Rede von Elke Reinke (DIE LINKE) – Plenarprotokoll 16/162
Teil von Protokoll der 162. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages.
Text
Rede von Elke Reinke (DIE LINKE) – Plenarprotokoll 16/162
Das sehe ich wie Sie: Selbstverständlich sollen die
Älteren mit einbezogen werden. Aber ich kritisiere die
Vorgehensweise. Es geht nämlich nicht nur, sondern
Elke Reinkeunter anderem um Ältere. Es geht auch um jüngere
Menschen, die keinen Nebenjob haben. Mein Eindruck ist,
dass man versucht, sie aus der Statistik zu drängen. Ich
habe das Gefühl, dass man im Vorfeld der anstehenden
Wahlen eine Verbesserung der Statistik vorweisen will,
um sagen zu können: Wir haben die Erwerbslosigkeit
gesenkt. – Das ist der Eindruck, den ich habe. Ich denke,
dass hier noch Redebedarf besteht. Ich hoffe, dass wir
uns darüber demnächst einmal ausführlicher austauschen
können.
Franz Thönnes, Parl. Staatssekretär beim
Bundesminister für Arbeit und Soziales:
Das, was Sie gesagt haben, ist Ihre Einschätzung.
Aber ich frage Sie: Wie soll die Bundesagentur für
Arbeit denn verfahren? Es gehört zu ihrer Aufgabe,
Arbeitslose zu vermitteln und vor dem Hintergrund des
vielfältigen Angebots von Trainings- und
Qualifizierungsmaßnahmen zu untersuchen, welche Chancen sie
haben.
Vermittlungsfähig ist nur derjenige, der der
Arbeitsagentur zur Verfügung steht. Es ist gut, wenn jemand
eine Nebenbeschäftigung hat. Sie darf aber nicht dazu
führen, dass die Vermittlungsfähigkeit beeinträchtigt
wird. Wenn jemand, weil er einer Nebenbeschäftigung
nachgeht, nicht an Qualifizierungs-, Trainings- oder
Eingliederungsmaßnahmen teilnehmen kann, hemmt dies
seine Chance auf Eingliederung in den Arbeitsmarkt. In
einem solchen Fall muss man dieser Person sagen:
Nimm an diesen Maßnahmen teil, damit du eine
Perspektive hast, eine neue Arbeitsstelle zu finden.
Ich kann die Eindrücke, die Sie gerade geschildert
haben, jetzt nicht widerlegen. Wenn Sie mir sagen, wo das,
was Sie beschrieben haben, geschehen ist, kann ich dem
nachgehen. Ich will deutlich sagen: Angesichts gut
1 Million offener Stellen sind all unsere Aktivitäten
darauf gerichtet, die Menschen, die keine Arbeit haben, in
Arbeit zu bringen. Dazu dienen die vielfältigen
Programme für Ausbildung und Arbeit, die bereits aufgelegt
worden sind und an denen mittlerweile 400 000 bis
450 000 Menschen teilnehmen können. Unser Ziel ist,
zu integrieren. Die Zahlen der letzten Monate stimmen
uns sehr zuversichtlich. Sie machen uns nicht zufrieden,
aber sie spornen uns an. Deswegen werden wir daran
festhalten, die Menschen aktiv einzugliedern und ihnen
Perspektiven zu geben.