Realistische Friedensziele formulieren - Deutsche Leistungen an die Ukraine prüfen und Korruption verfolgen (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/3839)
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Realistische Friedensziele formulieren - Deutsche Leistungen an die Ukraine prüfen und Korruption verfolgen (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/3839)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5380
21. Wahlperiode 15.04.2026
Beschlussempfehlung und Bericht
des Auswärtigen Ausschusses (3. Ausschuss)
zu dem Antrag der Abgeordneten Markus Frohnmaier, Dr. Alexander Wolf, Gerold
Otten, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/3839 –
Realistische Friedensziele formulieren – Deutsche Leistungen an die Ukraine
prüfen und Korruption verfolgen
A. Problem
Die antragstellende Fraktion legt dar, dass Deutschland als zweitgrößter Geber für
die Ukraine hinter den USA seit Februar 2022 79 Milliarden Euro an Leistungen,
Gütern und Mitteln bilateral an die Ukraine übergeben bzw. zugesagt habe.
Deutschland beteilige sich nach Auffassung der Antragsteller
überdurchschnittlich hoch an den Leistungen über die EU, etwa über die „Ukraine Facility“, die
„European Peace Facility“ und die „Macro-Financial Assistance“ und stelle
insgesamt nahezu 100 Milliarden Euro für die Ukraine bereit. Darüber hinaus wolle
die Bundesregierung nach Darstellung der antragstellenden Fraktion für die
Infrastruktur weitere 170 Milliarden Euro sofort zur Verfügung stellen und sich am
Wiederaufbau der Ukraine beteiligen.
Die Antragsteller führen weiterhin aus, dass die Ukraine Ende 2025 wie seit
Beginn des andauernden Krieges wiederholt von einem Korruptionsskandal
erschüttert worden sei, der eine multimillionenschwere Veruntreuung umfasse, sich in
der höchsten Führungsriege des Landes abspiele sowie die Energie- und
Verteidigungsinfrastrukturversorgung strukturell betreffe. In Anbetracht dessen und der
– aus Sicht der antragstellenden Fraktion – gescheiterten, kriegsverlängernden
Politik der Bundesregierung, solle die Bundesregierung nach Auffassung der
Antragsteller zur Diplomatie zurückkehren und sich bemühen, Rechenschaft über die
Verwendung der zur Verfügung gestellten Mittel abzulegen.
Vor diesem Hintergrund solle nach dem Willen der antragstellenden Fraktion der
Deutsche Bundestag die Bundesregierung dazu auffordern, dass 1. unter
Federführung des Auswärtigen Amts mit weiteren Bundesministerien und dem
Generalbundesanwalt ein Mitarbeiterstab eingerichtet werde, um die erfolgten
deutschen Waffen-, Rüstungsgüter- und Hilfslieferungen an die Ukraine
nachzuvollziehen und Korruption, Geldwäsche, Menschen-, Waffen- und Drogenhandel
sowie Terrorismusfinanzierung aufzudecken und zu verfolgen; dass 2. der Deutsche
Bundestag alle drei Monate über dessen Fortschritte und Erkenntnisse unterrichtet
werde; dass 3. zur Transparenz gegenüber der deutschen Öffentlichkeit eine
Webseite äquivalent zu der US-amerikanischen Webseite www.UkraineOversight.gov
eingerichtet werden solle; dass die Bundesregierung sich 4. für eine bessere
personelle und materielle Ausstattung des Ukraine Facility Audit Board der EU
einsetzen solle; dass sie sich 5. dafür einsetzen solle, dass dem Ukraine Facility Audit
Board auch deutsche Experten angehören sollten und dass 6. der Ukraine Facility
Audit Board der EU seine Erkenntnisse, Berichte und Empfehlungen sämtlich
dem Deutschen Bundestag zeitnah mitteilen solle. Die antragstellende Fraktion
fordert weiterhin, dass der Deutsche Bundestag die Bundesregierung dazu
auffordern solle, dass sie 7. mit Ausnahme der humanitären Hilfe sämtliche nach
Auffassung der Antragsteller kriegsverlängernden Unterstützungsleistungen,
insbesondere alle Waffen- und Rüstungsgüterlieferungen, an die Ukraine sofort
einstellen solle und dass sie 8. in einer Regierungserklärung feststellen solle, dass
Deutschland zu seiner traditionellen Politik des Ausgleichs zurückkehren und
eigene Vermittlungsbemühungen im Ukraine-Krieg anbieten sowie die
Vermittlungsbemühungen anderer Länder, insbesondere der USA, unterstützen werde.
B. Lösung
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion
der AfD.
C. Alternativen
Wurden nicht erörtert.
D. Kosten
Wurden nicht erörtert.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Antrag auf Drucksache 21/3839 abzulehnen.
Berlin, den 15. April 2026
Der Auswärtige Ausschuss
Armin Laschet
Vorsitzender
Jürgen Hardt
Berichterstatter
Markus Frohnmaier
Berichterstatter
Adis Ahmetović
Berichterstatter
Deborah Düring
Berichterstatterin
Vinzenz Glaser
Berichterstatter
Bericht der Abgeordneten Jürgen Hardt, Markus Frohnmaier, Adis Ahmetović,
Deborah Düring und Vinzenz Glaser
I. Überweisung
Der Deutsche Bundestag hat die Vorlage auf Drucksache 21/3839 in seiner 56. Sitzung am 29. Januar 2026
beraten und zur federführenden Beratung dem Auswärtigen Ausschuss und zur Mitberatung dem
Finanzausschuss, dem Haushaltsausschuss, dem Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und dem
Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union überwiesen.
II. Wesentlicher Inhalt der Vorlage
Die antragstellende Fraktion legt dar, dass Deutschland als zweitgrößter Geber für die Ukraine hinter den USA
seit Februar 2022 79 Milliarden Euro an Leistungen, Gütern und Mitteln bilateral an die Ukraine übergeben bzw.
zugesagt habe. Deutschland beteilige sich nach Auffassung der Antragsteller überdurchschnittlich hoch an den
Leistungen über die EU, etwa über die „Ukraine Facility“, die „European Peace Facility“ und die „Macro-
Financial Assistance“ und stelle insgesamt nahezu 100 Milliarden Euro für die Ukraine bereit. Darüber hinaus wolle
die Bundesregierung nach Darstellung der antragstellenden Fraktion für die Infrastruktur weitere 170 Milliarden
Euro sofort zur Verfügung stellen und sich am Wiederaufbau der Ukraine beteiligen.
Die Antragsteller führen weiterhin aus, dass die Ukraine Ende 2025 wie seit Beginn des andauernden Krieges
wiederholt von einem Korruptionsskandal erschüttert worden sei, der eine multimillionenschwere Veruntreuung
umfasse, sich in der höchsten Führungsriege des Landes abspiele sowie die Energie- und
Verteidigungsinfrastrukturversorgung strukturell betreffe. In Anbetracht dessen und der – aus Sicht der antragstellenden Fraktion –
gescheiterten, kriegsverlängernden Politik der Bundesregierung, solle die Bundesregierung nach Auffassung der
Antragsteller zur Diplomatie zurückkehren und sich bemühen, Rechenschaft über die Verwendung der zur
Verfügung gestellten Mittel abzulegen.
Vor diesem Hintergrund solle nach dem Willen der antragstellenden Fraktion der Deutsche Bundestag die
Bundesregierung dazu auffordern, dass 1. unter Federführung des Auswärtigen Amts mit weiteren Bundesministerien
und dem Generalbundesanwalt ein Mitarbeiterstab eingerichtet werde, um die erfolgten deutschen Waffen-,
Rüstungsgüter- und Hilfslieferungen an die Ukraine nachzuvollziehen und Korruption, Geldwäsche, Menschen-,
Waffen- und Drogenhandel sowie Terrorismusfinanzierung aufzudecken und zu verfolgen; dass 2. der Deutsche
Bundestag alle drei Monate über dessen Fortschritte und Erkenntnisse unterrichtet werde; dass 3. zur Transparenz
gegenüber der deutschen Öffentlichkeit eine Webseite äquivalent zu der US-amerikanischen Webseite www.Uk-
raineOversight.gov eingerichtet werden solle; dass die Bundesregierung sich 4. für eine bessere personelle und
materielle Ausstattung des Ukraine Facility Audit Board der EU einsetzen solle; dass sie sich 5. dafür einsetzen
solle, dass dem Ukraine Facility Audit Board auch deutsche Experten angehören sollten und dass 6. der Ukraine
Facility Audit Board der EU seine Erkenntnisse, Berichte und Empfehlungen sämtlich dem Deutschen Bundestag
zeitnah mitteilen solle. Die antragstellende Fraktion fordert weiterhin, dass der Deutsche Bundestag die
Bundesregierung dazu auffordern solle, dass sie 7. mit Ausnahme der humanitären Hilfe sämtliche nach Auffassung der
Antragsteller kriegsverlängernden Unterstützungsleistungen, insbesondere alle Waffen- und
Rüstungsgüterlieferungen, an die Ukraine sofort einstellen solle und dass sie 8. in einer Regierungserklärung feststellen solle, dass
Deutschland zu seiner traditionellen Politik des Ausgleichs zurückkehren und eigene Vermittlungsbemühungen
im Ukraine-Krieg anbieten sowie die Vermittlungsbemühungen anderer Länder, insbesondere der USA,
unterstützen werde.
III. Stellungnahmen der mitberatenden Ausschüsse
Der Finanzausschuss hat die Vorlage auf Drucksache 21/3839 in seiner 30. Sitzung am 15. April 2026 beraten
und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke
gegen die Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung.
Der Haushaltsausschuss hat die Vorlage auf Drucksache 21/3839 in seiner 34. Sitzung am 15. April 2026 beraten
und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke
gegen die Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung.
Der Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat die Vorlage auf Drucksache
21/3839 in seiner 18. Sitzung am 15. April 2026 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen
CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD die
Ablehnung.
Der Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union hat die Vorlage auf Drucksache 21/3839 in
seiner 22. Sitzung am 15. April 2026 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung.
IV. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
Der Auswärtige Ausschuss hat die Vorlage auf Drucksache 21/3839 in seiner 21. Sitzung am 15. April 2026
beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die
Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung.
Berlin, den 15. April 2026
Jürgen Hardt
Berichterstatter
Markus Frohnmaier
Berichterstatter
Adis Ahmetović
Berichterstatter
Deborah Düring
Berichterstatterin
Vinzenz Glaser
Berichterstatter
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Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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