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Umsetzung des Programms 1000-Köpfe-Plus bzw. der Global-Minds-Initiative der Bundesregierung (Antwort zu Drs. 21/3689)

dip / drucksache 16.02.2026 · WP 21 · 21/4157 · Antwort · Original ↗

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Umsetzung des Programms 1000-Köpfe-Plus bzw. der Global-Minds-Initiative der Bundesregierung (Antwort zu Drs. 21/3689) Deutscher Bundestag Drucksache 21/4157 21. Wahlperiode 16.02.2026 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ayse Asar, Dr. Andrea Lübcke, Claudia Müller, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 21/3689 – Umsetzung des Programms 1000-Köpfe-Plus bzw. der Global-Minds-Initiative der Bundesregierung V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r In ihrer Antwort auf die Frage der Abgeordneten Ayse Asar vom 3. November 2025 zur Einbettung der Förderprogramme der Global-Minds-Initiative (bzw. „Programm 1000 Köpfe Plus“) in die Hightech Agenda Deutschland (HTAD) führt die Bundesregierung aus, die Initiative trage „zur Stärkung der deutschen Forschungsökosysteme sowie zur Entwicklung von Zukunftsthemen der HTAD bei“. Der Wissenschaftsstandort Deutschland werde als sicherer Hafen der Wissenschaftsfreiheit mit exzellenten Forschungsinfrastrukturen und vielfältigen Karriereperspektiven als einer der attraktivsten Wissenschaftsstandorte weltweit positioniert. Die Bundesregierung hebt hervor, dass die Initiative die Fachkräftegewinnung aus dem Ausland vorantreibe und internationale Netzwerke und Zusammenarbeit in Forschung und Innovation stärke und damit direkt zur Sicherung der technologischen Souveränität sowie zur Stärkung des Wissenschafts- und Innovationsstandorts Deutschland im Sinne der Hebel 5 und 6 der Hightech Agenda Deutschland beitrage. Trotz dieser hohen Erwartungen liegen der Öffentlichkeit bislang nur begrenzte Informationen zur tatsächlichen Umsetzung, Resonanz und Wirksamkeit der Initiative vor. Der Transparenz über die ersten Ergebnisse der Initiative kommt eine besondere Bedeutung zu, um ihre Effektivität fundiert einschätzen und die Außenwissenschaftspolitik mit ihren etablierten und neuen Maßnahmen insgesamt weiterentwickeln zu können. Besonderes Augenmerk verdient dabei die Synergie mit europäischen Instrumenten; so bleibt für die Fragestellenden unklar, warum das Potenzial der „Seal of Excellence“ zur Bildung bereits positiv begutachteter Spitzenforschenden bislang kaum adressiert wird. Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt vom 13. Februar 2026 übermittelt. Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.  1. Wie viele Forschende sind bis zum 25. November 2025 in die Initiative aufgenommen worden, und wie verteilt sich diese Anzahl auf die einzelnen Förderinstrumente (Humboldt-Forschungsstipendien, Humboldt- Forschungspreise, Bessel-Forschungspreise, DFG-Professuren [DFG = Deutsche Forschungsgemeinschaft] und DFG-Mercator-Fellows, DAAD-Programme [DAAD = Deutscher Akademischer Austauschdienst])? Insgesamt wurden bis zum 25. November 2025 166 Personen im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms gefördert, davon 10 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und 156 durch die Alexander von Humboldt- Stiftung (AvH). Aufschlüsselung nach Förderinstrumenten: DFG • Emmy Noether-Programm: 5 • Walter Benjamin-Programm: 4 • Einzelförderung/Eigene Stelle: 1 AvH • Humboldt-Forschungsstipendien: 136 • Alexander von Humboldt-Forschungspreis: 14 • Friedrich-Wilhelm-Bessel-Forschungspreis: 6. Die Humboldt Research Professorships der AvH werden im Jahr 2026 zum ersten Mal ausgeschrieben und verliehen. Von der DFG geförderte Professuren in Forschungsverbünden sowie Mercator-Fellows wurden im Rahmen des 1.000- Köpfe-Plus-Programms bisher nicht vergeben. Die im Rahmen des Programms geförderten DAAD-Maßnahmen sind nicht auf Individualförderungen gerichtet, sondern flankieren die Förderung durch DFG und AvH.  2. Wie hoch war die Gesamtzahl der geförderten Personen in den beteiligten Programmen der DFG und der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) in den Jahren 2023 und 2024 (Stichtag jeweils 31. Dezember), und wie hoch ist die Zielzahl für diese spezifischen Programme im Rahmen der Global-Minds-Initiative für 2025 und 2026? Gesamtzahl geförderter Personen in den beteiligten Programmen in den Jahren 2023 und 2024: DFG • Emmy Noether-Programm: 70 (2023); 80 (2024) • Heisenberg-Programm: 73 (2023); 64 (2024) • Walter Benjamin-Programm: 116 (2023); 125 (2024) • Eigene Stelle: 361 (2023); 351 (2024) AvH • Humboldt-Forschungsstipendien: 466 (2023); 451 (2024) • Humboldt-/Bessel-Forschungspreise: 84 (2023); 83 (2024) • Alexander von Humboldt-Professur: 9 (2023); 9 (2024). Das 1.000-Köpfe-Plus-Programm ist im Juli 2025 angelaufen. Anpassungen der bisher zu Planungszwecken mit DFG und AvH vereinbarten Ziele können im Fortgang des Programms bedarfsgerecht vorgenommen werden. Die Mindestzahl für die Gesamtzahl der Förderungen durch das Programm liegt bei 1.000 Förderungen.  3. Wie hoch ist der Anteil der Forschenden, die bereits vor Juli 2025 in Deutschland tätig waren und nun in die Initiative übernommen wurden? Eine Antragstellung aus dem Ausland und eine mehrjährige wissenschaftliche Tätigkeit im Ausland sind Bedingung für eine Förderung aus dem Programm. Die genauen Voraussetzungen sind den Programmdarstellungen von DFG und AvH zu entnehmen.  4. Aus welchen Herkunftsländern stammen die in die Initiative aufgenommenen Forschenden (bitte nach den Top 10 der Herkunftsländer aufschlüsseln)? 1) USA 2) China 3) Indien 4) Spanien 5) Frankreich 6) Italien 7) Kanada 8) Polen 9) Niederlande 10) Israel.  5. Auf welcher Karrierestufe (R2, R3, R4 gemäß der Europäischen Klassifikation der Forscherlaufbahnen) befinden sich die gewonnenen Forschenden, wie verteilen sie sich auf diese Stufen, und was ist die durchschnittliche Laufzeit der Förderungen auf der jeweiligen Stufe? Die Geförderten im Walter Benjamin-Programm (zwei Jahre Förderdauer) können in die Kategorie R2 eingeordnet werden; Emmy Noether-Geförderte in R3 (sechs Jahre Förderdauer, in der Zeit Entwicklung zu R4); Eigene Stelle (drei Jahre Förderdauer) in R3; Heisenberg-Geförderte in R3/4 (fünf Jahre Förderdauer). Die Geförderten der Humboldt-Forschungsstipendien (6-24 Monate Förderdauer) können je nach Karrierestufe der Kategorie R2/R3 zugeordnet werden; Friedrich-Wilhelm-Bessel-Forschungspreis in R3; Alexander von Humboldt- Forschungspreis in R4; Alexander von Humboldt-Professur (bis zu sieben Jahre Förderdauer) in R4; Demensprechend befinden sich unter den 166 Geförderten des 1.000-Köpfe- Plus-Programms 118 Forschende der Karrierestufe R2; 34 Forschende der Karrierestufe R3 und 14 Forschende der Karrierestufe R4.  6. Wie verteilen sich die aufgenommenen Forschenden auf die in der Hightech Agenda Deutschland als Schlüsseltechnologien definierten Bereiche (Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Mikroelektronik, Biotechnologie, Fusion und klimaneutrale Energieerzeugung, Technologien für die klimaneutrale Mobilität) und auf weitere strategische Forschungsfelder, und wie viele Forschende arbeiten in anderen Bereichen (bitte die Disziplinen angeben)? Die Verteilung der Wissenschaftsbereiche der Geförderten zeigt den klaren Bezug zu Zukunftsfeldern der Hightech Agenda Deutschland (HTAD): 41 Prozent Lebenswissenschaften (Anzahl Geförderte: 68), 28 Prozent Naturwissenschaften (Anzahl Geförderte: 47), 20 Prozent Ingenieurwissenschaften (Anzahl Geförderte: 34), 10 Prozent Geistes- und Sozialwissenschaften (Anzahl Geförderte: 17).  7. Hat die Priorisierung von Forschenden in den HTAD- Schlüsseltechnologien der Global-Minds-Initiative dazu geführt, dass die Förderquoten für Bewerberinnen und Bewerber in den Geistes- und Sozialwissenschaften gesunken sind, und wenn ja, in welchem Umfang? Die Förderung im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms erfolgt themenoffen, eine inhaltliche Priorisierung nach Fachdisziplinen wird nicht vorgenommen.  8. Bei welchen Aufnahmeinstitutionen sind die Forschenden angesiedelt (bitte nach Helmholtz-Zentren, Fraunhofer-Instituten, Max-Planck- Instituten, Leibniz-Instituten, Universitäten und sonstigen Einrichtungen aufschlüsseln)? Die gastgebenden Institutionen der Geförderten verteilen sich wie folgt: • Helmholtz-Gemeinschaft: 15 • Fraunhofer-Gesellschaft: 0 • Max-Planck-Gesellschaft: 17 • Leibniz-Gemeinschaft: 12 • Universitäten: 120 • Sonstige Forschungseinrichtung/weitere Hochschulen: sechs Hinweis: Vier Personen haben jeweils zwei Gasteinrichtungen.  9. Wie viele Bewerbungen gingen seit dem Start der Initiative im Juli 2025 insgesamt ein, wie viele wurden positiv beschieden, und welche Quote der zugesagten Forschenden ist tatsächlich nach Deutschland gekommen (Mobilisierungsquote)? In der DFG und AvH gehen fortlaufend Anträge ein. Seit Juli 2025 eingegangene Anträge im Förderraum „Person“ der DFG im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms: 174. Von den Bewilligungen wurden zehn aus Mitteln des 1.000-Köpfe-Plus-Programms gefördert. Seit Juli 2025 eingegangene Anträge in den für das 1.000-Köpfe-Plus- Programm relevanten Förderprogrammen der AvH: 1.548. Im selben Zeitraum wurden 1.376 Bewerbungen und Nominierungen von der AvH entschieden. Von den Bewilligungen werden 156 aus Mitteln des 1.000-Köpfe-Plus- Programms gefördert. Ein wesentlicher Teil der Anträge, die seit Juli 2025 eingereicht wurden, befindet sich noch in der Bearbeitung. Die Bundesregierung hat keine Kenntnis über Fälle einer Nichtannahme der Förderung im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus- Programms. 10. In wie vielen Fällen kam es bei den aufgenommenen Forschenden bis zum 31. Dezember 2025 zu Verzögerungen beim Forschungsbeginn aufgrund von Visumsverfahren oder Terminengpässen bei Ausländerbehörden? Daten im Sinne der Fragestellung werden statistisch nicht erfasst. 11. Welche zusätzlichen strukturellen Unterstützungsmaßnahmen wurden im Vergleich zu bestehenden Förderprogrammen der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Alexander von Humboldt-Stiftung und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes umgesetzt, um die Attraktivität des Wissenschaftsstandorts zu steigern und eine Willkommenskultur für internationale Forschende zu fördern, und inwieweit wurde das von der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär erwähnte „Rundum-Sorglos-Paket“ konkretisiert und implementiert? Die Bundesregierung verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Stärkung der Attraktivität des Wissenschaftsstandorts Deutschland. Mit dem 1.000-Köpfe-Plus- Programm investiert die Bundesregierung über 600 Mio. Euro in attraktive Karriereperspektiven auf verschiedenen Karrierestufen und über alle Fachdisziplinen hinweg für internationale Forschende. Flankierend stärken zusätzliche Förderprogramme, wie das DAAD-Programm „Academic Horizons – Attracting Global Minds“, die Willkommenskultur an deutschen Einrichtungen. Informations- und Beratungsangebote wie „Make it in Germany“, „Research in Germany“, „Study in Germany“ sowie das EURAXESS Deutschland-Netzwerk erleichtern internationalen Talenten das Ankommen und den Einstieg in Deutschland. Darüber hinaus tragen die fortschreitende Digitalisierung der Visumantragstellung durch das Auslandsportal sowie der Ausbau der Visabearbeitungskapazitäten zu schnelleren Visaverfahren bei. Auch der Aufbau der Work-and- Stay-Agentur für Fachkräfteeinwanderung leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Bindung internationaler Forschender und damit zur langfristigen Stärkung des Wissenschaftsstandorts Deutschland. 12. Wie viele Ehepaare oder Partnerinnen- und Partnerpaare wurden im Rahmen der Initiative in Doppel- oder koordinierten Berufungen sowie anderen Dual-Carreer-Angeboten gewonnen, und in wie vielen Fällen gelang es, für beide Partnerinnen oder Partner eine geeignete Forschungsposition zu schaffen? Die Programme der DFG und AvH beinhalten verschiedene Ansätze zur Unterstützung von Doppelkarrieren in der Wissenschaft. So werden beispielsweise parallele Bewerbungen von Partnerinnen und Partnern ermöglicht, wobei die Anträge jeweils individuell und auf Grundlage der persönlichen Qualifikation begutachtet und entschieden werden. Im Rahmen der Alexander von Humboldt-Professur und der Humboldt Research Professorships kann die Verwaltungskostenpauschale für die Integration der Familie und Dual-Career- Maßnahmen eingesetzt werden. Dual-Career-Maßnahmen werden zumeist von den aufnehmenden Einrichtungen umgesetzt und fließen daher nicht in das zentrale Monitoring des 1.000-Köpfe-Plus-Programms ein. 13. Wie viele der gewonnenen Forschenden arbeiten an Projekten, die von der Bundesregierung als relevant für die „technologische Souveränität“ im Sinne der Hightech Agenda Deutschland eingestuft werden (bitte die konkreten Technologiefelder und Forschungsbereiche dieser Projekte benennen)? Es wird auf die Antwort zu Frage 6 verwiesen. 14. Welche Bedeutung spielt die Tatsache, dass die Initiative zu großen Teilen auf bewährten Programmen etablierter Wissenschaftsorganisationen basiert, für die Erfolgsmessung, die bürokratiearme Durchführung der Initiative sowie für ihren Beitrag zur Entwicklung von Zukunftsthemen der HTAD und zur Stärkung der technologischen Souveränität? Das 1.000-Köpfe-Plus-Programm baut auf den etablierten Förderinstrumenten der DFG und AvH auf. Dies ermöglicht einen schnellen Programmstart, ohne zusätzliche bürokratische Strukturen aufbauen zu müssen. Die im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms ausgesprochenen Förderungen sind Gegenstand der regulären Maßnahmen zur Evaluation und Erfolgsmessung der jeweiligen Programme, auf die das 1.000-Köpfe-Plus-Programm aufsetzt. Damit lässt sich der Beitrag des Programms zu den Zukunftsfeldern der HTAD abbilden. Für das 1.000-Köpfe-Plus-Programm wird zudem ein Monitoring etabliert, mit dem der Programmfortschritt verfolgt wird, um nachsteuern zu können. Zum Ende der Laufzeit des 1.000-Köpfe-Plus-Programms erfolgt eine abschließende, extern durchgeführte Evaluation, welche den Zielerreichungsstand prüft und die bereits bestehenden Wirkungen analysiert. 15. Welche flankierenden Module zur Gewinnung internationaler Studierender und Promovierender wurden bislang in die Initiative integriert, wie viele Personen aus diesen Zielgruppen haben bereits Zusagen erhalten, und wie steht das Programm in diesem Punkt im Verhältnis zum FIT- Programm (FIT = Förderung internationaler Talente zur Integration in Studium und Arbeitsmarkt) des DAAD? Die flankierenden Maßnahmen zur Gewinnung internationaler Masterstudierender und Promovierender im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms umfassen zwei Programme des DAAD. Dabei handelt es sich nicht um Individualförderungen, sondern um strukturstärkende Maßnahmen. Das Hochschulförderprogramm „Academic Horizons – Attracting Global Minds“ unterstützt deutsche Hochschulen bei der Gewinnung von internationalen, herausragenden Masterstudierenden und Promotionsinteressierten in Schlüsseltechnologien und strategisch wichtigen Forschungsfeldern, durch Aktivitäten im Bereich Recruiting, Onboarding und Karriereplanung. Im Rahmen des Programms „International Student Journey – Destination Germany“ werden zielgruppenspezifische Internetseiten mit Informationen zum Studieren und Leben in Deutschland entwickelt, um Deutschland international als exzellenten Studienstandort noch sichtbarer zu machen. Das DAAD Programm „FIT – Förderung internationale Talente zur Integration in Studium und Arbeitsmarkt“ fällt nicht unter das 1.000-Köpfe-Plus- Programm, wird aber ebenfalls aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Ziel des FIT-Programms ist es, internationale Studierende durch den Aufbau strukturierter Unterstützungsangebote an deutschen Hochschulen beim Studienerfolg sowie bei der Integration in den Arbeitsmarkt zu begleiten. Das Programm ist nicht auf bestimmte Fachrichtungen begrenzt und schließt sowohl Maßnahmen für Bachelor- und Masterstudierende ein. Eine Individualförderung einzelner Personen ist auch im Rahmen des FIT-Programms nicht vorgesehen. 16. Welche systemischen Maßnahmen im Sinne eines breiten wissenschaftspolitischen Wandels mit dem Ziel struktureller Verbesserungen im Wissenschaftssystem wurden bereits vorgenommen, und welche weiteren Maßnahmen sind in Vorbereitung? Die Bundesregierung verfolgt einen vielfältigen Ansatz zur strukturellen Stärkung des Wissenschaftssystems (zum Beispiel im Rahmen der Exzellenzstrategie oder des Tenure Track Programms). Mit dem 1.000-Köpfe-Plus-Programm soll auch ein Impuls für einen wissenschaftspolitischen Wandel hin zu besseren Rahmenbedingungen an deutschen Einrichtungen gesetzt werden. Das umfasst u. a. die Beschleunigung von Visa- und Aufenthaltserlaubnisverfahren und den Ausbau von Unterstützungsangeboten zur Förderung der Willkommenskultur, wie das Programm „Academic Horizons – Attracting Global Minds“. Diese Punkte sind auch in der Bund-Länder-Strategie zur Internationalisierung der Hochschulen in Deutschland festgeschrieben. Für attraktivere Arbeitsbedingungen und verlässlichere Karrierewege in der Forschung soll unter anderem das Wissenschaftszeitvertragsgesetz novelliert werden. Die Bundesregierung wird sich zugleich dafür einsetzen, flächendeckend international anschluss- und wettbewerbsfähige Personalstrukturkonzepte zu etablieren. Mit der Förderung einer Peer-to-Peer-Strategieberatung, die im Frühjahr 2026 starten soll, werden die Hochschulen auf ihrem Weg zu weiterentwickelten Personalstrukturen unterstützt. 17. Welche verbindlichen Zusagen der Bundesländer oder der Aufnahmeinstitutionen liegen nach Kenntnis der Bundesregierung vor, um den Forschenden nach Ablauf der Global-Minds-Förderung je nach Entwicklungsstufe ein Tenure-Track-Verfahren oder eine Dauerstelle anzubieten? Bis zum Jahr 2033 werden an deutschen Hochschulen voraussichtlich 44 Prozent der Professuren neu zu besetzen sein. Das 1.000-Köpfe-Plus-Programm bietet den Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland die Möglichkeit, die freiwerdenden Stellen auch mit internationalen Spitzenforschenden zu besetzen. Die bisher im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms ausgesprochenen Bewilligungen sehen keinen zwingenden direkten Übergang in eine Dauerstelle oder ein Tenure-Track-Verfahren vor. Bund und Länder stehen im Rahmen verschiedener Kontexte, beispielsweise zur Umsetzung der Bund-Länder-Strategie zur Internationalisierung der Hochschulen, zur Gewinnung internationaler Forschender im Austausch miteinander. 18. Gibt es Koordinationsmechanismen zwischen der Initiative und anderen Bundes- und Landesfördermaßnahmen zur Gewinnung internationaler Forschender, und wie wird vermieden, dass es zu Doppelförderungen oder Konkurrenzen zwischen den verschiedenen Förderinitiativen kommt? Für Geförderte im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms ist die Inanspruchnahme einer weiteren Förderung aus öffentlichen Mitteln nicht zulässig. Geförderte sind im Rahmen der Antragstellung verpflichtet, über ggfs. weitere Finanzierungsquellen zu informieren. Das Ergebnis einer erst kürzlich von den Innenrevisionen der DFG und AvH durchgeführten Prüfung belegt, dass die etablierten Prozesse aktuell keinen Hinweis auf Doppelförderungen erkennen lassen. Bezüglich des Austauschs zwischen Bund und Ländern wird auf die Antwort zu Frage 17 verwiesen. 19. Gibt es Koordinierungsmechanismen zwischen der Initiative und vergleichbaren Programmen auf europäischer Ebene, wie z. B. der Choose- Europe-Initiative, und wie wird vermieden, dass es zu Doppelförderungen oder Konkurrenzen zwischen den verschiedenen Förderinitiativen kommt? Die Bundesregierung bewirbt das 1.000-Köpfe-Plus-Programm als nationales Förderprogramm über die europaweite Choose Europe for Science-Initiative. Der Wettbewerb um die besten Köpfe findet auch innerhalb von Europa statt und fördert exzellente Wissenschaft. Deutschland ist dabei das wichtigste Zielland für internationale Forschende in Europa. Zur Doppelförderung wird auf die Antwort zu Frage 18 verwiesen. 20. Inwiefern sieht die Bundesregierung vor, Forschende, die bei europäischen Exzellenzprogrammen (z. B. Choose Europe, ERC Starting Grants oder MSCA Postdoctoral Fellowships) ein „Seal of Excellence“ erhalten haben, aber aufgrund von EU-Budgetbeschränkungen nicht gefördert werden konnten, prioritär oder durch ein vereinfachtes Verfahren in die Global-Minds-Initiative aufzunehmen? Eine prioritäre Behandlung oder ein vereinfachtes Verfahren für Forschende, die im Rahmen europäischer Förderprogramme ein „Seal of Excellence“ erhalten haben, ist im 1.000-Köpfe-Plus-Programm nicht vorgesehen. 21. Wie viele Forschende haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung im Rahmen der Choose-Europe-Initiative mit einer deutschen Gasthochschule als Erstwunsch beworben, konnten aber aufgrund der niedrigen EU-Erfolgsquote (von ca. 9 Prozent) nicht gefördert werden? Es stehen bisher für die Choose Europe Initiative keine eigenständigen EU- Mittel für Förderprogramme zur Verfügung. 22. Welcher Mittelumfang wurde für die Initiative im Gesamten vorgesehen, wie verteilt sich dieser auf die einzelnen Förderinstrumente und Partnerorganisationen, und wie hoch ist der durchschnittliche Förderumfang pro Forschenden oder Forschendengruppe? Für das 1.000-Köpfe-Plus-Programm sind für den Zeitraum 2025 bis 2029 über 600 Mio. Euro vorgesehen. Die Neuverteilung der Mittel nach der Entsperrung der zusätzlichen Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität ist derzeit Gegenstand laufender Abstimmungen. Die Verteilung der Mittel auf die verschiedenen Programmteile erfolgt nach Bedarf und mit der Möglichkeit, auf Anpassungsbedarfe angemessen reagieren zu können. Die durchschnittliche Förderhöhe je nach Programm ist der Webseite der Global Minds Initiative Germany sowie den Programminformationen von AvH und DFG zu entnehmen. 23. In welchem Umfang sind die Auslandsstrukturen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (Goethe-Institute, DAAD-Außenstellen, Deutsche Auslandsschulen, Wissenschafts- und Innovationshäuser) in die internationale Anwerbung für die Initiative eingebunden? 24. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung ergriffen, um die Initiative in zentralen Partnerländern der Wissenschaftsdiplomatie international sichtbar zu machen, und wie bewertet sie deren Beitrag zur Stärkung Deutschlands als Wissenschafts- und Wertepartner? 25. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung ergriffen, um auch die Programme und Förderangebote der Außenwissenschaftspolitik, die nicht Teil der Global-Minds-Initiative sind, ebenfalls sichtbarer und erfolgreicher zu machen? Die Fragen 23 bis 25 werden im Zusammenhang beantwortet. Für die Anwerbung internationaler Talente und Wissenschaftler für das deutsche Wissenschaftssystem im Rahmen des Programms koordinieren die DFG, die AvH und der DAAD ihre Marketingmaßnahmen im Ausland partnerschaftlich. So wurde eine gemeinsam errichtete Webseite veröffentlicht. Die deutschen Auslandsvertretungen wirken unterstützend bei der Bewerbung des Programms. Der DAAD hat im Rahmen des Programms begonnen, für ausgewählte Zielländer eigene Webseiten freizuschalten. Diese halten im Rahmen des Webauftritts von „Studieren in Deutschland“ Informationen bereit, die für das jeweilige Land relevant sind, da sich die Schwerpunktsetzungen bei der Studienentscheidung von Land zu Land sehr unterscheiden. Die AvH macht das Programm, aber auch ihr allgemeines Programmportfolio, über den Einsatz zielgruppenspezifischer Marketinginstrumente und über ihr weltweites Humboldt-Netzwerk, Multiplikatoren und Partner international sichtbar. Zudem nutzt die DFG ihre Außenstellen, beispielsweise die DFG-Büros in Nord- und Südamerika, um über das 1.000-Köpfe-Plus-Programm im Ausland zu informieren. Die deutschen Auslandsvertretungen bewerben die Programme im Rahmen ihrer Gespräche und Öffentlichkeitsarbeit vor Ort, zum Beispiel über ihre jeweiligen sozialen Medienkanäle. Die Bundesregierung leistet in Kooperation mit den Partnerorganisationen des Programms mittels ihrer Auslandsstrukturen einen Beitrag, sowohl das 1.000- Köpfe-Plus-Programm als auch andere Programme der Außenwissenschaftspolitik erfolgreich und nachhaltig in der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft sichtbar zu machen und zu stärken. Hierdurch stärkt Deutschland seine Rolle als Wissenschaftspartner für Forschung, Innovation und akademischen Austausch und fördert Wissenschaftsfreiheit und internationale Zusammenarbeit. Der DAAD ist die zentrale Wissenschaftsorganisation für die Informationsverbreitung über den Studien- und Forschungsstandort Deutschland. Über Digitalangebote, Veranstaltungen, Publikationen und sein umfassendes Auslandsnetzwerk informiert und berät der DAAD über Programme und Förderangebote für Studierende, Wissenschaftler, Forscher und Hochschulen. Auch über die durch den DAAD koordinierten Deutschen Wissenschafts- und Innovationshäuser ist der Forschungsstandort Deutschland mit seinen vielfältigen Möglichkeiten u. a. für wissenschaftsbasierten Transfer weltweit vertreten. 26. Inwieweit werden die geförderten Forschenden systematisch in bestehende internationale Netzwerke der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (z. B. Humboldt-Netzwerk, DAAD-Alumni, Goethe-Alumni, multilaterale Dialogformate) eingebunden, um nachhaltige Beziehungen aufzubauen? Wie bei anderen von der Bundesregierung geförderten Wissenschaftsprogrammen ist auch bei diesem Programm von Beginn der Förderung eine systematische Anbindung in die jeweiligen Netzwerke der Förderorganisationen vorgesehen. Geförderte Forschende werden so gezielt und strategisch in internationale Netzwerke der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik eingebunden. Ziel ist der Aufbau langfristiger, belastbarer Beziehungen über die Förderphase hinaus. Deutsche Auslandsvertretungen leisten dazu einen wichtigen Beitrag, indem sie Netzwerktreffen organisieren und direkten Austausch zwischen Geförderten, Alumni, deutschen Institutionen und regionalen Partnern ermöglichen. Auf diese Weise stärkt die systematische Alumniarbeit auch die internationale Sichtbarkeit Deutschlands und die Förderung internationaler Wissenschaftskooperationen. 27. Welcher Anteil an Fördermitteln der Initiative ist zur Weiterentwicklung und zum Ausbau von Alumni-Strategien vorgesehen, um nach Abschluss der Förderung langfristige wissenschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Bindungen zu Deutschland aufzubauen und zu pflegen? Die Fördermaßnahmen im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms setzen auf den regulären Förderungen der Partnerorganisationen auf. Für das Jahr 2026 sieht die AvH eine Verwendung von 3,9 Prozent der geplanten Bundesförderung für Alumni-Maßnahmen vor. 28. Welche Wirkungen der Initiative erwartet die Bundesregierung im Hinblick auf die Stärkung der deutschen Soft Power, insbesondere durch internationale Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Wissenschaftsnetzwerke und die Vermittlung deutscher Wissenschafts- und Freiheitswerte? Wissenschaftsfreiheit genießt in Deutschland Verfassungsrang. Die themenoffene Ausgestaltung der Förderung, die Ansprache einer breiten Zielgruppe über verschiedene Karrierestufen hinweg sowie die wissenschaftsgeleiteten Auswahlverfahren des 1.000-Köpfe-Plus-Programms unterstreichen diesen hohen Stellenwert der Wissenschaftsfreiheit in Deutschland. Mit dem 1.000-Köpfe- Plus-Programm und der Investition von über 600 Mio. Euro sendet die Bundesregierung deshalb auch auf internationaler Ebene ein starkes Signal für die Wissenschaftsfreiheit. Dies unterstreicht Deutschlands Position als international anerkannter Standort für freie und exzellente Wissenschaft. 29. Welche Maßnahmen sind seitens der Bundesregierung neben der Initiative zur Unterstützung ausländischer Forschender und Studierender vorgesehen, insbesondere wenn diese in ihren Herkunftsländern verfolgt oder bedroht werden? Die Bundesregierung fördert bereits mehrere Programme, um ausländische Forschende und Studierende zu unterstützen, die in ihren Herkunftsländern verfolgt oder bedroht werden. Beispiele für Programme, die von der Bundesregierung finanziell unterstützt werden, sind die Philipp Schwartz-Initiative der AvH und das Hilde Domin- Programm des DAAD. Die DFG unterstützt aus ihren Heimatländern geflüchtete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, indem sie die Mitarbeit in Forschungsprojekten sowie die Antragstellung im Walter Benjamin-Programm erleichtert. Zur Unterstützung gefährdeter Forschender und zum Schutz der Wissenschaftsfreiheit auf europäischer Ebene kooperieren AvH und DAAD mit europäischen Partnerorganisationen und beteiligen sich an EU-Maßnahmen. Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333

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