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Entwicklung von Insolvenzverfahren sowie Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage in der Landwirtschaft (Antwort zu Drs. 21/5951)

dip / drucksache 28.05.2026 · WP 21 · 21/6204 · Antwort · Original ↗

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Entwicklung von Insolvenzverfahren sowie Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage in der Landwirtschaft (Antwort zu Drs. 21/5951) Deutscher Bundestag Drucksache 21/6204 21. Wahlperiode 28.05.2026 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Bernd Schattner, Stephan Protschka, Peter Felser, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD – Drucksache 21/5951 – Entwicklung von Insolvenzverfahren sowie Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage in der Landwirtschaft V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r Das Amtsgericht Dessau-Roßlau hat am 1. April 2026 das Regelinsolvenzverfahren über das Vermögen der PORKY Gröden Schweinezucht und Mast GmbH eröffnet (www.rws-verlag.de/aktuell/newsticker-kanzleien/insolvenzve rfahren-der-porky-groeden-schweinezucht-und-mast-gmbh-eroeffnetlandwirts chaftlicher-betrieb-will-sich-mithilfe-eines-investors-neu-aufstell-85134/). Darüber informierte die Berliner Kanzlei Voigt Salus als bestellter Insolvenzverwalter in einer entsprechenden Mitteilung. Bereits zum Jahresende 2025 zeichnete sich die wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens ab. Ein massiver Preisverfall am Schweinemarkt – ausgelöst durch ein deutliches Überangebot sowie internationale Handelskonflikte, insbesondere durch Strafzölle in China – setzte den Betrieb zuletzt erheblich unter Druck. Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, musste das Unternehmen seine Erzeugnisse zuletzt zu Preisen abgeben, die teils deutlich unter den eigenen Produktionskosten lagen. In den Monaten Januar und Februar 2026 konnten lediglich rund 60 Prozent der Herstellungskosten gedeckt werden. Diese Entwicklung gilt als Hauptursache für den Insolvenzantrag (www.agrarheut e.com/tier/schwein/30000-tiere-4000-sauen-insolvent-grossbetrieb-osten-such t-investor-640234). Trotz der angespannten Lage wird der Betrieb seitdem im vorläufigen Insolvenzverfahren uneingeschränkt fortgeführt. Der vom Gericht bestellte Insolvenzverwalter formuliert die Zielsetzung wie folgt: „Ziel des Insolvenzverfahrens ist es, den Betrieb langfristig fortzuführen und durch einen Investor zu stärken.“ Im Fokus steht dabei insbesondere die ununterbrochene Versorgung der rund 30 000 Tiere sowie deren vollständige und bestmögliche Vermarktung bis zum Sommer unter Wahrung des Tierwohls. Voigt Salus zeigt sich zuversichtlich, dass es dem Sanierungsteam gelingen werde, die Fortführung des Unternehmens zu erreichen. Der Kern des Unternehmens sei weitgehend gesund. Der Betrieb beschäftigt rund 50 Mitarbeiter und befindet sich derzeit auf der Suche nach geeigneten Investoren, um den Betrieb wieder wettbewerbsfähig zu gestalten. Nach eigenen Angaben seien dazu bereits Gespräche mit verschiedenen Interessenten geführt worden, Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom 27. Mai 2026 übermittelt. Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext. der Ausgang ist jedoch noch unklar (www.zri-online.de/aktuell/insolvenzverfa hren-der-porky-groeden-schweinezucht-und-mast-gmbh-eroeffnetlandwirtscha ftlicher-betrieb-will-sich-mithilfe-eines-investors-neu-aufstell-85134/). Ein weiterer insolventer Agrar- und Handelskonzern ist BayWa, der zuletzt aufgrund von finanziellen Problemen bei der in der Ökostrombranche tätigen Tochtergesellschaft „BayWa r.e.“ in finanzielle Schieflage geraten ist. Laut Presseberichterstattung sind unter anderem Schuldenerlassungen sowie weitreichende Restrukturierungsmaßnahmen Teil des Sanierungskonzepts. Die BayWa ist unter anderem für den Landwirtschaftsbereich in Süd- und Ostdeutschland von relevanter Bedeutung. Neben dem Ankauf von Ernten ist das Unternehmen ein wichtiger Lieferant für Saatgut, Dünger und Landmaschinen (www.br.de/nachrichten/wirtschaft/bericht-glaeubiger-sollen-baywa-milliarde nschuld-erlassen,VHzLwW0). 1. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl der Insolvenzanträge von landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren entwickelt (bitte nach Bundesland, Betriebsgröße und Jahr der Insolvenz aufschlüsseln)? 4. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl der Insolvenzanträge in der verarbeitenden Industrie landwirtschaftlicher Produkte in den vergangenen fünf Jahren in Deutschland (bitte nach Molkereien, Mühlen und Lebensmitteleinzelhandel aufschlüsseln)? Die Fragen 1 und 4 werden gemeinsam beantwortet. Die Bundesregierung erhebt selbst keine Zahlen zum Insolvenzgeschehen. Detaillierte Daten zu Unternehmensinsolvenzen unter anderem nach Wirtschaftszweig und Bundesland sind in der Datenbank GENESIS-Online des Statistischen Bundesamtes verfügbar unter: www-genesis.destatis.de/datenbank/onlin e/statistic/52411/details. 2. Wie stellt sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Betriebsstruktur dieser landwirtschaftlichen Betriebe dar (vgl. Frage 1, bitte nach Pflanzenbau, Milchviehhaltung, Schweinehaltung, Biogas, Obst- und Gemüsebau sowie Weinbau aufschlüsseln)? Der Bundesregierung liegen diesbezüglich keine Kenntnisse vor. 3. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie viele dieser in Frage 1 erfragten landwirtschaftlichen Betriebe von außerlandwirtschaftlichen Investoren übernommen wurden, wie der Fall der Aldi-Stiftung gezeigt hat (www.private-banking-magazin.de/fuer-40-millionen-euro-stiftung-von-al di-erbe-kauft-agrarbetrieb-in-thueringen/)? Der Bundesregierung liegen diesbezüglich keine Kenntnisse vor. 5. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie viele Arbeitsplätze die BayWa in den letzten drei Jahren in Deutschland abgebaut hat (www.merk ur.de/wirtschaft/die-baywa-muss-wegen-der-energietochter-ihren-rettungs plan-aendern-94213062.html#google_vignette)? Der Bundesregierung liegen diesbezüglich keine Kenntnisse vor. 6. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, ob die BayWa auch außerhalb Deutschlands Arbeitsplätze abgebaut hat bzw. Produktionsstandorte geschlossen hat (wenn ja, bitte Land und Anzahl der entlassenen Arbeitskräfte sowie geschlossene Standorte aufzählen)? Der Bundesregierung liegen diesbezüglich keine Kenntnisse vor. Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333

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