Rede von Christoph Strässer (SPD) – Unterrichtung durch den
Teil von Protokoll der 166. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 12 a: Beratung der Unterrichtung durch den.
Text
Rede von Christoph Strässer (SPD) – Unterrichtung durch den
Sie können sich fest darauf verlassen, dass wir dafür
sorgen werden. Wir kritisieren ja im Moment an dieser
Stelle nicht. Wir sagen vielmehr ganz deutlich: Das, was
hier auf den Weg gebracht worden ist, ist ein Fortschritt.
Man sollte nicht sofort anfangen, das schlecht- und
kaputtzureden. Wir haben dies jetzt in dieser Konstellation
auf den Weg gebracht. Wir werden es heute hier
wahrscheinlich mit Zustimmung aller ratifizieren. Es ist ein
guter Tag für den Schutz der Menschenrechte in
Deutschland und in Europa. So ist das.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten
der CDU/CSU – Volker Beck [Köln] [BÜND-
NIS 90/DIE GRÜNEN]: Selbstgefällige
Plattitüden!)
Zu den vielfältigen Kommentaren, die hier jetzt im
Raume stehen: Kollege Beck, Sie haben eine
Fachtagung im Deutschen Institut für Menschenrechte
angesprochen, auf der ich Sie gar nicht gesehen habe. Aber
man kann ja in den Protokollen nachlesen. Es gibt zum
Beispiel einen Vertragsausschuss bei den Vereinten
Nationen, der sich mit den WSK-Rechten befasst. Der
deutsche Vertreter dort ist Professor Dr. Eibe Riedel; Sie
kennen ihn wahrscheinlich. Er hat mir bei der letzten
Kuratoriumssitzung des Deutschen Instituts für
Menschenrechte klar gesagt, dass das, was wir hier in
Deutschland machen, in diesem Vertragsausschuss
ausgesprochen begrüßt wird. Denn es kommt nicht in erster
Linie auf ein Signal nach außen, auf den konkreten
Status an, sondern es geht darum, dass endlich eines der
größten Länder Europas diese Ratifizierung durchführt.
Das ist die zentrale Botschaft, die von diesem heutigen
Tag ausgehen muss.(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten
der CDU/CSU)
Ich will deutlich sagen, dass die Debatte, die wir hier,
wie ich finde, mit großem Verantwortungsbewusstsein,
sehr fair und in der Sache nach vorne gerichtet geführt
haben, ein Stück weit dazu beigetragen hat, dass in
unserem Land Sensibilisierungen für die Themen Folter und
Antifolterkonvention stattgefunden haben. Ich darf
daran erinnern, dass die Antifolterkonvention der
Vereinten Nationen eine der Konventionen ist, die am
wenigsten gezeichnet worden sind. Das hat damit zu tun, dass
große Länder vor diesem Thema ein Stück weit
zurückschrecken; sie gehen es nicht offensiv an. Wir müssen
diese Fragen demnächst bei uns und anderswo
thematisieren.
Ich bin auf Einladung von Amnesty International vor
drei Wochen in Washington gewesen. Wir haben die
amerikanische Administration und alle, die damit zu tun
haben, sehr offen, klar und auch sehr massiv darauf
hingewiesen – dies bezieht sich auch auf unsere europäische
Verantwortung –, dass das, was die Vereinigten Staaten
im Kampf gegen den Terrorismus in Gang gesetzt haben,
nicht mehr unter die Antifolterkonvention fällt.
Diskussionen wie die über das Waterboarding, wie sie auch von
Herrn Bush geführt werden, tragen nicht dazu bei, in der
Welt den Eindruck zu erwecken, dass unsere westlichen
Werte in dieser Art und Weise gut vertreten sind.
Ich glaube, diesen Anstoß sollten wir zur
Verteidigung der Menschenrechte und zur weiteren Forcierung
des Schutzes vor Folter überall aufnehmen. Dafür ist
dieser Tag heute ein guter. Mein Dank geht an alle, die
daran mitgewirkt haben und insbesondere an die
Bundesregierung, die das auf den Weg gebracht hat.
Herzlichen Dank.