Strategie zur Förderung der Technik aus der Raumfahrttechnologie zu Verteidigungszwecken (Antwort zu Drs. 21/1186)
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Strategie zur Förderung der Technik aus der Raumfahrttechnologie zu Verteidigungszwecken (Antwort zu Drs. 21/1186)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1474
21. Wahlperiode 04.09.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Maximilian Kneller, Nicole Höchst,
Dr. Michael Kaufmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/1186 –
Strategie zur Förderung der Technik aus der Raumfahrttechnologie zu
Verteidigungszwecken
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Im Jahr 2024 konnte die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie ein
Umsatzwachstum von 13 Prozent verzeichnen. Das Umsatzvolumen von 52 Mrd.
Euro teilt sich in 39 Mrd. Euro für die zivile Luftfahrt, 10 Mrd. Euro für die
wehrtechnische Industrie und 3 Mrd. Euro für die Raumfahrt auf. Durch den
Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) wird
gefordert, dass Investitionen des Bundes in die Raumfahrttechnologie sowie die
wehrtechnische Industrie und deren Forschung konsequent in heimische
Unternehmen erfolgen. In der Branche werden rund 120 000 Personen
beschäftigt und derzeit jährlich etwa 3,6 Mrd. Euro in Entwicklung und Forschung
investiert (www.wiwo.de/dpa/hochtechnologie-luft-und-raumfahrtindustrie-wi
ll-groessere-rolle-bei-ruestung/30343818.html).
Deutschland ist schon heute als Industrienation im hohen Maße auf
weltraumgestützte Services angewiesen. Auch die Verteidigungsfähigkeit der
Bundeswehr hängt im hohen Maße, z. B. in den Bereichen Aufklärung und
Führungsunterstützung beispielsweise durch gesicherte Kommunikation und
Navigation, von weltraumgestützten Fähigkeiten ab. Das Zukunftsthema der
satellitengestützten Frühwarnung gegen Hyperschall- und ballistische Flugkörper muss
nach Ansicht der Fragesteller als zentrales Element des Schutzes Deutschlands
mit besonderer Priorität entwickelt werden. Die gesamtheitliche Bedeutung
kritischer Infrastruktur im Weltraum erfordert darüber hinaus ein umfassendes
Weltraumlagebild.
Durch die Luft- und Raumfahrtbranche werden aktuelle Erkenntnisse
gewonnen, welche ihren Einsatz in Kampfflugzeugen und
Luftverteidigungssystemen finden und somit die nationale Souveränität und eine verbesserte
Einsatzfähigkeit der Bundeswehr stärken. Um eine Erhaltung und einen möglichen
Ausbau der Branche zu sichern, betont der Bundesverband der Deutschen
Luft- und Raumfahrtindustrie die Notwendigkeit einer teilweisen Investition
des Sondervermögens für Verteidigung in hiesige Unternehmen zur Stärkung
der Branche und der damit angenommenen Effekte (www.bdli.de/).
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Verteidigung
vom 3. September 2025 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bundesregierung nimmt die Vorbemerkung der Fragesteller zur Kenntnis.
Sie stimmt weder den darin enthaltenen Wertungen zu noch bestätigt sie die
darin enthaltenen Feststellungen oder dargestellten Sachverhalte.
Die Bundesregierung sieht die Raumfahrt und die damit verbundenen
Technologien als strategisch an, insbesondere auch für Verteidigungszwecke. Die
Aufnahme in die Nationale Sicherheits- und Verteidigungsindustriestrategie
bekräftigt diese Ansicht. Dabei steht für die Bundesregierung nicht nur die Stärkung
der deutschen Industrie im Vordergrund, sondern aufgrund der im
Raumfahrtbereich herrschenden Internationalität sieht die Bundesregierung
Kooperationen als unbedingt nötig und zielführend an.
Die Förderung von Technologien und Unternehmen der Raumfahrt zu
Verteidigungszwecken orientieren sich primär am Bedarf der Bundeswehr und anderer
mit Sicherheitsaufgaben betrauter Organisationen.
1. In welchem finanziellen Umfang plant die Bundesregierung, Teile des
Sondervermögens für die wehrtechnische Industrie im Bereich von Luft-
und Raumfahrttechnologie einzusetzen?
Es wird auf die als „VS-Vertraulich“ eingestuften Geheimen
Erläuterungsblätter zu den jeweiligen Wirtschaftsplänen zum Sondervermögen verwiesen.
2. Plant die Bundesregierung, die Forschung im Bereich Luft- und
Raumfahrt für wehrtechnisch-industriebezogene Zwecke zu fördern?
a) Wenn ja, welche konkreten Maßnahmen sieht die Bundesregierung
vor, um die Forschung im Bereich Luft- und Raumfahrt für
wehrtechnisch-industriebezogene Zwecke zu fördern?
b) Wenn ja, in welchem finanziellen Umfang soll die Forschung
gefördert werden?
c) Wenn nein, weshalb sieht die Bundesregierung hierfür keinen
Bedarf?
3. Gibt es bereits laufende Maßnahmen, bei denen die Forschung für Luft-
und Raumfahrt explizit für die wehrtechnische Industrie gefördert wird?
a) Wenn ja, welche Maßnahmen sind das, und mit welchem Volumen
werden diese jeweils gefördert?
b) Wenn nein, weshalb sah die Bundesregierung bis zum heutigen
Zeitpunkt keine Notwendigkeit einer Förderung für Forschung im
Bereich der Luft- und Raumfahrt für die wehrtechnische Industrie?
Die Fragen 2 bis 2c und 3 bis 3b werden gemeinsam beantwortet.
Forschung im Sinne der Fragestellung wird weiterhin im Rahmen von
konkreten projektbezogenen Einzelverträgen bzw. -projekten oder im Rahmen
grundfinanzierter Forschung durchgeführt.
4. Verfolgt die Bundesregierung Pläne, in Deutschland kleine und
mittelständische Unternehmen durch gezielte Förderung im Bereich der Luft-
und Raumfahrt für Zwecke der wehrtechnischen Industrie einzubinden?
a) Wenn ja, welche konkreten Pläne sieht die Bundesregierung dazu
vor?
b) Wenn nein, warum hält die Bundesregierung derartige Maßnahmen
für entbehrlich?
Die Fragen 4 bis 4b werden gemeinsam beantwortet.
Eine Förderung im Sinne der Fragestellung erfolgt zweckbezogen mit Blick auf
den Fähigkeitsbedarf der Bundeswehr.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu den Fragen 2 bis 2c verwiesen.
5. Sieht die Bundesregierung die Notwendigkeit, dass die Branche der Luft-
und Raumfahrt für Zwecke der wehrtechnischen Industrie einen
ausreichenden Zugriff und eine entsprechende Verfügbarkeit von essenziellen
Rohstoffen und anderen wichtigen Komponenten für die Produktion
besitzt?
a) Wenn ja, welche Maßnahmen sieht die Bundesregierung vor, um eine
entsprechende Verfügbarkeit zu sichern?
b) Wenn nein, weshalb sieht die Bundesregierung hier keine
Notwendigkeit, Maßnahmen zu ergreifen?
Die Fragen 5 bis 5b werden gemeinsam beantwortet.
Die Verfügbarkeit von essenziellen Rohstoffen und anderen wichtigen
Komponenten ist für die wehrtechnische Industrie unerlässlich Rohstoffe und
Komponenten im Sinne der Fragestellung sind grundsätzlich marktverfügbar. Die
Bundesregierung ergreift darüber hinaus in einem gesamteuropäischen Ansatz
Maßnahmen, um die Diversifizierung und Resilienz von Lieferketten, in der
Gesamtheit von Rohstoffen über Einzelteile des kritischen Pfades bis hin zur
Software, zu stärken und unterstützt die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie
beim Aufbau resilienter Strukturen.
6. Wie bewertet die Bundesregierung die Wettbewerbsfähigkeit der
heimischen Branche für Luft- und Raumfahrt für die wehrtechnische Industrie
im Vergleich zu den anderen internationalen Wettbewerbern?
Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie ist mit internationaler
Technologieführerschaft wettbewerbs- und beitragsfähig. im Sinne der Fragestellung.
7. In welcher Position sieht sich die Bundesregierung innerhalb der
Europäischen Weltraumorganisation (ESA; vgl. www.esa.int/About_Us/ESA_P
ublications/ESA_Convention_Booklets), und welche möchte sie künftig
einnehmen?
Deutschland ist einer der größten Beitragszahler der ESA und nimmt eine
führende Rolle ein. Auch in Zukunft wird Deutschland mit seinen Beiträgen an die
ESA die Raumfahrt maßgeblich beeinflussen.
8. Betreibt oder fördert die Bundesregierung derzeit internationale
Kooperationen im Bereich der Luft- und Raumfahrt für Zwecke der
wehrtechnischen Industrie?
a) Wenn ja, welche konkreten Kooperationen sieht die Bundesregierung
im Einzelnen vor?
b) Wenn nein, weshalb sieht die Bundesregierung keine Notwendigkeit
für internationale Kooperationen im Bereich der Luft- und
Raumfahrt für Zwecke der wehrtechnischen Industrie?
Die Fragen 8 bis 8b werden gemeinsam beantwortet.
Die Bundesregierung unterstützt internationale Kooperationen im Bereich der
Luft- und Raumfahrt durch Einzelprojekte.
9. Sieht die Bundesregierung Maßnahmen vor, die zivile und die
militärische Luft- und Raumfahrt in ihrer Zusammenarbeit untereinander zu
stärken und Synergien zu nutzen?
Ja.
10. Welche Strategien verfolgt die Bundesregierung, um die Attraktivität im
Bereich der Luft- und Raumfahrt für Arbeitnehmer zu steigern, in Bezug
auf Fachkräfte wie Ingenieure?
Die Bundesregierung fördert Arbeitsplätze mit einem breiten Portfolio an
Maßnahmen. Darüber hinaus sind auch die Unternehmen gefordert, attraktive
Arbeitsbedingungen und die Ausbildung von Fach- und Nachwuchskräften zu
gewährleisten.
11. Sieht die Bundesregierung Maßnahmen vor, die Hürden von
bürokratischen Umständen im Bereich der Luft- und Raumfahrt vermindern, um
somit die Unternehmen zu entlasten?
a) Wenn ja, mit welchen konkreten Maßnahmen möchte die
Bundesregierung das Vorhaben umzusetzen?
b) Wenn ja, welche Maßnahmen sollen konkret für kleine und
mittelständische Unternehmen ergriffen werden?
c) Wenn nein, weshalb sieht die Bundesregierung keinen
Handlungsbedarf in diesem Bereich?
Die Fragen 11 bis 11c werden gemeinsam beantwortet.
Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, die Bürokratielasten nicht nur für
einzelne Branchen, sondern für die gesamte Wirtschaft und dabei insbesondere
auch für kleine und mittlere Unternehmen auf ein notwendiges Mindestmaß zu
reduzieren. Hinsichtlich der geplanten Bürokratierückbaumaßnahmen wird auf
den Koalitionsvertrag verwiesen. Mit diesen Maßnahmen sollen auch die Luft-
und Raumfahrtunternehmen entlastet werden.
12. Sieht die Bundesregierung sich veranlasst, deutsche Unternehmen im
Bereich der Luft- und Raumfahrt bei der Expansion in ausländische Märkte
zu unterstützen?
a) Wenn ja, mit welchen Mitteln soll das geschehen?
b) Wenn nein, warum sieht die Bundesregierung hier keinen
Handlungsbedarf?
Die Fragen 12 bis 12b werden gemeinsam beantwortet.
Die Bundesregierung unterstützt Unternehmen der Luft- und
Raumfahrtindustrie bei der Expansion in ausländische Märkte etwa im Rahmen des
Markterschließungsprogramms (MEP) des Bundesministeriums für Wirtschaft und
Energie. Zudem stehen das Netz aus Auslandshandelskammern und die GTAI
(Germany Trade & Invest – Gesellschaft für Außenwirtschaft und
Standortmarketing mbH) als Ansprechpartner für Unternehmen der Branche zur Verfügung.
Mit dem Außenwirtschaftsförderinstrument der Exportkreditgarantien,
insbesondere der Airbusgarantie (mehr Informationen unter: www.exportkreditgaran
tien.de/de/produkte/fuer-banken/ergaenzende-spezifische-absicherung/produktu
ebersicht/airbusgarantie.html), können Finanzierungen zum Erwerb von
Flugzeugen und Hubschraubern abgesichert und damit für ausländische Käufer
vergünstigt werden.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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