Marktbasierte Resilienz - Versorgung mit kritischen Rohstoffen durch wirtschaftsgetragene Strategien und Reservehaltung stärken (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/2711)
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Marktbasierte Resilienz - Versorgung mit kritischen Rohstoffen durch wirtschaftsgetragene Strategien und Reservehaltung stärken (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/2711)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3149
21. Wahlperiode 08.12.2025
Beschlussempfehlung und Bericht
des Ausschusses für Wirtschaft und Energie (9. Ausschuss)
zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Malte Kaufmann, Leif-Erik Holm, Steffen
Kotré, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/2711 –
Marktbasierte Resilienz – Versorgung mit kritischen Rohstoffen durch
wirtschaftsgetragene Strategien und Reservehaltung stärken
A. Problem
Die Fraktion schickt ihrem Antrag voraus, dass die deutsche Industrie in
erheblichem Maße von Importen kritischer Rohstoffe abhängig sei und diese
Abhängigkeiten die wirtschaftliche Stabilität und Souveränität Deutschlands gefährdeten.
Globale Lieferketten seien aufgrund von geopolitischen Spannungen,
Handelskonflikten und exportpolitischen Maßnahmen zunehmend volatil, wodurch eine
verlässliche Versorgung mit seltenen Erden und anderen strategischen Rohstoffen
erschwert werde. Die rohstoffpolitische Resilienz Deutschlands müsse gestärkt
werden. Nach Auffassung der antragsstellenden Fraktion seien die bisherigen
Maßnahmen zur Stärkung der Versorgungssicherheit unzureichend.
Die antragsstellende Fraktion möchte die Bundesregierung daher auffordern,
steuerliche Anreize zur Eigenbevorratung kritischer Rohstoffe zu prüfen, die
Zusammenarbeit mit Wirtschaftsverbänden zu intensivieren, um dezentrale
Rohstoffreserven aufzubauen sowie Maßnahmen zur Reduzierung von
Importabhängigkeiten zu ergreifen. Dies solle insbesondere die Diversifizierung ausländischer
Bezugsquellen durch bilaterale Rohstoffabkommen, den Ausbau der heimischen
Exploration und die Gewinnung kritischer Rohstoffe sowie eine verstärkte
Forschungsförderung zur Substitution solcher Materialien umfassen.
B. Lösung
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion
der AfD.
C. Alternativen
Annahme des Antrags.
D. Kosten
Wurden im Ausschuss nicht erörtert.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Antrag auf Drucksache 21/2711 abzulehnen.
Berlin, den 3. Dezember 2025
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie
Christian Frhr. von Stetten
Vorsitzender
Daniel Bettermann
Berichterstatter
Dr. Sandra Detzer
Berichterstatterin
Bericht der Abgeordneten Daniel Bettermann und Dr. Sandra Detzer
I. Überweisung
Der Antrag auf Drucksache 21/2711 wurde in der 40. Sitzung des Deutschen Bundestages am 13. November
2025 an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie zur Federführung sowie an den Auswärtigen Ausschuss, den
Finanzausschuss, den Haushaltsausschuss, den Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare
Sicherheit, den Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie den Ausschuss für
Digitales und Staatsmodernisierung zur Mitberatung überwiesen.
II. Wesentlicher Inhalt der Vorlage
Die Fraktion schickt ihrem Antrag voraus, dass die deutsche Industrie in erheblichem Maße von Importen
kritischer Rohstoffe abhängig sei und diese Abhängigkeiten die wirtschaftliche Stabilität und Souveränität
Deutschlands gefährdeten. Globale Lieferketten seien aufgrund von geopolitischen Spannungen, Handelskonflikten und
exportpolitischen Maßnahmen zunehmend volatil, wodurch eine verlässliche Versorgung mit seltenen Erden und
anderen strategischen Rohstoffen erschwert werde. Die rohstoffpolitische Resilienz Deutschlands müsse deutlich
gestärkt werden. Die antragsstellende Fraktion ist der Auffassung, dass die bisherigen Maßnahmen zur Stärkung
der Versorgungssicherheit – insbesondere die Diversifizierung der Bezugsquellen zur Verringerung der
Abhängigkeit von China sowie der Ausbau der Eigenbevorratung – unzureichend seien.
Die antragsstellende Fraktion möchte die Bundesregierung daher auffordern, steuerliche Anreize zur
Eigenbevorratung kritischer Rohstoffe zu prüfen, die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsverbänden zu intensivieren, um
dezentrale Rohstoffreserven aufzubauen, sowie Maßnahmen zur Reduzierung von Importabhängigkeiten zu
ergreifen. Dies umfasse nach Vorstellung der antragstellenden Fraktion insbesondere die Diversifizierung ausländischer
Bezugsquellen durch bilaterale Rohstoffabkommen, den Ausbau der heimischen Exploration und die Gewinnung
kritischer Rohstoffe sowie eine verstärkte Forschungsförderung zur Substitution solcher Materialien.
III. Stellungnahmen der mitberatenden Ausschüsse
Der Auswärtige Ausschuss hat den Antrag auf Drucksache 21/2711 in seiner 13. Sitzung am 3. Dezember 2025
beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die
Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dessen Ablehnung.
Der Finanzausschuss hat den Antrag auf Drucksache 21/2711 in seiner 17. Sitzung am 3. Dezember 2025 beraten
und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke
gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dessen Ablehnung.
Der Haushaltsausschuss hat den Antrag auf Drucksache 21/2711 in seiner 25. Sitzung am 3. Dezember 2025
beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die
Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dessen Ablehnung.
Der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit hat den Antrag auf
Drucksache 21/2711 in seiner 20. Sitzung am 3. Dezember 2025 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen
CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dessen
Ablehnung.
Der Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat den Antrag auf Drucksache 21/2711
in seiner 10. Sitzung am 3. Dezember 2025 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU,
SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dessen Ablehnung.
Der Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung hat den Antrag auf Drucksache 21/2711 in seiner
12. Sitzung am 3. Dezember 2025 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dessen Ablehnung.
IV. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hat den Antrag auf Drucksache 21/2711 in seiner 19. Sitzung am 3.
Dezember 2025 abschließend beraten.
Die Fraktion der AfD führte aus, der Antrag diene der Sicherstellung der Versorgung Deutschlands mit
kritischen Rohstoffen. Angesichts der sich verschärfenden Versorgungslage enthalte der Antrag verschiedene
Ansätze, um dieser Problematik entgegenzuwirken. So solle etwa durch steuerliche Vorteile ein Anreiz zur
Eigenbevorratung kritischer Rohstoffe geschaffen werden. Zudem sollten künftig weitere Rohstoffabkommen
abgeschlossen werden. Es solle zusätzlich auch die Exploration, der Abbau, die Raffination und die Verarbeitung
kritischer Rohstoffe im Inland wieder gefördert werden. Ferner solle das Recycling sowie die Kreislaufwirtschaft
dort gestärkt werden, wo dies technisch und wirtschaftlich sinnvoll sei. Schließlich sehe der Antrag vor, dass
strategische Reserven für besonders kritische Materialien aufgebaut werden.
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie beschloss mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD, die Ablehnung des
Antrags auf Drucksache 21/2711 zu empfehlen.
Berlin, den 3. Dezember 2025
Daniel Bettermann
Berichterstatter
Dr. Sandra Detzer
Berichterstatterin
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