Mortalität von landwirtschaftlich gehaltenen Tieren und anderen Tierarten
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Mortalität von landwirtschaftlich gehaltenen Tieren und anderen Tierarten
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3797
21. Wahlperiode 26.01.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Ina Latendorf, Luigi Pantisano, Marcel Bauer, Lorenz Gösta
Beutin, Violetta Bock, Jorrit Bosch, Dr. Fabian Fahl, Katalin Gennburg, Mareike
Hermeier, Caren Lay, Sahra Mirow, David Schliesing, Sascha Wagner und
der Fraktion Die Linke
Mortalität von landwirtschaftlich gehaltenen Tieren und anderen Tierarten
Millionen der in Deutschland landwirtschaftlich gehaltenen Tiere sterben auf
landwirtschaftlichen Betrieben frühzeitig, auch ohne in die Herstellung von
Lebens- oder Futtermitteln einzugehen (DeStatis 2023, Online: DeStatis_2023_
Falltiere, letzter Zugriff: 28. November 2025). Zu den Todesursachen gehören
Erkrankungen oder Verletzungen (u. a. durch ungeeignete Haltungsbedingung
und bzw. oder leistungsbedingte Überlastung), Tierseuchen, Stallbrände und
andere Havarien. Bis heute gibt es keine standardisierte bundesweite Erfassung
und Dokumentation dieser sogenannten Falltiere und deren Todesursachen
(außer bei Rindern).
Der von der Bundesregierung der vergangenen Legislaturperiode erarbeitete
Entwurf zur Reformierung des Tierschutzgesetzes sah die Kennzeichnung und
Kontrolle der Falltiere auf tierschutzrelevante Befunde vor (Bundesministerium
für Ernährung und Landwirtschaft, 2024, S. 18 bis 20, Online: RefENovTier
SchG, letzter Zugriff: 28. November 2025) Auch wenn der Entwurf diese nur
für Schweine und Rinder vorsah und weder Kontrollintensität, Kontrollinhalt
oder Kontrollkonsequenz ausreichend definierte, ist dieser Schritt nach wie vor
ein Minimum dessen, was notwendig ist, um Tierschutzprobleme
zurückverfolgen und abstellen zu können.
Im Rahmen unterschiedlicher Erfassungssysteme (z. B. HI-Tier
[Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere], QS-Datenbank
[Prüfsystem für Lebensmittelsicherheit], Antibiotikadatenbank, KAT [
Kontrollierte alternative Tierhaltung]) werden zumindest die Mortalitätsraten bzw.
Zugangs- und Abgangsdaten in den Betrieben erhoben. Diese können von
Veterinärbehörden eingesehen und ausgewertet werden. Für manche Tierarten sind
darüber hinaus auch Einzeltierdaten verfügbar. Um diese Daten für die
Öffentlichkeit transparent zu machen und Möglichkeiten zur Verbesserung des
Wohlbefindens der Tiere abzuleiten, wird um die Beantwortung der folgenden
Fragen gebeten.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche
Mortalitätsrate von Rindern in den letzten fünf Jahren, differenziert nach
Bundesländern, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen und
mit Totgeburten (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten
möglich sind)?
2. Wie hoch waren die Einzeltierzahlen von im Betrieb als Falltiere
verendeten oder getöteten Rindern in den letzten fünf Jahren, differenziert nach
Bundesländern, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen und
mit Totgeburten, sofern verfügbar (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine
genaueren Daten möglich sind)?
3. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamtbestand an
Rindern in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Jahr, Bundesländern,
Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen?
4. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche
Mortalitätsrate von Schweinen in den letzten fünf Jahren, differenziert
nach Bundesländern, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen
und mit Totgeburten (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren
Daten möglich sind)?
5. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Einzeltierzahlen
von im Betrieb als Falltiere verendeten oder getöteten Schweinen in den
letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Alters- und
Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen und mit Totgeburten (bitte
Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)?
6. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamtbestand an
Schweinen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Jahr,
Bundesländern, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen?
7. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche
Mortalitätsrate von Legehennen, Puten, Masthühnern, Mastenten und
Gänsen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern,
Zuchtform (z. B. Hybride) und Tierart (bitte Schätzwerte angeben, wenn
keine genaueren Daten möglich sind)?
8. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Einzeltierzahlen
von im Betrieb als Falltiere verendeten oder getöteten Legehennen, Puten,
Masthühnern, Mastenten und Gänsen in den letzten fünf Jahren,
differenziert nach Bundesländern, Zuchtform (z. B. Hybride) und Tierart (bitte
Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)?
9. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamtbestand an
Legehennen, Puten, Masthühnern Mastenten und Gänsen in den letzten
fünf Jahren, differenziert nach Jahr, Bundesländern, Zuchtform (z. B.
Hybride) und Tierart?
10. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche
Mortalitätsrate von Ziegen und Schafen in den letzten fünf Jahren,
differenziert nach Bundesländern, Tierart, Alters- und Nutzungsgruppen sowie
Betriebsgrößen und mit Totgeburten (bitte Schätzwerte angeben, wenn
keine genaueren Daten möglich sind)?
11. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Einzeltierzahlen
von im Betrieb als Falltiere verendeten oder getöteten Ziegen und Schafen
in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Tierart,
Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen und mit Totgeburten,
(bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)?
12. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamtbestand an
Ziegen und Schafen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Jahr,
Bundesländern, Tierart, Alters- und Nutzungsgruppen sowie
Betriebsgrößen?
13. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche
Mortalitätsrate von Fischen und anderen aquatischen Lebewesen in den
letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Betriebsart und
Tierart (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich
sind)?
14. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Einzeltierzahlen
von im Betrieb als Falltiere verendeten oder getöteten Fischen und
anderen aquatischen Lebewesen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach
Bundesländern, Betriebsart und Tierart (bitte Schätzwerte angeben, wenn
keine genaueren Daten möglich sind)?
15. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamtbestand an
Fischen und anderen aquatischen Lebewesen in den letzten fünf Jahren,
differenziert nach Jahr, Bundesländern und Tierart?
16. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche
Mortalitätsrate von Equiden in den letzten fünf Jahren, differenziert nach
Bundesländern, Zweck der Tierhaltung (z. B. Sport) und Tierart (bitte
Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)?
17. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Einzeltierzahlen
von im Betrieb als Falltiere verendeten oder getöteten Equiden in den
letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern und Tierart (bitte
Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)?
18. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamtbestand an
Equiden in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Jahr, Bundesländern
und Tierart?
19. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche
Mortalitätsrate von Kaninchen in den letzten fünf Jahren, differenziert
nach Bundesländern, Tierart, Alters- und Nutzungsgruppen sowie
Betriebsgrößen und mit Totgeburten (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine
genaueren Daten möglich sind)?
20. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Einzeltierzahlen
von im Betrieb als Falltiere verendeten oder getöteten Kaninchen in den
letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Tierart, Alters- und
Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen und mit Totgeburten, (bitte
Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)?
21. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamtbestand an
Kaninchen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Jahr,
Bundesländern, Tierart, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen?
22. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche
Mortalitätsrate von Gehegewild sowie von zu Jagdzwecken gezüchteten
und eingesetzten Enten und Fasanen in den letzten fünf Jahren,
differenziert nach Bundesländern und Tierart (bitte Schätzwerte angeben, wenn
keine genaueren Daten möglich sind)?
23. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Einzeltierzahlen
von im Betrieb als Falltiere verendetem oder getötetem Gehegewild sowie
von zu Jagdzwecken gezüchteten und eingesetzten Enten und Fasanen in
den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern und Tierart
(bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)?
24. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamtbestand an
Gehegewild sowie von zu Jagdzwecken gezüchteten und eingesetzten
Enten und Fasanen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Jahr,
Bundesländern und Tierart?
25. Welche konkreten Maßnahmen gibt es vonseiten der Bundesregierung, um
das im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD festgeschriebene
Ziel zu erreichen, „eine praxistaugliche Rechtsgrundlage für Kontrolle
und Kennzeichnung von toten Tieren in Verarbeitungsbetrieben tierischer
Nebenprodukte zu schaffen“?
a) Wie ist der Zeitplan für die Umsetzung dieses Versprechens?
b) Werden in der geplanten Rechtsgrundlage alle Tierarten und auch
Totgeburten erfasst sein, und wenn nein, welche sind die Gründe für die
Ausnahmen von Tierarten oder Totgeburten?
c) Sind konkrete Vorgaben zu Frequenz und Ablauf der Kontrollen
vorgesehen, wenn ja, welche, und wenn nein, warum nicht?
d) Ist auch eine einheitliche bundesweite Erfassung der sogenannten
Falltiere inklusive ihrer Todesursache, z. B. im Rahmen einer Erweiterung
der HIT-Datenbank (Herkunftssicherungs- und Informationssystem
Tiere), geplant, und wenn nein, welche sind die Gründe?
Berlin, den 22. Januar 2026
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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