Deutsche Rohstoffinteressen durchsetzen - Rohstoffpolitik zur Priorität machen (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/4281)
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Deutsche Rohstoffinteressen durchsetzen - Rohstoffpolitik zur Priorität machen (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/4281)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4874
21. Wahlperiode 23.03.2026
Beschlussempfehlung und Bericht
des Ausschusses für Wirtschaft und Energie (9. Ausschuss)
zu dem Antrag der Abgeordneten Markus Frohnmaier, Jan Wenzel Schmidt,
Dr. Rainer Rothfuß, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/4281 –
Deutsche Rohstoffinteressen durchsetzen – Rohstoffpolitik zur Priorität
machen
A. Problem
Die Fraktion der AfD schickt ihrem Antrag voraus, dass Deutschland in
erheblichem Umfang abhängig von Rohstoffimporten sei. Ein besonderes Risiko stellten
die zunehmenden Exportrestriktionen Chinas dar, welche die
Versorgungssicherheit Deutschlands gefährdeten. Die in den letzten Jahren stark gestiegene
Importabhängigkeit von chinesischen Rohstoffen verschärfe diese Problematik. In
Deutschland mangele es bislang an einem kohärenten und langfristig
ausgerichteten Konzept für eine Rohstoffpolitik, welche den unmittelbaren Zugang zu
kritischen Rohstoffen und den gezielten Aufbau verlässlicher Partnerschaften in den
Blick nehme. Zudem fehle es aktuell an klaren Regelungen für die
Verantwortlichkeiten der zuständigen Bundesministerien, was eine zielgerichtete Umsetzung
von Maßnahmen erschwere.
Daher fordert die Fraktion einen engen Austausch zwischen dem
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Auswärtigen Amt über die Sicherung
kritischer Rohstoffe und die Risikomanagementstrategie im Hinblick auf
geopolitische Entwicklungen. Klimapolitische Ziele seien zugunsten der Wirtschaft
zurückzustellen. Zudem fordert die Fraktion der AfD die Ernennung eines
Beauftragten für Rohstoffpolitik, zu dessen Aufgabe es gehören solle, dem Bundestag
jährlich einen Bericht zu dem Thema vorzulegen. Außerdem solle die
Rohstoffpolitik regelmäßig als Tagesordnungspunkt im Nationalen Sicherheitsrat
behandelt werden, während Deutschland zugleich eine aktivere Rolle in der Minerals
Security Partnership einnehmen solle.
B. Lösung
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion
der AfD.
C. Alternativen
Annahme des Antrags.
D. Kosten
Wurden nicht erörtert.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Antrag auf Drucksache 21/4281 abzulehnen.
Berlin, den 18. März 2026
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie
Christian Frhr. von Stetten
Vorsitzender
Fabian Gramling
Berichterstatter
Dr. Malte Kaufmann
Berichterstatter
Bericht der Abgeordneten Fabian Gramling und Dr. Malte Kaufmann
I. Überweisung
Der Antrag der Fraktion der AfD auf Drucksache 21/4281 wurde in der 60. Sitzung des Deutschen Bundestages
am 27. Februar 2026 beraten und an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie zur Federführung sowie an den
Auswärtigen Ausschuss, den Haushaltsausschuss, den Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung sowie den Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union zur Mitberatung überwiesen.
II. Wesentlicher Inhalt der Vorlage
Die antragstellende Fraktion möchte die Bundesregierung dazu auffordern, Rohstoffpolitik stärker in den Fokus
zu nehmen und die außen- und sicherheitspolitische Perspektive in die Rohstoffpolitik zu integrieren. Das
Bundeskanzleramt solle die Rohstoffstrategie koordinieren und steuern. Das Ziel sei dabei, die Kommunikation
zwischen den zuständigen Bundesministerien zu verbessern und das Thema regelmäßig im Nationalen Sicherheitsrat
zu besprechen. Zudem solle ein Beauftragter für Rohstoffpolitik ernannt werden, der Deutschland nach außen
vertrete, einen jährlichen Bericht zur Rohstoffsicherheit und -strategie vorlege und diesen im Bundestag vorstelle.
Auch in der von den USA geführten Minerals Security Partnership solle Deutschland eine aktivere Rolle
übernehmen und den Vorsitz anstreben, um globale strategische Partnerschaften zu entwickeln.
Zur Begründung wird angeführt, dass Deutschland von Rohstoffimporten aus anderen Ländern abhängig sei.
Diese würden circa 20 Prozent der gesamten Einfuhren ausmachen. In vielen rohstoffreichen Ländern werde die
Rohstoffpolitik schon länger durch die höchste staatliche Ebene gesteuert. Die Erweiterung der BRICS-Staaten
um rohstoffreiche Länder stelle eine weitere Gefahr für die Verschiebung der Machtverhältnisse im globalen
Rohstoffsektor dar. Demnach sei die sichere Versorgung Deutschlands mit Rohstoffen nicht gewährleistet.
Aktuell bestehende Partnerschaften brächten keine nennenswerten Erfolge und die gegenwärtige Rohstoffpolitik
fokussiere sich zu sehr auf klimapolitische Ziele. Durch die Umsetzung der geforderten Maßnahmen werde es
Deutschland ermöglicht, besser auf die sich schnell verändernde politische Lage zu reagieren. Auch die
internationale Verhandlungsmacht Deutschlands werde erhöht.
III. Stellungnahmen der mitberatenden Ausschüsse
Der Auswärtige Ausschuss hat den Antrag auf Drucksache 21/4281 in seiner 19. Sitzung am 18. März 2026
beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die
Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dessen Ablehnung.
Der Haushaltsausschuss hat den Antrag auf Drucksache 21/4281 in seiner 32. Sitzung am 18. März 2026 beraten
und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke
gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dessen Ablehnung.
Der Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat den Antrag auf Drucksache 21/4281
in seiner 16. Sitzung am 18. März 2026 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dessen Ablehnung.
Der Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union hat den Antrag auf Drucksache 21/4281 in
seiner 20. Sitzung am 18. März 2026 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dessen Ablehnung.
IV. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hat den Antrag auf Drucksache 21/4281 in seiner 28. Sitzung am
18. März 2026 abschließend beraten.
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie beschloss mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD, die Ablehnung des
Antrags auf Drucksache 21/4281 zu empfehlen.
Berlin, den 18. März 2026
Fabian Gramling
Berichterstatter
Dr. Malte Kaufmann
Berichterstatter
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ISSN 0722-8333
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