Beauftragten der
Bundesregierung für Kultur und Medien Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen)
(www.stern.de/politik/deutschland/claudia-roths-bekenntnis---vielleicht-haette-ich-
lauter-sein-muessen--32613966.html). Dies macht deutlich, wie tief verwurzelt
Antisemitismus im vornehmlich links dominierten Kulturbereich ist.
Besonders alarmierend aber ist, dass linker Antisemitismus an deutschen Universitäten
bis hin in die Führungsetagen vorzufinden ist (s. o.). Die Berliner Präsidentin der
Technischen Universitäten, Prof. Geraldine Rauch, likte im Mai 2024 auf der Plattform
„X“ mehrere Posts mit einem unzweifelhaft als antisemitisch erkennbares Foto, das
Netanjahu mit Hakenkreuz auf der Brust zeigte (www.zdf.de/nachrichten/
politik/deutschland/tu-berlin-antisemitismus-geraldine-rauch-wegner-100.html). Die
Präsidentin entschuldigte sich öffentlich und musste nicht von ihrem Amt zurücktreten,
weil der Akademische Senat der TU keinen Abwahlantrag gestellt hat
(https://taz.de/TU-Praesidentin-Geraldine-Rauch-bleibt/!6015676/). Der Präsident des
Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, bezeichnete die Entschuldigung
von Rauch als nicht glaubhaft und stellte fest: „Die letzten Tage haben deutlich
gezeigt, dass die Zustände an der TU Berlin der Integrität einer Universitätsleitung nicht
würdig sind.“
Im Februar 2024 wird ein jüdischer Student an der FU von einem Kommilitonen brutal
zusammengeschlagen, weil er Jude ist und auf das Schicksal der Hamas-Geiseln
aufmerksam gemacht hat. Die Leitung der FU hat den antisemitisch motivierten Täter
nicht von der Universität verwiesen (www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/fu-
berlin-juedischer-student-klage-antisemitismus-100.html.). Der jüdische Student, der
als Kind nach Deutschland kam und dessen Großvater den Holocaust überlebt hat, hat
im März 2024 Klage gegen die FU eingereicht, weil er die FU für mitverantwortlich
hält: „Es geht darum, dass die Uni die antisemitische Stimmung, die auch zu dem
Angriff geführt hat, viel zu lange toleriert hat. Die Uni hat nach dem Hochschulgesetz die
Pflicht, für ein diskriminierungsfreies Umfeld zu sorgen. Und das hat sie nicht getan.“
Die Uni habe „keine adäquaten Maßnahmen ergriffen, um die antisemitische
Diskriminierung gegen den Kläger, aber auch andere jüdische Studierende zu verhindern
oder diese strukturell zu beseitigen. Vielmehr konnte sich ein Umfeld der Unsicherheit
entwickeln“. Die Freie Universität Berlin habe zugelassen, „dass antisemitische
Sprache sich zu Taten konkretisiert hat“. „Die Versäumnisse der Uni haben es ermöglicht,
dass sich eine propalästinensische Hegemonie in der Uni etabliert. Diese hat in Teilen
deutlich antisemitische Züge“, so die Anwältin des Studenten.
Nach Ansicht des Historikers Meron Mendel haben Teile der Linken ihren
„moralischen Kompass“ verloren. Mendel bezieht sich etwa auf einen offenen Brief aus der
Kulturszene vom 19. Oktober 2023, den unter anderem die Philosophin Judith Butler
und die Fotografin Nan Goldin unterzeichnet hatten (www.deutschlandfunkkul-
tur.de/nahostkonfliktkulturwelt-antisemitismus-berlinale-100.html). Kurz nach dem
Massaker der Hamas warfen sie Israel einen Genozid in Gaza vor, ohne ursprünglich
die Opfer der israelischen Seite zu erwähnen. Das sei die „Bankrotterklärung“ einer
Ideologie, die sich „völlig unverständlicherweise als links“ verstehe, so Mendel (s. o.).
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
1. Schulungsinhalte für Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV)
zur besseren Erfassung von Antisemitismus des politisch linken Spektrums,
insbesondere auch hinsichtlich des Staates Israel sowie des israelisch-
palästinensischen Konfliktes anzubieten und
2. unverzüglich eine Fallstudie zum Dunkelfeld linker antisemitisch motivierter
Kriminalität durchzuführen.
Berlin, den 22. Juli 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Begründung
Linker Antisemitismus droht gesellschaftsfähig zu werden. Die obigen Beispiele von Vorfällen im Kulturbreich
und an deutschen Universitäten machen deutlich, dass ein konsequentes politisches Handeln erforderlich ist: Der
Staat Israel hat im Nahen Osten ein historisches Existenzrecht.
Linker Antisemitismus ist – neben den oben genannten Vorfällen – zudem auch in der Klimabewegung verbreitet:
Greta Thunberg posierte am 07.10.2024 auf einer militanten Versammlung gegen Israel mit Salah Said und einem
Mann, der sich „Abdallahxbln“ nennt (www.bz-berlin.de/meinung/kolumne/kolumne-mein-aerger/thunberg).
Letzterer präsentiert sich im Netz in Kämpfer-Montur mit erhobenem Tauhid-Finger der Islamisten (s. o). Salah
Said hält Israel nicht für einen legitimen Staat, sondern für ein „terroristisches Gebilde“, das „einen Weltkrieg“
herbeiführen wolle (s. o.). Die Juden, so Said, würden den Frieden stören und Kriege anzetteln. Dieses zutiefst
antisemitische und menschenverachtende Gedankengut wird aktuell im Netz und ungehindert auf den Straßen in
Deutschland unter dem Schirm der Vereinigungsfreiheit verkündet (s. o). Greta Thunberg war im August 2020
auf Einladung der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundeskanzleramt für ein Gespräch
eingeladen worden, das 90 Minuten dauerte (s. o.). Anwesend war auch Luisa Neubauer, ebenfalls eine
Klimaaktivistin (s. o). Der katholische Bischoff Heiner Koch verglich Thunberg in ihrer vorbildlichen Wirkung auf die
Jugend sogar mit Jesus Christus (s. o.). Der evangelische Bischhof Christian Stäblein schrieb, er sehe in Greta
Thunberg „etwas Prophetisches“. Die deutsche Polizei stuft Greta Thunberg aktuell als gewaltbereit ein (s. o.).
Die von Thunberg ins Leben gerufene Klimabewegung „Fridays for Future“, „Letzte Generation“, „Ende im
Gelände“ wies von Anfang an Bezüge zum Linksradikalismus auf und ist marxistisch indoktriniert (s. o.). Das
wurde vom Verfassungsschutz mehrfach erwähnt und nachgewiesen (s. o.). Ende Gelände wird seit Juni 2024
als extremistischer Verdachtsfall eingestuft (www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/ende-gelaende-verfas-
sungsschutzbericht-100.html). Die Antifa ist auf den gewaltbereiten Kundgebungen gegen Israel vertreten, so
dass bereits von „linken Antisemitismus“ gesprochen wird (www.zdf.de/dokumentation/die-spur/antisemitis-
mus-hamas-terrorattacke-demonstration-100.html).
Die Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz sind im Hinblick auf die Erkennung von Antisemitismus
des politisch linken Spektrums, insbesondere auch hinsichtlich des Staates Israel sowie des israelisch-
palästinensischen Konfliktes noch mehr zu sensibilisieren und entsprechend zu schulen. Eine Schulung im Bereich des
Antisemitismus des politisch linken Spektrums ist zwingend notwendig, um die Erfassung von Antisemitismus
des politisch linken Spektrums klar aufzeigen zu können. Eine Grundvoraussetzung für die Abwehr von Gefahren
für die freiheitlich demokratische Grundordnung unseres Landes, ist eine wahrheitsgemäße Information über
verfassungsfeindliche, kriminelle und insbesondere antisemitische Bestrebungen und Entwicklungen.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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