Strategie zur Förderung der Technik aus der Raumfahrttechnologie zu Verteidigungszwecken
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Strategie zur Förderung der Technik aus der Raumfahrttechnologie zu Verteidigungszwecken
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1186
21. Wahlperiode 11.08.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Maximilian Kneller, Nicole Höchst, Dr. Michael Kaufmann,
Adam Balten, Dr. Christoph Birghan, Dr. Ingo Hahn, Andreas Mayer, Stefan
Schröder, Sergej Minich, Robin Jünger, Martin Reichardt, Dr. Paul Schmidt,
René Bochmann, Sven Wendorf, Raimond Scheirich, Christian Reck, Dr. Malte
Kaufmann, Bernd Schattner, Leif-Erik Holm und der Fraktion der AfD
Strategie zur Förderung der Technik aus der Raumfahrttechnologie zu
Verteidigungszwecken
Im Jahr 2024 konnte die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie ein
Umsatzwachstum von 13 Prozent verzeichnen. Das Umsatzvolumen von 52 Mrd. Euro
teilt sich in 39 Mrd. Euro für die zivile Luftfahrt, 10 Mrd. Euro für die
wehrtechnische Industrie und 3 Mrd. Euro für die Raumfahrt auf. Durch den
Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) wird
gefordert, dass Investitionen des Bundes in die Raumfahrttechnologie sowie die
wehrtechnische Industrie und deren Forschung konsequent in heimische
Unternehmen erfolgen. In der Branche werden rund 120 000 Personen beschäftigt
und derzeit jährlich etwa 3,6 Mrd. Euro in Entwicklung und Forschung
investiert (www.wiwo.de/dpa/hochtechnologie-luft-und-raumfahrtindustrie-will-groe
ssere-rolle-bei-ruestung/30343818.html).
Deutschland ist schon heute als Industrienation im hohen Maße auf
weltraumgestützte Services angewiesen. Auch die Verteidigungsfähigkeit der
Bundeswehr hängt im hohen Maße, z. B. in den Bereichen Aufklärung und
Führungsunterstützung beispielsweise durch gesicherte Kommunikation und Navigation,
von weltraumgestützten Fähigkeiten ab. Das Zukunftsthema der
satellitengestützten Frühwarnung gegen Hyperschall- und ballistische Flugkörper muss
nach Ansicht der Fragesteller als zentrales Element des Schutzes Deutschlands
mit besonderer Priorität entwickelt werden. Die gesamtheitliche Bedeutung
kritischer Infrastruktur im Weltraum erfordert darüber hinaus ein umfassendes
Weltraumlagebild.
Durch die Luft- und Raumfahrtbranche werden aktuelle Erkenntnisse
gewonnen, welche ihren Einsatz in Kampfflugzeugen und Luftverteidigungssystemen
finden und somit die nationale Souveränität und eine verbesserte
Einsatzfähigkeit der Bundeswehr stärken. Um eine Erhaltung und einen möglichen Ausbau
der Branche zu sichern, betont der Bundesverband der Deutschen Luft- und
Raumfahrtindustrie die Notwendigkeit einer teilweisen Investition des
Sondervermögens für Verteidigung in hiesige Unternehmen zur Stärkung der Branche
und der damit angenommenen Effekte (www.bdli.de/).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. In welchem finanziellen Umfang plant die Bundesregierung, Teile des
Sondervermögens für die wehrtechnische Industrie im Bereich von Luft-
und Raumfahrttechnologie einzusetzen?
2. Plant die Bundesregierung, die Forschung im Bereich Luft- und
Raumfahrt für wehrtechnisch-industriebezogene Zwecke zu fördern?
a) Wenn ja, welche konkreten Maßnahmen sieht die Bundesregierung
vor, um die Forschung im Bereich Luft- und Raumfahrt für
wehrtechnisch-industriebezogene Zwecke zu fördern?
b) Wenn ja, in welchem finanziellen Umfang soll die Forschung
gefördert werden?
c) Wenn nein, weshalb sieht die Bundesregierung hierfür keinen Bedarf?
3. Gibt es bereits laufende Maßnahmen, bei denen die Forschung für Luft-
und Raumfahrt explizit für die wehrtechnische Industrie gefördert wird?
a) Wenn ja, welche Maßnahmen sind das, und mit welchem Volumen
werden diese jeweils gefördert?
b) Wenn nein, weshalb sah die Bundesregierung bis zum heutigen
Zeitpunkt keine Notwendigkeit einer Förderung für Forschung im Bereich
der Luft- und Raumfahrt für die wehrtechnische Industrie?
4. Verfolgt die Bundesregierung Pläne, in Deutschland kleine und
mittelständische Unternehmen durch gezielte Förderung im Bereich der Luft- und
Raumfahrt für Zwecke der wehrtechnischen Industrie einzubinden?
a) Wenn ja, welche konkreten Pläne sieht die Bundesregierung dazu vor?
b) Wenn nein, warum hält die Bundesregierung derartige Maßnahmen für
entbehrlich?
5. Sieht die Bundesregierung die Notwendigkeit, dass die Branche der Luft-
und Raumfahrt für Zwecke der wehrtechnischen Industrie einen
ausreichenden Zugriff und eine entsprechende Verfügbarkeit von essenziellen
Rohstoffen und anderen wichtigen Komponenten für die Produktion
besitzt?
a) Wenn ja, welche Maßnahmen sieht die Bundesregierung vor, um eine
entsprechende Verfügbarkeit zu sichern?
b) Wenn nein, weshalb sieht die Bundesregierung hier keine
Notwendigkeit, Maßnahmen zu ergreifen?
6. Wie bewertet die Bundesregierung die Wettbewerbsfähigkeit der
heimischen Branche für Luft- und Raumfahrt für die wehrtechnische Industrie
im Vergleich zu den anderen internationalen Wettbewerbern?
7. In welcher Position sieht sich die Bundesregierung innerhalb der
Europäischen Weltraumorganisation (ESA; vgl. www.esa.int/About_Us/ESA_Pu
blications/ESA_Convention_Booklets), und welche möchte sie künftig
einnehmen?
8. Betreibt oder fördert die Bundesregierung derzeit internationale
Kooperationen im Bereich der Luft- und Raumfahrt für Zwecke der
wehrtechnischen Industrie?
a) Wenn ja, welche konkreten Kooperationen sieht die Bundesregierung
im Einzelnen vor?
b) Wenn nein, weshalb sieht die Bundesregierung keine Notwendigkeit
für internationale Kooperationen im Bereich der Luft- und Raumfahrt
für Zwecke der wehrtechnischen Industrie?
9. Sieht die Bundesregierung Maßnahmen vor, die zivile und die militärische
Luft- und Raumfahrt in ihrer Zusammenarbeit untereinander zu stärken
und Synergien zu nutzen?
10. Welche Strategien verfolgt die Bundesregierung, um die Attraktivität im
Bereich der Luft- und Raumfahrt für Arbeitnehmer zu steigern, in Bezug
auf Fachkräfte wie Ingenieure?
11. Sieht die Bundesregierung Maßnahmen vor, die Hürden von
bürokratischen Umständen im Bereich der Luft- und Raumfahrt vermindern, um
somit die Unternehmen zu entlasten?
a) Wenn ja, mit welchen konkreten Maßnahmen möchte die
Bundesregierung das Vorhaben umzusetzen?
b) Wenn ja, welche Maßnahmen sollen konkret für kleine und
mittelständische Unternehmen ergriffen werden?
c) Wenn nein, weshalb sieht die Bundesregierung keinen
Handlungsbedarf in diesem Bereich?
12. Sieht die Bundesregierung sich veranlasst, deutsche Unternehmen im
Bereich der Luft- und Raumfahrt bei der Expansion in ausländische Märkte
zu unterstützen?
a) Wenn ja, mit welchen Mitteln soll das geschehen?
b) Wenn nein, warum sieht die Bundesregierung hier keinen
Handlungsbedarf?
Berlin, den 29. Juli 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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