Zivile und militärische Satelliten-Förderung und Dual-Use
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Zivile und militärische Satelliten-Förderung und Dual-Use
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3988
21. Wahlperiode 04.02.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Adam Balten, Nicole Höchst, Dr. Michael Kaufmann,
Dr. Christian Birghan, Dr. Ingo Hahn, Andreas Mayer, Stefan Schröder, Sergej
Minich, Robin Jünger, Martin Reichardt, Dr. Paul Schmidt, René Bochmann, Sven
Wendorf, Maximilian Kneller und der Fraktion der AfD
Zivile und militärische Satellitenförderung und Dual-Use
Die Weltrauminfrastruktur ist Teil der kritischen Infrastruktur und spielt eine
wesentliche Rolle für Wirtschaft, Gesellschaft, Sicherheit sowie die
Handlungsfähigkeit des Staates. Vor dem Hintergrund globaler geopolitischer Spannungen
ist die Fähigkeit, Weltraumsysteme zu schützen und zu nutzen, von zentraler
Bedeutung: Die strategische Dimension des Weltraums wird in der Nationalen
Sicherheitsstrategie ausdrücklich hervorgehoben (www.bundeswirtschaftsminis
terium.de/Redaktion/DE/Publikationen/Technologie/20230927-raumfahrtstrate
gie-breg.pdf?__blob=publicationFile&v=1).
Angesichts der hohen Investitionen in militärische Weltraumressourcen –
Deutschland plant eine in den Augen der Fragesteller beispiellose Investition
von 35 Mrd. Euro in den nächsten fünf Jahren in militärische
Weltraumressourcen – und der steigenden strategischen Relevanz stellt sich den Fragestellern
die Frage nach der effizienten Nutzung und den Synergien zwischen
militärischen und zivilen Weltraumprogrammen (www.zeit.de/politik/deutschland/202
5-09/bundesregierung-35-milliarden-weltraum-sicherheit).
Die Bundesregierung hat in ihrer Raumfahrtstrategie die Absicht erklärt,
Synergien durch Dual-Use-Ansätze bei der Entwicklung neuer Technologien zu
nutzen. Ziel ist es, die zivil-militärische Zusammenarbeit zu stärken, um
gemeinsame Nutzungssynergien beim Betrieb und bei der Bereitstellung von
Weltrauminfrastrukturen zu schaffen (www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redak
tion/DE/Publikationen/Technologie/20230927-raumfahrtstrategie-breg.pdf?__b
lob=publicationFile&v=1).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Gibt es Möglichkeiten, Satelliten, die für die Bundeswehr genutzt werden,
auch für zivile Zwecke einzusetzen, wenn ja, welche wären das, und wie
schätzt die Bundesregierung den wirtschaftlichen Effekt ein?
2. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung für Unternehmen aus der
Privatwirtschaft die Möglichkeit, zivile Anwendungen auf Satelliten der
Bundeswehr zu koppeln, wie dies beim Global Positioning System (GPS) zu
sehen ist?
3. Gewährt die Bundesregierung Subventionen oder stellt sie spezielle
Förderprogramme für Forschung und Technologien im Bereich der Dual-Use-
Satelliten zur Verfügung?
4. Welche Schlüsselkomponenten und Industrien sind für die
Funktionstüchtigkeit der deutschen Satellitensysteme nach Ansicht der Bundesregierung
von grundlegender Bedeutung, werden diese gefördert, wenn ja, wie, und
wenn nein, warum nicht?
5. Welche rechtlichen oder organisatorischen Hindernisse stehen nach
Auffassung der Bundesregierung einer intensiveren zivilen Mitnutzung
militärischer Satellitensysteme in Deutschland entgegen, und wie könnten diese
beseitigt werden?
6. Hat sich die Bundesregierung – insbesondere vor dem Hintergrund der
Hightech Agenda Deutschland und der Raumfahrt „Made in Germany“ –
zum Themenkomplex des Dual-Use eine eigene Auffassung gebildet, wenn
ja, welche, und wie schätzt die Bundesregierung ggf. das Potenzial der
ursprünglich zivil dominierten Forschung für den militärischen Bereich ein?
7. Hat sich die Bundesregierung eine aktuelle Position zum Thema
Zivilklauseln, die Kooperationen zwischen Hochschulen und der Sicherheits- und
Verteidigungsindustrie einschränken, gebildet, wenn ja, welche, und –
insbesondere im Bereich Raumfahrttechnik – stuft die Bundesregierung diese
ggf. als sinnvoll oder als Innovationshemmnis ein?
Berlin, den 26. Januar 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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