Nachfragen zur Unterstützung der Initiative "Made for Germany"
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Nachfragen zur Unterstützung der Initiative "Made for Germany"
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1006
21. Wahlperiode 28.08.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Andreas Mayer, Leif-Erik Holm, Manfred Schiller, Raimond
Scheirich, Dr. Malte Kaufmann, Marc Bernhard, Bernd Schattner, Uwe Schulz und
der Fraktion der AfD
Nachfragen zur Unterstützung der Initiative „Made for Germany“
Bundeskanzler Friedrich Merz, der Bundesminister der Finanzen, Lars
Klingbeil, und die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina
Reiche, haben sich am 21. Juli 2025 mit Vertretern aus der Wirtschaft bzw. der
Initiative „Made for Germany” („M4G“) im Bundeskanzleramt getroffen
(www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/statement-kanzler-made-for-germa
ny-2366322). Der Bundeskanzler gab in seinem Statement zusammen mit
einigen Vertretern der Initiative im Nachgang des Treffens an, dass die Vertreter
der Initiative über viele Investitionsvorhaben berichtet haben, darunter
Investitionen in neue Standorte, in neue Anlagen, in Forschung und Entwicklung
sowie in Infrastrukturen (ebd.). Weiterhin gab er an, dass der Dialog zum
Jahresende oder spätestens zu Beginn des neuen Jahres fortgesetzt werden solle und
Vereinbarungen zwischen der Bundesregierung und der Initiative und Vorhaben
im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD umgesetzt werden müssten
(ebd.).
Kritik von mittelständischen Wirtschaftsverbänden an der Zusammensetzung
des Treffens im Bundeskanzleramt und dass es sich bei dem Treffen um eine
„PR-Aktion“ handle, wies ein Regierungssprecher gegenüber der Presse
zurück: „Das Ganze sei ‚keine PR-Aktion, sondern es ist eine konzertierte Aktion,
mit der Regierung und Industrie zeigen, dass in diesem Land Investitionen
möglich sind und dass sie sich lohnen‘, sagt der Regierungssprecher“ (https://s
z.de/li.3288346).
Aus weiteren Recherchen und Nachfragen der Presse bei den 61 beteiligten
Unternehmen, 8 internationalen Investmentfirmen und der Bundesregierung geht
unter anderem hervor, dass die Initiative „M4G“ im Frühjahr dieses
Jahres 2025 gegründet wurde, das Beratungsunternehmen McKinsey als
Sammelstelle für Meldungen von Investitionsvorhaben der Unternehmen fungierte, sich
die Investitionen auf 631 Milliarden Euro summieren und laut
Regierungssprecher der Bundesregierung nicht bekannt sei, „wie sich die von den beteiligten
Unternehmen angekündigten Investitionen bis zum Jahr 2028 im Einzelnen
zusammensetzen“ (www.zeit.de/2025/32/made-for-germany-investition-unterneh
men-friedrich-merz-bundesregierung).
Diese Aussage des Regierungssprechers gegenüber der Presse deckt sich mit
einer zeitgleichen Antwort auf die Schriftliche Frage 84 auf
Bundestagsdrucksache 21/1089. „Wie sich die von den beteiligten Unternehmen angekündigten
Investitionen bis zum Jahr 2028 in Neu- und Ersatzinvestitionen aufteilen“,
wisse man nicht, und „hierüber müssten die Unternehmen Auskunft geben“
(ebd.).
Die Fragesteller halten es für problematisch, dass weder die beteiligten
Unternehmen noch die Bundesregierung nach eigener Aussage wissen, wie sich die
vom Bundeskanzler zusammen mit Vertretern der Initiative „M4G“ im
Bundeskanzleramt angekündigten Investitionen zusammensetzen, da dies dem Vorwurf
einer „PR-Aktion“ Vorschub leistet und den Eindruck erweckt, die
Bundesregierung habe sich von Unternehmen für Werbezwecke instrumentalisieren
lassen – auf Kosten der Steuerzahler. Dieser Eindruck sollte bei zukünftigen
Treffen nach Ansicht der Fragesteller vermieden werden.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche konkreten Erkenntnisse hat die Bundesregierung aus dem Treffen
mit Vertretern der Initiative „M4G“ gewonnen, abseits der nach Ansicht
der Fragesteller trivialen Erkenntnis, dass die im Koalitionsvertrag
zwischen CDU, CSU und SPD von den die Bundesregierung tragenden
Parteien angekündigten Vorhaben auch von der Bundesregierung umgesetzt
werden sollten?
2. Haben sich Vertreter der Initiative „M4G“ bei dem Treffen im
Bundeskanzleramt gegen im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD
angekündigte Vorhaben der Bundesregierung ausgesprochen, und wenn ja,
gegen welche Vorhaben (bitte auch die jeweils entsprechende Seite im
Koalitionsvertrag angeben)?
3. Welche konkreten Vereinbarungen hat die Bundesregierung mit der
Initiative „M4G“ getroffen, die Bundeskanzler Friedrich Merz nach dem
Treffen im Bundeskanzleramt in seinem Statement gegenüber der Presse
erwähnt (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
4. Welche konkreten Ergebnisse wurden auf dem Treffen im
Bundeskanzleramt mit Vertretern der Initiative „M4G“ erzielt (bitte erläutern)?
5. Hat die Bundesregierung die angekündigten Investitionen auf ihre
Plausibilität und ihre Zusammensetzung überprüft, um sicherzustellen, dass die
angekündigten Investitionen einen realen Hintergrund haben?
a) Wenn ja, wie viele Mrd. Euro wollen die an der Initiative „M4G“
beteiligten Unternehmen nach Kenntnis der Bundesregierung in neue
Standorte in Deutschland investieren, wie viele Mrd. Euro werden in
neue Anlagen in Deutschland investiert, wie viele Mrd. Euro werden
in Deutschland in Forschung und Entwicklung investiert, und wie
viele Mrd. Euro werden seitens der beteiligten Unternehmen in
Deutschland in Infrastruktur investiert?
b) Wenn nein, warum nicht?
6. Welche Investitionsmaßnahmen waren seitens der Bundesregierung vor
der Initiative „Made for Germany“ bereits festgelegt, und welche
zusätzlichen Investitionszusagen oder Projektfortschritte wurden durch das
Treffen am 21. Juli 2025 konkret vereinbart, die über bestehende Pläne
hinausgehen?
7. Hält es die Bundesregierung für geboten, sich über die Zusammensetzung
der angekündigten Investitionen hinsichtlich ihrer Verteilung in
Neuinvestitionen und Ersatzinvestitionen Auskunft geben zu lassen, um
beispielsweise eine Instrumentalisierung der Bundesregierung durch Unternehmen
für eigene Werbezwecke ausschließen zu können (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
a) Wenn ja, wann, und von welchem beteiligten Unternehmen will sich
die Bundesregierung über die Zusammensetzung der angekündigten
Investitionen hinsichtlich ihrer Verteilung nach Neu- und
Ersatzinvestitionen Auskunft geben lassen?
b) Wenn nein, warum nicht?
8. Wann und zu welchem Mitglied der Bundesregierung haben Vertreter der
Initiative „M4G“ das erste Mal Kontakt zur Bundesregierung
aufgenommen?
9. Welches Mitglied der Bundesregierung ist direkter Ansprechpartner für
die Initiative „M4G“ (beispielsweise hinsichtlich der Koordination
weiterer Treffen), und welches Ministerium ist zuständig?
10. Existiert ein Protokoll zum Treffen im Bundeskanzleramt mit Vertretern
der Initiative „M4G“?
a) Wenn ja, wie lange dauerte das Treffen?
b) Wenn ja, wie viele Mitarbeiter der Bundesregierung haben an dem
Treffen teilgenommen?
c) Wenn ja, wie viele Vertreter mittelständischer Unternehmen haben an
dem Treffen teilgenommen?
d) Wenn nein, warum nicht?
11. Welche finanziellen Kosten in Euro und zeitlichen Kosten in Stunden sind
der Bundesregierung bisher durch die Unterstützung der Initiative „M4G“
und durch das Treffen im Bundeskanzleramt entstanden, beispielsweise
für Personal wie Fotografen, Koordination des Treffens im
Bundeskanzleramt, Bewirtung, etc. (bitte nach Kostenart aufschlüsseln)?
12. Mit welchen finanziellen Kosten in Euro und zeitlichen Kosten in Stunden
rechnet die Bundesregierung für die zukünftige Unterstützung der
Initiative „M4G“?
13. Unterstützt die Bundesregierung die Initiative „M4G“ finanziell,
beispielsweise bei der Finanzierung von Werbeanzeigen?
14. Ist derzeit ein weiteres Treffen zwischen Vertretern der Bundesregierung
und der Initiative „M4G“ geplant, und wenn ja, wann, und wer soll für die
Bundesregierung teilnehmen?
15. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die
Bruttoanlageninvestitionen und ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland von
2018 bis 2024 real entwickelt, und welche Entwicklung prognostiziert die
Bundesregierung beider Indikatoren für die Gesamtjahre 2025 und 2026
(bitte jährlich aufschlüsseln)?
Berlin, den 21. August 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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