Schriftliche Frage 249 von Katalin Gennburg (DIE LINKE): Wie entwickelten sich im Bereich des Wohnungsbaus seit 2010 die Preise für Bauland, Beton, sonstige Baumaterialien sowie die Lohnkosten, Bau…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 6. Juli 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
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Schriftliche Frage 249 von Katalin Gennburg (DIE LINKE): Wie entwickelten sich im Bereich des Wohnungsbaus seit 2010 die Preise für Bauland, Beton, sonstige Baumaterialien sowie die Lohnkosten, Bau…
Frage 249 (Katalin Gennburg, Die Linke):
Wie entwickelten sich im Bereich des Wohnungsbaus seit 2010 die Preise für Bauland, Beton, sonstige Baumaterialien sowie die Lohnkosten, Baunebenkosten, Bauzinsen sowie durchschnittliche Mieten bei Erstbezug (bitte relative Entwicklung tabellarisch in Fünfjahresscheiben mit Daten von 2010 = 100 angeben)?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Sören Bartol vom 6. Juli 2026:
Die Entwicklung der sechs erfragten Indikatoren im Bereich des Wohnungsbaus stellt sich wie folgt dar (siehe unten). Grundlage für die nachfolgenden tabellarischen Übersichten bilden aktuelle amtliche Statistiken. Um die geforderte Entwicklung fundiert abzubilden, wurde bei der Beantwortung auf die entsprechenden Indexwerte der offiziellen Erhebungen zurückgegriffen. 1. Kaufwerte für Bauland im Zeitvergleich 2024 2023 2022 2021 2020 2015 2010 Durchschnittlicher Kaufwert für Baureifes Land Euro/qm 283,07 256,51 264,95 243,76 198,96 144,08 129,67 Anmerkung: Aufgrund einer methodischen Neukonzeption der Baulandstatistik (Einführung eines überarbeiteten Merkmalskatalogs) durch das Statistische Bundesamt sind die Werte ab dem Berichtsjahr 2021 nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar (Quelle: Statistisches Bundesamt, Qualitätsbericht Kaufwerte für Bauland/Fachserie 17, Reihe 5). 2. Preisentwicklung für ausgewählte Baumaterialien Erzeugerpreisindex (2021 = 100) 2016 2018 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Natursteine, Kies, Sand, Ton und Kaolin 86,0 89,4 96,0 100,0 114,3 134,6 143,0 146,7 Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen 66,2 81,6 72,9 100,0 135,2 119,2 108,0 101,2 Nadelholz, gesägt, gesäumt, geschält 60,5 64,5 61,1 100,0 107,4 80,8 83,1 93,6 Nadelholz, entlang Kanten, Enden profiliert 82,5 85,4 87,2 100,0 113,5 107,4 105,2 106,6 Zement 90,2 91,9 98,4 100,0 117,7 155,7 157,2 157,7 Gewebe, Gitter, Geflechte, aus Eisen-, Stahl-, Kupferdraht 69,2 80,6 76,0 100,0 128,4 100,6 94,6 94,7 Frischbeton (Transportbeton) 84,1 88,9 98,8 100,0 107,8 134,6 136,8 135,3 Kupfer in Rohform, Kupfermatte, Zementkupfer 57,5 70,4 68,3 100,0 105,6 100,2 108,1 111,5 Spanplatten aus Holz 87,0 93,1 86,0 100,0 142,0 131,5 115,0 116,8 Anmerkung: Die Preisentwicklung der genannten Baumaterialien wird anhand des Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz) dargestellt. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), GENESIS- Online, Erzeugerpreisindizes für gewerbliche Produkte, Tab. 61241-0004. 3. Lohnkosten (Kostenindex für den Neubau von Wohngebäuden „Arbeitskosten“ ohne Mehrwertsteuer – Deutschland) 2021 = 100 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2015 2010 Kostenindex Neubau Wohngebäuden (Arbeitskosten) 122,1 111,1 107,3 100,0 96,6 93,2 80,6 73,7 Anmerkung: Zur Abbildung der Lohnkosten im Wohnungsbau wird der Teilindex Arbeitskosten des Baukostenindex für den Neubau von Wohngebäuden herangezogen. Dieser Index bildet die Entwicklung der von den Bauunternehmen zu tragenden Arbeitskosten ab. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), GENESIS-Online, Baukostenindizes für Wohngebäude. 4. Baunebenkosten 2025 = 100 2025 2024 2023 2022 2021 2020 2015 2010 Erwerbsnebenkosten 100 96,5 97,8 105,8 97,6 87,8 66,7 46,9 Anmerkung: Zur Abbildung der Baunebenkosten wird der Teilindex „Erwerbsnebenkosten“ (Makler, Notar, Grundbuch, Grunderwerbsteuer) herangezogen. Hinweis zur Methodik: Dieser Index bezieht sich ausschließlich auf den Erwerb von Wohneigentum durch private Haushalte zur Selbstnutzung; der gewerbliche oder vermietete Bereich ist nicht abgebildet. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), GENESIS-Online, Tab. 61262-0003. 5. Bauzinsen Eine lange Zeitreihe zu den monatlichen Bauzinsen ist bei der Deutschen Bundesbank frei verfügbar (Schlüssel BBIM1.M.DE.B.A2C.A.C.A.2250.EUR.N, Effektivzinssätze Banken DE/Neugeschäft/Wohnungsbaukredite an private Haushalte (effektiver Jahreszinssatz einschließlich Kosten). Legt man den Mittelwert des Jahres 2010 als Basiswert für einen Index fest (3,8 Prozent) und setzt diesen in Relation zu den jeweiligen Mittelwerten in den gewünschten Fünf- Jahresscheiben, dann ergibt sich diese Entwicklung der Bauzinsen: Durchschnitt Index 2010 = 100 2010 bis 2014 3,2 Prozent 85,5 2015 bis 2019 1,8 Prozent 48,4 2020 bis 2024 2,6 Prozent 68,9 2025 bis 4.2026 3,7 Prozent 98,7 6. Durchschnittliche Mieten bei Erstbezug Allgemeine Hinweise zu Angebotsmieten: Der Bundesregierung liegen Angebotsmieten nur in Form von im Internet inserierten Wohnungsangeboten vor. Diese werden zur Beantwortung der Fragen herangezogen. Die Angebotsmieten im Internet inserierter Wohnungen sind nicht repräsentativ für das gesamte Wohnungsangebot von Neuvermietungen (vergleiche untenstehende Hinweise zu den Erst- und Wiedervermietungsmieten). Sie spiegeln das Angebot wider, auf das Wohnungssuchende treffen, wenn sie im Internet nach einer Mietwohnung suchen. Inserate aus lokalen Zeitungen, Mieter- oder Unternehmenspublikationen oder von Aushängen fließen nicht mit ein. Wohnungsvermittlungen über Kunden- und Wartelisten von Wohnungsunternehmen oder Maklern gehen in diese Quelle ebenfalls nicht ein. Daher sind insbesondere Wohnungen im günstigen Mietsegment in dieser Datenquelle unterrepräsentiert. Sonderauswertungen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zufolge lagen beispielsweise die Wiedervermietungsmieten des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V. (GdW), dessen Unternehmen Wohnungen häufig über Wartelisten oder direkte Ansprache von Kundinnen und Kunden vermieten, unterhalb der Internet- Vermietungsmieten. Ergänzende Hinweise zu den BBSR-Erstvermietungsmieten: Die ausgewerteten Angebotsmieten im Internet inserierter Wohnungen basieren auf Inseraten aus Immobilienplattformen und von Zeitungen für Angebote von Wohnungen im Gebäudebestand und Neubau. Zur Standardaufbereitung bis auf die Ebene der Kreise erfolgte eine Eingrenzung der betrachteten Wohnungen unmöblierter Angebote bei Erstvermietung mit Wohnflächen von 30 bis 130 m2 mit mittlerer Wohnungsausstattung. Die verwendeten Daten umfassen nettokalte Angebotsmieten, also ohne kalte und warme Nebenkosten. Als Quelle werden die Datenbanken der IDN ImmoDaten GmbH mit Inseraten aus über 120 Immobilienportalen und Zeitungen verwendet, die das BBSR aufbereitet und daraus durchschnittliche Angebotsmieten berechnet. Der Indexwert der bundesweiten Angebotsmieten bei Erstvermietung hat sich im Zeitraum ersten Halbjahr 2021 (Index = 100) auf 130,35 im zweiten Halbjahr 2025 erhöht (für andere Zeiträume liegen diese Zahlen nicht vor). Tabelle: BBSR-Angebotsmieten bei Erstvermietung Index ersten Halbjahr (Hj.) 2021 = 100 1. Hj 2021 1. Hj. 2022 2. Hj. 2022 1. Hj. 2023 2. Hj. 2023 1. Hj. 2024 2. Hj. 2024 1. Hj. 2025 2. Hj. 2025 100,00 107,68 111,56 115,97 121,04 124,19 124,51 128,84 130,35 Datenbasis: BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung, IDN ImmoDaten GmbH
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