Projekte des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung "Stärkung der Rechte von Transsexuellen" sowie "Stärkung der Rechte der Transsexuellen-Bevölkerung in Vietnam (Fortführung)"
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Projekte des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung "Stärkung der Rechte von Transsexuellen" sowie "Stärkung der Rechte der Transsexuellen-Bevölkerung in Vietnam (Fortführung)"
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3742
21. Wahlperiode 21.01.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Rocco Kever, Matthias Rentzsch, Johann Martel, Denis
Pauli, Arne Raue, Martina Uhr, Dr. Malte Kaufmann, Dr. Alexander Wolf und
der Fraktion der AfD
Projekte des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung „Stärkung der Rechte von Transsexuellen“ sowie „Stärkung
der Rechte der Transsexuellen-Bevölkerung in Vietnam (Fortführung)“
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ) förderte zwei aufeinanderfolgende Projekte zur Stärkung der Rechte
von „Transsexuellen“ in Vietnam. Das Projekt „Stärkung der Rechte von
Transsexuellen“ (IATI-Maßnahmen-ID [IATI = International Aid Transparency
Initiative]: DE-1-201774082) lief von Juli 2017 bis September 2019 mit einem
Zuschuss von 163 868 Euro, der vollständig ausgezahlt wurde (vgl. www.trans
parenzportal.bund.de/de/detailsuche/DE-1-201774082). Die
Durchführungsorganisation war die Evangelische Zentralstelle für Entwicklungshilfe e. V. (EZE)
und eine Evaluierung fand nicht statt (a. a. O.).
Als Fortsetzung folgte das Projekt „Stärkung der Rechte der Transsexuellen-
Bevölkerung in Vietnam (Fortführung)“ (IATI-Maßnahmen-ID:
DE-1-201974559) von Oktober 2019 bis Dezember 2022 mit einem Zuschuss
von 400 000 Euro, von dem 371 131,80 Euro ausgezahlt wurden (vgl. www.tra
nsparenzportal.bund.de/de/detailsuche/DE-1-201974559). Auch hier war die
EZE Durchführungsorganisation und eine Evaluierung erfolgte nicht (a. a. O.).
Beide Vorhaben zusammen umfassen nach Berechnung der Fragesteller ein
Gesamtvolumen von 563 868 Euro (berechnet aus den angegebenen Beträgen).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Nach welchen spezifischen Kriterien und Bedarfsanalysen wurde die
Förderung der Rechte von Transsexuellen in Vietnam priorisiert, und warum
wurde dieses Thema gegenüber anderen entwicklungspolitischen
Schwerpunkten (z. B. Armutsbekämpfung, Bildung, Gesundheit) bevorzugt (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
2. Welche detaillierte Aufschlüsselung der Verwaltungskosten der EZE liegt
für beide Projekte vor, inklusive Personalkosten, Reisekosten, Bürokosten
und sonstiger Verwaltungsaufwendungen (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller; bitte absolut und prozentual zum Gesamtvolumen angeben)?
3. Gab es neben der EZE weitere nationale oder internationale Kofinanzierer
oder Partnerorganisationen, und wenn ja, mit welchen Beiträgen und
Rollen waren diese beteiligt (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
4. Welche lokalen Umsetzungspartner oder Nichtregierungsorganisationen
(NGOs) in Vietnam wurden konkret eingebunden, und nach welchen Due-
Diligence-Verfahren wurden diese ausgewählt (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
5. Inwiefern wurde vor Projektstart ggf. eine Analyse der kulturellen
Sensibilität und gesellschaftlichen Akzeptanz von Transsexualität in Vietnam
durchgeführt, und welche Risiken mangelnder lokaler Akzeptanz wurden
identifiziert (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
6. Welche quantifizierbaren Ergebnisse (z. B. Anzahl erreichter Personen,
gesetzliche Verbesserungen, durchgeführte Veranstaltungen) wurden in
den Projekten erzielt, und wie wurden diese gemessen (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
7. Warum wurde auf eine unabhängige Evaluierung beider Projekte
verzichtet, und plant die Bundesregierung nachträgliche Evaluierungen zur
Prüfung von Wirksamkeit und Nachhaltigkeit (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
8. Hat sich die Bundesregierung mit dem Risiko auseinandergesetzt, dass die
Förderung westlicher Geschlechterkonzepte in Vietnam als kultureller
Imperialismus wahrgenommen werden und den Ruf Deutschlands als
Entwicklungspartner schädigen kann, und wenn ja, welche
Schlussfolgerungen zieht sie daraus für ihr eigenes Handeln (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
9. Welche Mechanismen zur Korruptionsprävention und Mittelkontrolle
wurden ggf. eingesetzt, und welche Erkenntnisse ergaben diese
hinsichtlich der Verwendung der insgesamt 563 868 Euro an ausgezahlten Mitteln
(vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
10. Wie viele direkte Begünstigte (z. B. transsexuelle Personen, Aktivisten,
Behördenvertreter) wurden erreicht, und wie wurde die Nachhaltigkeit der
Maßnahmen nach Projektende sichergestellt (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
11. Warum wurde die Evangelische Zentralstelle für Entwicklungshilfe e. V.
als Durchführungsorganisation ausgewählt, und welche Alternativen
wurden ggf. geprüft (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
12. Berücksichtigten die Projekte die politische Situation in Vietnam (z. B.
Einschränkungen der Zivilgesellschaft), wenn ja, inwiefern, und welche
Anpassungen erfolgten bei identifizierten Risiken ggf. (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
13. Welche alternativen Länder oder Themen wurden vor der Entscheidung
für Vietnam und dieses spezifische Menschenrechtsthema ggf. geprüft
(vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
14. Wie hoch waren die Kosten für deutsche oder internationale Experten
(z. B. Reisen, Honorare) im Verhältnis zu den direkten Maßnahmen vor
Ort (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
15. Welche Rückmeldungen vietnamesischer Behörden oder lokaler
Stakeholder zu den Projekten liegen ggf. vor, und wie wurde eventuelle Kritik
bearbeitet (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
16. Wie wird die langfristige Wirkung der Projekte auf die Rechte
transsexueller Personen in Vietnam seitens der Bundesregierung aktuell bewertet
(vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
17. Gab es Folgeprojekte oder Anschlussmaßnahmen nach 2022, und wenn ja,
mit welchem Volumen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
18. Welche Indikatoren und Wirkungsketten wurden für die Projekte definiert,
und wie wurden Fortschritte dokumentiert (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
19. Plant die Bundesregierung weitere Projekte zur Förderung von
„Transsexuellen“ in kulturell konservativen Ländern, und wenn ja, mit welchen
Maßnahmen zur Sicherstellung kultureller Sensibilität (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
Berlin, den 19. Januar 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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