Dokumentation, Bewertung und klimapolitische Relevanz langlebiger Kondensstreifen-Zirren (Contrail Cirrus) über Deutschland (Antwort zu Drs. 21/706)
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Dokumentation, Bewertung und klimapolitische Relevanz langlebiger Kondensstreifen-Zirren (Contrail Cirrus) über Deutschland (Antwort zu Drs. 21/706)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/974
21. Wahlperiode 21.07.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Steffen Kotré, Adam Balten,
Dr. Christoph Birghan, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/706 –
Dokumentation, Bewertung und klimapolitische Relevanz langlebiger
Kondensstreifen-Zirren (Contrail Cirrus) über Deutschland
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Langlebige Kondensstreifen, auch als Kondensstreifen-Zirren (Contrail
Cirrus) bezeichnet, entstehen durch den Flugverkehr in großen Höhen und
können sich zu ausgedehnten künstlichen Zirruswolken entwickeln. Unter
bestimmten atmosphärischen Bedingungen – insbesondere bei hoher
Luftfeuchtigkeit in großen Höhen – breiten sich diese Kondensstreifen horizontal aus
und verschmelzen mit benachbarten Streifen. Auf diese Weise bilden sie
mitunter großflächige, zusammenhängende Zirruswolkenfelder, die sich über
Stunden – bei stabilen Wetterlagen auch über Tage hinweg – am Himmel
halten und eine vollständig geschlossene künstliche Wolkendecke bilden können.
Diese Wolkenstrukturen verändern die natürliche Wolkenverteilung. Der
potenzielle Einfluss solcher Kondensstreifen-Zirren auf die atmosphärische
Strahlungsbilanz infolge veränderter Rückstrahlung ist Gegenstand
wissenschaftlicher Untersuchungen. Entsprechend der gängigen
Rückstrahlungshypothese, in der „(d)er Strahlungsantrieb“, auch „Radiative Forcing“ (RF)
genannt, „daher nichts weiter als das Ergebnis eines Gedankenexperiments ist“
(wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Strahlungsantrieb), führt
diese zusätzliche Rückstrahlung zur Erwärmung. Hierbei sind die Grundlagen
des Strahlungstransports bzw. der Energieumwandlung innerhalb von Materie
natürlich unbestritten, jedoch die allgemein unterstellte Intensität des
Strahlungsantriebs und damit seiner Wirkung nach Kenntnis der Fragesteller nicht
gezeigt und daher anzuzweifeln, wie nun weiter ausgeführt werden soll.
Da das oben genannte Gedankenexperiment zudem noch nie positiv
experimentell überprüft werden konnte, müssen die Ergebnisse der Studien, hier
eben die angegebenen Rückstrahlungsintensitäten, die auf dieser
Rückstrahlungshypothese aufgebaut sind, nach Ansicht der Fragesteller per se
angezweifelt werden. Das Ergebnis des Gedankenexperiments muss in den Augen
der Fragesteller auch deswegen angezweifelt werden, dass dabei von der
Voraussetzung ausgegangen wird, dass sich infrarotaktive Moleküle in der
Troposphäre der Erdatmosphäre nicht wie Atomkerne oder hinreichend isolierte
Moleküle verhalten, die ihre Anregungsenergie nur durch Strahlung wieder
abgeben können (www.leifiphysik.de/atomphysik/atomarer-energieaustausch/
grundwissen/energiezustaende-von-atomen). Vielmehr können infrarotaktive
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr
vom 18. Juli 2025 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Moleküle die Energie ihrer Rotations- und Schwingungszustände auch durch
Stöße mit anderen Molekülen abgeben (eike-klima-energie.eu/2012/08/20/
deranthropogene-treibhauseffekt-eine-spektroskopische-geringfuegigkeit/),
insbesondere auch, weil unter normalen atmosphärischen Druckverhältnissen,
also bis ca. einer Höhe von 5 000 m, Luftmoleküle nach einer Zeit von 10-10
bis 10-8 Sekunden zusammenstoßen (www.tec-science.com/de/thermodynami
k-waermelehre/kinetische-gastheorie/mittlere-freie-weglange-stosszahl/). Die
mittlere Lebensdauer des angeregten Zustandes bis zur Abstrahlung beträgt in
Abhängigkeit von der Wellenlänge zwischen 10-7 und 10-1 Sekunden. Die
Chance für eine Relaxation durch Stöße ist somit mindestens um Faktor 103
höher als durch spontane Emission. Selbst unter der durchaus vorkommenden
Bedingung, dass derart angeregte Ensembles Infrarotstrahlung zur
Erdoberfläche emittieren, ist die Intensität als auch die Dauer einer solchen Emission
(zeitlich veränderliche Verteilung des Ensembles mit variablem
Wärmetransport und veränderlicher Strahlungsbilanz als Folge) unklar. Dies alles macht
auch die fehlenden experimentellen Nachweise verständlich.
Darüber hinaus muss beachtet werden, dass die kühlende Wirkung von
Wolken in den nachfolgend aufgeführten Untersuchungen unterschlagen,
gleichwohl in anderen Untersuchungen die abkühlende Wirkung von Wolken
deutlich herausgehoben wird (www.klimareporter.de/erdsystem/aerosole-
kuehlenstaerker-als-gedacht). Hierzu sollte nach Auffassung der Fragesteller
angemerkt werden, dass durch Aerosole Kondensstreifen entstehen.
Die ausschließliche Beachtung des Rückstrahlungseffektes, der nach
Auffassung der Fragesteller experimentell nicht direkt nachgewiesen werden konnte,
bei gleichzeitiger Ignoranz der kühlenden Wirkung von Wolken, die jeder Laie
fast täglich erlebt, kann nach Auffassung der Fragesteller eigentlich nur mit
einer zu einseitigen wissenschaftlichen Betrachtung erklärt werden.
Nachfolgend wird ein Überblick über einige wissenschaftliche Artikel
gegeben, die nach Auffassung der Fragesteller fachlich unvollständig und
zweifelhaft sind, aber eine Temperaturerhöhung durch Kondensstreifen-Zirren
(Contrail Cirrus) vorhersagen.
Die von Wissenschaftlern des Imperial College London geleitete Studie über
die Auswirkungen von Kondensstreifen auf den Klimawandel kommt zu dem
Schluss, dass moderne Verkehrsflugzeuge, die in höheren Lagen fliegen,
langlebigere Kondensstreifen bilden, die angeblich zur globalen Erwärmung
beitragen (www.imperial.ac.uk/news/255315/study-planet-warming-contrails-spa
nner-works-aviation/). Trotz geringerer CO2-Emissionen unterstreicht die
Studie nach Ansicht der Fragesteller die vorgeblich doppelte
Erwärmungswirkung von Kondensstreifen und CO2.
Darüber hinaus konstatierten die Wissenschaftler, dass auch Privatjets mehr
Kondensstreifen erzeugen als erwartet, was auf ihre höhere Flughöhe
zurückzuführen ist. Die Forscher heben hervor, dass eine Verringerung des
Rußausstoßes die Lebensdauer von Kondensstreifen verkürzen kann. Die
Luftfahrtindustrie stünde damit angeblich vor der Herausforderung, diese
Klimaauswirkungen zu mindern.
Entsprechend dem Artikel „Contrail cirrus radiative forcing for future air
traffic“ (acp.copernicus.org/articles/19/8163/2019/) werden die
Klimaauswirkungen des zukünftigen Flugverkehrs stark von der Bildung von Kondensstreifen-
Zirruswolken beeinflusst. Ihre Studien zeigen, dass der globale
Strahlungsantrieb dieser Wolken bis 2050 um das Dreifache ansteigen könnte. Diese
Zunahme wird durch einen intensiveren Flugverkehr und eine leichte
Verlagerung in höhere Flughöhen ausgelöst. Besonders stark ist der Effekt über
Ostasien. Emissionseinsparungen, insbesondere weniger Ruß, könnten demnach
die Klimaauswirkungen reduzieren. Trotz dieser Maßnahmen könne der
Anstieg der Kondensstreifen-Zirren durch Flugverkehrsaufkommen nicht
vollständig kompensiert werden, was die Bedeutung von Maßnahmen zur
Emissionsreduktion hervorhebe.
Im Artikel „Up to 90 percent fewer condensation trails due to reduced air
traffic over Europe“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus
dem Jahr 2020 (www.dlr.de/en/latest/news/2020/02/20200520_fewer-condens
ation-trails-due-to-reduced-air-traffic) untersuchten die Forscher den
reduzierten Flugverkehr und seine Auswirkungen auf Kondensstreifen. Die
COVID-19-Pandemie führte zu einem drastischen Rückgang des
Flugverkehrs, was die Kondensstreifenbildung über Europa stark reduzierte. Die
Forscher des DLR analysierten diesen Effekt anhand von Meteosat-
Satellitendaten. Ihre Studien zeigen, dass die Kondensstreifenbildung auf ein Zehntel des
Normalbetriebs gesunken ist. Diese Streifen, bestehend aus winzigen
Eiskristallen, tragen ihrer Meinung nach zur Klimawirkung des Luftverkehrs bei,
jedoch verringert sich ihre Wirkung schnell bei sinkendem Flugverkehr. Die
Forscher planen, weitere Satellitendaten zu verwenden, um zu verstehen, wie
diese Änderungen den Strahlungshaushalt der Erde beeinflussen.
Eine neue Studie der European Geosciences Union, die sich auch auf die
Ergebnisse der DLR-Studie bezieht (www.egu.eu/news/493/climate-impact-of-cl
ouds-made-from-airplane-contrails-may-triple-by-2050/) meint zu zeigen,
dass die Klimaauswirkungen von Kondensstreifen-Zirren bis 2050 aufgrund
des steigenden Flugverkehrs dreimal so hoch sein könnten wie 2006. Diese
Eiswolken, die aus Flugzeugemissionen entstehen, trügen mehr zur
Erderwärmung bei als CO2, werden jedoch in Programmen wie CORSIA ignoriert.
Eine Reduzierung von Rußpartikeln könnte die Auswirkungen mindern,
jedoch sind große Reduktionen notwendig. Die Umleitung von Flügen könnte
kontraproduktiv sein. Die Studie hebt die Wichtigkeit von Maßnahmen zur
Rußemissionsreduktion hervor.
Weitere Artikel mit gleicher Intention („Contrail cirrus radiative forcing for
future air traffic“ (acp.copernicus.org/articles/19/8163/2019/), „Airplane
contrails are a tricky, and surprising, contributor to global warming“ (www.spac
e.com/modern-airplane-contrails-impact-global-warming)) sollen die
vorgenannten Annahmen untermauern.
Gleichwohl die wissenschaftlichen Erkenntnisse den Vorgaben aus der Politik
zu folgen scheinen, rechtfertigen die möglichen klimatischen Auswirkungen
langlebiger Kondensstreifen-Zirren nach Auffassung der Fragesteller eine
genauere Beobachtung und Bewertung durch die zuständigen Bundesbehörden.
Angesichts wiederholt auftretender regionaler Trockenperioden und
veränderter Niederschlagsmuster stellt sich ihnen die Frage, ob diese atmosphärischen
Phänomene einen messbaren Einfluss auf die Hydrologie in Deutschland
haben können. In diesem Zusammenhang ist in den Augen der Fragesteller zu
klären, ob und in welchem Umfang Kondensstreifen-Zirren systematisch
erfasst, ausgewertet und im Kontext der bestehenden klimatischen
Veränderungen eingeordnet werden. In den Augen der Fragesteller ist aus
wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht erforderlich, zu prüfen, ob ein
Zusammenhang zwischen der verstärkten Bildung solcher Wolkenformationen und
bestimmten regionalen Wetterveränderungen besteht oder zumindest nicht
ausgeschlossen werden kann.
1. Mit welcher Veranlassung stützt sich die Bundesregierung auf
Klimastudien, deren Grundlage lediglich eine Hypothese auf Basis eines
Ergebnisses eines Gedankenexperiments ist, dessen Aussagekraft nach Ansicht
der Fragesteller bisher nie experimentell nachgewiesen wurde (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
Die Bundesregierung stützt ihre Klimapolitik auf die Aussagen des
Weltklimarats IPCC. Das Konzept des „radiative forcing“ ist in den Berichten des IPCC
(z. B. AR5-WG1, Chapter 8, Abschnitt 8.1) erläutert. Als experimentelle
Belege dienen die auf Beobachtungen basierenden Untersuchungen, die in der
wissenschaftlichen Literatur beschrieben sind (zum Beispiel „Observational
Evidence of Increasing Global Radiative Forcing“, Kramer et al. 2021,
Geophysical Research Letters; abrufbar unter: https://doi.org/10.1029/2020GL09
1585).
2. Ist der Bundesregierung bekannt, ob in den atmosphärischen
Strahlungsmodellen berücksichtigt wird, dass infrarotaktive Moleküle die Energie
ihrer Schwingungs- und Rotationszustände auch durch Stöße an nicht
infrarotinaktive Gase wie Stickstoff- und Sauerstoffmoleküle abgeben
können (bitte ausführen)?
In dem atmosphärischen Strahlungsmodell, welches am Deutschen
Wetterdienst (DWD) eingesetzt wird, sind die in der Fragestellung angesprochenen
Effekte wiedergegeben.
3. Liegen der Bundesregierung Studien vor, die die Nettostrahlungsbilanzen
für verschiedene Wolkenformationen über Breitengrade, verschiedene
Erd- und Wasseroberflächen sowie Tageszeiten angeben, und wenn ja,
welche?
Über die Wirkung von Wolken auf den Strahlungshaushalt existiert ein auf
einer Vielzahl wissenschaftlicher Studien basierender Kenntnisstand, der z. B.
im IPCC Report Climate Change 2021: The Physical Science Basis dargestellt
wird.
4. Wird das Auftreten und die Ausbreitung von langlebigen
Kondensstreifen-Zirren über Deutschland bereits durch Bundesbehörden oder
Bundesinstitutionen (z. B. Deutscher Wetterdienst, Umweltbundesamt)
systematisch beobachtet und dokumentiert?
5. Wenn Frage 4 bejaht wird, seit wann erfolgt diese Beobachtung, und mit
welchen Methoden?
Die Fragen 4 und 5 werden gemeinsam beantwortet.
Durch den DWD erfolgt eine generelle Beobachtung der Bewölkung u. a. in
internationaler Zusammenarbeit.
6. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung ggf. über die
Häufigkeit, jahreszeitliche Verteilung und die meteorologischen Bedingungen
der Bildung langlebiger Kondensstreifen-Zirren über Deutschland vor?
Eine gezielte systematische Beobachtung von „Kondensstreifen-Zirren“ führt
der DWD nicht durch.
7. Welche Auswirkungen auf das regionale Klima – insbesondere auf
Temperaturverläufe, Bewölkungsverhältnisse, nächtliche Abkühlung,
Sonnenscheindauer und Niederschlagsmuster – sind im Zusammenhang mit
langlebigen Kondensstreifen-Zirren der Bundesregierung bekannt oder
werden vermutet, und inwiefern wurden nach Kenntnis der
Bundesregierung ggf. solche Effekte auch über Deutschland wissenschaftlich
beobachtet oder analysiert?
Eine Bestandsaufnahme zum Einfluss der Luftfahrt auf das Klimasystem findet
sich im Bericht „Climate Impact of Aviation: Scientific knowledge,
developments and measures“ des Umweltbundesamts; abrufbar unter: www.umweltbun
desamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/fb_climate_impact_of_a
viation_0.pdf.
8. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung Hinweise, Bewertungen oder
wissenschaftliche Untersuchungen, wonach langlebige Kondensstreifen-
Zirren zur Verstärkung oder Veränderung bestimmter Wetterlagen
beitragen können (wenn ja, wird um eine Bewertung des Umweltbundesamtes,
des Deutschen Wetterdienstes und anderer zuständiger Behörden zu den
dokumentierten Klima- und Wetterwirkungen langlebiger
Kondensstreifen-Zirren gebeten)?
Der Bundesregierung liegen hierzu keine eigenen Erkenntnisse vor.
9. Plant die Bundesregierung, die nicht-CO2-basierten Klimawirkungen des
Luftverkehrs – insbesondere durch langlebige Kondensstreifen-Zirren –
in ihrer nationalen Klimaschutzstrategie sowie in internationalen
Verhandlungsprozessen (z. B. Internationale Zivilluftfahrtorganisation
(ICAO), EU-Emissionshandel) einzubeziehen?
13. Dienen die in der Vorbemerkung der Fragesteller aufgezählten Studien,
die eine Erwärmungswirkung durch Kondensstreifen-Zirren postulieren,
nach Auffassung der Bundesregierung als Grundlage für Verbote,
technische Vorgaben, Bepreisungen und Besteuerungen?
Die Fragen 9 und 13 werden gemeinsam beantwortet.
Seit Beginn dieses Jahres müssen Luftfahrzeugbetreiber, die unter den EU ETS
fallen, die von ihnen verursachten Nicht-CO2-Effekte erfassen und berichten.
Eine Abgabepflicht, also kostenpflichtige Abgabe von CO2-Zertfikaten, besteht
nicht. In internationalen Verhandlungsprozessen (z. B. ICAO, EU-
Emissionshandel) unterstützt die Bundesregierung die Arbeiten zu Nicht-CO2-Effekten.
10. Wurden im Rahmen einer möglichen Klimaforschung der
Bundesregierung oder nachgeordneter Behörden mögliche Beiträge nicht-CO2-
basierter Klimawirkungen des Luftverkehrs – insbesondere durch langlebige
Kondensstreifen-Zirren – zu regional verändertem Klima Europas
thematisiert, wie sie etwa vom Copernicus Climate Change Service festgestellt
wurden, und wenn ja, inwiefern und liegen hierzu wissenschaftliche
Bewertungen, Modellierungen oder Untersuchungsergebnisse vor (bitte ggf.
ausführen)?
Zu dieser Fragestellung liegen der Bundesregierung keine Studien vor.
11. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, welche nationalen
oder internationalen Studien, Forschungsprogramme oder
Modellierungsprojekte zur Untersuchung der Entstehung, Ausbreitung, Wirkung
und möglichen klimatischen Rückkopplungen langlebiger
Kondensstreifen-Zirren derzeit in Planung sind, sich in Durchführung befinden oder
abgeschlossen sind (wenn ja, bitte ausführen)?
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat in den 1990er-Jahren
eine Reihe von Forschungsprojekten zur Feststellung der Klimawirkung von
Kondensstreifen gefördert. Zwischen 2007 und 2010 wurde das
Verbundvorhaben Klimaschutz: „Verminderung von Kondensstreifen durch
Flugroutenoptimierung“ gefördert. Eine Zusammenstellung von internationalen als auch
nationalen Berichten und Projekten erfolgte im Bericht „Overview of historic and
on-going work linked to the effects of aviation non-CO2 emissions on climate
change“; abrufbar unter: www.easa.europa.eu/en/research-projects/ancen-no
nco2.
12. Welche konkreten Maßnahmen werden nach Kenntnis der
Bundesregierung auf nationaler oder europäischer Ebene bereits ergriffen oder sind
geplant, um die Entstehung und Wirkung langlebiger Kondensstreifen-
Zirren zu verringern (z. B. durch Optimierung von Flugrouten und
Flughöhen, Einsatz alternativer Flugkraftstoffe, technische Innovationen,
regulatorische Vorgaben oder sektorbezogene Forschungsförderung)?
Die Bundesregierung und die deutsche Luftfahrtindustrie arbeiten in mehreren
Projekten, wie zum Beispiel einem 100 Flüge Versuch zur Vermeidung von
Kondensstreifen durch Optimierung von Flugrouten, zusammen. Auf
europäischer und internationaler Ebene gibt es vergleichbare Projekte. Weitere
Forschungsvorhaben befassen sich mit dem Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe
oder der Entwicklung emissionsärmerer Flugzeugtriebwerke.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 9 verwiesen.
14. Plant die Bundesregierung eine Besteuerung von Emissionen, welche
Kondensstreifen-Zirren zur Folge haben, in Anlehnung an die CO2-
Bepreisung als zentrales klimapolitisches Steuerungsinstrument?
Nein.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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