Rede von Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE) – Plenarprotokoll 16/162
Teil von Protokoll der 162. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages.
Text
Rede von Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE) – Plenarprotokoll 16/162
Ich möchte in meiner zweiten Nachfrage zu den
Maßnahmen kommen, weil, wie ich denke, darüber zu reden
ist. Beide Untersuchungen, sowohl der Armuts- und
Reichtumsbericht als auch die UNICEF-Studie, machen
deutlich, dass bestimmte Personengruppen besonders
betroffen sind, also Kinder mit Migrationshintergrund,
Kinder von Alleinerziehenden und auch Kinder von
Hartz-IV-Empfängern. Kinder aus diesen Familien sind
in besonderem Maße von Armut betroffen. Welche
Maßnahmen hat die Regierung wenigstens angedacht – ganz
vorsichtig ausgedrückt –, was schwebt Ihnen vor, und
was müsste gemacht werden?
Dr. Hermann Kues, Parl. Staatssekretär bei der
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend:
Zunächst einmal muss man sagen, dass der Bericht in
einer Umwälzungsphase der Bundesrepublik entstanden
ist. Wir hatten bis zum Jahr 2005 einen sehr starken
Anstieg der Arbeitslosenzahl. Seit zwei Jahren haben wir(B)
Parl. Staatssekretär Dr. Hermann Kuesdort eine erhebliche Veränderung, um das ausdrücklich
einmal zu sagen. Dennoch bleiben die Armutsrisiken
gleich. Wir sind in der Tat der Auffassung, dass – Sie
haben das angesprochen – beispielsweise Kinder von
Alleinerziehenden, Kinder von Kinderreichen und Kinder
mit Migrationshintergrund in besonderer Weise
betroffen sind. Es gibt überall Lösungsansätze, und es sind
teilweise schon Maßnahmen auf den Weg gebracht
worden, etwa im Hinblick auf Alleinerziehende. Wir werden
wesentlich mehr für Kinderbetreuung und die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf tun müssen – wir sind schon
dabei –, damit Alleinerziehende die Chance haben, ihren
Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Sie müssen eine
faire Chance bekommen, um selbst für sich
verantwortlich sein zu können. Für kinderreiche Familien haben
wir unter anderem den Kinderzuschlag auf den Weg
gebracht. Man kann sich überlegen, ob man den weiter
ausbaut. Das sind erste Schritte. Die Maßnahme gibt es
schon länger, aber wir haben sie weiter entwickelt. Jetzt
muss man die Wirkung abwarten. Was die Migranten
betrifft, so dient alles, was wir zum Thema Integration
überlegt haben, dazu, dass Migranten eine faire
Möglichkeit bekommen, ihren Lebensunterhalt selbst zu
verdienen. Alles, was in Sachen Sprachförderung auf den
Weg gebracht worden ist, sind letztlich vorbeugende
Maßnahmen gegen die spätere Armut von Familien, von
Eltern und Kindern. Der Kerngedanke ist: Kinder sind
nicht von vornherein arm, sondern die Eltern verdienen
zu wenig, haben also ein zu geringes Einkommen, um
ihre Familie tatsächlich zu ernähren.
Relationen
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