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Rede von Klaus Mack (CDU/CSU) – Bevor ich die drei namentlichen Abstimmungen eröffne, weise ich darauf hin, dass auch diese namentlichen Abstimmungen gleichzeitig in der …

dip / rede 08.10.2026 · WP 21 · Original ↗

Teil von Protokoll der 99. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 8b, 8c und 8e: Bevor ich die drei namentlichen Abstimmungen eröffne, weise ich darauf hin, dass auch diese namentlichen Abstimmungen gleichzeitig in der Abgeordnetenlobby stat.

Das Protokoll 21/99 liegt bei DIP nur als Vorabfassung vor: Der Text endet vor dem Schluss der Sitzung, zu Protokoll gegebene Reden fehlen in polradar (der endgültige Bericht war für den 13.10.2026 angekündigt). Vollständig im Plenarprotokoll (PDF) ↗.

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Text

Rede von Klaus Mack (CDU/CSU) – Bevor ich die drei namentlichen Abstimmungen eröffne, weise ich darauf hin, dass auch diese namentlichen Abstimmungen gleichzeitig in der … Herr Präsident! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Wenn Sie im Schwarzwald einen Förster fragen, was Nachhaltigkeit ist, dann wird er Ihnen vermutlich keinen 300-Seiten-Bericht in die Hand drücken, er wird Ihnen einen Wald zeigen – einen Wald, von dem Menschen leben, den wir schützen, den wir nützen und den wir so weitergeben wollen, dass auch unsere Kinder und Enkel noch etwas von ihm haben, liebe Kolleginnen und liebe Kollegen. Im Schwarzwald wirtschaften wir nach diesem Prinzip seit Jahrhunderten. Und vielleicht tut uns in Berlin genau dieser Blick einmal ganz gut. Denn Nachhaltigkeit bedeutet ja im Kern etwas sehr Einfaches: Wir dürfen nicht auf Kosten von morgen leben. Das gilt für unsere Natur, das gilt für unsere Wirtschaft, und das gilt für unseren Sozialstaat. Wer heute verbraucht, was morgen noch gebraucht wird, handelt nicht nachhaltig. Wer das Klima schützen will, aber dabei die industrielle Basis unseres Landes aufs Spiel setzt, handelt nicht nachhaltig. Und wer wirtschaftlichen Wohlstand will, aber unsere natürlichen Lebensgrundlagen verbraucht, handelt eben auch nicht nachhaltig. Deshalb ist unser Verständnis als Union: Ökologie, Ökonomie und Soziales gehören zusammen. Nachhaltige Politik entscheidet eben nicht, was davon wichtiger ist; nachhaltige Politik bringt es zusammen. Und genau das ist unser Anspruch, liebe Kolleginnen und liebe Kollegen. Es geht um Verantwortung, um Maß und Mitte, um Freiheit und darum, kommenden Generationen nicht ihre Möglichkeiten zu nehmen. Dabei unterscheiden wir uns von den politischen Konzepten auf beiden Seiten dieses Hauses; das wurde in dieser Debatte klar. Denjenigen, die den menschengemachten Klimawandel kleinreden oder leugnen, sage ich: Man kann den Kopf in den Sand stecken. Aber davon verschwindet weder das Problem, noch sinkt der Meeresspiegel. An Grüne und Linke gerichtet, sage ich genauso: Gute Absichten allein sind noch keine gute Politik. Man kann immer neue Ziele und Vorhaben beschließen, so wie wir viele in der Debatte gehört haben. Aber am Ende muss es eben funktionieren. Wenn Arbeitsplätze verloren gehen, Wertschöpfung abwandert und die Menschen das Gefühl bekommen, Politik kenne ihre Lebenswirklichkeit nicht mehr, dann gewinnt man keine Akzeptanz für Veränderungen. Wer Nachhaltigkeit auf Verzicht und Verbote reduziert, macht aus einem Zukunftsversprechen Zumutung. Und Klimaschutz gegen die Menschen wird auf Dauer auch keinen guten Klimaschutz hervorbringen, meine Damen und Herren. Deshalb korrigieren wir, wo Korrekturen notwendig sind. Das ist kein Verrat an einem Ziel; das ist einfach verantwortungsvolle Politik. Diese Bundesregierung entscheidet verantwortungsvoll. Wir investieren in die Modernisierung unserer Infrastruktur. Wir beschleunigen Planungs- und Genehmigungsverfahren. Wir verbessern die Bedingungen für Investitionen. Und wir bringen bei der Energiewende Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit zusammen. Denn für uns ist die Energiewende nicht nur eine Frage des Klimas; sie ist auch eine Frage der wirtschaftlichen Zukunft unseres Landes. Ich durfte einige Jahre Vorsitzender des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord sein. Dort kann man erleben, wie Nachhaltigkeit praktisch funktioniert. Ein Naturpark ist kein Museum mit Bäumen. Dort leben und arbeiten Menschen; dort gibt es Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Tourismus und Unternehmen. Gleichzeitig schützen wir eine einzigartige Kulturlandschaft – aber eben nicht unter einer Käseglocke, sondern durch Schutz und verantwortungsvolle Nutzung. Genau dieses Prinzip brauchen wir auch für unser Land. Wir müssen wieder lernen, die langen Linien zu sehen, nicht nur von Wahltermin zu Wahltermin, von Schlagzeile zu Schlagzeile, sondern von Generation zu Generation, meine Damen und Herren. Zukunft entsteht nicht dadurch, dass wir sie beschwören; wir müssen sie möglich machen. Dazu gehört ein Staat, der nicht jede Entscheidung für seine Bürger treffen will, sondern ihnen zutraut, selbst Verantwortung zu übernehmen. Denn am Ende geht es bei der Nachhaltigkeit um die Frage: Was hinterlassen wir denen, die nach uns kommen? Unsere Antwort darauf darf nicht sein, kommenden Generationen vorzuschreiben, wie ihre Zukunft auszusehen hat. Unsere Antwort muss sein: Wir wollen unseren Kindern kein fertiges Leben hinterlassen. Wir wollen ihnen die Freiheit hinterlassen, ihr eigenes Leben zu gestalten. Das ist Nachhaltigkeit, das ist Generationengerechtigkeit, und das ist der Anspruch dieser Koalition und dieser Bundesregierung: nicht die Zukunft verwalten, sondern heute die Voraussetzungen dafür schaffen, dass auch morgen Freiheit, Wohlstand und ein gutes Leben in unserem Land möglich sind. Daran wollen wir uns messen lassen. Haben Sie herzlichen Dank.

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