Detailfragen zur Aufnahme und Abschiebung afghanischer Staatsbürger
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Detailfragen zur Aufnahme und Abschiebung afghanischer Staatsbürger
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5182
21. Wahlperiode 02.04.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Stephan Brandner, Martin Hess, Sascha Lensing und
der Fraktion der AfD
Detailfragen zur Aufnahme und Abschiebung afghanischer Staatsbürger
Nach Angaben des Bundesministeriums des Innern (BMI) wurden am 26.
Februar 2026 20 afghanische Straftäter aus Deutschland mit einem Charterflug
nach Kabul abgeschoben. Hierbei soll es sich um vollziehbar ausreisepflichtige
Männer gehandelt haben, die in Deutschland straffällig geworden sind, unter
anderem wegen Körperverletzungs-, Sexual- und Drogendelikten (www.bmi.bu
nd.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2026/02/straftaeter-ausgefloge
n.html; www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/abschiebungen-afghanistan-bun
desinnenministerium-100.html).
Gleichzeitig wurden im Rahmen von Aufnahmeprogrammen afghanische
Staatsbürger nach Deutschland eingeflogen. So trafen am 28. Januar 2026
insgesamt 46 afghanische Staatsbürger in Berlin ein. Zugleich sollen noch rund
300 Personen aus dem Bundesaufnahmeprogramm sowie etwa 50 aus dem
Ortskräfteverfahren in Pakistan auf die Bearbeitung ihres Verfahrens warten.
Die Unterbringungskosten für die noch in Pakistan wartenden Personen wurden
dabei von der Bundesrepublik Deutschland übernommen (vgl. Antwort der
Bundesregierung auf die Schriftliche Frage 45 auf Bundestagsdrucksache
20/14088, www.welt.de/politik/deutschland/article697b2711d7ccc21a5b4c68f
1/bundesaufnahmeprogramm-46-afghanen-in-berlin-gelandet-350-warten-auf-e
inreise.html). Ausweislich aktueller Medienberichte sollen zudem afghanische
Staatsbürger, bei denen eine bereits erteilte Aufnahmezusage widerrufen wurde,
nun versuchen, eine Aufnahme in Deutschland einzuklagen, wobei sie unter
anderem von der Nichtregierungsorganisation „Kabul Luftbrücke“ unterstützt
werden (www.welt.de/politik/deutschland/article69a645192ecb6a0d6559e59a/t
rotz-absage-mehr-als-500-afghanen-versuchen-aufnahme-in-deutschland-einzu
klagen.html).
Mit dieser Kleinen Anfrage sollen einige Detailfragen zu dieser Thematik
geklärt sowie die aktuellen Daten erfragt werden.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele Abschiebeflüge mit afghanischen Staatsbürgern aus
Deutschland nach Afghanistan fanden seit dem Anbeginn der Legislaturperiode
wann statt, wie viele afghanische Staatsangehörige wurden dabei mit
jedem Flug abgeschoben, und wie hoch waren die Einzelkosten für die
Durchführung jedes einzelnen Fluges (bitte die Antwort nach
Monatsscheiben aufschlüsseln)?
2. Bei wie vielen der in Frage 1 erfragten abgeschobenen afghanischen
Staatsangehörigen handelte es sich um verurteilte Straftäter, und wegen
welcher Delikte wurden sie jeweils verurteilt?
3. Kam es bei den in Frage 1 erfragten Abschiebeflügen zu Straftaten, die
von den abzuschiebenden afghanischen Staatsbürgern begangen wurden,
wenn ja, welche Straftatbestände wurden bei welchem der Abschiebeflüge
zu wessen Nachteil verwirklicht, und welche Konsequenzen hatte dies für
den Täter?
4. Aufgrund welcher Aufnahmeprogramme für Menschen aus Afghanistan
wurden wann genau wie viele afghanische Staatsangehörige insgesamt
nach Deutschland verbracht, wie viele Flüge wurden hierfür wann
durchgeführt, und wie hoch waren die Einzelkosten für die Durchführung jedes
einzelnen Fluges (bitte die Antwort nach Jahresscheiben und ab dem
Anbeginn der 21. Legislaturperiode nach Monatsscheiben aufschlüsseln)?
5. Waren unter den in Frage 1 erfragten afghanischen Staatsangehörigen, die
wieder abgeschoben wurden, auch Personen, die in Frage 4 erfragt wurden
und im Rahmen eines Aufnahmeprogramms für Menschen aus
Afghanistan nach Deutschland verbracht wurden, wenn ja, um wie viele
Personen handelt es sich hierbei, und wenn sie hierzulande verurteilt worden
sind, aufgrund welcher Straftatbestände wurden sie verurteilt?
6. Werden aufgrund bestehender Aufnahmeprogramme für Menschen aus
Afghanistan aktuell noch Aufnahmezusagen erteilt, und wenn ja, um
welche Aufnahmeprogramme handelt es sich hierbei?
7. Wie viele afghanische Personen sollen aufgrund einer bereits erteilten
Aufnahmezusage aktuell noch nach Deutschland verbracht werden?
8. Kam es bei den in Frage 4 erfragten Flügen zu Straftaten, die von den
afghanischen Staatsbürgern begangen wurden, wenn ja, welche
Straftatbestände wurden bei welchem der Flüge zu wessen Nachteil verwirklicht,
und welche Konsequenzen hatte dies für den Täter?
9. Wie hoch waren die jährlichen Unterkunfts-, Versorgungskosten, Kosten
für erforderliche medizinische Dienstleistungen und psychosoziale
Betreuung sowie sonstige Kosten für diejenigen afghanischen
Staatsangehörigen, die über eines der Aufnahmeprogramme für Menschen aus
Afghanistan eine Aufnahmezusage erhielten und sich bis zu ihrer Ausreise
nach Deutschland in Pakistan aufhielten bzw. aktuell noch aufhalten (bitte
die Antwort nach Jahresscheiben und ab dem Anbeginn der 21.
Legislaturperiode nach Monatsscheiben aufschlüsseln)?
10. Bei wie vielen afghanischen Staatsangehörigen wurde eine im Rahmen
eines Aufnahmeprogramms für Menschen aus Afghanistan bereits erteilte
Aufnahmezusage wieder widerrufen, wie viele von diesen Personen haben
gegen den Widerruf bislang geklagt, wie vielen von den Klagen wurde
stattgegeben, wie viele von den Klagen wurden abgewiesen, und wie viele
Klageverfahren dauern aktuell noch an?
11. Wie hoch sind die jährlichen Gesamtkosten, die aufgrund der in Frage 10
erfragten Klagen der Bundesrepublik Deutschland jährlich entstanden sind
(bitte die Antwort nach Jahresscheiben und ab dem Anbeginn der
21. Legislaturperiode nach Monatsscheiben aufschlüsseln)?
12. Ist der Bundesregierung bekannt, welche Nichtregierungsorganisationen
die in Frage 10 erfragten afghanischen Staatsangehörigen bei ihren
Klagen unterstützen, und wenn ja, um welche Nichtregierungsorganisationen
handelt es sich dabei?
13. Haben die in Frage 12 erfragten Nichtregierungsorganisationen ggf. seit
dem Jahr 2000 von der Bundesrepublik Deutschland eine finanzielle
Förderung in irgendeiner Form erhalten, wenn ja, wann erfolgte die
finanzielle Förderung, in welcher Höhe, und zu welchem Zweck (bitte die
Antwort nach Jahresscheiben und ab dem Anbeginn der 21. Legislaturperiode
nach Monatsscheiben aufschlüsseln)?
Berlin, den 23. März 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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