Rede von Michael Kellner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Plenarprotokoll 21/98
Teil von Protokoll der 98. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages.
Text
Rede von Michael Kellner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Plenarprotokoll 21/98
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau
Ministerin, unter Robert Habeck waren die erneuerbaren
Energien eine Boombranche. Mittlerweile häufen sich die
schlechten Nachrichten.
(Stephan Brandner [AfD]: Es werden eher
weniger schlechte Nachrichten!)
Beim Windkraftanlagenfundamentebauer EEW in
Rostock werden 100 Arbeitsplätze gestrichen.
(Stephan Brandner [AfD]: Das sind ganz gute
Nachrichten!)
Der Windprojektierer JUWI streicht 280 Stellen.
(Henning Rehbaum [CDU/CSU]: Es werden
reihenweise Windräder gebaut!)
Die große PV-Firma EKD ist in Insolvenz; 340 Stellen
sind in Gefahr. Energiequelle, ein Unternehmen in
Brandenburg, hat 180 Stellen abgebaut. Bei Energiebau
Solarstromsysteme in Köln sind 100 Mitarbeiter
betroffen. ENERPARC in Hamburg ist insolvent; 380 Jobs
wackeln.
Das ist die Konsequenz Ihrer Politik.
(Stephan Brandner [AfD]: Das ist die
Konsequenz Ihrer Politik! – Gegenruf des Abg.
Björn Simon [CDU/CSU]: Das haben Sie
ganz alleine geschafft!)
Die Mitarbeitenden der Unternehmen gehen hier am
Freitag auf die Straße. Ich frage Sie: Wie viele Menschen
sollen denn noch auf die Straße gesetzt werden, bevor
Sie Ihren Kurs ändern?
Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft
und Energie:
Herr Abgeordneter, ich habe hier vor wenigen Minuten
ausgeführt – ich wiederhole es gern noch einmal –, dass
wir bei den Ausbauzielen für die Erneuerbaren bleiben.
Dennoch muss der Ausbau der Erneuerbaren
kosteneffizienter erfolgen. Aus dem Bundeshaushalt
finanzieren wir jedes Jahr die Maßnahmen nach dem
Erneuerbare-Energien-Gesetz. Mittlerweile erreicht das rund
17 Milliarden Euro. Dazu kommen Maßnahmen, um
hohe Strompreise zu subventionieren, damit unsere
energieintensiven Unternehmen das Land nicht verlassen. Die
Ausbauziele sind definiert, und auch in diesem Jahr, Herr
Kollege Kellner, haben wir einen deutlichen Zubau von
Anlagen der Erneuerbaren, unter anderem im Offshore-
Bereich. Dass wir im Offshore-Bereich ausbauen und
sogar europäisch denken und Projekte fördern – ich
erinnere nur an ein deutsch-dänisches Projekt –, zeigt, dass
wir auf industrielle Maßstäbe setzen. Aber
Kosteneffizienz und der Ausbau der Erneuerbaren müssen besser
zusammengebracht werden.
Relationen
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