Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Der Deal für eine saubere Industrie - Ein gemeinsamer Fahrplan für Wettbewerbsfähigkeit und Dekarbonisierung
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Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Der Deal für eine saubere Industrie - Ein gemeinsamer Fahrplan für Wettbewerbsfähigkeit und Dekarbonisierung
[Bundesrat Drucksache 106/25 (Beschluss)
23.05.25
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ISSN 0720-2946
Beschluss
des Bundesrates
Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den
Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und
den Ausschuss der Regionen: Der Deal für eine saubere
Industrie - Ein gemeinsamer Fahrplan für Wettbewerbsfähigkeit
und Dekarbonisierung
COM(2025) 85 final
Der Bundesrat hat in seiner 1054. Sitzung am 23. Mai 2025 gemäß
§§ 3 und 5 EUZBLG die folgende Stellungnahme beschlossen:
1. Der Bundesrat begrüßt das Bestreben der Kommission, mit dem Deal für eine
saubere Industrie die internationale Wettbewerbsfähigkeit sowie den Klima-,
Ressourcen-, und Umweltschutz der europäischen Wirtschaft zu stärken und sie
so auf dem Transformationspfad zu unterstützen.
2. Der Bundesrat ist sich mit der Kommission darin einig, dass die europäische
Industrie angesichts der Herausforderungen der Dekarbonisierung, eines sich
verschärfenden globalen Wettbewerbs und steigender Energiekosten unter
erheblichem Transformationsdruck steht. Der Bundesrat begrüßt daher, dass die
Kommission mit dem angekündigten Deal für eine saubere Industrie ein
umfassendes Maßnahmenpaket vorgelegt hat, um traditionelle Industrien bei der
Reduktion von CO2-Emissionen zu unterstützen, sie wettbewerbsfähiger zu
machen, Beschäftigte und gute Arbeitsbedingungen zu stärken sowie Arbeitsplätze
zu schützen. Der Bundesrat begrüßt den Fokus der Initiative auf
energieintensive Industriezweige und befürwortet branchenspezifische Übergangspfade, um
die Maßnahmen auf die besonderen Bedürfnisse der einzelnen Sektoren
abstimmen zu können. Angesichts zunehmender geopolitischer Unwägbarkeiten
sieht es der Bundesrat als zwingend erforderlich an, die Resilienz der
europäischen Industrie zu stärken und strategische Abhängigkeiten zu verringern.
3. Der Bundesrat stimmt mit der Kommission überein, dass Beschäftigte im
Wandel unterstützt werden müssen. Die Transformation der Arbeitswelt,
insbesondere der ökologische und digitale Wandel, stellt neue Anforderungen an das
Wissen und Können der Beschäftigten. Der Bundesrat betont, dass
Qualifikationen und hochwertige Arbeitsplätze der Schlüssel zu Europas
Wettbewerbsfähigkeit sind. Der Bundesrat begrüßt daher die Zielrichtung sowie den Aus- und
Weiterbildungsfokus der von der Kommission vorgelegten Union der
Kompetenzen. Er unterstützt insbesondere die Ansätze, speziell auf
zukunftsorientierte, grüne und digitale Kompetenzen zu setzen, die europaweite
Übertragbarkeit von Qualifikationen zu fördern und Qualifikationsdefizite auch
durch die Gewinnung und Bindung von Spitzentalenten aus aller Welt zu
beheben. Die Initiative kann dazu beitragen, dass europäische Unternehmen einen
verbesserten Zugang zu den qualifizierten Arbeitskräften erhalten, die sie
benötigen, um ihre Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Neben der
Fokussierung auf grüne und digitale Kompetenzen bedarf es
branchenübergreifend einer arbeitsplatznahen Unterstützung aller Beschäftigtengruppen durch
Weiterbildung und die Befähigung, Veränderungen der eigenen Arbeit
mitzugestalten. Besonderes Augenmerk ist dabei auf jene Sektoren zu legen, die stark
vom Strukturwandel betroffen sind.
4. Der Bundesrat ist der Überzeugung, dass neben Qualifikationen auch faire
Löhne und hochwertige Arbeitsplätze von entscheidender Bedeutung sind, um
Arbeitskräfte anzuziehen und zu halten und so die Wettbewerbsfähigkeit der EU
zu erhöhen. Der Bundesrat begrüßt die klare Verpflichtung zu hochwertigen
Arbeitsplätzen im Rahmen des Deals für eine saubere Industrie und sieht daher
dem angekündigten Paket für hochwertige Arbeitsplätze erwartungsvoll
entgegen. Die Maßnahmen haben das Potenzial, die Beschäftigungsdimension der
EU-Wettbewerbsstrategie zu stärken und gleichzeitig weitere Fortschritte bei
der Umsetzung der Europäischen Säule sozialer Rechte zu gewährleisten. Der
Bundesrat gibt dabei zu bedenken, dass das Konzept der Arbeitsplatzqualität
aktualisiert und an die fundamentalen Änderungen angepasst werden muss, die
sich durch die digitale und sozialökologische Transformation ergeben. Als
zentrale Vehikel zur Erhöhung der Arbeitsplatzqualität setzt sich der Bundesrat für
eine europaweite Stärkung der Tarifbindung, der Mitgestaltung und
Mitbestimmung sowie des sozialen Dialogs ein.
5. Der Bundesrat setzt sich dafür ein, dass die Maßnahmen des Deals für eine
saubere Industrie durch eine ehrgeizige Kohäsionspolitik unterstützt werden. Der
Bundesrat lehnt den Vorschlag ab, dass die Europäischen Strukturfonds
umgeschichtet werden, um die Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Industrie zu
finanzieren. Der Bundesrat unterstreicht, dass der industrielle Wandel nicht
zulasten der sozialen Kohäsion finanziert werden darf. Er setzt sich für eine
nachhaltige Finanzierungsstrategie ein.
6. Der Bundesrat bittet die Bundesregierung, angesichts des zunehmenden
Arbeits- und Fachkräftemangels für eine rasche und konsequente Umsetzung der
aus- und weiterbildungsbezogenen Initiativen im Rahmen der Kompetenz-
Union einzutreten. Der Bundesrat gibt zugleich zu bedenken, dass einige der
vorgesehenen bildungsbezogenen Maßnahmen der Union der Kompetenzen die
Zuständigkeit der Bundesländer unmittelbar berühren. Daher bittet er die
Bundesregierung, sich in den Verhandlungen für die Wahrung des
Subsidiaritätsprinzips einzusetzen.
7. Der Bundesrat bittet die Bundesregierung, sich auf europäischer Ebene für eine
wirksame und nachhaltige Finanzierung der Dekarbonisierungsmaßnahmen
auszusprechen. Der Bundesrat bittet die Bundesregierung insbesondere, sich in
den Verhandlungen dafür einzusetzen, dass die Finanzierung nicht zulasten der
Europäischen Strukturfonds geht. Der Bundesrat weist in diesem Kontext auf
die Bedeutung eines leistungsstarken, flächendeckenden und in der Umsetzung
vereinfachten Europäischen Sozialfonds Plus hin, der in regionaler
Verantwortung auf die drängenden arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen reagieren
kann.
8. Der Bundesrat weist darauf hin, dass die im Deal für eine saubere Industrie
genutzten Begriffe oftmals ungenau und nicht näher definiert sind, sodass bei der
Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen Hemmnisse entstehen können. Der
Bundesrat empfiehlt, diese Begriffe zeitnah zu präzisieren und zu
kommunizieren.
9. Der Bundesrat übermittelt diese Stellungnahme direkt an die Kommission.]
Relationen
- part_of_vorgang → Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Reg (Beschlussdrucksache)