Finanzierung der Amadeu Antonio Stiftung durch Bundesmittel
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Finanzierung der Amadeu Antonio Stiftung durch Bundesmittel
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3498
21. Wahlperiode 06.01.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Birgit Bessin, Martin Reichardt, Sebastian Maack, Gereon
Bollmann, Dr. Götz Frömming, Kerstin Przygodda, Angela Rudzka, Christian
Zaum, Dr. Anna Rathert, Nicole Höchst, Beatrix von Storch, Tobias Ebenberger,
Jan Feser, Claudia Weiss, Otto Strauß, Martina Kempf, Lukas Rehm, Johann
Martel, Sascha Lensing und der Fraktion der AfD
Finanzierung der Amadeu Antonio Stiftung durch Bundesmittel
Die im Jahr 2024 mit einem siebenstelligen Betrag durch Bundesmittel
geförderte Amadeu Antonio Stiftung (Antwort auf die Schriftliche Frage 109 auf
Bundestagsdrucksache 21/2665, S. 70) setzt sich nach eigenen Angaben „für
eine demokratische Zivilgesellschaft“ ein, die sich konsequent „gegen
Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus“ stellt (www.amadeu-antonio-stif
tung.de/ueber-uns). Die Gründerin und langjährige Vorstandsvorsitzende ist die
von der Stiftung als „Vorkämpferin der demokratischen Zivilgesellschaft“
bezeichnete Autorin und Publizistin Anetta Kahane (www.amadeu-antonio-stiftun
g.de/ueber-uns/gremien/die-gruenderin-anetta-kahane), die in der
Vergangenheit für den Staatssicherheitsdienst der DDR arbeitete (www.nzz.ch/feuilleton/a
netta-kahane-ex-stasi-mitarbeiterin-soll-ueber-ddr-antisemitismus-referieren-ld.
1514463).
Das vermeintliche Eintreten der Stiftung für eine „demokratische“
Zivilgesellschaft ist nach Auffassung der Fragesteller nicht nur wegen dieses personellen
Hintergrunds fragwürdig, sondern auch weil die Stiftung etwa in einer
Pressemitteilung zum einen ein Verbotsverfahren gegen die AfD fordert und zum
anderen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausdrücklich zum Verzicht auf
Neutralität gegenüber der AfD aufruft (www.amadeu-antonio-stiftung.de/pressemitt
eilungen/afd-gesichert-rechtsextrem-amadeu-antonio-stiftung-fordert-weitreich
ende-konsequenzen). Ähnliches gilt für das Verhalten der Stiftung im
Zusammenhang mit einem Faltblatt des Berliner Bezirksverbands Treptow-Köpenick
der Partei DIE LINKE, das sich gegen das Medium „Apollo News“ richtete:
Unter dem Titel „Rechten Medien auf die Tasten treten“ forderte das Faltblatt,
Alt-Treptow für das Medium „ungemütlich“ zu machen ,und nannte den
konkreten Standort der Redaktion (https://apollo-news.net/auf-die-tasten-treten-lin
kspartei-ruft-dazu-auf-apollo-news-aus-seinen-redaktionsraeumen-zu-vertre
iben). Ungeachtet dieser Sprache und Vorgehensweise war Kira A., Journalistin
bei Beltower.News – einem Projekt der Stiftung – am 30. September 2025 zu
Gast bei der Podiumsdiskussion der Stiftung, die mit dem betreffenden Faltblatt
beworben wurde (www.amadeu-antonio-stiftung.de/apollo-news-so-wird-aus-e
inem-inszenierten-skandal-eine-hasswelle-gegen-die-zivilgesellschaft-150425).
Die Wortwahl „Rechten Medien auf die Tasten treten“ verteidigt die Stiftung
ausdrücklich: Es handle sich lediglich um „eine Metapher“ (www.amadeu-anto
nio-stiftung.de/apollo-news-so-wird-aus-einem-inszenierten-skandal-eine-hass
welle-gegen-die-zivilgesellschaft-150425).
Aufgrund der nach Auffassung der Fragesteller tendenziösen Ausrichtung der
Amadeu Antonio Stiftung ist eine bestmögliche Transparenz bei der
Verwendung der Bundeszuwendungen durch die Stiftung unabdingbar. In diesem Sinne
soll diese Kleine Anfrage einen Beitrag leisten.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche konkreten Projekte, Maßnahmen oder Programme der Amadeu
Antonio Stiftung wurden seit dem Jahr 2015 aus Bundesmitteln gefördert
(bitte alle Projekte, Maßnahmen oder Programme mit jeweiliger
Bezeichnung, Fördersumme, Laufzeit und Zuwendungsgeber tabellarisch
darstellen)?
2. Hat die Bundesregierung der Amadeu Antonio Stiftung seit 2015
Zuwendungen in der Form einer institutionellen Förderung zukommen lassen, und
wenn ja, wann (bitte nach Jahr und Summe aufschlüsseln)?
3. Wurden konkrete Projekte, Maßnahmen oder Programme der Amadeu
Antonio Stiftung seit dem Jahr 2015 nach Kenntnis der Bundesregierung von
den Ländern gefördert, und wenn ja, welche (bitte alle Projekte,
Maßnahmen oder Programme mit jeweiliger Bezeichnung, Fördersumme, Laufzeit
und Zuwendungsgeber tabellarisch darstellen)?
4. Wurden konkrete Projekte, Maßnahmen oder Programme der Amadeu
Antonio Stiftung seit dem Jahr 2015 nach Kenntnis der Bundesregierung von
der Europäischen Union (EU) gefördert, und wenn ja, welche (bitte alle
Projekte, Maßnahmen oder Programme mit jeweiliger Bezeichnung,
Fördersumme, Laufzeit und Zuwendungsgeber tabellarisch darstellen)?
5. Wie verteilen sich die bewilligten Mittel nach Kenntnis der
Bundesregierung auf die folgenden Kategorien
a) Personalkosten,
b) Werbung, Öffentlichkeitsarbeit,
c) Veranstaltungen,
d) Sachkosten (z. B. Mieten, Geräte, Verbrauchsmaterialien),
e) projektbezogene Arbeit,
f) sonstige Kosten
(bitte jeweils angeben, welche Geldbeträge für welche Zwecke
aufgewendet wurden, die sich nicht in die in den Fragen 5a bis 5e genannten
Kategorien einordnen lassen)?
6. Welche Kontroll- und Nachweisverfahren bestehen gegenüber der Amadeu
Antonio Stiftung zur Prüfung der sachgerechten Mittelverwendung, und in
wie vielen Fällen seit 2015 wurden ggf. Fehler oder Versäumnisse
festgestellt, die Anlass zu Beanstandungen gaben?
7. Welche Mitarbeiterzahl hatte die Amadeu Antonio Stiftung nach Kenntnis
der Bundesregierung jeweils in den Jahren 2015 bis 2025?
8. Wurden externe Dienstleister (Agenturen, Beratungen, Werbefirmen) nach
Kenntnis der Bundesregierung im Rahmen der geförderten Projekte von der
Amadeu Antonio Stiftung beauftragt, und wenn ja, in welchem finanziellen
Umfang jeweils (bitte nach Namen und Sitz des Dienstleisters, Projekttitel,
Summe und Jahr auflisten)?
9. Liegen der Bundesregierung Kenntnisse über Kooperationen der Amadeu
Antonio Stiftung mit parteinahen Stiftungen, parteipolitischen
Jugendorganisationen oder sonstigen Akteuren mit explizitem parteipolitischem Bezug
vor, und wenn ja, welche?
Berlin, den 5. Januar 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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